Von Alina Grünky
Koblenz - Die Entschärfung einer 500 Kilogramm schweren Weltkriegsbombe in Koblenz ist geglückt. Ein Stadtsprecher verkündete, dass die Bombe um kurz nach 10 Uhr erfolgreich unschädlich wurde.
Damit können rund 1100 Menschen in ihre Häuser zurückkehren. Seit 8.30 Uhr war der Evakuierungsbereich 1000 Meter rund um den Gülser Moselbogen gesperrt gewesen.
Einsatzkräfte kontrollierten den Sperrkreis und gaben kurz vor 10 Uhr die Freigabe für die Entschärfung. Auch der Luftraum wurde gesichert. Die Entschärfung der Bombe dauerte nur wenige Minuten.
"Wir unterbrechen die Zündkette, wenn man so will, das heißt, wir entfernen die Zünder", erklärte Marco Ofenstein vom Kampfmittelräumdienst. Dafür gebe es Spezialwerkzeug. "Beide Zünder ließen sich sehr, sehr gut entfernen, sodass wir auch relativ schnell fertig waren."
Auch die Entschärfung auf einem Schiff sei unproblematisch gewesen, weil das Schiff stabil und die Mosel ruhig war.
Ofenstein führte die Entschärfung zusammen mit seinem Kollegen Sascha Hummrich durch. Zuvor gibt es ein festes Ritual: "In aller Regel essen wir vorher noch mal zusammen etwas", sagte Ofenstein.
"Das war auch hier der Fall. Wir haben die Wartezeit auf dem Schiff genutzt und zusammen auf dem Schiff gegessen." Es gab Brötchen und Streuselkuchen. Ofenstein ist 46 Jahre alt und macht den Job seit mehr als 20 Jahren.
Kampfmittel-Experte klärt auf: So wird aus einer Bombe ein Blindgänger
Die Bombe war bei Baggerarbeiten im Rhein gefunden worden. Es handelt sich dabei um eine 500-Kilogramm-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg mit einem intakten und einem abgebrochenen Zünder, wie die Stadt informierte. Sie wurde auf einem Baggerschiff in einer Moselschleuse zwischengelagert.
Bomben sind Ofenstein zufolge häufig dann zu Blindgängern geworden, wenn sie nicht richtig abgeworfen wurden. Bomben mit Aufschlagzündern müssten mit der Spitze aufschlagen.
"Wenn eine Bombe aber flach aufkommt, aus verschiedenen Gründen kann das schon mal passieren, dann funktionieren diese Zünder nicht."
Laut dem Kampfmittelräumdienst durfte der Blindgänger nicht vom Schiff umgelagert werden, sondern musste dort entschärft werden.
Am ursprünglichen Fundort im Rhein hätten laut Stadtverwaltung rund 16.000 Personen sowie mehrere Einrichtungen evakuiert werden müssen.