Coronavirus in Bayern: Hilfe für Privat- und Reha-Kliniken, Corona als ein "Segen"?

München - Das Coronavirus Sars-CoV-2, das die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann, schränkt das Leben und vor allem die Wirtschaft in Bayern immer noch drastisch einAktuelle Zahlen, Entwicklungen und Ausblicke in der Corona-Krise findet Ihr hier im TAG24-Live-Ticker.

Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern.
Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern.  © Peter Kneffel/dpa
Bayernweit wurden mittlerweile 47.349* Menschen positiv auf das Coronavirus getestet (Stand 5. Juni, 10 Uhr). Davon gelten inzwischen 43.460 als genesen. 2494 Menschen sind am Virus gestorben.

Am Vortag waren es im Freistaat noch 47.389 Infizierte und 2491 Verstorbene.

In München wurden 14 neue Fälle gemeldet (Stand 5. Juni, 13.30 Uhr). 

Die Gesamtzahl der positiven Tests in der bayerischen Landeshauptstadt steigt somit auf 6932*. Darin enthalten sind 5908 Personen, die bereits genesen sind sowie 215 Todesfälle.

Das Wichtigste im Überblick:

  • Infos zu den Lockerungen ab Pfingsten findet Ihr >>> hier.
  • Infos zu den Lockerungen ab dem 8. Juni findet Ihr >>> hier.
  • Alles zur Regelung in Restaurants und Biergärten findet Ihr >>>hier
  • Alle Infos zur Maskenpflicht findet Ihr >>> hier.

Die deutschlandweiten Entwicklungen gibt es zusätzlich im +++ Coronavirus-Liveticker +++

*) mit eingerechnet sind die Infizierten, die allesamt als auskuriert gelten sowie die Zahl der Toten.

Update 6. Juni, 8.40 Uhr: Hat Corona-Krise gegen Sexmüdigkeit geholfen?

Der Philosoph und Bestseller-Autor Wilhelm Schmid glaubt an "ein sehr erfreuliches Resultat" der Corona-Krise in deutschen Betten. Eine immens hohe Zahl von Paaren habe nach einigen Jahren des Zusammenlebens überhaupt keinen Sex mehr, sagte Schmid der "Augsburger Allgemeinen". 

Während der Corona-Krise sei dies in etlichen Fällen rückgängig gemacht worden.

Schmid sieht seinen Befund durch gestiegene Verkaufszahlen von Kondomen und Sexspielzeug in Deutschland belegt. "Grund kann nur sein, dass die Menschen jetzt erst entdeckt haben, wie viel an Selbstvertrauen und Gemeinschaftsgefühl der Sex produzieren kann", sagte Schmid. "Und dazu brauchte es offenbar erst die Krise, die die Paare nötigte, mehr zu Hause und mehr zusammen zu sein." 

Entgegen der Erwartungen einer steigenden Scheidungsrate hätten Paare eher wieder zueinander gefunden.

Update 6. Juni, 8.30 Uhr: Sorge um Zusammentreffen von Grippe- und Corona-Welle im Herbst

Mit Blick auf eine mögliche neue Welle der Coronavirus-Infektionen im Herbst mahnen Ärzte schon jetzt für Risikogruppen zu bestimmten Impfungen.

Den ganzen Artikel findet Ihr >>> hier.

Mit Blick auf eine mögliche neue Welle der Corona-Infektionen gilt es laut Ärzten frühzeitig zu handeln. (Symbolbild)
Mit Blick auf eine mögliche neue Welle der Corona-Infektionen gilt es laut Ärzten frühzeitig zu handeln. (Symbolbild)  © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

Update 6. Juni, 7.05 Uhr: Corona könnte laut Umfrage stärker spalten als Flüchtlingskrise

Eine Mehrheit der Deutschen glaubt laut einer neuen Studie, die Corona-Pandemie könne das Land stärker spalten als die Flüchtlingskrise. 

Das geht aus einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey für die "Augsburger Allgemeine" hervor. 

Demnach gaben knapp 60 Prozent der Befragten an, sie glaubten, die Corona-Krise könne zur stärksten Polarisierung der Gesellschaft in den vergangenen zehn Jahren führen. 

Nur rund 27 Prozent glaubten das nicht oder eher nicht, gut 13 Prozent waren in der Frage unentschieden.

Update 6. Juni, 7 Uhr: Rainer Langhans sieht Corona als "Segen"

Für den Ex-Kommunarden Rainer Langhans (79) ist die Corona-Krise ein Segen. 

"Ich lebe seit Jahrzehnten in meinem persönlichen Lockdown. Das Innere ist mir viel wichtiger als alles Äußere", sagte er im Interview der Münchner "Abendzeitung". "Corona ist ein Segen – und eine Hilfestellung für Veränderung und innere Einkehr." 

Die Klimabewegung "Fridays for Future" habe leider nicht ausgereicht. "Es musste eine Krankheit kommen, die alle Menschen zwingt, sich zu ändern, zu besinnen und runterzufahren. Wir haben gelernt, dass es eben nicht egal ist, wenn in China ein Sack Reis umfällt. Wer nicht hören will, muss fühlen."

Langhans wurde als Mitgründer der "Kommune I" berühmt. Er war mit dem Fotomodell Uschi Obermeier liiert. Jüngeren Generationen dürfte er vor allem durch seine Teilnahme am RTL-Dschungelcamp im Jahr 2011 bekannt sein. 

Vor zwei Jahren gewann ein vergoldetes Schamhaar von ihm einen Kunstpreis. Am 19. Juni wird Langhans 80 Jahre alt. Er sei wunschlos glücklich. "Ich habe auch das Gefühl, dass ich immer jünger werde, nicht älter", sagte er der "AZ". "Ich fühle mich wie zwölf. Vor allem geistig."

Update 6. Juni, 6.55 Uhr: Corona-Hilfe für Reha-Einrichtungen und Privatkliniken

Um Mehrbelastungen durch die Behandlung von Corona-Patienten in Reha-Einrichtungen und Krankenhäusern abzufedern, nimmt der Freistaat 138 Millionen Euro in die Hand. 

Über drei Hilfsprogramme sollen stationäre Einrichtungen unterstützt werden, die zur Bewältigung der Corona-Pandemie bereitstehen, aber keine oder nicht ausreichende Ausgleichszahlungen vom Bund erhalten. Das betrifft nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Samstag Reha-Einrichtungen oder reine Privatkliniken. Zudem sollen die Leistungen aller Einrichtungen bei der Versorgung von Covid-19-Erkrankten mit einer Sonderzahlung gewürdigt werden.

"In Bayern leisten auch Reha-Einrichtungen und reine Privatkliniken einen wesentlichen Beitrag bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie", sagte Ministerin Melanie Huml (CSU) laut Mitteilung. "Durch dieses Engagement erleiden die Einrichtungen erhebliche finanzielle Nachteile, die in Einzelfällen liquiditäts- und existenzgefährdend sein können." 

Ferner sei für alle Kliniken die Behandlung der Covid-19-Patienten mit Mehraufwand verbunden, zu dem sich die Krankenhäuser bereiterklärt hätten.

Drei Hilfsprogramme sollen stationäre Einrichtungen unterstützt werden. (Symbolbild)
Drei Hilfsprogramme sollen stationäre Einrichtungen unterstützt werden. (Symbolbild)  © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

Update 5. Juni, 20.30 Uhr: Söder will nicht in Bundespolitik

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat erneut Spekulationen zurückgewiesen, dass es ihn in die Bundespolitik zieht.

"Der schönste Weg in Berlin ist der nach Bayern", sagte er der "Mittelbayerischen Zeitung" (Samstag). Das bleibe auch so. "Mein Platz ist im Freistaat." Aber er schob hinterher: Um für Bayern etwas zu erreichen, müsse man auch in Berlin etwas durchsetzen können. "Nur zu fordern oder Presseerklärungen zu schreiben, reicht nicht."

Söder hat in der Corona-Krise ausgesprochen gute Umfragewerte und ist auch deshalb immer wieder als Kanzlerkandidat im Gespräch. In Umfragen ist er der zweitbeliebteste Politiker nach Merkel und schneidet unter den Unionsanwärtern auf die Kanzlerkandidatur am besten ab.

Um den CDU-Vorsitz - und damit indirekt die Kandidatur - bewerben sich neben Friedrich Merz auch Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet und der Außenpolitiker Norbert Röttgen.

Update 5. Juni, 20 Uhr: Erneut dutzende Demonstrationen gegen Corona-Regeln geplant

Auch an diesem Wochenende wollen in mehreren bayerischen Städten Menschen gegen die Corona-Maßnahmen der Regierung demonstrieren. 

50 Veranstaltungen seien für das Wochenende angemeldet, teilte das Innenministerium am Freitag in München mit. Mit 46 geplanten Veranstaltungen liegt der Schwerpunkt der Demonstrationen erneut auf dem Samstag.

Größere Kundgebungen sind unter anderem in Nürnberg, Passau und München geplant. Mit rund 1000 angemeldeten Personen wird eine der größten Veranstaltungen am Samstag vor dem Augsburger Plärrergelände erwartet. Anders als in den Wochen zuvor findet diesen Samstag keine Kundgebung auf der Münchner Theresienwiese statt - die Veranstalter sagten sie dem Innenministerium zufolge kurzfristig ab.

Bereits am vergangenen Wochenende waren in mehreren bayerischen Städten Tausende Menschen gegen die Corona-Beschränkungen auf die Straßen gegangen. In einigen Städten kamen zu den Kundgebungen aber weit weniger Demonstranten als erwartet. 

Kajakfahrer paddeln auf dem Tegernsee an einem Schild mit der Aufschrift "Abstand halten" vorbei.
Kajakfahrer paddeln auf dem Tegernsee an einem Schild mit der Aufschrift "Abstand halten" vorbei.  © Sven Hoppe/dpa

Update 5. Juni, 16.30 Uhr: Landessozialgericht weist Leiharbeitsfirma zu Kurzarbeit ab

Eine ausländische Leiharbeitsfirma, die in Deutschland 350 Flugbegleiter beschäftigt und bei einem internationalen Luftfahrtkonzern einsetzt, bekommt mangels Betriebssitz im Inland kein Kurzarbeitergeld. 

Das hat das Bayerische Landessozialgericht per Eilverfahren am Freitag entschieden.

Voraussetzung für Kurzarbeitergeld sei eine Niederlassung in der Bundesrepublik. Die Firma habe aber selbst betont, in Deutschland keine Niederlassung zu unterhalten - als die Finanzkontrolle Schwarzarbeit die fehlende Erlaubnis zur Arbeitnehmerüberlassung beanstandet hatte.

Außerdem sei fraglich, ob die Arbeitsplätze nicht schon unabhängig von der Corona-Krise bedroht seien. Denn die Firma hatte schon vor einem Jahr mit der Gewerkschaft Verdi einen Sozialplan geschlossen, "im Rahmen einer Stilllegung und dauerhaften Einschränkung von inländischen Stationierungsstandorten".

Kurzarbeitergeld diene laut Gesetz dem Erhalt von Arbeitsplätzen und sei nicht vorgesehen für Arbeitsplätze, deren Wegfall bereits geplant sei, erklärten die Richter.

Update 5. Juni, 16 Uhr: Alpenverein empfiehlt Gipfel mit breitem Plateau als Corona-Ziel

Der Deutsche Alpenverein (DAV) rät in Corona-Zeiten zu Zielen mit viel Platz. Wanderer sollten Gipfel mit breitem Plateau wählen und "Modeberge" meiden, mahnte der Bergsportverein am Freitag.

Abstand sei zwar derzeit das Gebot der Stunde, beim Sport gelte aktuell ein Mindestabstand von zwei Metern – auch in den Bergen. Dennoch dürfe sich niemand auf engen Wegen in Gefahr bringen oder die Natur schädigen. "Wir verstehen, dass Wanderer in dieser Zeit anderen Wanderern aus dem Weg gehen wollen. Das darf aber nicht dazu führen, dass Pfade künstlich verbreitert oder Abkürzungen zur Standardmaßnahme beim Ausweichen vor Gegenverkehr werden", sagte DAV-Vizepräsident Manfred Sailer. Für Pausen gelte: "Bergwiesen sind keine großflächigen Picknick-Areale, sondern sensible Natur."

An engen Stellen wiederum sei es sinnreich, zu warten, um entgegenkommende Wanderer passieren zu lassen. Mit etwas Geduld komme man auch ans Ziel. Der DAV mahnte: "Wenn viele Menschen unterwegs sind, passiert mehr. Gleichzeitig arbeitet die Bergrettung unter Coronabedingungen, die Einsätze sind deshalb aufwendiger."

Selbstüberschätzung hatte schon vor der Corona-Krise zu vielen Notfällen geführt, immer wieder musste die Bergwacht ausrücken, weil Wanderer oder Bergsteiger einfach nicht mehr weiter konnten.

Update 5. Juni, 14.40 Uhr: Neue Fallzahlen für München und den Freistaat

In Bayern sind inzwischen 47.349 Menschen positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden. Gestorben sind bisher 2494 Menschen, die sich mit dem Erreger infiziert hatten.

Das teilte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Erlangen (Stand 10.00 Uhr) auf seiner Homepage mit. Die geschätzte Zahl der Genesenen lag bei 43.460 Menschen.

In München wurden seit gestern 14 neue Fälle bestätigt. Damit steigt die Zahl der Inifizierten in der Landeshauptstadt auf 6932 Fälle. 215 Menschen davon verloren ihr Leben durch den Virus. 

Update 5. Juni, 13.49 Uhr: Corona-Hilfen für Bayerns Wochenzeitungen, Radios und Fernsehanbieter

Zur Unterstützung in der Corona-Krise erhalten Bayerns Wochenzeitungen sowie private Radio- und Fernsehanbieter eine Sonderförderung. 

"Gerade in der aktuellen Situation zeigt sich die große Bedeutung von Qualitätsmedien und gutem Journalismus überdeutlich. Demokratie braucht starke Medien, objektive Berichterstattung und Vielfalt", sagte der für Medien zuständige Staatsminister Florian Herrmann (CSU) am Freitag in München. "Wir helfen schnell und stellen für unsere lokalen Medien eine Corona- Sonderförderung von insgesamt zwei Millionen Euro bereit."

Die vom Anzeigenrückgang besonders betroffenen kostenlosen lokalen Wochenzeitungen erhalten eine Sonderförderung von einer Million Euro für Zustellung, innovative technische Verbreitungsmethoden sowie Entwicklung neuer Geschäftsmodelle. 46 Verlage von Wochenzeitungen in Bayern mit einer Gesamtauflage von über 10 Millionen Exemplaren hatten im Vorfeld eine Förderung beantragt, die jetzt über den Bundesverband Deutscher Anzeigenblätter weitergegeben wird.

Private Hörfunk-Anbieter sollen 500.000 Euro Sonderförderung erhalten, Lokal-TV-Anbieter ebenfalls. Neben einer zusätzlichen Entlastung bei den Verbreitungskosten DAB+ wird auch die Verbreitung über UKW gefördert. Dies sichere die Angebotsvielfalt in der Corona-Krise und treibe die Digitalisierung weiter voran. Die Zusatzförderung für Hörfunk und Lokal-TV erfolge über die Landeszentrale für neue Medien.

Diverse Hinweisschilder stehen vor einem Biergarten im Englischen Garten, die sich auf Verhaltensregeln (l) im Biergarten und zur Gästedatenerfassung (r) in der Corona-Krise beziehen.
Diverse Hinweisschilder stehen vor einem Biergarten im Englischen Garten, die sich auf Verhaltensregeln (l) im Biergarten und zur Gästedatenerfassung (r) in der Corona-Krise beziehen.  © Peter Kneffel/dpa

Update 5. Juni, 13.45 Uhr: Manuel Neuer vermisst Austausch

Nationalmannschafts-Kapitän Manuel Neuer sehnt das Ende der coronabedingten Länderspielpause herbei. 

"Was uns allen am meisten fehlt in dieser Zeit, ist der zwischenmenschliche Austausch", sagte Neuer zur nun schon über halbjährigen Pause. Wegen der Corona-Pandemie wurde die Europameisterschaft gestrichen, auch alle Testspiele in diesem Jahr fielen aus. "Daher freue ich mich natürlich darauf, dass wir als Nationalmannschaft auch irgendwann wieder zusammenkommen", sagte der Bayern-Torwart auf der DFB-Homepage.

Der 34 Jahre alte Schlussmann hofft wie auch Bundestrainer Joachim Löw auf einen Neustart im Herbst, in welcher Form auch immer. Für den 3. September ist der Beginn der Nations League gegen Spanien angesetzt, drei Tage später soll das nächste Spiel in der Schweiz folgen. Die aktuelle Situation sei weiter "schwierig zu beurteilen", so Neuer. Keiner wisse, wie die Situation in drei Monaten sein werde.

"In erster Linie geht es uns Fußballern in dem Fall so wie jedem anderen auch. Wir sind alle plötzlich mit einer komplett neuen Situation konfrontiert worden, und jeder für sich musste lernen, damit umzugehen", sagte Neuer. "Und dieser Lernprozess ist, denke ich, auch noch nicht abgeschlossen. Die kleinen Dinge haben in der Wahrnehmung wieder an Wert gewonnen."

Die Bundesliga wird derzeit mit Geisterspielen unter Notbedingungen fortgesetzt. "Natürlich hat diese Zeit den Fokus zunächst mal auf andere Themen gelenkt. Jetzt, wo die Bundesliga wieder gestartet ist, als erste Profiliga in Europa, machen wir uns als Nationalspieler natürlich schon Gedanken darüber, wie es weitergeht", sagte Neuer.

Jeder Nationalspieler habe sich wahnsinnig auf die EM in diesem Sommer gefreut, "gerade auch wegen der drei Heimspiele in der Gruppenphase vor unseren eigenen Fans". Doch diese Vorfreude werde nun 2021 wiederkommen. Dann soll das Turnier nachgeholt werden.