Verpuffung bei Silvesterparty mit Dutzenden Toten: Opfer noch nicht identifiziert

Von Christiane Oelrich

Crans-Montana (Schweiz) - Im Schweizer Nobel-Skiort Crans-Montana sind bei einem Feuer während einer Silvesterparty Dutzende Menschen getötet worden. Rund 100 seien zum Großteil schwer verletzt worden, sagte der Kommandant der Walliser Kantonspolizei, Frédéric Gisler, während einer Pressekonferenz.

Der Vorfall ereignete sich in einer Bar in Crans-Montana.  © MAXIME SCHMID / AFP

Die Opfer sind noch nicht identifiziert. Die Ermittler vermuten auch Ausländer unter den Toten.

Die Ermittler gehen nach eigenen Angaben von einem Unglück und nicht von einem Anschlag aus.

Die Tragödie ereignete sich nach Polizeiangaben gegen 1.30 Uhr in der Bar "Le Constellation". Dort brach ein Brand aus.

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Nach Medienberichten habe es eine Explosion gegeben. Dabei handelte es sich ersten Erkenntnissen der Behörden zufolge allerdings nicht um eine Sprengsatz-Explosion.

Das Feuer habe bei seiner Ausbreitung stattdessen eine Verpuffung ausgelöst, sagte der für Sicherheit zuständige Staatsrat im Kanton Wallis, Stéphane Ganzer. Er berief sich dabei auf Zeugenaussagen und erste Ermittlungen.

Es sei sehr wahrscheinlich, dass unter den Opfern ausländische Gäste seien, so die Polizei. Ob Deutsche betroffen sind, war zunächst unklar.

Der Einsatz dauerte nach Polizeiangaben am Vormittag noch an. Über dem Ort wurde ein Überflugverbot verhängt. Augenzeugen in Genf berichteten, dass am Universitätsspital alle paar Minuten Nothubschrauber landeten.

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Die Ermittlungen laufen.  © MAXIME SCHMID / AFP
Das Innere der Bar wurde zerstört.  © Police Cantonale Valaisanne/Police Cantonale Valaisanne/AP/dpa

Auskunft für Angehörige eingerichtet

Die Polizei spricht aktuell von Dutzenden Todesopfern.  © MAXIME SCHMID / AFP

Eine Besucherin aus Stuttgart steht unter Schock: "Wir haben mit der Familie in unserer Ferienwohnung Silvester gefeiert", sagte Christina Lutz der Deutschen Presse-Agentur.

"Die Kinder von Freunden sind gestern Abend in der Bar gewesen. Ihnen ist zum Glück nichts passiert, aber sie haben offenbar viele Freunde verloren."

"Wir haben eine Explosion gehört, aber das hörte sich überhaupt nicht wie Silvesterfeuerwerk an", sagte Anwohner Jeoffrey d'Amecourt dem Sender RTS. Das Gebäude, in dem sich die Bar befand, sei schwer beschädigt worden. Die Polizei hat das Gelände rund um die Bar auf der Hauptstraße des Ortes weiträumig abgesperrt.

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Die Polizei hat eine Telefonauskunft für Angehörige eingerichtet. Die Medienwebseite der Kantonspolizei brach nach der ersten Mitteilung dort angesichts der zahlreichen Abrufe zusammen.

Die vielen Opfer wurden per Hubschrauber in umliegende Krankenhäuser gebracht, etwa in Sitten, aber auch ins rund 100 Kilometer Luftlinie entfernte Genf. Dort landeten am Universitätsspital nach Angaben von Augenzeugen am Vormittag zahlreiche Hubschrauber.

Der Alarm ging bei der Polizei gegen 1.30 Uhr ein. In der Bar feierten noch zahlreiche Besucher der Silvesterparty in das neue Jahr. Die Einsatzkräfte seien innerhalb von Minuten vor Ort gewesen, so die Behörden. Angesichts des Ausmaßes der Tragödie eilte unter anderem auch die Bergwacht aus dem Aostatal in Italien zu Hilfe.

Erstmeldung von 7.32 Uhr, zuletzt aktualisiert um 13.15 Uhr.

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