Block-Prozess: Äußert sich die Steakhouse-Erbin heute nach Monaten wieder selbst?

Hamburg - Am Dienstag (9.30 Uhr) steht der mittlerweile 72. Verhandlungstag im Kindesentführungsprozess gegen Christina Block (53) an. Nach Monaten könnte sich die Steakhouse-Erbin wieder selbst zu Wort melden. TAG24 ist vor Ort und berichtet im Liveblog.

Christina Block (53) steht seit mehr als einem Jahr wegen der mutmaßlichen Entführung ihrer Kinder vor Gericht.  © Marcus Brandt/dpa Pool/dpa

10.33 Uhr: Block-Sohn Theo über seine tote Oma: "Sie kommt in die Hölle"

Bott kommt nun auf verschiedene Aussagen der Kinder nach der Entführung zu sprechen. Der Anwalt argumentiert, dass vor allem in Theos Fall deutlich werde, dass dessen Aussagen stark durch Fremdwahrnehmungen und -schlussfolgerungen geprägt seien.

So hätte der Block-Sohn in seinen Vernehmungen sein "gelerntes Verhalten abgespult", was ihm von seinem Vater Stephan Hensel eingeimpft worden sei. Das zeige sich unter anderem dadurch, dass er auf den Tod seiner Großmutter Christa Block mit einer Mittelfinger-Geste und der Aussage "Sie kommt in die Hölle" reagiert habe. Das sei "nicht normal" für einen Zehnjährigen, betont Bott.

10.21 Uhr: Entführung trug laut Bott nicht die Handschrift seiner Mandantin

Anschließend nimmt sich der Block-Verteidiger das Rückholungskonzept des Psychologen Dr. Stefan R. vor. Bott betont, dass die Entführung in der Silvesternacht 2023/24 nicht "die Handschrift" dieses Konzeptes und auch nicht "die Handschrift" seiner Mandantin trage.

Stattdessen habe es sich um eine eigenmächtige Aktion von David B. und dessen Komplizen gehandelt, wie der Jurist zum wiederholten Male unterstreicht.

10.10 Uhr: Bott: Treffen am 28. Dezember 2023 hat es nie gegeben

Als nächstes kommt Bott auf den mutmaßlichen Chef-Entführer David B., dessen IT-Firma "Cyber Cupula" und das vermeintliche Treffen im "Grand Elysée"-Hotel am 28. Dezember 2023 zu sprechen.

Der Verteidiger betont erneut, dass es dieses Treffen nie gegeben habe. Im Kalender seiner Mandantin, der Teil der Selbstleseliste sei, habe es keinen entsprechenden Termin gegeben, zudem habe es zahlreiche widersprüchliche Aussagen der vermeintlichen Teilnehmer gegeben.

Es spreche viel dafür, dass B. und dessen rechte Hand Keren T. alias "Olga" im Nachhinein diesen und andere Termine frei erfunden hätten, um den Anschein zu erwecken, die Steakhouse-Erbin sei in die Planung der Entführung involviert gewesen.

9.56 Uhr: Block-Anwalt spricht über Dämonisierung seiner Mandantin

Bott spricht über den Zustand der Kinder Klara und Theo nach deren "Einbehaltung" in Dänemark durch den Vater Stephan Hensel im Jahr 2021. Er bezieht sich auf Einschätzungen von Sachverständigen, die beurteilt hätten, dass der Verbleib der Kind in Dänemark nicht dem Kindeswohl entsprochen habe.

Der Anwalt wiederholt, dass Hensel die Kinder abgeschottet habe und eine Dämonisierung der Mutter durch ihn stattgefunden habe. Darüber hinaus kommt Bott auf Verhandlungstermine vor dem Familiengericht zu sprechen, bei denen der Block-Ex seine Gegenüber allesamt verbal angegriffen und ihnen Inkompetenz vorgeworfen habe.

Christina Block (53) neben ihrem Verteidiger Ingo Bott (43).  © Marcus Brandt/dpa Pool/dpa

9.43 Uhr: Verhandlung läuft, Block-Anwalt hat als erstes das Wort

Die Vorsitzende Richterin Isabel Hildebrandt eröffnet die heutige Verhandlung. Sie verkündet, dass eine der Beisitzerinnen der Kammer in den Mutterschutz gegangen sei und deshalb ab sofort vertreten werde.

Als erstes hat anschließend Block-Anwalt Ingo Bott das Wort, um sich zu den im Selbstleseverfahren eingeführten Urkunden zu äußern.

9.30 Uhr: Beginn verzögert sich

Wie so oft verzögert sich der Beginn der Verhandlung auch heute.

Zur eigentlichen Startzeit ist unter anderem von Gerhard Delling und dessen Anwalt David Rieks noch nichts zu sehen.

9.20 Uhr: Ordentlich Andrang im Gerichtssaal

Die Aussicht auf eine mögliche Einlassung der Hauptangeklagten sorgt erwartungsgemäß für ordentlich Interesse.

Wenige Minuten vor Verhandlungsbeginn ist der Zuschauerraum von Saal 237 quasi bis auf den letzten Platz gefüllt.

9 Uhr: So geht es am Dienstag weiter

Wie das Gericht vorab mitteilte, haben die Verfahrensbeteiligten am Dienstag nochmals die Gelegenheit, zu den im Selbstleseverfahren eingeführten Urkunden Stellung zu nehmen.

Ob die angekündigte Einlassung von Christina Block am Dienstag erfolgen/beginnen wird, hängt demnach vor allem davon ab, wie viel Zeit die besagten Stellungnahmen in Anspruch nehmen werden.

8.45 Uhr: Recap von Donnerstag

Die Richterin ließ zu Prozessbeginn protokollieren, dass alle Beteiligten ausreichend Zeit zur Vorbereitung gehabt hätten und sich nun zum Selbstleseverfahren äußern könnten.

Dennoch gab es nur Stellungnahmen in Form von Widerspruchsanträgen. In den knapp eineinhalb Stunden drehte sich die Verhandlung vor allem erneut um die IT-Asservate, auf die sich die in der Selbstleseliste aufgeführten Urkunden und Dokumente beziehen.

Mehrere Verteidiger widersprachen deren Verwertung als Beweismittel mit dem Argument, die Daten seien nicht rechtmäßig beschlagnahmt worden und somit "rechtswidrig".

Im Zuschauerraum hatten sich am Donnerstag wieder mehr Menschen eingefunden, doch viele von ihnen wurden enttäuscht: Christina Block äußerte sich nicht.

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