Von Simon Sachseder, Franziska Groll und Michael Donhauser
Treuchtlingen - Nach einem möglichen Sprengstofffund im fränkischen Treuchtlingen hat die Polizei Entwarnung gegeben. An dem verdächtigen Gegenstand wurde kein Sprengstoff entdeckt, wie ein Sprecher sagte. Die Ermittler gehen allerdings davon aus, dass der Gegenstand bewusst als Attrappe platziert worden war.
Der Gegenstand war gegen 8.30 Uhr von einem Techniker im Gleisbett südlich des Bahnhofs der Stadt gefunden worden. Ein Entschärfer-Team der Bundespolizei hatte den Gegenstand am Donnerstagvormittag geröntgt, konnte danach aber keine Entwarnung geben.
Zwischenzeitlich wurden sogar "vorsichtshalber einige unmittelbar betroffene Gebäude" geräumt. Bei einer zweiten Untersuchung wurde der Gegenstand mithilfe eines Roboters angehoben.
Polizei, Feuerwehr und Katastrophenschutz waren vor Ort im Einsatz. Der Bereich um die Fundstelle war weiträumig abgesperrt, Autofahrer wurden gebeten, das Gebiet weiträumig zu umfahren.
Die Sperrung für Passanten und Anwohner um Umkreis von etwa 100 Metern um die Fundstelle werden laut Polizei nun schrittweise wieder aufgehoben.
Einsatz in Treuchtlingen: Polizei bittet, den Bereich zu meiden
Sprengstoffverdacht in Franken: Zugverkehr vorerst weiter eingestellt
Der Zugverkehr ist komplett zum Erliegen gekommen, wann wieder Züge fahren, war noch unklar. Zunächst werde die Kriminalpolizei im Gleisbereich Spuren sichern. Diese Untersuchungen werden laut einem Polizeisprecher vor Ort wohl einige Zeit dauern.
Betroffen waren laut Bahn im Nahverkehr die RB 16, der RE 16 und der RE 60. Die Fahrten der Regionalzüge endeten vorzeitig an geeigneten Bahnhöfen, ein Ersatzverkehr mit Bussen und Großraumtaxen war eingerichtet. Die Züge des Fernverkehrs fuhren über Ingolstadt.
Treuchtlingen hat rund 13.000 Einwohner und liegt zwischen Nürnberg und Ingolstadt.
Die Stadt ist ein ehemals wichtiger Bahnknotenpunkt, die Schnellfahrstrecke Nürnberg - Ingolstadt verläuft aber weiter östlich. Entsprechend sind die ICE-Verbindungen zwischen München und Nürnberg nicht betroffen.
Erstmeldung 11.32 Uhr, zuletzt aktualisiert 13.55 Uhr