Überraschung "über Nacht" im Block-Prozess: Anwalt von Christina Block stellt 840 neue Beweisanträge

❤️️
😂️
😱️
🔥️
😥️
👏️

Hamburg - Am 83. Verhandlungstag im Prozess gegen Christina Block (53) soll der angeklagte Sicherheitsunternehmer erneut Gelegenheit erhalten, sich zur Sache einzulassen. TAG24 ist vor Ort und berichtet im Liveblog.

Christina Block (53) kommt ihrem Anwalt Ingo Bott (43) zum 83.Verhandlungstag. Der Steakhouse-Erbin wird vorgeworfen, die Entführung ihrer beiden jüngsten Kinder in Auftrag gegeben zu haben.
Christina Block (53) kommt ihrem Anwalt Ingo Bott (43) zum 83.Verhandlungstag. Der Steakhouse-Erbin wird vorgeworfen, die Entführung ihrer beiden jüngsten Kinder in Auftrag gegeben zu haben.  © Christian Charisius/dpa

9.43 Uhr: Überraschende Pause bis 12 Uhr

Die Richterin kündigt an, dass der Kammer "über Nacht" 860 neue Beweisanträge übermittelt worden seien. 840 davon stammen allein von Block-Anwalt Ingo Bott (43).

Erst kurz vor Verhandlungsbeginn habe die Kammer von den Anträgen erfahren. Hinter der Vielzahl der Anträge steckt mutmaßlich die Beweisantragsfrist, die heute endet.

Um die neuen Anträge zu sichten und eine aktualisierte Selbstleseliste zu erstellen, benötige die Kammer Zeit. Die Richterin ordnet daher eine zweistündige Pause bis 12 Uhr an.

Zuvor hatte Ingo Bott der Richterin noch einen USB-Stick mit zwei Sprachnachrichten überreicht. Von wem die Nachrichten stammten, wurde zunächst nicht mitgeteilt.

Richterin Isabel Hildebrandt.
Richterin Isabel Hildebrandt.  © Christian Charisius/dpa

9.39 Uhr: Es geht los

Mit rund zehn Minuten Verspätung beginnt der 83. Verhandlungstag direkt mit der Verkündung, dass sich der angeklagte Sicherheitsunternehmer doch nicht weiter zur Sache einlassen wird.

Seine Anwältin wird stattdessen eine schriftliche Gegenvorstellung einreichen.

9.15 Uhr: Wieder mehr Interesse

Auf den frisch abgeschleiften und geölten Bänken im Zuschauerraum von Saal 237 haben heute wieder mehr Menschen Platz genommen als zuletzt.

Der Rummel um die beschlagnahmten Tonaufnahmen der ZEIT scheint wieder mehr Interesse am Prozess zu wecken.

9 Uhr: So geht es am Mittwoch weiter

Wie das Gericht am Dienstag mitteilte, soll dem angeklagten Sicherheitsunternehmer heute die Gelegenheit gegeben werden, sich ergänzend zur Sache einzulassen. Zudem ist ein weiteres Selbstleseverfahren vorgesehen.

Auch Entscheidungen über bereits gestellte Beweisanträge könnten verkündet werden. Die Beweisantragsfrist soll am heutigen Prozesstag enden, wie die Richterin zuletzt betont hatte.

Das Gericht stellte außerdem klar, dass das Beschwerdeverfahren der ZEIT gegen die Durchsuchungsanordnungen des Landgerichts Hamburg nicht Teil der Hauptverhandlung ist, sondern separat und ausschließlich schriftlich geführt wird.

Bereits am vergangenen Donnerstag war bekannt geworden, dass das Landgericht Hamburg die sichergestellten Tonaufnahmen des "Zeit"-Podcasts "House of Block" im laufenden Prozess vorerst nicht verwenden wird.

Der angeklagte Sicherheitsunternehmer (r.) im September 2025 mit seiner Anwältin Gül Pinar. Ihm wird unter anderem Beihilfe zur Kindesentziehung vorgeworfen. (Archivfoto)
Der angeklagte Sicherheitsunternehmer (r.) im September 2025 mit seiner Anwältin Gül Pinar. Ihm wird unter anderem Beihilfe zur Kindesentziehung vorgeworfen. (Archivfoto)  © Georg Wendt/dpa

Update, 8.50 Uhr: Recap vom 82. Verhandlungstag

Am 82. Verhandlungstag lehnte die Kammer erneut mehrere Anträge der Verteidigung ab. Darunter auch den von Dr. Marko Voß, Verteidiger des Familienanwalts der Blocks, der eine Verlängerung der Beweisantragsfrist sowie der Beweisaufnahme beantragt hatte.

Er begründete dies damit, dass die Zeit bis zum Ablauf der Beweisantragsfrist am 28. Oktober 2026 nicht ausreiche, um die 50 Gigabyte an Handydaten von Christina Block vollständig zu sichten und auszuwerten. Darunter unter anderem 2500 Chats, 2000 E-Mails und 700 Notizen.

Zudem wurde bekannt, dass Astrid Have, die Ehefrau von Stephan Hensel, nicht mehr als Zeugin aussagen wird.

Thema waren außerdem die am Montag vom Gericht sichergestellten Tonaufnahmen, die dem ZEIT-Podcast "House of Block" zugrunde liegen. Die Auswertung sei noch nicht abgeschlossen, erklärte die Richterin.

Die Anwältin der jüngsten Block-Tochter teilte dazu mit, dass Klara Hensel von der Beschlagnahmung "tief erschüttert" sei. Sie habe der ZEIT-Journalistin Dinge "im Vertrauen" erzählt. "Sie ist sehr mitgenommen und fühlt sich schlecht", so die Anwältin.

Titelfoto: Christian Charisius/dpa

Mehr zum Thema Block-Prozess: