Block-Prozess: Verteidiger beteuert Unschuld, muss Hensel erneut aussagen?

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Hamburg - Verhandlungstag 79 im Kindesentführungsprozess gegen Christina Block (53) - TAG24 war auch am Donnerstag vor Ort und berichtete im Liveblog.

Seit mehr als einem Jahr muss sich Steakhouse-Erbin Christina Block (53) wegen der mutmaßlichen Entführung ihrer Kinder vor Gericht verantworten.
Seit mehr als einem Jahr muss sich Steakhouse-Erbin Christina Block (53) wegen der mutmaßlichen Entführung ihrer Kinder vor Gericht verantworten.  © Marcus Brandt/dpa Pool/dpa

An dem erneut ausgesprochen kurzen Verhandlungstag ging es zunächst noch einmal um die gestrige Einlassung von Gerhard Delling (67). Block-Anwalt Ingo Bott (43) betonte, dass diese erneut eindeutig gezeigt habe, dass seine Mandantin von der Entführung rein gar nichts gewusst habe.

Danach schmetterte die Kammer mehrere Anträge von Bott ab, ehe die Verteidigerin des mitangeklagten Sicherheitsunternehmers Andreas P. zum zweiten Mal beantragte, Hamburgs Innensenator Andy Grote (58, SPD) als Zeugen zu laden.

Abschließend ging es zudem um die Frage, ob Stephan Hensel noch einmal als Zeuge gehört werden soll. Verteidiger Dr. Marko Voß will von dem Kindsvater wissen, inwiefern dieser mit der medialen Ausschlachtung des Familiendramas und dem Leid seiner Kinder Geld verdient habe.

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Über eine mögliche erneute Ladung Hensels als Zeuge muss die Kammer nun entscheiden.

10.49 Uhr: Verhandlung für heute beendet

Und dann war's das auch schon wieder für heute.

Weiter geht's am kommenden Montag (5. Oktober) um 9.30 Uhr.

10.44 Uhr: Stephan Hensel könnte erneut als Zeuge vernommen werden

Hensel-Anwalt Philip von der Meden wird gefragt, ob sein Mandant die gestrige Frage von Verteidiger Dr. Marko Voß, inwiefern er mit der medialen Ausschlachtung des Familiendramas und dem Leid seiner Kinder Geld verdient habe, beantworten werde.

Der Jurist sagt, dass der Kindsvater nicht noch mal als Zeuge vernommen werden wolle, woraufhin die Richterin entgegnet, dass das nicht seine Entscheidung sei, sofern die Kammer ihn noch einmal hören wolle.

Von der Meden antwortet daraufhin, dass Hensel natürlich vor Gericht erscheinen werde, sollte er nochmals als Zeuge geladen werden.

Block-Ex Stephan Hensel muss möglicherweise erneut vor Gericht als Zeuge aussagen.
Block-Ex Stephan Hensel muss möglicherweise erneut vor Gericht als Zeuge aussagen.  © Daniel Bockwoldt/dpa Pool/dpa

10.36 Uhr: Erneut geht es um Hamburgs Innensenator Andy Grote

Die Verteidigerin des mitangeklagten Sicherheitsunternehmers Andreas P. erhebt Gegenvorstellung gegen den gestrigen Entschluss der Kammer, Hamburgs Innensenator Andy Grote (58, SPD) nicht als Zeuge zu laden.

Begründung: Ihr Mandant sei überzeugt gewesen, der Politiker sei über den Aufenthaltsort der Kinder informiert gewesen - und deshalb davon ausgegangen, die Bewachung der Villa der Blocks sei legal.

10.27 Uhr: Kammer schmettert weitere Anträge des Block-Anwalts ab

Weiter geht's! Die Kammer verkündet nach der Pause, dass mehrere Anträge von Block-Verteidiger Bott abgelehnt werden.

Unter anderem hatte der Anwalt beantragt, eine Rechtsanwältin als Zeugin zu laden. Ihr gegenüber soll Stephan Hensel vor Jahren geäußert haben, er könne "nichts" mit den Kindern anfassen, sie seien aber seine "Lebensversicherung".

Der Kammer erschließt sich nicht, welche Erkenntnisse eine Befragung für die Schuld- und Rechtsfolgenfrage des Prozesses bringen würde.

10.05 Uhr: 15 Minuten Pause

Nach nur 15 Minuten gibt es direkt eine Viertelstunde Pause. Die Kammer muss etwas beraten und zieht sich dafür zurück.

Es zeichnet sich ab, dass der heutige Prozesstag möglicherweise relativ kurz ausfallen könnte.

10.02 Uhr: Block-Anwalt betont erneut, dass seine Mandantin von nichts wusste

Auch Block-Anwalt Ingo Bott äußert sich zu der Einlassung von Delling. Er betont noch einmal, dass die Ausführungen und Erinnerungen des Moderators eindeutig dafür sprächen, dass seine Mandantin am Silvesterabend nichts von der geplanten Entführung gewusst habe - sonst hätte sie sich anders verhalten, argumentiert er.

Bott gibt zudem zu bedenken, dass auch der Umstand, dass eine Freundin von Block-Tochter Greta bei der Silvesterparty im Hotel "Grand Elysée" dabei gewesen sei, klar dafür spräche, dass die Steakhouse-Erbin rein gar nichts von den anstehenden Geschehnissen in Dänemark gewusst habe.

9.57 Uhr: Anwalt der Block-Cousine sieht "familientypische neutrale Handlung"

Der Anwalt erklärt in seiner Stellungnahme, dass die Einlassung von Delling gezeigt habe, dass für seine Mandantin stets das Wohlergehen der Kinder im Vordergrund gestanden habe - wie diese auch in ihrer eigenen Aussage verdeutlicht habe.

Daum sieht keine Unterstützung einer strafbaren Handlung, sondern eine "familientypische neutrale Handlung", die laut Bundesgerichtshof für sich genommen legal sei.

Die Block-Cousine hat die Steakhouse-Erbin und ihre Kinder am 2. Januar 2024 das letzte Stück nach Hamburg transportiert. Sie ist wegen Beihilfe angeklagt, allerdings kommt laut der Kammer inzwischen auch eine Mittäterschaft infrage.

9.48 Uhr: Verhandlung läuft

Mit noch mehr Verspätung als sonst - einer der Verfahrensbeteiligten stand im Stau - wird die heutige Verhandlung von der Vorsitzenden Richterin Isabel Hildebrandt eröffnet.

Als erstes gibt es eine Stellungnahme von Reinhard Daum, dem Verteidiger der mitangeklagten Block-Cousine Uta B., zu der gestrigen Einlassung von Delling.

9.25 Uhr: Erneut wenig Andrang im Zuschauerraum

Wie bereits an den Vortagen hält sich das öffentliche Interesse auch am heutigen Verhandlungstag in Grenzen.

Wenige Minuten vor Beginn ist der Zuschauerraum in Saal 237 äußerst spärlich gefüllt.

9 Uhr: So geht es am Donnerstag weiter

Laut Ankündigung des Gerichts soll es auch am Donnerstag hauptsächlich um die noch offenen Beweisanträge gehen. Demnach will die Kammer verkünden, wie sie über diese entscheidet.

Zudem kündigten einige Verfahrensbeteiligte noch Stellungnahmen zu der gestrigen Einlassung von Gerhard Delling an.

Gerhard Delling (67), der mitangeklagte Lebensgefährte der Steakhouse-Erbin, gab am Mittwoch eine umfassende Einlassung ab.
Gerhard Delling (67), der mitangeklagte Lebensgefährte der Steakhouse-Erbin, gab am Mittwoch eine umfassende Einlassung ab.  © Marcus Brandt/dpa Pool/dpa

8.45 Uhr: Recap vom 78. Verhandlungstag

Am 78. Verhandlungstag stellte Dr. Marko Voß, der Verteidiger des mitangeklagten Familienanwalts Andreas C., Stephan Hensel an den Pranger. Dieser habe das Leid der Kinder "instrumentalisiert" und medial ausgeschlachtet, argumentierte der Jurist. Dafür erntete Voß vereinzelt Applaus aus dem Publikum, was die Vorsitzende Richterin Isabel Hildebrandt mit scharfen Worten rügte.

Abgesehen davon gab Gerhard Delling, der mitangeklagte Lebensgefährte der Steakhouse-Erbin, eine ergänzende Einlassung ab. In dieser widersprach der ehemalige Sportmoderator mit Nachdruck der Darstellung, dass Block den Kindern gegenüber gewalttätig gewesen sei.

Zudem kritisierte er die Ungleichbehandlung der beiden Seiten. Er argumentierte, dass sich Hensel durch die Einbehaltung der Kinder 2021 rechtswidrig verhalten habe - und trotzdem nur die Block-Seite die Konsequenzen tragen müsse. "Das war und ist für mich unfassbar", unterstrich Delling.

Weder seine Lebensgefährtin noch er hätten vorab von der Entführung gewusst, bekräftigte der 67-Jährige erneut. "Ich hoffe sehr, dass dieser Albtraum nun endlich zu einem Ende kommt", verdeutlichte Delling.

Titelfoto: Fotomontage: Daniel Bockwoldt/dpa Pool/dpa, Marcus Brandt/dpa Pool/dpa

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