Block-Prozess: Richterin schimpft in Richtung Publikum, Innensenator Grote muss nicht aussagen

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Hamburg - Verhandlungstag 78 im Kindesentführungsprozess gegen Christina Block (53) und sechs weitere Angeklagte steht am Mittwoch an. TAG24 ist vor Ort und berichtet im Liveblog.

Steakhouse-Erbin Christina Block (53), hier neben ihrem Verteidiger Ingo Bott (43), muss sich wegen der mutmaßlichen Entführung ihrer Kinder verantworten.
Steakhouse-Erbin Christina Block (53), hier neben ihrem Verteidiger Ingo Bott (43), muss sich wegen der mutmaßlichen Entführung ihrer Kinder verantworten.  © Gregor Fischer/dpa-Pool/dpa

10.37 Uhr: Hamburgs Innensenator Andy Grote wird nicht als Zeuge geladen

Nach der Pause geht es mit abgelehnten Anträgen weiter, wieder geht es um Anträge von Block-Verteidigerin Ingo Bott und Anwältin Gül Pinar. Diese hatte unter anderem beantragt, Hamburgs Innensenator Andy Grote als Zeugen zu laden.

Es sei nicht erkenntlich, wie eine Aussage des Politiker zur Urteilsfindung beitragen könnte, argumentiert die Kammer.

10.21 Uhr: Kammer lehnt mehrere Anträge von Block-Anwalt Ingo Bott ab

Die Kammer lehnt weiter Anträge ab. Unter anderem hatte Block-Anwalt Bott die Ladung verschiedener Zeugen beantragt, die bezeugen könnten, dass seine Mandantin auf der Silvesterparty 2023/24 "ruhig und gelöst" gewirkt habe.

Der Anwalt hatte bei der Antragstellung argumentiert, dass dies ein Beweis dafür sei, dass seine Mandantin nichts von der Entführung gewusst geschweige denn diese beauftragt habe.

Die Kammer sieht das anders und betont, dass nicht ersichtlich sei, welchen Schluss man aus den möglichen Zeugenaussagen ziehen könnte. Anschließend gibt es eine kurze Pause.

10.10 Uhr: Ende Oktober endet die Frist zur Einreichung von Beweisanträgen

Anschließend verkündet Hildebrandt, dass das Beweisprogramm der Kammer beendet sei. Weitere Beweisanträge der Verfahrensbeteiligten müssten nun bis spätestens 28. Oktober eingereicht werden, teilt die Richterin mit.

Des Weiteren gibt Hildebrandt bekannt, dass zwei Anträge von Gül Pinar, Verteidigerin des Sicherheitsunternehmers P., und zwei Anträge von Block-Anwalt Ingo Bott abgelehnt werden.

10.01 Uhr: Verteidiger poltert gegen die Hensel-Seite, Applaus im Publikum

Tatsächlich ist der "ZEIT"-Podcast mit den Aussagen von Klara nun Thema. Zuvor hatte die Vorsitzende Richterin zur Protokoll gegeben, dass einige Verfahrensbeteiligte im Verlauf des Prozesses an der umfassenden Medienberichterstattung mitgewirkt hatten, unter anderem durch Interviews, Podcast-Auftritte etc.

Dr. Marko Voß, der Verteidiger des mitangeklagten Familienanwalts Andreas C., bezieht sich daraufhin auf eine Aussage der "ZEIT"-Journalistin Anne Kunze, die im Podcast berichtet, nur 22 Stunden nach der Entführung vom Anwalt von Stephan Hensel kontaktiert worden zu sein.

Diese habe ihr von einem "extrem spannenden Fall mit viel Potenzial für eine investigative Recherche" berichtet, zitiert Voß. Vor diesem Hintergrund sei es eindeutig, welche Seite das Leid der Kind "instrumentalisiert" habe, poltert Voß. Im Publikum brandet vereinzelt Applaus auf, was die Richterin mit scharfen Worten ermahnt.

Die Vorsitzende Richterin Isabel Hildebrandt richtete am Mittwoch scharfe Worte ans Publikum.
Die Vorsitzende Richterin Isabel Hildebrandt richtete am Mittwoch scharfe Worte ans Publikum.  © Marcus Brandt/dpa Pool/dpa

9.50 Uhr: Vorsitzende Richterin verliest Mitteilung des Finanzamts

Der mitangeklagte Sicherheitsunternehmer Andreas P. verzichtet auf weitere Auskünfte zu seinen wirtschaftlichen Verhältnissen. Die Richterin verliest daraufhin eine Erkenntnismitteilung des Finanzamts für Prüfungsdienste.

Demzufolge hatte P. in den Jahren 2024 und 2025 jeweils ein Brutto-Einkommen in Höhe von 266.000 Euro.

9.42 Uhr: Verhandlung läuft, Mark B. spricht über wirtschaftliche Situation

Die Vorsitzende Richterin Isabel Hildebrandt eröffnet die heutige Verhandlung, nachdem der in U-Haft sitzende mutmaßliche Mit-Entführer Tal S. in den Saal geführt wurde.

Es geht sogleich wieder um die wirtschaftlichen Verhältnisse der Block-Cousine Uta B. und ihres Ehemanns Mark. Dieser berichtet von einem zu versteuernden Jahreseinkommen in Höhe von rund 200.000 Euro.

Neben den steuerlichen Abgaben erzählt B. von weiteren Ausgaben in Höhe von circa 70.000 Euro, darunter unter anderem Versicherungen, Darlehenstilgungen und Unterstützungen für die beiden Kinder.

9.27 Uhr: Werden jüngste Aussagen von Block-Tochter Klara heute Thema sein?

Spannend wird, ob die jüngst veröffentlichten Erzählungen von Block-Tochter Klara am heutigen Verhandlungstag womöglich Thema werden.

Die 15-Jährige hat in dem neuen Podcast "House of Block" von der "ZEIT" erstmals öffentlich über die Entführung in der Silvesternacht 2023/24 gesprochen.

"Ich habe ihn noch nie so schreien gehört, es war fürchterlich", berichtete sie unter anderem mit Blick auf ihren Vater Stephan Hensel, der von den Entführern verprügelt worden war.

9.21 Uhr: Zuschauerraum nur spärlich gefüllt

Wie schon am gestrigen Dienstag hält sich das öffentliche Interesse auch am heutigen Verhandlungstag in Grenzen.

Wenige Minuten vor Prozessbeginn ist der Zuschauerraum in Saal 237 des Landgerichts nur äußerst spärlich gefüllt.

9 Uhr: So geht es am Mittwoch weiter

Wie das Gericht vorab mitteilte, will die Kammer am Mittwoch (und Donnerstag) verkünden, wie sie über die bereits gestellten, aber noch offenen Beweisanträge entscheidet.

Weiterhin will eine der angeklagten Personen eine ergänzende Einlassung abgeben - wer, teilte das Gericht nicht mit.

8.45 Uhr: Recap vom 77. Verhandlungstag

Am Dienstag sagte der Rechtsanwalt Nils T. zu den persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen des mitangeklagten Familienanwalts Andreas C. aus. Dieser hatte zuvor entschieden, sich nicht dazu zu äußern und weiterhin zu schweigen.

T., der in derselben Kanzlei wie C. tätig ist, äußerte sich dabei auch zu den Einkünften von C. Er sprach dabei von einem "hohen sechsstelligen Betrag" pro Jahr, von dem aber noch Steuern, Versicherungsbeiträge, etc. abgehen würden.

Nach der kurzen Zeugenaussage entwickelte sich dann ein Wortgefecht zwischen Reinhard Daum, dem Verteidiger der mitangeklagten Block-Cousine Uta B., und der Richterin Isabel Hildebrandt.

Diese argumentierte, dass die Angaben von B. zu ihrer finanziellen Situation "nicht plausibel" gewesen seien. Daum reagierte und sprach von einer "Vernichtung" seiner Mandantin. Unter anderem seien Banken und andere Institutionen von der Kammer kontaktiert und zur Herausgabe von Informationen aufgefordert worden.

Titelfoto: Marcus Brandt/dpa Pool/dpa

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