Corona in Bayern: Teststation an A93 überlastet, Söder fordert grundlegende Steuersenkung

München - Das Coronavirus bestimmt immer noch das Leben in Deutschland und weltweit. Hier im TAG24-Liveticker erhaltet Ihr alle aktuellen Entwicklungen speziell für den Freistaat Bayern

Markus Söder (53, CSU), Ministerpräsident von Bayern.
Markus Söder (53, CSU), Ministerpräsident von Bayern.  © Peter Kneffel/Pool dpa/dpa
Im Freistaat wurden mittlerweile 67.015* Menschen positiv auf das Coronavirus getestet (Stand: 26. September, 8 Uhr). Davon gelten 58.750 als genesen. 2655 Menschen sind am Virus gestorben. 

In der bayerischen Landeshauptstadt München wurden 70 neue Fälle gemeldet (Stand: 25. September, 23.59 Uhr). Die Gesamtzahl der positiven Tests in der bayerischen Landeshauptstadt steigt somit auf 11.171*. In dieser Zahl enthalten sind 9564 Personen, die bereits genesen sind, sowie 223 Todesfälle.

Die 7-Tage-Inzidenz für die bayerische Landeshauptstadt beträgt 37,99.

Die deutschlandweiten Entwicklungen findet Ihr im +++ Coronavirus-Liveticker +++

* Die einzelnen Tageswerte unterliegen entsprechenden Schwankungen, da sie davon abhängig sind, wann die jeweiligen Labore die positiven Testergebnisse an das Gesundheitsamt im Freistaat Bayern übermitteln.

Update 26. Septmeber, 16 Uhr: Söder fordert wegen Corona-Krise Steuersenkungen und Steuerreform

Markus Söder (53, CSU), Parteivorsitzender und Ministerpräsident von Bayern, sitzt beim virtuellen Parteitag vor seiner Rede in seinem Büro in der CSU-Landesleitung.
Markus Söder (53, CSU), Parteivorsitzender und Ministerpräsident von Bayern, sitzt beim virtuellen Parteitag vor seiner Rede in seinem Büro in der CSU-Landesleitung.  © Sven Hoppe/dpa-pool/dpa

Zur Bewältigung der Folgen der Pandemie fordert CSU-Chef Markus Söder eine grundlegende Corona-Steuerreform für Deutschland. 

"Nicht Steuern rauf, wie Olaf Scholz sagt, das wäre das falsche Signal, sondern Steuern runter", sagte er am Samstag in einer Grundsatzrede auf dem ersten großen Online-Parteitag der CSU. Die Politik müsse in der aktuellen Lage Anreize setzen für Investitionen und alle Ideen, die das Land voranbringen.

"Das heißt, der Soli muss weg für alle. Wir brauchen eine familienfreundliche Steuerpolitik, die Absetzbarkeit von Homeoffice beispielsweise", betonte der bayerische Ministerpräsident. 

Für die Unternehmen müsse es niedrigere Unternehmens- und Energiesteuern geben. "Und wir sollten die Kommunen an der Umsatzsteuer beteiligen." Die Kommunen würden noch lange unter dem Ausfall der für sie so wichtigen Gewerbesteuern zu leiden haben. 

"Deswegen brauchen wir für nächstes Jahr eine Umstellung des Steuersystems."

Update 26. September, 15 Uhr: 7-Tage-Inzidenz für München fällt auf 37,99

Update 26. September, 13.45 Uhr: Corona ist laut Söder Naturkatastrophe und Prüfung für heutige Zeit

CSU-Chef Markus Söder hat das Coronavirus als Naturkatastrophe und als Prüfung für die heutige Zeit und die heutigen Generationen bezeichnet – und zu einem gemeinsamen Kampf gegen die Pandemie aufgerufen. 

"Corona ist mit voller Wucht, aller Macht wieder da, in ganz Europa", sagte Söder am Samstag in einer Grundsatzrede auf dem ersten großen Online-Parteitag der CSU.

Viele hätten keine Lust mehr auf Corona und seien von Corona genervt – er selber auch. Doch Söder mahnte: "Die zweite Welle läuft, und zwar ziemlich stark." Der bayerische Ministerpräsident betonte: "Corona ist eine Art Naturkatastrophe." Und diese Prüfung müsse man nun bestehen. 

Deshalb dürfe man beim Kampf gegen das Virus nicht nachlassen, sondern klug und entschlossen der Herausforderung begegnen. "Vorsicht ist besser als Risiko", mahnte Söder.

Rund 800 Delegierte waren zu der Videokonferenz geladen, rund 540 waren zu Beginn am Samstagnachmittag zugeschaltet. Wegen der anhalten Corona-Krise hatte die CSU nach einem kleinen Parteitag im Mai auch den großen Parteitag ausschließlich ins Internet verlegt.

Update 26. September, 13 Uhr: Corona-Teststation an der A93 überlastet

Die Corona-Teststation an der Autobahn 93 ist seit Samstagvormittag überlastet. Auf dem Rastplatz Heuberg, wo Covid-19 Abstriche bei Reiserückkehrern durchgeführt werden, kommt es zu langen Wartezeiten, sagte ein Sprecher der Polizei am Samstag. 

Auf der A93 gehe es seit etwa 9 Uhr nur stockend voran. Der Rückstau reiche bis zum Grenzübergang Kiefersfelden. Zunächst hatte der Bayerische Rundfunk (BR24) darüber berichtet.

Nach der Einstufung des österreichischen Bundeslands Tirol als Risikogebiet sei es wahrscheinlich, dass Urlauber nun früher abreisen und einen Corona-Test machen lassen, so der Sprecher der Polizei in Rosenheim. 

Update 26. September, 8 Uhr: Viehscheide im Allgäu wegen Corona ohne Zuschauer

Wegen der Corona-Pandemie finden die Viehscheide im Allgäu heuer möglichst ohne Zuschauer statt. 

Wann die Rinder ins Tal gebracht werden, hielten die Alphirten deshalb geheim, sagte der Geschäftsführer des Alpwirtschaftlichen Vereins im Allgäu mit Sitz in Immenstadt, Michael Honisch. "Wir rechnen damit, dass die meisten wegen des Wetterumschwungs bis Ende September schon damit fertig sind."

2019 hatte der Reiseführer "Lonely Planet" die Feiern zum Abtrieb der geschmückten Rinder mit Bierzelten und Krämermärkten als eines von 1000 "einmaligen Erlebnissen" in Europa aufgeführt. Für die Landwirte sei der Ausfall des Touristenspektakels aber von Vorteil, betonte Honisch. 

Die Tiere hätten auf dem Weg ins Tal weniger Stress, zudem sei die Abholung für die Besitzer leichter.

Update 25. September, 18.21 Uhr: Nach vielen Corona-Fällen öffnen Schulen und Kitas in Bad Königshofen

Nach zahlreichen Coronavirus-Fällen im unterfränkischen Bad Königshofen dürfen ab Montag die Schulen und Kitas wieder öffnen. 

Nur für wenige Klassen werden vereinzelte Quarantänemaßnehmen durch die Schulen veranlasst, wie das Landratsamt des Landkreises Rhön-Grabfeld am Freitag mitteilte. Die Betroffenen werden nach Absprache mit dem Gesundheitsamt informiert. Für das Wochenende anberaumte Sportveranstaltungen wurden im Gebiet des Altlandkreises Bad Königshofen untersagt und Sportvereine gebeten, auf Auswärtsspiele zu verzichten.

Wegen der Coronavirus-Fälle in Bad Königshofen sind am Dienstag drei Kitas und sechs Schulen geschlossen worden. Zudem durften keine Besucher in die Alten- und Pflegeheime der 6000-Einwohner-Stadt. Die vielen Fälle führen die Behörden auf eine Hochzeitsfeier am 12. September im Raum Bad Königshofen zurück. Laut Landratsamt konnten die Infektionsketten nachvollzogen werden. 

Derzeit gebe es 51 infizierte Personen im Landkreis Rhön-Grabfeld (Stand: 16.30 Uhr).

Update 25. September, 14.26 Uhr: Corona-Tests bei knapp 650 Schwestern im Kloster Mallersdorf

Im niederbayerischen Kloster Mallersdorf sind am Freitag fast 650 Ordensschwestern sowie einige Mitarbeiter auf eine Infektion mit dem Coronavirus hin getestet worden. 

Das teilte ein Sprecher des Landratsamtes Straubing-Bogen am Freitag mit. Demnach war eine Pflegekraft, die im Seniorenheim in dem Kloster arbeitet, positiv getestet worden. Daraufhin fand eine Reihenuntersuchung statt. Der Altersdurchschnitt der Schwestern liege bei 83 Jahren, sagte der Sprecher. Die Ergebnisse der Tests sollten spätestens Anfang kommender Woche vorliegen.

Die infizierte Pflegekraft befindet sich den Angaben nach in Quarantäne. Für das Kloster sei eine solche Maßnahme nicht angeordnet worden. Die Einrichtung habe aber sämtliche Veranstaltungen abgesagt, und die Schwestern verzichteten vorerst freiwillig auf Außenkontakte. Nicht betroffen von der Reihentestung seien die Landwirtschaft und der Kindergarten des Klosters.

Das Kloster im niederbayerischen Mallersdorf-Pfaffenberg ist das Mutterhaus der Armen Franziskanerinnen von der Heiligen Familie.

Update 25. September, 11.35 Uhr: Deutscher Filmball fällt 2021 aus

Der Deutsche Filmball in München fällt im kommenden Jahr der Corona-Pandemie zum Opfer. "Der Deutsche Filmball bringt die Branche zum Tanzen - daran ist im Moment nicht zu denken", teilte der Präsident der Spitzenorganisation der Filmwirtschaft (SPIO), Thomas Negele, am Freitag mit. Die Entscheidung sei nicht leicht gefallen. Derzeit sei aber "ein Ball, wie wir ihn kennen, nur schwer vorstellbar".

Der Deutsche Filmball gehört seit Jahrzehnten zu den bekanntesten Veranstaltungen der deutschen Filmbranche. 2021 sollte er zum 48. Mal stattfinden. Die Veranstalter hoffen nun darauf, im Jahr 2022 wieder im Münchner Nobelhotel Bayerischer Hof tanzen zu können.

"Die Pandemie und ihre Folgen haben die Filmwirtschaft hart getroffen", sagte Negele. "Verbände und Unternehmen unserer Branche werden auch in den kommenden Monaten gefordert sein, die Folgen der Pandemie zu bewältigen."

SPIO-Geschäftsführer Helmut Poßmann betonte: "Wir stehen in Kontakt mit unseren Partnern sowie dem Hotel Bayerischer Hof, um Alternativen zu erörtern und mit der Branche abzustimmen." Die traditionelle Unterstützung der Deutschen Filmkünstlernothilfe sollte trotz der Ballabsage fortgeführt werden.

Update 25. September, 11.27 Uhr: Konjunktur-Erholung im nächsten Jahr - falls Lockdown ausbleibt

Arbeitsmarkt und Konjunktur in Deutschland werden sich laut einer Prognose des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) im kommenden Jahr vom Corona-Schock erholen - allerdings nur, wenn eine Insolvenzwelle ausbleibt und es nicht zu einem zweiten Shutdown kommt. 

Das an die Bundesagentur für Arbeit angegliederte Institut ermittelte in seiner Herbstprognose für das laufende Jahr einen coronabedingten Rückgang der Wirtschaftsleistung um 5,2 Prozent. Die Zahl der Arbeitslosen werde im Jahresschnitt um 440.000 zunehmen.

Im kommenden Jahr könnte der Prognose zufolge die Wirtschaftsleistung wieder um 3,2 Prozent zulegen, die Zahl der Arbeitslosen im Durchschnitt um 100.000 sinken.

Dauerthema für die Unternehmen in Deutschland bleibt trotz konjunktureller Risiken der Fachkräftemängel. Das Potenzial an Erwerbstätigen wird im laufenden Jahr um 100.000 und im nächsten Jahr noch einmal um 50.000 schrumpfen, heißt es in der Prognose.

Update 24. September, 16.25 Uhr: Staatsoper fordert individuelle Obergrenzen für Besucher

Die bayerische Staatsoper fordert individuelle Obergrenzen für Besucher in den kulturellen Spielstätten im Freistaat. Wegen der Corona-Pandemie sind derzeit maximal 200 Zuschauer bei Kulturveranstaltungen erlaubt. 

Diese allgemeine Obergrenze müsse zum 1. Oktober fallen, teilte Intendant Nikolaus Bachler am Donnerstag mit. Aufgrund der unterschiedlichen Bedingungen könnten im Nationaltheater und an anderen Veranstaltungsorten deutlich höhere Besucherzahlen verantwortet werden.

Die Staatsoper hatte in einem Pilotprojekt im September vor 500 statt 200 Zuschauern im Nationaltheater spielen dürfen. In einem Zwischenbericht für das Kunstministerium zog die Staatsoper eine positive Bilanz: Bei 21 Vorstellungen an 23 Spieltagen sei keine einzige Infektion nach einem Besuch des Theaters bekannt geworden. Bei einer Befragung hätten 94 Prozent der Zuschauer angegeben, sich sicher zu fühlen und zufrieden mit den Corona-Maßnahmen zu sein.

Um das Ensemble und die Zuschauer besser vor einer Infektion mit dem Coronavirus schützen zu können, lässt das Nürnberger Staatstheater seine Künstlerinnen und Künstler auf der Bühne nun schneller testen. Ensemblemitglieder mit coronatypischen Symptomen könnten sich direkt in der Infektambulanz einer Klinik testen lassen, teilte Bayerns größtes Mehrspartenhaus mit. 

Die Ergebnisse lägen innerhalb weniger Stunden vor, so dass Vorstellungen nicht kurzfristig abgesagt werden müssten.

Titelfoto: Peter Kneffel/dpa

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