Block-Prozess: Zeugin hat Zugriff auf das Privatkonto von Eugen Block

Hamburg - Am Freitag wird der Kindesentführungs-Prozess gegen Christina Block (52) fortgesetzt. Nachdem am 33. Verhandlungstag keine Zeugen vernommen wurden, sind am 34. gleich drei geladen. Darunter befindet sich nach Angaben des Gerichts auch die Sekretärin von Eugen Block (85). TAG24 ist vor Ort und berichtet in einem Liveblog.

Christina Block (52) zusammen mit ihrem Anwalt Ingo Bott (42).
Christina Block (52) zusammen mit ihrem Anwalt Ingo Bott (42).  © Marcus Brandt/Pool dpa/dpa

Update, 10.12 Uhr: "Sagt Ihnen der Name 'Cyber Cupula' etwas?"

"Sagt Ihnen der Name 'Cyber Cupula' etwas?", will die Richterin weiter wissen. "Ich weiß, dass sie einmal bei uns in der Unternehmenszentrale waren, aber inhaltlich war ich überhaupt gar nicht involviert", betont die Zeugin.

Ebenso seien ihr weitere Namen wie "System 360 Grad" (die Firma, die 2022 einen ersten Versuch gestartet haben soll, Theo und Klara nach Deutschland zu bringen) nur aus der Presse bekannt.

Auf Nachfrage von Nebenklagevertreter Philip von der Meden gab die Zeugin an, dass "Herr Block sehr traurig" über die Situation mit seinen Enkelkindern war und ist, dies aber nie im Büro ausgelebt habe.

Jetzt liegt das Fragerecht bei Block-Anwalt Ingo Bott (42), dieser beantragt jedoch eine Pause, "um sich mit seiner Mandantin abzustimmen". "Das verstehe ich nicht, Sie wussten doch, dass die Zeugin heute kommt", so die Richterin, gewährt aber eine Pause von fünf Minuten.

Update, 10.03 Uhr: Zeugin hat Zugriff auf das Privatkonto von Eugen Block

Im Zusammenhang mit dem Sicherheitsunternehmer P. erinnerte sich die Zeugin auch an die von diesem gestellten Rechnungen, die sowohl Eugen Block als auch sie "persönlich" als zu hoch empfunden hätten. Darüber habe sie dann auch den mitangeklagten Familienanwalt Dr. Andreas C. informiert.

Seitdem Tod von Christa Block (†82) im Jahr 2023 übernehme sie die Online-Überweisungen für das Privatkonto von Eugen Block. "Das ist ein leidliches Thema, wenn man sich damit nicht auskennt", so die Zeugin, die ihrem Chef nach seinem Verlust ihre Unterstützung aktiv angeboten habe.

Update, 9.50 Uhr: "Ja, woher wusste ich das?"

Die Richterin bittet die Zeugin zu erzählen, was sie im Zusammenhang der im Prozess verhandelten Themen vielleicht noch erinnert. Diese gab an, dass es mal einen Brief von Eugen Block an eine Richterin gab und einen Mail-Verkehr mit dem angeklagten Sicherheitsunternehmer.

"Nachdem seine Ekelkinder vom Vater in Dänemark einbehalten wurden, hat Herr Block jeglichen Funken Hoffnung gehegt, dass der Rechtsstaat ihm helfen wird, dass er seine Enkelkinder wieder sehen darf", so die Zeugin. Mehr wisse sie nicht, da sie zwar die Mails nach Relevanz aussortiere, dabei aber nicht in die "inhaltliche Tiefe" gehe.

"Woher wussten Sie dann, dass die Mail von Herr P. [der Sicherheitsunternehmer] relevant waren?", will die Richterin wissen. Die Zeugin zögert – "Ja, woher wusste ich das?", murmelt sie – und dann gibt sie an, dass ihr Eugen Block wohl mitgeteilt haben muss, dass er Mails von P. erwarte.

Update, 9.43 Uhr: Zeugin entscheidet welche Mails "relevant" sind

E-Mails

Die vorsitzende Richterin Isabel Hildebrandt will wissen, inwiefern die Zeugin mit Eugen Block (85) zusammenarbeitet.

K. erzählt, sie habe 2014 als seine Assistentin angefangen und sei bis heute auch dafür zuständig, den "bestmöglich strukturierten Arbeitsalltag" zu organisieren, obwohl sie inzwischen auch ihre eigenen Projekte innerhalb der Holding führe. Unter anderem sei sie für die Emails von Eugen Block zuständig. Solche, die sie für "relevant" halte, drücke sie ihm aus und lege ihm in eine Mappe in sein Büro.

"In privaten Dingen bin ich eigentlich nicht aktiv, aber wenn er mich da um Hilfe bitte, dann helfe ich im auch da", so die Zeugin auf Nachfrage der Richterin. Dabei handle es sich aber um "ganz alltägliche Dinge" wie Arzttermine vereinbaren oder mal ein Taxi zu bestellen.

Update, 9.38 Uhr: Prozess beginnt

Mit rund 10 Minuten Verspätung beginnt der 34. Verhandlungstag und die Befragung der Zeugin Isabell K. (36), die nach eigenen Angaben als Protagonistin der "Eugen Block Holding GmbH".

Update, 09.09 Uhr: Überschaubarer Andrang

Wie schon am vergangenen Dienstag ist die Zahl der Zuschauenden, aber auch der Medienvertretenden sehr überschaubar. Im Saal 237 herrscht 20 Minuten vor Beginn noch gähnende Stille, bis jetzt ist noch keiner der Prozessbeteiligten anwesend.

Update, 9 Uhr: So geht es am Freitag weiter

Am mittlerweile dritten Prozesstag dieser Woche und insgesamt 34. Verhandlungstag sind drei Zeugen geladen. Die Vernehmungen sind für 9.30 Uhr, 11.30 Uhr und 13 Uhr angesetzt.

Als erste Zeugin soll eine Mitarbeiterin aus dem engen Umfeld von Eugen Block (85) aussagen, bei der es sich um seine langjährige Sekretärin handeln soll. Anschließend wird ein Mitarbeiter einer Bankfiliale gehört, bei der Blocks 2023 verstorbene Mutter Christa Block (†82) ihr Konto führte.

Kurz vor Prozessbeginn hatte der frühere Block-Anwalt Otmar Kury behauptet, Christa Block habe die Entführung ihrer Kinder in Auftrag gegeben. Nach eigenen Angaben habe man im Zuge entsprechender Ermittlungen festgestellt, dass die Großmutter, die unter der "Entführung der Enkel" durch Stephan Hensel (51) psychisch schwer gelitten habe, den Auftrag zur Rückholung der Kinder aus Dänemark erteilt habe. Als Beleg nannte Kury eine Banktransaktion, bei der Christa Block 120.000 Euro in bar abgehoben haben soll.

Christina Block erklärte im Rahmen des Prozesses, dass ihre Mutter ebenso wenig wie sie selbst eine gewaltsame Entführung der Kinder in Auftrag gegeben hätte.

Als dritte Zeugin ist eine Kriminalbeamtin geladen. Mit den Aussagen soll das Zeugenprogramm nachgeholt werden, das ursprünglich für den 15. Januar geplant war, damals jedoch krankheitsbedingt ausfiel, wie das Gericht am Donnerstag mitteilte.

Eugen Block (85), Vater von Christina Block (r.) und Gründer der Steakhauskette "Block House", beim Neujahrsempfang der Block Gruppe im Hotel "Grand Élysée".
Eugen Block (85), Vater von Christina Block (r.) und Gründer der Steakhauskette "Block House", beim Neujahrsempfang der Block Gruppe im Hotel "Grand Élysée".  © Marcus Brandt/dpa

Update, 8.50 Uhr: Recap von Dienstag

Der 33. Verhandlungstag verlief ohne Zeugenvernehmungen, dafür mit vielen Diskussionen. Block-Anwalt Ingo Bott (42) beantragte die Einstellung des Verfahrens und begründete dies mit einer nicht mehr möglichen objektiven Wahrheitsfindung. Vertrauliche Akteninhalte würden regelmäßig an die Presse gelangen, zudem stimmten sich Zeugen untereinander ab.

Auch David Rieks, Verteidiger von Gerhard Delling (66), und Reinhard Daum, Anwalt von Blocks Cousine Uta B., kritisierten diese Umstände und regten an, die Öffentlichkeit vom weiteren Verfahren auszuschließen.

Im weiteren Verlauf kam es zum Streit zwischen Daum und der Vorsitzenden Richterin Isabel Hildebrandt über unleserliche Aktenrohdatensätze. Nachdem Hildebrandt eine direkte Antwort verweigert hatte, stellte Marko Voß, Verteidiger des Block-Familienanwalts Dr. Andreas C., einen Befangenheitsantrag, dem sich die übrigen Verteidiger anschlossen.

Der Prozess könnte sich bis Ende 2026 verlängern, bislang sind nur Termine bis Ende Juni angesetzt.

Titelfoto: Marcus Brandt/dpa

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