Mörder soll nach überlebter Todesspritze mit ganz neuer Methode hingerichtet werden

Alabama (USA) - Exekution im zweiten Anlauf! Der zum Tode verurteilte Mörder Alan Eugene Miller (57) sollte eigentlich bereits Ende September hingerichtet werden, doch die Vollstreckung - oder besser gesagt die Giftspritze - ging daneben. Nun wurde ihm für den zweiten Versuch eine zuvor noch nie benutzte Methode gewährt.

Alan Eugene Miller (57) soll durch das Einatmen von Stickstoff hingerichtet werden. (Symbolbild)
Alan Eugene Miller (57) soll durch das Einatmen von Stickstoff hingerichtet werden. (Symbolbild)  © Sue Ogrocki/AP/dpa

Im Jahr 1999 erschoss der ehemalige Lieferwagenfahrer drei Menschen am Arbeitsplatz. Rund 23 Jahre später sollte er dafür im US-Bundesstaat Alabama bestraft werden, allerdings fanden die Verantwortlichen in stolzen 18 Versuchen (!) keine Vene bei dem Mann.

Letztendlich überlebte der 57-Jährige die grausame Prozedur. Anschließend leitete er zusammen mit seinem Anwalt rechtliche Schritte gegen den Bundesstaat ein, da er "geistige und körperliche Qualen" durchstanden hätte.

Hingerichtet wird er zwar dennoch, aber nicht mit der üblichen Giftspritze, wie ein Gericht am Montag entschied.

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Laut einem Bericht der britischen Boulevardzeitung Daily Star wird Alabama das Urteil per Stickstoffhypoxie vollziehen. Und das, obwohl die Methode vorher noch nie bei einem Todeskandidaten angewendet wurde.

Bei der besagten Alternative muss der Verurteilte puren Stickstoff - höchstwahrscheinlich durch eine Gastmaske - einatmen. Dadurch wird dem Gehirn rasch Sauerstoff entzogen. Man wird zunächst bewusstlos und stirbt schließlich.

US-Bundesstaaten suchen nach alternativen Hinrichtungsmethoden

Pharmakonzerne wollen die zur Vollstreckung der Todesstrafe eingesetzten Mittel nicht mehr herstellen. (Symbolbild)
Pharmakonzerne wollen die zur Vollstreckung der Todesstrafe eingesetzten Mittel nicht mehr herstellen. (Symbolbild)  © Patrick Seeger/dpa

Bereits vor dem missglückten Giftspritzen-Versuch hätte sich Miller die verhältnismäßig sanfte und vor allem nadellose Vollstreckung gewünscht.

Alabama-Gouverneurin Kay Ivey (78) legalisierte die Methode bereits 2018, allerdings lehnte ein Richter die Bitte des Verurteilten zunächst trotzdem ab.

Zahlreiche Pharmaunternehmen weigern sich inzwischen, Medikamente wie die Barbiturate Pentobarbital und Thiopental für Hinrichtungen herzustellen, wie die FAZ berichtete.

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Das löste in den USA nicht nur eine weitere Debatte über die Todesstrafe aus, sondern ließ die Bundesstaaten auch nach Alternativen suchen.

So stimmten die Abgeordneten in South Carolina im vergangenen Jahr zum Beispiel für die Wiedereinführung von Erschießungskommandos.


Titelfoto: Sue Ogrocki/AP/dpa

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