Block-Prozess: Warum hatte der Privatdetektiv bei der Observierung ein Messer dabei?

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Hamburg - Im Kindesentführungs-Prozess gegen Christina Block (53) findet am Dienstag der 49. Verhandlungstag statt. Ein Privatdetektiv sagt als Zeuge aus. TAG24 ist vor Ort und berichtet im Liveticker.

Steakhouse-Erbin Christina Block (53) muss sich seit Juli 2025 wegen mutmaßlicher Kindesentführung vor Gericht verantworten.
Steakhouse-Erbin Christina Block (53) muss sich seit Juli 2025 wegen mutmaßlicher Kindesentführung vor Gericht verantworten.  © Marcus Brandt/Pool dpa/dpa

10.47 Uhr: Hensel-Anwalt stellt Fragen an den Privatdetektiv

Nach einer knapp 20-minütigen Pause, die eigentlich nur zehn Minuten dauern sollte, stellt nun Christoph Henckel, der Anwalt von Nebenkläger Stephan Hensel, seine Fragen an den Privatdetektiv.

Er will wissen, wie oft D. Observierungen durchführe. "Zwei bis drei im Jahr", antwortet der Zeuge. D. führt aus, dass das Team in Dänemark außergewöhnlich groß gewesen sei. Seine eigene Erklärung dafür: "Weil Frau Block viel Geld hat."

10.29 Uhr: Zeuge hatte laut eigener Aussage nie direkten Kontakt zu Block

Auf Nachfrage von der Staatsanwaltschaft wiederholt D., dass er zu keiner Zeit direkten Kontakt mit Christina Block oder einem anderen Mitglied der Block-Familie gehabt habe. Sein Auftraggeber sei Herr M. von der Firma "360 Grad" gewesen.

Warum er ein Messer dabei gehabt habe, will der Staatsanwaltschaft zudem wissen. Dieses sei Teil seiner Standardausrüstung gewesen, argumentiert der Privatdetektiv.

10.22 Uhr: Detektiv sollte klären, wie Kinder gewaltfrei zur Mutter kommen

Die Vorsitzende Richterin hält D. dessen eigene Zeugenaussage vor einem dänischen Gericht vor. Dort hatte der Privatdetektiv ausgesagt, dass das Ziel der ganzen Operation gewesen sei, zu klären, wie die Kinder gewaltfrei und ohne Zwang zurück zu der Mutter kommen könnten.

Alles andere sei keine Option gewesen. Wenn sich herauskristallisiert hätte, dass die Kinder nicht freiwillig mitkommen wollten, wäre das Ganze abgebrochen worden, so D.

Die Richterin hat keine weiteren Fragen.

10.12 Uhr: Observierung flog auf, als Hensel aus dem Haus rannte

D. berichtet, dass die Observierung aufgeflogen sei, als Hensel aus dem Haus gerannt und Mitglieder der kleinen Gruppe direkt konfrontiert habe. Sie wollten die Kinder entführen, habe der Ex-Mann von Block den Männern vorgeworfen.

Der Zeuge, der sich mit drei anderen Mitgliedern der Gruppe zunächst zurückgezogen habe, sei später bei einer Tankstelle von der Polizei ausfindig gemacht worden.

Stephan Hensel wurde im November 2022 auf die Observierung aufmerksam und stellte die Ausführenden zur Rede.
Stephan Hensel wurde im November 2022 auf die Observierung aufmerksam und stellte die Ausführenden zur Rede.  © Georg Wendt/dpa-pool/dpa

10.08 Uhr: Hatte der Detektiv einen Dolch bei der Observierung dabei?

Eine direkte Besprechung mit Christina Block und Co. habe er nicht gehabt, erklärt D. Alles sei über Vertreter der Firma "360 Grad" gelaufen.

Für seine Arbeit habe er einen Laptop, ein Fernglas, mehrere Handys, eine Spiegelreflexkamera sowie ein Walkie-Talkie dabei gehabt.

Die Vorsitzende Richterin hält dem Zeugen mit Verweis auf einen dänischen Polizeibericht vor, dass er auch einen Dolch dabei gehabt habe. "Das war ein Klappmesser, mit dem ich mein Baguette geschnitten habe", entgegnet D.

9.58 Uhr: Zeuge wollte Tagesablauf von Hensel und der Kinder kennenlernen

D. führt aus, dass sein erstes Ziel gewesen sei, den Tagesablauf von Hensel und der Kinder kennenzulernen - um herauszufinden, wann dieser mal nicht bei seinen Kindern sei. Der Grund? "Damit Frau Block mit ihren Kindern reden kann", so der Zeuge.

Die Schule der Kinder habe er als ersten guten Anlaufpunkt für eine Kontaktaufnahme identifiziert. Für seine dreitägige Tätigkeit im November 2022 habe er 1000 Euro pro Tag erhalten, erzählt D. auf Nachfrage.

9.51 Uhr: Zeugenaussage des Privatdetektivs beginnt

Nun geht es los mit der Zeugenbefragung von Privatdetektiv Kevin D. (46). Er schildert, wie er mit dem Fall Block in Kontakt gekommen sei.

Er sei im Herbst 2022 von Torsten M. von der Firma "System 360 Grad" um Hilfe gebeten worden. Dieser habe ihm Gerichtsakten vorgelegt, aus denen hervorgegangen sei, dass Block-Ex Stephan Hensel die Kinder entführt beziehungsweise nicht nach Deutschland zurückgebracht habe.

Seine Aufgabe sei gewesen, gemeinsam mit einer kleinen Gruppe Hensel zu observieren sowie die Kinder ausfindig zu machen.

9.44 Uhr: Anwalt der Block-Cousine stellt Antrag

Der Tag beginnt mit einem Antrag von Reinhard Daum, Anwalt der mitangeklagten Block-Cousine Uta B. - wie gestern angekündigt, beantragt der Verteidiger eine Aufhebung der Anwesenheitspflicht seiner Mandantin.

Am gestrigen Montag hatte der Anwalt von Mark B., Ehemann der Block-Cousine, dasselbe bereits für seinen Mandanten beantragt.

9.38 Uhr: Verhandlung beginnt

Mit fast schon traditioneller Verspätung eröffnet die Vorsitzende Richterin Isabel Hildebrandt die heutige Verhandlung.

Zuvor musste erneut auf den in U-Haft sitzenden mutmaßlichen Mit-Entführer Tal S. gewartet werden.

Richterin Isabel Hildebrandt hat im Prozess gegen die Steakhouse-Erbin den Vorsitz.
Richterin Isabel Hildebrandt hat im Prozess gegen die Steakhouse-Erbin den Vorsitz.  © Marcus Brandt/dpa Pool/dpa

9.17 Uhr: Erneut wenig Andrang im Landgericht

Wenige Minuten vor Beginn der Verhandlung ist der Zuschauerraum des Gerichtssaals 237 noch sehr leer.

Lediglich ein Dutzend Zuschauer haben sich, abgesehen von einer Handvoll Pressevertretern, eingefunden.

Titelfoto: Marcus Brandt/Pool dpa/dpa

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