Ladera Ranch (Kalifornien/USA) - In einer wohlhabenden Vorstadt südlich von Los Angeles wächst die Angst. Mehrere Kinder sind an einer extrem seltenen Krebsart erkrankt. Nach dem Tod eines 17-Jährigen fragen sich immer mehr Familien: Ist das noch Zufall oder steckt mehr dahinter? Die Behörden haben inzwischen Ermittlungen aufgenommen.
Bei mindestens sechs Kindern aus Ladera Ranch wurde nach Angaben von Bewohnern ein Ewing-Sarkom diagnostiziert - einem aggressiven Knochen- und Weichteilkrebs, der in den gesamten USA jährlich nur etwa 200 bis 240 Kinder betrifft, wie die New York Post berichtet.
Besonders tragisch: Der 17-jährige Brody Matteson starb im März an den Folgen der Erkrankung. Sein Tod löste in der Gemeinde große Betroffenheit aus.
Nachdem Brodys Mutter in einer Facebook-Gruppe nach weiteren Krebsfällen gefragt hatte, meldeten sich laut einer Anwohnerin 62 Familien mit Berichten über Krebserkrankungen.
Einige berichteten sogar von mehreren Betroffenen in derselben Straße. Auch auffällig viele Haustiere sollen an Krebs erkrankt sein.
Die Angaben wurden bislang nicht unabhängig überprüft. Ob die vielen Krankheitsfälle tatsächlich zusammenhängen, ist noch unklar.
Im Mittelpunkt der Spekulationen steht der Einsatz von Pestiziden
Eine Anwohnerin wertete nach eigenen Angaben öffentliche Unterlagen aus und stieß dabei auf Hinweise, dass allein im Juni 17 verschiedene Pestizide und Herbizide nahezu täglich in der Gemeinde ausgebracht wurden.
Die Bewohner kritisieren seit Jahren den umfangreichen Chemikalieneinsatz und fordern einen Umstieg auf umweltfreundlichere Alternativen.
Ob die Stoffe tatsächlich mit den Krebsfällen in Verbindung stehen, ist bislang jedoch völlig offen.
Frühere Studien haben zwar mögliche Zusammenhänge zwischen Pestiziden und bestimmten Krebsarten untersucht, einen eindeutigen Nachweis gibt es aber nicht.
Inzwischen befassen sich nach Angaben der Anwohner sowohl das California Cancer Registry als auch die Gesundheitsbehörde des Orange County mit den gemeldeten Fällen.
Der Betreiber der Grünanlagen weist du Vorwürfe zurück
Die Untersuchungen laufen noch und könnten mehrere Monate dauern. Der für die Grünanlagen zuständige Betreiber weist einen Zusammenhang zurück.
Man halte sich an alle gesetzlichen Vorgaben und setze bereits auf ein Schädlingsmanagement, das den Einsatz synthetischer Pestizide möglichst reduzieren solle.
Gleichzeitig wurde angekündigt, die bisherigen Maßnahmen gemeinsam mit Experten und Anwohnern zu überprüfen.