"Sind stark unter Druck gesetzt worden!": "Zeit"-Chef di Lorenzo widerspricht Hamburger Landgericht

Von Benjamin Haller

Hamburg - "Zeit"-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo (67) hat der Darstellung des Hamburger Landgerichts widersprochen, wonach eine Journalistin seines Hauses freiwillig Tonaufzeichnungen im Zusammenhang mit dem Block-Prozess den Ermittlungsbehörden ausgehändigt habe. Dass die Herausgabe der Aufnahmen freiwillig geschehen sei - wie das Landgericht in einer Erklärung behaupte - sei "grotesk", so di Lorenzo gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

"Zeit"-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo (67) widerspricht in einem Punkt der Darstellung des Landgerichts.  © Focke Strangmann/dpa

"Wir sind stark unter Druck gesetzt worden: Mit der Übergabe konnten wir eine Durchsuchung abwenden und immerhin vermeiden, dass noch viel mehr Unterlagen und Material beschlagnahmt werden!"

Er könne sich in seiner seit 2004 andauernden Amtszeit als Chefredakteur an keinen vergleichbaren Übergriff erinnern, sagte di Lorenzo.

In einer Mitteilung des Landgerichts hatte es am Montag geheißen, dass die betroffene "Zeit"-Journalistin "die geforderten Gegenstände freiwillig herausgegeben" habe.

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Di Lorenzo sprach von insgesamt 80 Stunden Gesprächsaufnahmen, die nun öffentlich werden könnten.

Laut "Zeit" hatten am Montagmorgen Staatsanwaltschaft und Landeskriminalamt die Geschäftsräume des Verlagshauses in der Hamburger Innenstadt aufgesucht und mit einer Durchsuchung der Redaktionsräume gedroht.

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Nach Angaben einer Gerichtssprecherin erklärte ein Mitarbeiter des Verlags, dass die Redakteurin die Tonaufnahme habe und bereit sei, diese auf richterliche Anordnung herauszugeben. Daraufhin erließ das Gericht einen entsprechenden Beschluss für die Berliner Wohnung der Journalistin.

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