Hortolândia (Brasilien) - Nachdem ein trauernder Vater aus Brasilien vom Grab seiner viel zu früh verstorbenen Tochter (†7) heimgekehrt war, zerbrach ihm eines der wenigen Andenken an sein Kind. Was darin allerdings zum Vorschein kam, sollte ihn tief berühren.
Sérgio Fermino verlor seine Tochter Isabela vor drei Jahren bei einem schrecklichen Unfall. Das Mädchen war bei der Geburtstagsfeier ihrer Cousine an der Taquaral-Lagune in Campinas von einem Eukalyptusbaum getroffen worden und verstarb noch am Unglücksort.
In der vergangenen Woche wäre das Mädchen laut Need To Know elf Jahre alt geworden. Aus diesem Grund besuchte Vater Sérgio ihr Grab auf dem Friedhof Hortolândia und weinte sich dort laut eigenen Aussagen "die Augen aus".
"Ich nahm mir Zeit, um innezuhalten und darüber nachzudenken, wie sehr ich sie vermisse, und um Gott zu bitten, mich zu heilen und mir durch meine Trauer zu helfen", berichtet der Brasilianer.
Nur einen Tag später sollte er dann eine zauberhafte Entdeckung machen: Wie jeden Morgen benutzte er die Haarbürste, die er sich einst mit seiner Tochter geteilt hatte - und ließ sie versehentlich fallen. Als die schwarz-rosafarbene Bürste zerbrach, fielen mehrere zusammengerollte Zettel aus ihr heraus.
"Auf einem der kleinen Zettel stand: 'Papa, hier ist Isabela'", so Sérgio bewegt. "Auf einem anderen stand: 'Ich hab dich lieb.'"Er sieht den Fund als einen "Akt der Güte Gottes".
Vater findet kleine Zettel von verstorbener Tochter
"Nur einen Tag, nachdem ich mir die Augen ausgeweint hatte, weil ich sie so sehr vermisste, erhielt ich ein solches Geschenk", sagt er. Als Isabel noch am Leben war, hatte er ihr jeden Morgen mit der Bürste die Locken gekämmt.
"Jeden Tag war ich es, der das übernahm. Und das war ein ziemliches Stück Arbeit", erklärt der Brasilianer. "Meine eigenen Haare sind auch lockig, daher funktionierte die Bürste auch bei mir. Wir haben uns also dieselbe Bürste geteilt."
Er vermutet, dass die Zettel aus der Zeit der Pandemie stammen, als er viel zu Hause war und Isabela das Lesen beigebracht hatte. "Sie konnte noch nicht richtig schreiben, aber sie versuchte, die Buchstaben selbst zusammenzufügen, wissen Sie?"
Noch immer sei der Schmerz über ihren Tod "überwältigend", meint Sérgio. "Es ist schrecklich, aufzuwachen und zu wissen, dass sie nicht mehr da ist. Es ist furchtbar. Doch im Laufe des Tages finden wir dann allmählich die Kraft, weiterzumachen."
Beim Unglück am 24. Januar 2023 wurde eine 27-jährige Frau ebenfalls vom Baum getroffen. Anders als Isabela überlebte sie, musste aber zweimal operiert werden.