Zwei Häftlinge flüchten aus Gefängnis: Wärtern fällt dies erst 19 Stunden später auf!

Philadelphia - Am gestrigen Montagnachmittag rief die Polizei zu einer Pressekonferenz, um etwas Unglaubliches zu verkünden: Zwei Häftlinge waren ausgebüxt - und das ist fast 24 Stunden lang keinem aufgefallen.

Die beiden Häftlinge nutzten eine Lücke im Gefängniszaun aus. (Symbolbild)
Die beiden Häftlinge nutzten eine Lücke im Gefängniszaun aus. (Symbolbild)  © 123rf/ savvapanf

Gegen 20.30 Uhr am vergangenen Sonntag brachen Ameen Hurst (18) und Nasir Grant (24) aus dem Philadelphia Industrial Gefängnis in Philadelphia aus. Ihr Fehlen bemerkten die Wärter erst circa 19 Stunden später! Daraufhin wurde die Haftanstalt abgeriegelt und die Öffentlichkeit informiert.

Beide sollen eine Lücke im Zaun ausgenutzt haben, um zu entkommen. Für die Ermittler sind zum jetzigen Zeitpunkt noch viele Fragen offen. Unter anderem, wie es den Wärtern bei den Zählungen der Häftlinge entgehen konnte, dass zwei von ihnen fehlten. Des Weiteren gibt es eigentlich ein Alarmsystem rund um das Gefängnisgelände. Doch dieses schlug nicht an, daher vermuten ehemalige Angestellte, dass es nicht richtig gewartet wurde und deshalb nicht funktionierte.

"Ihr habt eine 11-Uhr-Zählung gemacht. Ihr habt eine 3-Uhr-Zählung gemacht. Ihr habt eine 7-Uhr-Zählung und vielleicht eine 11-Uhr-Zählung gemacht? Ihr habt eine Reihe von Zählungen verpasst. Wie viele Zählungen wurden gemacht, bevor Ihr herausgefunden habt, dass diese Typen rausgekommen sind?", werden Fragen des ehemaligen Wärters Ed Miranda durch The Philedelphia Inquirer zitiert.

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Der 18-Jährige sitzt wegen vierfachen Mordes hinter Gittern, während Grant wegen Drogen- und Waffenbesitzes verurteilt wurde.

Das Philadelphia Industrial Gefängnis ist seit Jahren unterbesetzt

Ameen Hurst (18) tötete 2021 einen Mann, der kurz zuvor aus dem Philadelphia Industrial Gefängnis entlassen wurde. (Symbolbild)
Ameen Hurst (18) tötete 2021 einen Mann, der kurz zuvor aus dem Philadelphia Industrial Gefängnis entlassen wurde. (Symbolbild)  © 123RF/lightfieldstudios

Den Beamten bereitet es Kopfschmerzen, dass die Abwesenheit der Männer erst so spät bemerkt wurde. Das Kurioseste ist jedoch, dass die Polizei zum Zeitpunkt der Pressekonferenz auch nicht wusste, wie ihr Fehlen entdeckt wurde.

Momentan zählt für die Ermittler jedoch nur, die Geflüchteten zu fassen. Fragen sollen später gestellt werden.

Für einige Gewerkschafter ist der Ausbruch ein Resultat des massiven Personalmangels. So bräuchte das Gefängnis rund 40 Prozent mehr Personal, um nicht mehr unterbesetzt zu sein. Des Weiteren gab es innerhalb der Haftanstalt auch schon einige andere unschöne Vorfälle.

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Diese führten im vergangene Jahr zu einer Sammelklage gegen das Gefängnis. Dabei bestätigte der Richter, dass die Häftlinge im Philadelphia Industrial Gefängnis in unmenschlichen und gegen die Verfassung verstoßenden Bedingungen leben mussten.

Titelfoto: 123rf/ savvapanf

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