Amnestie: Cannabis-Legalisierung öffnet Knast-Pforten in Hessen

Frankfurt am Main - Im Zuge des neuen Cannabis-Gesetzes sind in Hessen zum Stichtag des Inkrafttretens Anfang April nach Angaben der Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft neun Menschen vorzeitig aus der Haft entlassen worden.

Ein Justizbeamter vor einer Zellentür - die Amnestie im Rahmen der Cannabis-Legalisierung hat auch in Hessen schon für einige Haft-Entlassungen geführt. (Symbolbild)
Ein Justizbeamter vor einer Zellentür - die Amnestie im Rahmen der Cannabis-Legalisierung hat auch in Hessen schon für einige Haft-Entlassungen geführt. (Symbolbild)  © Marc Tirl/dpa

"In mehreren weiteren Fällen kam es wegen anderweitiger, zur Vollstreckung notierter Strafen nicht zu einer Entlassung, sondern lediglich zu einer Verkürzung der Haftzeit", erläuterte Oberstaatsanwalt Georg Ungefuk auf Anfrage.

Der Besitz bestimmter Mengen Cannabis, der private Anbau und der Konsum der Droge auch in der Öffentlichkeit sind seit dem 1. April bundesweit für Menschen ab 18 Jahren unter Auflagen erlaubt.

Es dürfen nicht mehr als 25 Gramm in der Öffentlichkeit mitgeführt oder mehr als 50 Gramm zu Hause aufbewahrt werden. Drei Pflanzen im Wohnbereich sind gestattet. Verstöße können mit einem hohen Bußgeld geahndet werden.

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Mit der Teillegalisierung gibt es eine Amnestie für Menschen, die wegen Cannabis-Besitzes in kleineren Mengen strafrechtlich verfolgt wurden.

Die Zentralstelle für die Bekämpfung der Betäubungsmittelkriminalität habe die hessischen Staatsanwaltschaften bereits Anfang November 2023 gebeten, alle offenen Strafverfahren mit Blick auf die neuen Vorgaben zu prüfen, teilte Ungefuk mit.

Die Amnestieregelung führe bei den Staatsanwaltschaften und nachfolgend auch bei den Gerichten zu einer erheblichen Mehrbelastung.

Titelfoto: Marc Tirl/dpa

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