Block-Prozess: Anwaltskollege spricht über Finanzen des Familienanwalts

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Hamburg - Weiter geht's: Am Dienstag wird der Kindesentführungsprozess gegen Christina Block (53) und sechs weitere Angeklagte mit dem 77. Verhandlungstag fortgesetzt. TAG24 ist vor Ort und berichtet im Liveblog.

Steakhouse-Erbin Christina Block (53), hier neben Verteidiger Ingo Bott (43), muss sich wegen der mutmaßlichen Entführung ihrer Kinder verantworten.
Steakhouse-Erbin Christina Block (53), hier neben Verteidiger Ingo Bott (43), muss sich wegen der mutmaßlichen Entführung ihrer Kinder verantworten.  © Marcus Brandt/dpa Pool/dpa

10.26 Uhr: Vorsitzende Richterin klärt über weitere Planung auf

Die Richterin klärt anschließend über die weitere Planung auf. So müssten naturgemäß nun die schriftlich gestellten Anträge bearbeitet werden.

Zudem soll es noch eine Einlassung eines Angeklagten geben, die am Mittwoch oder Donnerstag erfolgen soll.

10.18 Uhr: Prozessbeteiligte äußern sich zu einzelnen gestellten Anträgen

Als nächstes verkündet die Kammer, dass das Selbstleseverfahren abgeschlossen sei. Die Verfahrensbeteiligten haben nun die Möglichkeit, zu einzelnen gestellten Anträgen Stellung zu beziehen.

Unter anderem äußern sich die Staatsanwaltschaft, Block-Verteidiger Ingo Bott und David Rieks, Anwalt des mitangeklagten Gerhard Delling, zu einzelnen Anträgen.

10.07 Uhr: Kammer braucht keine weiteren Zeugenaussagen

Die Kammer ist zurück und teilt mit, dass tatsächlich keine weiteren Zeugen zu den persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen des Familienanwalts gehört werden müssen.

Ein Zeuge, der bereits vor Ort war, bekommt persönlich von der Richterin gesagt, dass er nicht mehr benötigt werde. Er zieht unverrichteter Dinge wieder von dannen.

10.03 Uhr: Müssen doch keine weiteren Zeugen mehr vor Gericht erscheinen?

Dr. Marko Voß, der Verteidiger des Familienanwalts, betont in einer anschließenden Stellungnahme, dass nun alle Details zu den persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen seines Mandanten geklärt seien.

Er beantragt daher, die anderen dazu von der Kammer geladenen Zeugen - er spricht von neun (!) - wieder abzuladen. Die anderen Verteidiger und auch die Staatsanwaltschaft schließen sich dem Antrag an. Die Kammer zieht sich daraufhin zur Beratung zurück.

Dr. Marko Voß, der Verteidiger des Familienanwalts C., auf dem Weg ins Gericht. (Archivfoto)
Dr. Marko Voß, der Verteidiger des Familienanwalts C., auf dem Weg ins Gericht. (Archivfoto)  © Georg Wendt/dpa

9.55 Uhr: Anwaltskollege spricht über Finanzen des Familienanwalts

Nach der familiären Situation fragt die Richterin den Rechtsanwalt nach den finanziellen Umständen von C. T. spricht mit Blick auf die vergangenen Jahren von einem "hohen sechsstelligen Betrag", den C. eingenommen habe, von dem aber noch Steuern, Versicherungsbeiträge, etc. abgehen würden.

Zu etwaigen Schulden von C. erklärt T., dass er nichts Genaueres sagen könne. Er wisse allerdings, dass es einige Immobilien gebe, für die Kredite abbezahlt werden müssten. Auch im Fall von C. sei der langwierige Prozess mit erheblichen finanziellen Einbußen verbunden.

T. bezeichnet C. als "Workaholic", der im Grunde nur für zwei Dinge leben würde: seine Familie und seine Arbeit. Kurz darauf wird der Zeuge schon wieder aus dem Zeugenstand entlassen.

9.41 Uhr: Verhandlung läuft, Rechtsanwalt als erster Zeuge geladen

Die Verhandlung ist eröffnet. Es geht sogleich los mit der Befragung des ersten Zeugen.

Es ist der Rechtsanwalt Nils T. (57). Dieser soll zu den persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen des mitangeklagten Familienanwalts Andreas C. aussagen.

Dieser hatte sich dazu entschieden, weiterhin zu schweigen, sodass sich die Kammer die Informationen auf anderem Wege einholen muss. Thun und C. arbeiten in derselben Kanzlei.

9.26 Uhr: Kaum Andrang im Landgericht

Wenige Minuten vor Verhandlungsbeginn ist der Zuschauerraum in Saal 237 bis auf einige Pressevertreter noch so gut wie leer.

Auch von etwaigen Schulklassen ist - anders als zuletzt - bis dato nichts zu sehen.

9 Uhr: So geht es am Dienstag weiter

Wie das Gericht bereits in der vergangenen Woche mitteilte, sind am Dienstag mehrere Zeugen zu den persönlichen und beruflichen Verhältnissen einzelner Angeklagter geladen.

Um wen es sich bei diesen Zeugen genau handelt, ist unklar.

8.45 Uhr: Recap vom 76. Verhandlungstag

Am 76. Verhandlungstag ging es unter anderem um die persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse des in U-Haft sitzenden mutmaßlichen Mit-Entführers Tal S.

Der Israeli erzählte von seinem früheren Job als "Ermittler für Stromdiebstahl". Diesen Beruf habe er bis zu seiner Verhaftung gehabt, so der Mitangeklagte. Auf Nachfrage der Richterin bestätigte S., dass er in diesen Job zurückkehren könne, sollte er freigesprochen werden. Bei einer Verurteilung sei diese Möglichkeit hingegen futsch.

Emotional wurde es, als Uta B. ihre finanzielle Situation offenbarte. Die Block-Cousine sprach mit zittriger Stimme von "rund 30.000 Euro brutto", die sie am Ende des Jahres ungefähr verdient habe. Erneut betonte die Mitangeklagte, dass sie und ihr Mann durch das Verfahren extrem viele Einbußen hätten. Dabei kamen ihr die Tränen.

Ganz am Ende der Verhandlung teilte die Kammer dann auch noch mit, dass bei B. auch eine "Mittäterschaft" in Betracht gezogen werde. Bisher stand lediglich Beihilfe im Raum. Die Block-Cousine reagierte mit weiteren Tränen.

Titelfoto: Marcus Brandt/dpa Pool/dpa

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