Block-Prozess: Vorsitzende Richterin ermahnt Verteidiger direkt zu Beginn

Hamburg - Der Prozessmarathon im Fall Christina Block (52) vor dem Hamburger Landgericht geht weiter: Am heutigen Freitag steht der 41. Verhandlungstag an. TAG24 ist vor Ort und berichtet in einem Liveblog.

Christina Block (52) wird vorgeworfen, die Entführung ihrer zwei jüngsten Kinder in Auftrag gegeben zu haben. Hier mit ihrem Anwalt Ingo Bott (42) am 41. Verhandlungstag.
Christina Block (52) wird vorgeworfen, die Entführung ihrer zwei jüngsten Kinder in Auftrag gegeben zu haben. Hier mit ihrem Anwalt Ingo Bott (42) am 41. Verhandlungstag.  © Marcus Brandt/Pool dpa/dpa

Update, 10.40 Uhr: Die Zeugenaussage eines Polizisten startet

Nachdem die Verteidiger ihre Stellungnahme zum vorherigen Verhandlungstag abgegeben haben, folgt das eigentlich geplante Programm: Die Zeugenaussage des Hamburger Kriminalbeamten Tom S. (50).

Update, 9.44 Uhr: Anwälte nehmen Stellung zur Zeugenaussage vom vorherigen Verhandlungstag

Es folgen die Stellungnahmen der Verteidiger zur Zeugenaussage des Polizisten Johannes M. (45), der am 40. Verhandlungstag ausgesagt hat.

Dr. Marko Voß, Verteidiger des Familienanwalts Andreas C., ergreift das Wort. Er spricht nochmals an, dass der Polizist ausgesagt hat, der Sicherheitsunternehmer habe zu keinem Zeitpunkt erwähnt, dass Andreas C. oder einer der Angeklagten je darum gebeten wurde, die Kinder unter Widerstand zurückzuholen oder gar einen Dritten dafür zu beauftragen.

Erneut erhitzen sich die Gemüter. Die Stellungnahmen der Verteidiger schweifen teilweise von der Aussage des Polizisten Johannes M. ab. Deshalb ermahnt die vorsitzende Richterin die Anwälte, bei der Sache zu bleiben. Von Dr. David Rieks, Verteidiger von Gerhard Delling (66), kommt Gegenwind: "Das ist bemerkenswert", so der Anwalt energisch in Richtung der Richterin.

Die Anwältin des Sicherheitsunternehmers weist unter anderem darauf hin, dass dieser stets kooperatives Verhalten gegenüber den Ermittlungsbeamten gezeigt habe.

Philip von der Meden (42), Verteidiger von Stephan Hensel (51), richtet sein Wort in Richtung Gerhard Delling (66). Der 42-Jährige behauptet, dass die Zeugenaussage des Polizisten unter anderem aufgezeigt habe, dass Delling dazu bereit gewesen wäre, auch illegitime Mittel einzusetzen, um die Kinder vom Vater zu befreien.

Der Sicherheitsunternehmer hatte bei seiner Vernehmung nach Angaben des Zeugen ausgesagt, Delling habe Hintergrundrecherche zu Stephan Hensel betreiben wollen. Dr. David Rieks weist die Vorwürfe von Philip von der Meden zurück.

Es folgt eine 10-minütige Pause.

Philip von der Meden (42), Nebenklage-Vertreter von Stephan Hensel (51), ist am Freitag ohne den Vater der Kinder im Saal.
Philip von der Meden (42), Nebenklage-Vertreter von Stephan Hensel (51), ist am Freitag ohne den Vater der Kinder im Saal.  © Marcus Brandt/Pool dpa/dpa

Update, 9.35: Prozesstag startet mit Verkündung der Richterin

Mit nur ein paar Minuten Verzögerung startet der Prozesstag. "Die Inhalte der Vernehmungen des Zeugen Alexander L. sollen nicht in die Verhandlungen eingeführt werden", verkündet die vorsitzende Richterin direkt zu Beginn.

Diese Tatsache wurde bereits am vorherigen Verhandlungstag diskutiert und nun offiziell zu Protokoll gegeben. Es handelt sich dabei um einen Mitarbeiter des Hotel Grand Elysée.

Update, 9.30 Uhr: Christina Block kommt kurz vor offiziellem Beginn

Nur wenige Minuten vor offiziellem Beginn betreten Christina Block (52) und Gerhard Delling (66) den Gerichtssaal. Stephan Hensel (51) ist bislang nicht vor Ort. Lediglich sein Verteidiger Philip von der Meden (42) ist anwesend.

Startschuss für den Prozesstag ist eigentlich immer um 9.30 Uhr.

Update, 9.12 Uhr: Neben einer Schulklasse kaum Besucherinteresse

Auch am 41. Verhandlungstag ist das Interesse ähnlich wie an den Tagen zuvor bislang gering: Neben einer Schulklasse sowie wenigen Medienvertretenden sind kaum weitere Zuschauende im Saal 237 vertreten.

Update, 9 Uhr: So geht es am Freitag weiter

Ähnlich wie am Verhandlungstag zuvor soll auch am Freitag ein weiterer Hamburger Kriminalbeamter als Zeuge vor Gericht aussagen.

Startschuss ist wie immer für 9.30 Uhr geplant. Weitere Zeugenbefragungen stehen laut Gericht am Freitag nicht an.

Die Vorsitzende Richterin Isabel Hildebrandt hat die Verteidiger während des 40. Prozesstages mehrmals ermahnt.
Die Vorsitzende Richterin Isabel Hildebrandt hat die Verteidiger während des 40. Prozesstages mehrmals ermahnt.  © Marcus Brandt/Pool dpa/dpa

Update, 8.50 Uhr: Recap von Donnerstag

Am 40. Verhandlungstag hat der Hamburger Kriminalbeamte Johannes M. (45) ausgesagt.

Während der Verhandlung wurde der geladene Zeuge zur Vernehmung vom angeklagten Sicherheitsunternehmer befragt. Bei dem Vernehmungstermin hat der Angeklagte unter anderem seinen Auftrag zur Sicherung der Häuser von Christina und ihrem Vater Eugen Block (85) geschildert, den er von dem 85-Jährigen erhalten hat.

Auch, ob es bei der Entführung der Kinder Gewalt gegeben habe oder nicht, wurde erneut zum Thema. "C. hat zu Eugen Block gesagt: 'Der Vater behauptet, es wurde Gewalt angewendet, das ist aber Quatsch'", gibt der Polizist den Sicherheitsunternehmer im Vernehmungsgespräch wieder.

Zudem sei die Stimmung nach Angaben des Sicherheitsunternehmers kurz nach der Entführung bei einem gemeinsamen Treffen im Hotel Grand Elysée mit Eugen Block und dem Familienanwalt Andreas C. "gelöst" gewesen.

Eine weitere Vernehmung einer anderen Zeugin hat der geladene Polizist durchgeführt: das Gespräch mit Astrid H., Lebensgefährtin von Stephan Hensel (51). Diese habe sich unter anderem an sehr schreckhafte Kinder erinnert, als diese nach der Entführung wieder zurück zu ihnen nach Dänemark gebracht wurden.

Insgesamt blieb die Stimmung auch am 40. Verhandlungstag angespannt. Die vorsitzende Richterin Isabel Hildebrandt musste einige Verteidiger mehrmals unterbrechen und ermahnen. Der Tonfall war zeitweise lauter.

Titelfoto: Marcus Brandt/Pool dpa/dpa

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