Mit-Entführerin im Block-Prozess: "Es war gar kein Fort Knox"

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Hamburg - Am zweiten von drei Prozesstagen in dieser Woche im Fall Christina Block (53) soll erneut die mutmaßliche Mit-Entführerin Keren T. (51) alias "Olga" aussagen. TAG24 ist vor Ort und berichtet im Liveblog.

Christina Block (53) mit ihrem Anwalt Ingo Bott (43) am 51. Verhandlungstag.
Christina Block (53) mit ihrem Anwalt Ingo Bott (43) am 51. Verhandlungstag.  © Christian Charisius/dpa-Pool/dpa

11.10 Uhr: Zeugin - "Es ging darum, bei Christina zu sein!"

Nach der Pause geht es um ein in einer E-Mail-Anlage erwähntes Treffen am 30. November 2023. "Hat dieses Treffen denn stattgefunden?", will Bott wissen. "Ich erinnere mich nicht", so Keren T.

An weitere Treffen nach diesem Zeitpunkt im Zusammenhang mit den Block-Gesellschaften kann sie sich ihrer Erinnerung nach nicht erinnern.

Auf die Frage, ob sie in dieser Zeit mit David B. über "Cyber Cupula" gesprochen habe, sagt sie: "Ja, er hat mit mir darüber gesprochen, dass er in Deutschland bleiben und sein Geschäft in Deutschland und Europa erweitern will. Ich war nicht glücklich darüber, in Deutschland zu bleiben, deswegen hat er mit mir darüber gesprochen."

Ob es zu diesem Zeitpunkt bereits weitere Aufträge für "Cyber Cupula" gegeben habe, wisse die Zeugin nicht. "Da müssen Sie David fragen." Ihr sei es vor allem darum gegangen, "bei Christina zu sein".

"Was heißt das?“, hakt Bott nach. Die Zeugin erklärt: "Ich wiederhole, es ging darum, Informationen über die Kinder zu sammeln. Das mit dem Penetrationstest kam später auf."

"Trotzdem haben Sie diese Mails auch bekommen.Haben Sie sie gelesen?", so Bott. "Wahrscheinlich", so die Zeugin. Es sei aber unmöglich, nach drei Jahren alle Daten dazu zu erinnern, betont Keren T. erneut.

10.40 Uhr: Zeugin betont: "Es war gar kein Fort Knox"

Es geht weiter um den Penetrationstest und eine E-Mail der Zeugin an den angeklagten Familienanwalt Dr. Andreas C. "Warum haben Sie Frau Block nicht mit einbezogen?", will Bott wissen. "Weil Herr Dr. C. ein Vertreter des Hotels war", so die Zeugin.

Anschließend geht es um den Begriff "Fort Knox" in einer weiteren E-Mail, in der mögliche Sicherheitslücken vorgestellt worden seien. Dabei habe es sich um einen Raum hinter der Rezeption des Hotels "Grand Elysée" gehandelt, der intern so genannt worden sei. "Die Tür war aber immer offen, jeder konnte rein, es war also gar kein Fort Knox", erklärt die Zeugin.

Es folgt eine zehnminütige Pause.

10.31 Uhr: Keren T. betont: "Ich werde mich an keine genauen Daten erinnern!"

Etwas zäh arbeitet sich Bott mit Keren T. durch mehrere Daten und Zeitpunkte. Dabei betonte die Zeugin: "Ich werde mich an keine genauen Daten erinnern!"

10.24 Uhr: Was es bringen könne, der Familie Block zu helfen?

Was es bringen könne, der Familie Block zu helfen, will Bott weiter wissen. Laut der Zeugin hoffte man auf nützliche Kontakte, um für "Cyber Cupula" ein Standbein in Deutschland aufzubauen. Zum ersten Mal seien diese möglichen Vorteile bei einem Treffen in Israel thematisiert worden.

Welche Rolle die "Eugen Block Holding" dabei spielen sollte? Nach dem Verständnis der Zeugin sei der Penetrationstest im Hotel für die Gesellschaft von Christina Blocks Vater Eugen Block (85) durchgeführt worden. Dazu habe es mehrere Meetings gegeben. Der Test selbst soll im Sommer 2023 ausgeführt worden sein.

Laut Christina Block soll die Firma von David B. wegen dieses Tests engagiert worden sein. Dem widersprachen jedoch sowohl David B. als auch Keren T.: Es sei von Auftrag an um die Kinder gegangen.

10.10 Uhr: "Wollen Sie diesen Widerspruch noch behellen?"

Bott fragt weiter nach dem Gehalt von Keren T. "Ich habe ungefähr 2000 Euro erhalten", so die Zeugin. Daraufhin konfrontiert der Block-Verteidiger sie mit der Aussage von David B., wonach sie zunächst nicht bezahlt worden sei, da sie sich noch "im Training" befunden habe.

Dabei habe es sich laut der Zeugin um eine Einführung in IT-Themen gehandelt. "Wir lernen auch heute noch", so Keren T. Bezahlt worden sei sie aber dennoch. Irgendwann habe David B. entschieden, dass sie es nun "verdiene", bezahlt zu werden.

Bott beharrt auf dem Widerspruch und verweist darauf, dass sie laut David B. vor 2024 nicht bezahlt worden sei. „Wollen Sie diesen Widerspruch noch behellen?" Anwalt der Zeugin: "Nein, wollen wir nicht!"

Keren T. alias Olga am 52. Verhandlungstag.
Keren T. alias Olga am 52. Verhandlungstag.  © Georg Wendt/dpa

9.54 Uhr: Keren T. war Generel Managerin

Jetzt liegt das Fragerecht bei Block-Verteidiger Ingo Bott (43). Er befragt die Zeugin zu ihrer genauen Funktion bei der IT-Sicherheitsfirma "Cyber Cupula" von David B. Sie sei General Managerin gewesen und unter anderem auch für das Personalwesen zuständig.

Ob ihre Tätigkeit etwas mit ihrer Ausbildung als Grafikdesignerin zu tun gehabt habe? "Nein", antwortet die Zeugin. Die Frage, ob sie damit Quereinsteigerin gewesen sei, versteht sie offenbar nicht. Bott geht darüber hinweg und fragt stattdessen nach David B.s Aufgabe in der Firma. Die Antwort der Zeugin fällt knapp aus: "Er war der CEO."

Christina Block hatte in ihrer Einlassung angegeben, dass "Cyber Cupula" ursprünglich für die IT-Sicherheit des Hotels "Grand Elysée" engagiert worden sei. Das Team sei dann eigenmächtig auf die Idee gekommen, ihr in der Sorgerechtssache um ihre Kinder zu helfen.

9.52 Uhr: Anwältin der Kinder - "Das ist für mich schwer nachzuvollziehen"

Über die letztlich doch nicht wie erwartete Reaktion der Kinder und deren ablehnende Haltung gegenüber dem Team und anfangs auch ihrer Mutter habe man auch mit Chef-Entführer David B. (68) nicht gesprochen. "Das ist für mich schwer nachzuvollziehen, wenn sie doch mit einer anderen Reaktion gerechnet haben", so Dr. Tanja Jeney.

Keren T. bleibt dabei, dass darüber nicht gesprochen worden sei.

9.45 Uhr: Zeugin spricht von Gespräch mit Greta

Die Anwältin der Kinder fragt T., wie sie erwartet habe, dass die Kinder in der Silvesternacht auf sie und das Team reagieren würden.

"Wir dachten, dass sie vielleicht ein bisschen ängstlich sein würden und nicht verstehen, wer wir sind. Deshalb wollten wir ihnen erklären, dass wir keine schlechten Menschen sind und sie zurück zu ihrer Mutter bringen." Dafür sei wichtig gewesen, ein deutschsprachiges Teammitglied dabei zu haben.

Mit dieser Erklärung habe die Zeugin erwartet, "dass es für sie [die Kinder] in Ordnung sein würde."

Greta, die zweitälteste Tochter von Christina Block und die einzige, die noch bei ihr in Hamburg lebt, habe der Zeugin erzählt, dass sie "gezwungen" worden sei – mutmaßlich vom Vater Stephan Hensel –, schlecht über ihre Mutter und Deutschland zu reden. "Ich dachte, das [die Anti-Haltung der Kinder gegenüber der Entführern] geht schnell vorüber. Und so war es dann ja auch, als sie wieder mit ihrer Mutter zusammen waren", so die Zeugin.

9.38 Uhr: Prozess startet

Mit ein paar Minuten Verspätung beginnt der 52. Verhandlungstag mit der weiteren Zeugenbefragung von Keren T. Das Fragerecht liegt jetzt bei der Nebenklagevertreterin von Klara und Theo, Rechtsanwältin Dr. Tanja Jeney.

Christina Block kommt mit ihren beiden Anwälten zum 52. Verhandlungstag.
Christina Block kommt mit ihren beiden Anwälten zum 52. Verhandlungstag.  © Georg Wendt/dpa

9.19 Uhr: Interesse wieder abgeflaut

Nachdem die Zeugenaussage von Keren T. am Mittwoch letzter Woche noch einmal für mehr Presse- und Zuschauerandrang gesorgt hatte, ist das Interesse in dieser Woche wieder deutlich abgeflaut.

Kurz vor Prozessbeginn um 9.30 Uhr sind nur wenige der Bänke im Zuschauerraum gefüllt.

Titelfoto: Georg Wendt/dpa

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