Micky Mouse vs. Ron DeSantis: Walt Disney wirft wichtigem US-Politiker Machtmissbrauch vor

Florida - Am gestrigen Mittwoch reichte das Unternehmen Walt Disney Klage ein. Sie zerren den möglichen Präsidentschaftskandidaten Ronald Desantis (44) vor Gericht, denn der 44-Jährige soll seine Regierungsmacht ausgenutzt haben.

Der konservative Politiker Ronald DeSantis (44) wurde von Walt Disney verklagt.
Der konservative Politiker Ronald DeSantis (44) wurde von Walt Disney verklagt.  © Fotomontage: Octavio Jones / GETTY IMAGES NORTH AMERICA / Getty Images via AFP, Anna Moneymaker / GETTY IMAGES NORTH AMERICA / Getty Images via AFP

Der Zoff zwischen einem der größten Arbeitgeber Floridas und dem konservativen Politiker begann bereits im vergangenen Jahr. Denn der Konzern kritisierte ein Gesetz von DeSantis, welches es fast unmöglich macht, über LGBTQIA+-Themen im Unterricht zu sprechen. Die Verordnung bekam den zynischen Spitznamen "Dont Say Gay" (auf Deutsch: "Sag nicht schwul"), berichtet NBC.

Für Florida ist Walt Disney nicht nur wegen Steuereinnamen und vielen Arbeitsplätzen wichtig. Die verschiedenen Themenwelten des Freizeitparks Disney World, ziehen jährlich Millionen Touristen in den versumpften US-Bundesstaat. Dass sich eines der wichtigsten Unternehmen für die Wirtschaft von Florida gegen den Gouverneur aussprach, erzürnte den 44-Jährigen. Daraufhin stichelte der dreifache Vater immer wieder gegen Walt Disney.

Die Situation eskalierte endgültig, als DeSantis verkündetet, dass er dem Medienkonzern seine Steuervorteile entziehen würde. Seit 1967 darf sich das Unternehmen mit seinen über 25.000 Hektar Land quasi selbst verwalten. Am gestrigen Mittwoch löste ein Gremium, welches aus DeSantis-Unterschützern besteht, einen Deal zwischen dem Staat und Disney auf.

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Diese Aktion brachte das Fass zum Überlaufen und das Unternehmen reichte Klage ein. Sie werfen ihm vor, seine Regierungsmacht ausgenutzt zu haben.

Den Deal, welches das Komitee platzen ließ, hätte es Walt Disney ermöglicht 17 Milliarden Dollar (rund 15,4 Milliarden Euro) in einen Freizeitpark zu investieren.

Zu den momentan bestehenden 75.000 Jobs hätte der Konzern in den nächsten zehn Jahren circa 13.000 neue geschaffen.

Walt Disney und Ron DeSantis liegen schon seit 2022 im Clinch

Seit 1967 hat Walt Disney in Florida spezielle Steuersonderrechte.
Seit 1967 hat Walt Disney in Florida spezielle Steuersonderrechte.  © Bryan R. Smith / AFP

"Das Vorgehen der Regierung war offenkundig Vergeltungsmaßnahmen, offenkundig geschäftsfeindlich und offenkundig verfassungswidrig. Es gibt keinen Raum für Meinungsverschiedenheiten darüber, was hier passiert ist: Disney hat seine Meinung zu staatlichen Gesetzen geäußert und wurde dann dafür vom Staat bestraft", wird die Anklage vor Gericht begründet.

Durch Einleitung juristischer Maßnahmen möchte der Konzern, die Entscheidung der Politiker für ungültig erklären lassen.

Für die Unterstützer von DeSantis ist die Sache ganz klar: Walt Disney versucht mit dieser Aktion die Gesetze in Florida zu umgehen. Um die bevorstehenden Anwaltskosten zu decken, drohen sie jetzt mit Steuererhöhung.

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Für Ron DeSantis könnte dieser Prozess ein ausschlaggebender Punkt seiner Karriere sein. Denn bis vor kurzem wurden ihm noch gute Chancen zugesprochen, bei den Präsidentschaftswahlen 2024 von der Republikanischen Partei nominiert zu werden. Doch nachdem der ehemalige US-Präsident Donald Trump (76) angefangen hat, gegen seinen potenziellen Nachfolger zu sticheln, sinken seine Beliebtheitswerte.

Seine Streitigkeiten mit Walt Disney haben ihn vor allem innerhalb der USA zu Bekanntheit verholfen. Allerdings konnte er für sich daraus keine Vorteile ziehen.

Sollte er den Kampf gegen das Unternehmen verlieren, würde könnte seine Karriere einen herben Dämpfer bekommen.

Titelfoto: Fotomontage: Octavio Jones / GETTY IMAGES NORTH AMERICA / Getty Images via AFP, Anna Moneymaker / GETTY IMAGES NORTH AMERICA / Getty Images via AFP

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