Von Bernhard Sprengel und Stephanie Lettgen
Hamburg - Im Block-Prozess hat die Israelin Keren T. (51) alias "Olga" unter Tränen die Vorgeschichte der mutmaßlichen Entführung erzählt.
Anfangs sei es darum gegangen, so viele Informationen wie möglich für ein Gerichtsverfahren im Sorgerechtsstreit zu sammeln, sagte die 51-Jährige vor dem Landgericht Hamburg laut Übersetzung.
Doch der Druck sei im Laufe der Zeit immer größer geworden. Christina Block (53) habe von dem Plan, die Kinder aus Dänemark zurückzuholen, gewusst.
Die Frau, die sich während ihrer Zeit in Hamburg "Olga" nannte, soll nach Angaben der Staatsanwaltschaft an der Entführung des Jungen und des Mädchens in der Silvesternacht 2023/24 beteiligt gewesen sein.
Laut Anklage war sie "die rechte Hand" des Chefs der Sicherheitsfirma, die für die Entführung verantwortlich gewesen sein soll.
Christina Block hatte in einer Aussage vor Gericht im Juli 2025 erklärt, dass die Israelin für sie eine Vertraute war. Für die Staatsanwaltschaft ist die Zeugin eine Beschuldigte. Für ihre Aussagen in Hamburg wurde ihr sicheres Geleit zugesagt.
Block ist angeklagt, nach einem langen Sorgerechtsstreit die israelische Sicherheitsfirma damit beauftragt zu haben, ihren damals zehnjährigen Sohn und die 13 Jahre alte Tochter vom Wohnort ihres Ex-Manns in Dänemark nach Deutschland zu entführen.
Die Tochter des Gründers der Steakhaus-Kette "Block House", Eugen Block, beteuert ihre Unschuld.
Erstmeldung: 9.24 Uhr, aktualisiert: 11.03 Uhr