Block-Prozess: Fluchtwagenfahrer sagt weiter aus

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Hamburg - Am 61. Verhandlungstag im Kindesentführungsprozess gegen Christina Block (53) wird am Dienstag erneut der Israeli K. per Video als Zeuge vernommen. TAG24 ist vor Ort und berichtet im Liveblog.

Christina Block (53) wird vorgeworfen, die Entführung ihrer beiden jüngsten Kinder in Auftrag gegeben zu haben.
Christina Block (53) wird vorgeworfen, die Entführung ihrer beiden jüngsten Kinder in Auftrag gegeben zu haben.  © Markus Scholz/dpa

9.55 Uhr: Schwierigkeiten bei dem Begriff "Sturmhaube"

Die Staatsanwaltschaft hakt mehrfach zur Maskierung nach, sowohl in Bezug auf das mutmaßliche Treffen mit Christian Block im Grand Elysée Hotel kurz vor der Silvesternacht 2023/24 als auch bei der eigentlichen Entführung.

Bei dem Treffen seien die Beteiligten vom mutmaßlichen Kopf des Entführerteams, David B., kurz vor dem Erscheinen der Steakhouse-Erbin aufgefordert worden, sich zu maskieren.

Es habe sich um eine Gesichtsbedeckung gehandelt, bei der nur die Augen zu sehen gewesen seien. "Wissen Sie, was eine Sturmhaube ist?", fragt der Staatsanwalt. Doch der Dolmetscher kennt den Begriff offenbar nicht, weshalb sich die Übersetzung als schwierig erweist.

Bei der eigentlichen Entführung habe K. einen Schlauchschal getragen, der ihm zur Verfügung gestellt worden sei. "Der lag in einer Tüte in meinem Zimmer", berichtet der Zeuge. Ob es dieselbe Maskierung wie beim Treffen war? "Kann sein!"

9.45 Uhr: Wurde tatsächlich nicht darüber gesprochen, wie eine Rückführung aussehen soll?

Anschließend geht es noch einmal um das erste Treffen des späteren mutmaßlichen Entführerteams in Israel, das im Elternhaus der Zeugin Keren T. stattgefunden haben soll.

"Wurde dort tatsächlich nicht darüber gesprochen, wie eine Rückführung aussehen soll?", fragt der Staatsanwalt etwas ungläubig. "In Israel nicht", antwortet der Zeuge knapp.

9.42 Uhr: Pädophilie, Gewalt und Entfremdung

Der Staatsanwalt fragt noch einmal genauer zu den Pädophilie-Vorwürfen nach, die der Zeuge am Vortag kurz angesprochen hatte. Gegen wen richteten sich diese Vorwürfe?

Der Zeuge erklärt, es seien keine Namen genannt worden. Die Aussagen hätten sich stets auf die Kinder bezogen. Immer wieder seien drei Elemente genannt worden, denen die Kinder angeblich ausgesetzt gewesen seien: "Pädophilie, Gewalt und Entfremdung. Möglicherweise wurde gesagt, dass der Vater pädophil sei", so K.

9.38 Uhr: 61. Verhandlungstag startet

Der Prozess beginnt direkt mit der Vernehmung des Zeugen. Das Fragerecht liegt zunächst bei der Staatsanwaltschaft.

9.16 Uhr: Mal wieder mehr los

Aufgrund des Besuchs einer Schulklasse ist im Zuschauerraum des Saals 237 heute mal wieder mehr los. Der Zeuge K. und sein Anwalt sind bereits zugeschaltet, beide nehmen per Skype an der Verhandlung teil.

9 Uhr: So geht es am Dienstag weiter

Für den heutigen Tag steht die weitere Zeugenbefragung von K. auf dem Programm.

Die gestrige Vernehmung wurde wegen eines Termins seines Anwalts vorzeitig unterbrochen. Das Fragerecht liegt zunächst bei der Staatsanwaltschaft. Anschließend haben auch die Nebenklage und die Verteidigung die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Die Kammer ist mit ihren Fragen bereits fertig.

Die Vorsitzende Richterin Isabel Hildebrandt hat keine Fragen mehr an den Zeugen K.
Die Vorsitzende Richterin Isabel Hildebrandt hat keine Fragen mehr an den Zeugen K.  © Daniel Bockwoldt/Pool/dpa

8.50 Uhr: Recap von Montag

Am 60. Verhandlungstag wurde der Israeli K. per Video als Zeuge vernommen. Viel Neues brachte die Vernehmung des 42-Jährigen nicht.

Der Mann, der nach eigenen Angaben als Projektmanager arbeitet und in der Silvesternacht 2023/24 einer der Fahrer gewesen sein soll, wiederholte im Wesentlichen das, was schon andere Zeugen zuvor geschildert hatten.

Es sei darum gegangen, die Kinder vor ihrem "grausamen Vater" zu retten. Zunächst habe er die Mission für erfolgreich gehalten und sogar auf dem Rückweg nach Israel mit Wein auf die vermeintlich gelungene Rettung angestoßen.

Erst ein Jahr später – nach der Verhaftung von Tal S. – sei ihm klar geworden, "dass wirklich etwas schiefgelaufen" sei.

Mehrfach betonte der 42-Jährige zudem, dass David B. der Kopf der Gruppe gewesen sei. "Er war der Chef. Ich habe ihm alles geglaubt!" Nachfragen habe er nicht gestellt, da er davon ausgegangen sei, dass David B. als Ex-Mossad-Agent wisse, was er tue.

Dennoch sei ihm manches "komisch" vorgekommen, etwa, warum Teile des Teams plötzlich mit den Block-Kindern zu Fuß durch einen Wald gehen mussten. "Wenn alles mit den Behörden in Deutschland abgesprochen ist, warum auf einmal diese Geheimnistuerei?", habe er sich gefragt.

Wie bereits andere Zeugen berichtete auch K. von einem Treffen mit Christina Block kurz vor der Tat. Sie habe der Gruppe "viel Erfolg gewünscht, mit Tränen in den Augen", so K. laut Übersetzung.

Titelfoto: Markus Scholz/dpa

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