Coronavirus in Berlin: Inzidenz sinkt weiter!

Berlin/Potsdam - Das Coronavirus hat Deutschland wieder fest im Griff: Auch und besonders vor der Hauptstadt macht die Pandemie nicht halt.

Fahrgäste steigen am Alexanderplatz in eine S-Bahn ein beziehungsweise aus.
Fahrgäste steigen am Alexanderplatz in eine S-Bahn ein beziehungsweise aus.  © Christoph Soeder/dpa

Seit Pandemiebeginn sind in Berlin nun 175.019 Corona-Infektionen nachgewiesen worden. Innerhalb von 24 Stunden kamen 455 neue Fälle hinzu. Bislang sind 3399 Menschen im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gestorben. (Stand 15. Mai)

Nach der Entscheidung über die bundesweit einheitliche Corona-Notbremse am Mittwoch (21. April) müssen sich die Berliner auf Ausgangsbeschränkungen, verschärfte Kontaktbeschränkungen und die Schließung von Museen einstellen. Beim Einkaufen gelten bald neue Regeln, vielen Geschäften droht womöglich eine erneute Schließung.

Künftig dürfen die Berlinerinnen und Berliner außerdem ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 100 ab 22 Uhr und bis 5 Uhr die eigene Wohnung oder das eigene Grundstück in der Regel nicht mehr verlassen. Joggen und Spaziergänge sollen bis Mitternacht erlaubt bleiben, allerdings nur alleine.

Zudem darf sich im privaten und öffentlichen Raum noch ein Haushalt mit höchstens einer weiteren Person treffen, wobei Kinder bis 14 Jahre ausgenommen sind. Schulen sollen ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 165 schließen und auf Distanzunterricht umstellen, bei dem die Schüler mittels digitaler Lösungen zu Hause lernen.

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Update, 15. Mai, 12.45 Uhr: Sieben-Tage-Inzidenz in Brandenburg weiter gesunken

In Brandenburg ist die Sieben-Tage-Inzidenz der Ansteckungen bei den Corona-Infektionen innerhalb einer Woche bei 100.000 Einwohnern weiter gesunken. Der Wert lag nach Angaben des Brandenburger Gesundheitsministeriums am Samstag (Stand: 15.5. 0 Uhr) bei 64,4. Am Freitag war ein Wert von 72,0 registriert worden.

Der Wert muss an fünf Werktagen hintereinander unter 100 liegen, dann sind am übernächsten Tag Lockerungen in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt möglich. Für Öffnungen ab Freitag vor Pfingsten (21. Mai) muss der Wert daher eine Woche vorher - ab
14. Mai - unter 100 liegen und darf nicht mehr darüber steigen. Einen Wert über 100 meldete mit knapp 115 der Landkreis Elbe-Elster. Außerdem haben nach den Angaben die Stadt Cottbus sowie der Landkreis Spree-Neiße noch keinen stabilen Wert unter 100 seit 14. Mai.

Erst dann ist der Besuch von Gaststätten im Freien mit negativem Test und Termin, von Konzerten und Theater draußen mit Negativtest und bis zu 100 Leuten sowie das Übernachten in Ferienwohnungen, auf Campingplätzen und Charterbooten ab 21. Mai möglich.

Innerhalb eines Tages kamen landesweit 136 neue Corona-Fälle am Samstag hinzu, am Freitag waren es 264. Am Samstag vor einer Woche wurden 333 Neuinfektionen registriert.

Update, 15. Mai, 10.20 Uhr: Corona-Inzidenz geht in Berlin weiter zurück

Die Corona-Inzidenz ist in Berlin weiter rückläufig. Am Samstag meldete das Robert Koch-Institut (RKI) 67,3 Fälle von Corona-Infektionen je 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen. Am Freitag lag der Wert noch bei 71,5. Es ist der fünfte Tag in Folge, an dem die Inzidenz unter dem wichtigen Schwellenwert von 100 liegt. Sind es fünf Werktage ohne Unterbrechung unter 100, können Corona-Regeln gelockert werden.

Die Zahl der binnen eines Tages gemeldeten Neuinfektionen stieg laut dem Bericht um 455 auf nun insgesamt 175.019. Demnach starben drei weitere Menschen im Zusammenhang mit Corona-Infektionen. Die Gesamtzahl der Pandemie-Toten liegt nun laut den Angaben bei 3399. Als genesen gelten 165.400 Menschen.

Wenn der Inzidenzwert fünf Werktage in Folge unter 100 bleibt, sind Lockerungen am übernächsten Tag möglich. Das wäre in Berlin erstmals am nächsten Mittwoch möglich. Schon dann soll es nach dem Willen des Senats erste Schritte geben. Beispielsweise Museen und Gedenkstätten könnten dann unter Auflagen wieder öffnen. Ab Freitag vor Pfingsten dürften dann Cafés und Restaurants im Freien wieder Gäste bedienen. Das hatte der Senat am Freitag beschlossen.

Die Corona-Inzidenz in Berlin sinkt weiter.
Die Corona-Inzidenz in Berlin sinkt weiter.  © dpa/Bernd von Jutrczenka

Update, 15. Mai, 7 Uhr: Campingbranche vor Corona-Lockerungen - Freibadbetreiber enttäuscht

Campingplatzbetreiber in Brandenburg haben mit gemischten Gefühlen auf die Öffnung für Touristen zu Pfingsten reagiert. Nicht alle Campingplätze könnten am 21. Mai Gäste empfangen, weil die Zahl der Corona-Neuinfektionen in einigen Landkreisen noch zu hoch ist, sagte der Vizepräsident des Bundesverbands der Campingwirtschaft in Brandenburg (BVCD), Jörg Klofski. Weiterer Wermutstropfen sei, dass die Innengastronomie in den Anlagen geschlossen bleiben müsse. Auch sei nicht geklärt, was bei steigender Zahl von Neuinfektionen passiere.

Die Landesregierung hatte am Dienstag erste Lockerungen der Corona-Regeln bekannt gegeben. So ist ab Freitag vor Pfingsten für zwei Haushalte das Übernachten in Ferienwohnungen, Ferienhäusern, auf Campingplätzen und auf Charterbooten mit eigenen Sanitäranlagen erlaubt, wenn die Zahl neuer Corona-Ansteckungen pro 100.000 Einwohner in einer Woche stabil unter 100 liegt sowie ein Hygienekonzept und Negativtests vorliegen. Hotels und Pensionen können noch nicht öffnen - gleiches gilt für Bäder und Thermen.

«Wir sind heilfroh, dass wir wieder arbeiten können», sagte der BVCD-Vizepräsident, der selbst einen Campingplatz am Schervenzsee (Landkreis Oder-Spree) betreibt. Die Plätze seien alle zum verspäteten Saisonstart bereits ausgebucht. Optimistisch stimmten ihn auch die Verteilung der Sommerferien in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, den drei wichtigen Ländern für die Branche in Brandenburg, und der Impf-Fortschritt in Brandenburg. Zum BVCD gehören nach eigenen Angaben 60 von insgesamt 174 Plätzen.

Die Sprecherin der Tourismus-Marketing Brandenburg (TMB), Birgit Kunkel, zeigte sich erleichtert über die anstehenden Lockerungen. "Die rückläufigen Corona-Zahlen stimmen uns optimistisch, dass im Juni dann weitere Öffnungen folgen werden", sagte sie. Die Anbieter seien auf die Öffnungen vorbereitet.

Betreiber von Freibädern hingegen zeigten sich zum Teil enttäuscht. "Die Freibad-Saison ist sehr kurz, deshalb sollten auch alle schönen Tage genutzt werden können", sagte der Leiter des Freibades Kiebitzberge, Markus Schmidt. Er hätte sich einen früheren Öffnungstermin gewünscht. In Berlin etwa könnte die Badesaison bei stabiler Sieben-Tage-Inzidenz von unter 100 und entsprechenden Hygienekonzepten in den Bädern kurz vor Pfingsten starten.

Brandenburgs Gesundheitsstaatssekretär Michael Ranft hatte am Mittwoch im Gesundheitsausschuss des Landtags mögliche Lockerungen für Freibäder vor den Sommerferien in Aussicht gestellt. Bäder, Saunen und Wellnesszentren unterlägen einer besonderen Bewertung der Infektionslage.

Update, 14. Mai, 20.03 Uhr: RKI-Chef verteidigt Einsatz von Masken gegen Corona

Der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, hält den Einsatz von Masken im Kampf gegen die Corona-Pandemie für ein wichtiges Mittel. Der Behördenchef verwies am Freitag auf Alltagsmasken, OP-Masken und FFP2- sowie FFP3-Masken.

"All diese drei Maßnahmen fördern den Infektionsschutz", sagte Wieler als Zeuge im Corona-Untersuchungsausschuss des Brandenburger Landtags in Potdsam. Anfangs habe es Unsicherheit darüber gegeben, ob Masken einen wirksamen Schutz gegen das Coronavirus bieten könnten.

Wieler wurde von den Abgeordneten zur Arbeitsweise des Instituts und zum Informationsstand über die Entwicklung der Pandemie befragt. Im Mittelpunkt stand die Frage der Auswirkungen der Corona-Pandemie und der Krisenpolitik auf die Gesundheit der Bevölkerung. Die Parlamentarier befragten neben Wieler auch die Krankenhaushygienikerin Ines Kappstein. Sie ist Beraterin für Einrichtungen im Gesundheitswesen und beurteilt die Wirksamkeit eines Mund-Nasen-Schutzes in der Öffentlichkeit skeptisch.

Die AfD-Landtagsfraktion hatte den Untersuchungsausschuss durchgesetzt. Sie will damit hinterfragen, ob die Eingriffe der Krisenpolitik der rot-schwarz-grünen Landesregierung in Brandenburg verhältnismäßig waren. Außerdem geht es um die Frage, ob die Entscheidungen dazu beitrugen, die Verbreitung des Coronavirus einzuschränken. Die AfD-Fraktion hält die Maßnahmen für unverhältnismäßig. In dem Ausschuss geht es allerdings nur um die Pandemie-Zeit bis zum September 2020, weil das Gremium damals eingesetzt wurde.

Die übrigen Fraktionen stehen dem Ausschuss ablehnend gegenüber. Er ist bisher der einzige dieser Art in einem deutschen Landesparlament. Im April war Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) befragt worden, der die Corona-Krisenpolitik des Landes verteidigt hatte.

Lothar Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts, nimmt vor seiner Befragung im Untersuchungsausschuss zur Corona-Krisenpolitik der Brandenburger Regierung seine FFP2-Maske ab.
Lothar Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts, nimmt vor seiner Befragung im Untersuchungsausschuss zur Corona-Krisenpolitik der Brandenburger Regierung seine FFP2-Maske ab.  © Bernd Settnik/dpa

Update, 14. Mai, 16.53 Uhr: Berlin will Wechselunterricht beibehalten - Kritik am Wochenrhythmus

Berliner Schülerinnen und Schüler sollen bis zum Ende des Schuljahrs wie bisher nur zum Teil in der Schule unterrichtet werden. Darauf hat die Bildungsverwaltung am Freitag in einem Schreiben an alle Schulleitungen in Berlin hingewiesen, das der dpa vorliegt.

"Um eine zusätzliche Belastung der Schulen zu vermeiden, halten wir bis zu den Sommerferien am derzeitigen Wechselunterrichtsmodell fest und leiten vor dem Schuljahresende noch keine weitere Öffnung der Schulen ein", heißt es darin. Diese Festlegung solle der Planungssicherheit dienen.

Gleichzeitig forderte die Bildungsverwaltung die Schulen mit wochenweisem Wechselunterricht auf, das Modell zu überdenken. Das sei geboten, um regelmäßige Corona-Tests der Schülerinnen und Schüler sicherzustellen, die zweimal in der Woche vorgesehen sind. Die Bildungsverwaltung hat in dem Zusammenhang auf eine Studie der Ludwig-Maximilians-Universität München hingewiesen, laut der es positive Effekte beim frühen Erkennen von Infektionen gibt, wenn Schüler zweimal pro Woche getestet werden. Der Wechsel im Wochenrhythmus zwischen dem Lernen in der Schule und dem Distanzunterricht verringere diese Effekte.

Update, 14. Mai, 16.44 Uhr: CDU-Fraktionschef für Öffnung von Hotels in erster Junihälfte

Brandenburgs CDU-Landtagsfraktionschef Jan Redmann dringt auf eine Öffnung von Hotels im Juni. Die Sieben-Tage-Inzidenz neuer Corona-Infektionen sinke kräftig, schrieb er am Freitag auf Twitter. "Nächste Woche öffnen Campingplätze und Ferienwohnungen. Setzt sich der Trend fort, sollten auch Hotels in der ersten Junihälfte wieder an den Start." Dies solle aber nur mit Testpflicht und einem Hygiene-Konzept möglich sein, betonte Redmann. «Die Branche braucht dringend eine Perspektive.»

Die SPD-Fraktion sieht die Priorität bei der Bildung. "Das Wichtigste aus Sicht meiner Fraktion ist die Absicherung des Kita- und Schulbetriebes, nicht zu vergessen des Hochschulbetriebs", erklärte SPD-Fraktionschef Erik Stohn. Weitere Öffnungsschritte sollten über Modellprojekte vorbereitet und erprobt, aber nicht vor Juni gegangen werden. "Das kann auch das Beherbergungsgewerbe beinhalten, Voraussetzung sind aber niedrigere Infektionszahlen."

Die Brandenburgerinnen und Brandenburger können ab Freitag vor Pfingsten (21.5.) mit Negativtest und Termin wieder Gaststätten im Freien besuchen, wenn der Wert neuer Ansteckungen pro 100.000 Einwohner in einer Woche im jeweiligen Landkreis oder der kreisfreien Stadt stabil bei unter 100 liegt. Dann sind auch touristische Übernachten in Ferienwohnungen, auf Campingplätzen und in Charterbooten unter Bedingungen möglich, aber noch nicht in Hotels. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband Brandenburg fordert eine möglichst schnelle Lockerung auch für Hotels.

Update, 14. Mai, 16.16 Uhr: Impf-Priorisierung in Arztpraxen bleibt - Ausnahmen nun aber möglich

Der Berliner Senat hat die Aufhebung der Priorisierung von Impfungen gegen das Coronavirus in Arztpraxen am Freitag relativiert. Haus- und Facharztpraxen dürften ab Montag nur von der vorgeschriebenen Reihenfolge abweichen, wenn sie ihre Impfdosen nicht für priorisierte Gruppen verbrauchen könnten, hieß es am Freitag.

Das gelte auch für Impfungen durch Betriebsärzte. Zuvor hatte sich die Kassenärztliche Vereinigung Berlin massiv über den kurzfristigen Schwenk der Gesundheitsverwaltung zu einer Aufhebung der Priorisierung in Praxen beschwert. Sie kritisierte, dass dies bei begrenzten Impfstoffmengen in den Praxen falsche Erwartungen bei Bürgern wecken könne.

Bereits jetzt seien die Wartelisten mit priorisierten Berechtigten in den Haus- und Facharztpraxen lang, hieß es am Freitag von der KV. Bisher sind mehr als 400.000 Menschen in Berlin dort geimpft worden. Rund 2200 Berliner Praxen machen beim Impfprogramm mit.

"Wir geben den Arztpraxen und Betriebsärztinnen und -ärzten mehr Flexibilität", heißt es nun von Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD). Vom Bund sei nennenswert mehr Impfstoff für Juni angekündigt. Bis dahin sollten Spielräume genutzt werden. In den Corona-Impfzentren würden die Impfungen weiterhin ausschließlich Personen der Prioritätsgruppen 1, 2 und 3 angeboten.

Update, 14. Mai, 15.59 Uhr: Theater und Kinos bereiten Open-Air-Betrieb vor

In Berlin bereiten sich mehrere Theater und Kinobetreiber auf einen Open-Air-Betrieb vor. Die Landesregierung beschloss am Freitag, dass grundsätzlich wieder Kulturveranstaltungen draußen möglich sein sollen. Voraussetzung ist allerdings, dass die Sieben-Tage-Inzidenz weiter stabil unter 100 liegt und die Bundes-Notbremse dann nicht mehr greift.

Bleiben die Infektionszahlen unten, könnten ab Mittwoch wieder Aufführungen unter freiem Himmel stattfinden. Dabei gilt eine Obergrenze von 250 Personen. Verpflichtend sind fest zugewiesene Sitzplätze - oder ein negatives Testergebnis, wo das nicht so ist.

Das Deutsche Theater plant dann für das kommende Wochenende eine erste Premiere. Am Samstag (22. Mai) soll "Tartuffe oder Das Schwein der Weisen" auf dem Vorplatz aufgeführt werden. Im Juni sind zwei weitere Open-Air-Premieren vorgesehen. Das Berliner Ensemble geht davon aus, sein Hof-Theater wieder Ende Mai zu öffnen.

Auch die Freiluftkinos hoffen auf einen Saisonstart. Die Freiluftkinos in Friedrichshain, Kreuzberg und Rehberge sollen am nächsten Donnerstag beziehungsweise Freitag öffnen, wie der Betreiber mitteilte. Die Yorck-Gruppe plant, Anfang Juni das Freiluftkino am Kulturforum und ein neues am Schloss Charlottenburg zu öffnen.

Bisher sind alle Kinos und Theater in der Hauptstadt wegen der Corona-Pandemie geschlossen. Wann die Häuser auch drinnen wieder öffnen können, steht bisher nicht fest. Bleiben die Infektionszahlen unten, dürfen Museen und Gedenkstätten wieder öffnen - ebenfalls mit Auflagen wie Abstandsregeln und Testnachweis.

Update, 14. Mai, 13.22 Uhr: Keine Corona-Öffnungen in mindestens zwei Brandenburger Kommunen

Bis zu 16 Landkreise und kreisfreie Städte in Brandenburg können auf die regionale Corona-Öffnung von Gaststätten und Campingplätzen am Freitag vor Pfingsten hoffen.

Die Zahl neuer Infektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche lag nur in Cottbus mit rund 103 und dem Kreis Elbe-Elster mit rund 130 über dem Wert von 100, wie das Gesundheitsministerium in Potsdam am Freitag mitteilte.

Bei einem stabilen Wert unter 100 ist der Besuch von Gaststätten im Freien mit negativem Test und Termin, von Konzerten und Theater draußen mit Negativtest und bis zu 100 Leuten sowie das Übernachten in Ferienwohnungen, auf Campingplätzen und Charterbooten ab 21. Mai möglich.

Die landesweite Sieben-Tage-Inzidenz sank erneut von rund 76 auf gut 72. Der Wert muss an fünf Werktagen hintereinander unter 100 liegen, dann sind am übernächsten Tag Lockerungen in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt möglich. Für Öffnungen ab dem Freitag vor Pfingsten (21. Mai) muss der Wert daher eine Woche vorher - am
14. Mai - unter 100 liegen und darf nicht mehr darüber steigen. Ob das für alle 16 Kommunen gilt, war offen.

Potsdam rutschte erst am Freitag unter diese Marke auf 86, Oberspreewald-Lausitz auf 96. In einigen Kreisen lag die Sieben-Tage-Inzidenz zwar unter 100, stieg aber wie in Frankfurt (Oder) von knapp 80 auf 81,4 leicht. Innerhalb eines Tages kamen landesweit 264 neue Corona-Fälle hinzu; am Donnerstag waren es 412 und vor einer Woche 388.

Update, 14. Mai, 12.51 Uhr: CDU-Fraktionschef für Öffnung von Hotels in erster Junihälfte

Brandenburgs CDU-Landtagsfraktionschef Jan Redmann (41) dringt auf eine Öffnung von Hotels im Juni. Die Sieben-Tage-Inzidenz neuer Corona-Infektionen sinke kräftig, schrieb er am Freitag beim Kurznachrichtendienst Twitter.

"Nächste Woche öffnen Campingplätze und Ferienwohnungen. Setzt sich der Trend fort, sollten auch Hotels in der ersten Junihälfte wieder an den Start." Dies solle aber nur mit Testpflicht und Hygienekonzept möglich sein, betonte Redmann. "Die Branche braucht dringend eine Perspektive."

Die Brandenburgerinnen und Brandenburger können ab Freitag vor Pfingsten (21.5.) mit Negativtest und Termin wieder Gaststätten im Freien besuchen, wenn der Wert neuer Ansteckungen pro 100.000 Einwohner in einer Woche im jeweiligen Landkreis oder der kreisfreien Stadt stabil bei unter 100 liegt. Dann sind auch touristische Übernachten in Ferienwohnungen, auf Campingplätzen und in Charterbooten unter Bedingungen möglich, aber noch nicht in Hotels. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband Brandenburg fordert eine möglichst schnelle Lockerung auch für Hotels.

Brandenburgs CDU-Landtagsfraktionschef Jan Redmann (41) dringt auf eine Öffnung von Hotels im Juni.
Brandenburgs CDU-Landtagsfraktionschef Jan Redmann (41) dringt auf eine Öffnung von Hotels im Juni.  © Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 14. Mai, 12.44 Uhr: Kurzshopping nach Polen wieder ohne Test möglich

Die Brandenburgerinnen und Brandenburger können wieder zum kurzen Einkaufsausflug über die Grenze nach Polen fahren - ohne Corona-Quarantäne und negativen Test. Mit der neuen Coronavirus-Einreiseverordnung des Bundes ist das seit Donnerstag möglich.

Wer für weniger als 72 Stunden direkte Verwandte (ersten Grades) besuche oder für bis zu 24 Stunden zum Einkaufen nach Polen fahre, brauche weder Quarantäne noch Test, sagte der Sprecher des Gesundheitsministeriums, Dominik Lenz, am Freitag. Das Kabinett werde am Montag entscheiden, ob die aktuelle Quarantäneverordnung des Landes auslaufe oder entsprechend geändert werde.

Das Nachbarland Polen ist seit vergangenen Sonntag nur noch ein Corona-Risikogebiet. Damit entfiel bereits die Corona-Testpflicht vor der Einreise auf dem Landweg und es reichte, sich bis zu 48 Stunden nach der Einreise testen zu lassen. Vom 21. März bis 8. Mai war Polen wegen der hohen Infektionszahlen ein Hochinzidenzgebiet mit größeren Reiseeinschränkungen, weil die Zahl neuer Infektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche über 200 lag.

Mit der neuen Regelung hob die Bundesregierung die generelle Quarantänepflicht bei Einreise aus mehr als 100 Ländern auf. Wer von dort nach Deutschland einreist, kann sich mit einem negativen Test von der Quarantäne befreien. Für Flugreisende ist der Test sowieso notwendig. Genesene und vollständig gegen Corona Geimpfte müssen nur noch in Quarantäne, wenn sie aus einem Gebiet mit neuen Virusvarianten kommen, ein Test vor und nach der Einreise entfällt.

Ende April hatte das Brandenburger Kabinett bereits entschieden, dass vollständige geimpfte Menschen nach ihrer Einreise aus dem Hochinzidenzgebiet Polen nicht mehr in zehntägige Quarantäne müssen. Grenzpendler, die aus beruflichen, familiären oder anderen triftigen Gründen die Grenze überschreiten, waren schon von der Quarantänepflicht ausgenommen, mussten aber zwei Mal wöchentlich einen negativen Test vorlegen.

Titelfoto: dpa/Bernd von Jutrczenka

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