Coronavirus in Bayern: Markus Söder verteidigt Schließung von Schulen, Zahlen für den Freistaat

München - Das Coronavirus hat Deutschland und die Welt weiterhin fest im Griff. Im TAG24-Liveticker erhaltet Ihr alle aktuellen Informationen rund um die Lage im Freistaat Bayern.

Markus Söder (53, CSU), Ministerpräsident von Bayern.
Markus Söder (53, CSU), Ministerpräsident von Bayern.  © Sven Hoppe/dpa Pool/dpa
Im Freistaat wurden mittlerweile 378.135* Menschen positiv auf das Coronavirus getestet (Stand: 19. Januar, 8 Uhr). Davon gelten 319.890 als genesen, 8.978 Menschen sind bereits gestorben.

In München wurden 143 neue Fälle gemeldet (Stand: 19. Januar, 0 Uhr). Die Gesamtzahl der positiven Tests steigt auf 49.720* an. Enthalten sind in dieser Zahl 44.859 Personen, die inzwischen als wieder genesen gelten, und 705 Todesfälle.

Die 7-Tage-Inzidenz** für die Landeshauptstadt beträgt derzeit 114,9 (RKI, Stand: 19. Januar).

Wer sich impfen lassen möchte, kann sich >>> hier beim Bayerischen Impfzentrum registrieren. Infos zur entsprechenden Reihenfolge bei den Coronavirus-Impfungen findet Ihr >>> hier.

Die deutschlandweiten Entwicklungen findet Ihr im +++ Coronavirus-Liveticker +++

* Die einzelnen Tageswerte unterliegen entsprechenden Schwankungen, da sie davon abhängig sind, wann die jeweiligen Labore die positiven Testergebnisse an das Gesundheitsamt im Freistaat Bayern übermitteln.

** Die 7-Tage-Inzidenz entspricht der Anzahl der für die letzten sieben Tage neu gemeldeten Fälle pro 100.000 Einwohner und wird täglich vom RKI sowie werktäglich vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) ermittelt.

Update 20. Januar, 7.40 Uhr: Platzverweis am Schlittenhügel - Kritik an ständigen Verboten

Schlittenhügel voll, Polizei an Eisflächen, alles andere zu: Was bleibt im Corona-Lockdown noch fürs Wintervergnügen für Kinder und Jugendliche? Der Kreisjugendring in München fordert nun von der Stadt mehr Winter-Angebote für Kinder, damit sich die Menschen nicht auf den Rodelbergen stapeln.

"Gesperrte Eisflächen und Platzverweise am Rodelhügel zeigen ein Dilemma: Zu viele wollen den Spaß im Schnee genießen", sagte Judith Greil, Vorsitzende des Kreisjugendrings (KJR). Statt wieder mit Verboten zu reagieren, sollten Städte mehr Angebote machen, um so den Andrang zu entzerren. "Denn der Winter gehört allen – auch den Kindern und Jugendlichen."

Natur und Schneevergnügen sei das "Highlight" für Kinder, Jugendliche und Familien in der schwierigen Zeit des Lockdowns.

Auch im Umland seien zum Beispiel Familien aus München nicht mehr willkommen, kritisierte Greil. Landkreise wie Miesbach haben im Zuge der 15-Kilometer-Regel für Ausflügler dicht gemacht. "Kindern ein gelingendes Aufwachsen zu ermöglichen, ist jedoch eine große Verantwortung und nicht nur ein touristisches Vergnügen, ganz gleich ob in München oder im Münchner Umland."

Update 20. Januar, 7.25 Uhr: Bayerische Gastwirte verzweifelt wegen Lockdown-Verlängerung

Gastwirte und Hoteliers in Bayern haben entsetzt auf die Verlängerung des Lockdowns bis Mitte Februar reagiert.

"Wir versuchen nach wie vor mit aller Kraft die Pandemie zu überstehen und mit Zuversicht in das zweite Corona-Jahr zu schauen. Angesichts der erneuten Verlängerung des Lockdowns bis Mitte Februar nimmt allerdings in weiten Teilen des Gastgewerbes die Verzweiflung überhand", sagte der Landesgeschäftsführer des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes, Thomas Geppert, am Mittwoch in München. "Der Lockdown kann nicht ewig ohne eine echte Perspektive verlängert werden."

Der Verband forderte Planungssicherheit für Unternehmen, Gäste und Mitarbeiter sowie stabile und verlässliche wirtschaftliche Rahmenbedingungen. So müssten Softwareprobleme bei der gestarteten Auszahlung der Novemberhilfe endlich behoben werden. "Durch dieses unprofessionelle und verzögerte Verhalten der Bundesregierung werden Existenzen aufs Spiel gesetzt. Das ist unverantwortlich", erklärte Geppert. "Wehe einer von uns zahlt nur einen Tag zu spät seine Steuern, aber der Bundesfinanzminister schafft es nicht, dass Ende Januar die Novemberhilfen fehlerfrei ausbezahlt werden."

Geppert forderte zudem, bei sinkenden Infektionszahlen das Gastgewerbe schrittweise zu öffnen. "Das steht nicht im Widerspruch zur Pandemiebekämpfung. Wir sind Teil der Lösung und nicht des Problems", so der Verbandschef.

Update 20. Januar, 7 Uhr: Bayern will Erbgut von mutierten Viren besser erforschen

Das mutierte Coronavirus soll auch in Bayern besser erforscht werden.

Gemeinsam mit den Universitätskliniken im Land arbeite das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit an einem entsprechenden Konzept zur Sequenzierung von mutierenden Viren, sagte Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) der Deutschen Presse-Agentur in München.

Bei der Sequenzierung wird nach Angaben des Robert Koch-Instituts die Reihenfolge der Erbgutbausteine bestimmt.

Anfangs würden nur Erbgutabschnitte sequenziert, die für den Nachweis und die Unterscheidung der Erregervariante von verwandten Varianten wichtig seien. Wenn nötig, könne aber auch das komplette Erbgut eines Erregers sequenziert werden, um Hinweise auf seine Eigenschaften zu erhalten.

Bei der Mutation "B.1.1.7" wird befürchtet, dass es sich auch unter Kindern stärker und schneller verbreitet.

Update 20. Januar, 6.45 Uhr: Markus Söder verteidigt Schulschließungen

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat die erneute Verlängerung des Lockdowns samt Schulschließungen wegen der großen Sorge vor dem mutierten Coronavirus verteidigt.

Die Gefahr, dass das Virus auch von Kindern weiter verbreitet werde und so die Pandemie weiter beschleunigt werde, werde von vielen Experten geteilt, sagte der CSU-Chef nach Beratungen mit den Ministerpräsidenten der Länder am Dienstagabend in Berlin. Es sei wichtig, dass gehandelt werde, bevor sich das mutierte Virus in Deutschland weiter verbreite.

Söder sprach sich dafür aus, in dem wegen der Pandemie besonders belasteten Schuljahr keinen zusätzlichen Stress zu schaffen. Hier müsse überlegt werden, ob etwa Klausuren reduziert werden oder wie die Versetzungen stattfinden könnten. Es sei wichtig, ein Signal an die Schüler und ihre Eltern zu senden, dass die hohe Qualität der Bildung ohne zusätzlichen Leistungsdruck aufrechterhalten werde.

Wegen der insbesondere in Großbritannien und Irland vorkommenden Mutation des Virus sei der nun bundesweit verstärkte Einsatz besonders schützender Masken im Handel und im öffentlichen Personennahverkehr oder am Arbeitsplatz wichtig, sagte Söder. "Wird das Virus gefährlicher, muss die Maske besser werden. Ganz einfach."

Markus Söder (CSU, r.) hat die erneute Verlängerung des Lockdowns samt Schulschließungen verteidigt.
Markus Söder (CSU, r.) hat die erneute Verlängerung des Lockdowns samt Schulschließungen verteidigt.  © Hannibal Hanschke/REUTERS/Pool/dpa

Update 20. Januar, 6 Uhr: Bayerns Kabinett verlängert Lockdown wohl ohne neue Verschärfungen

Aus großer Sorge vor der aggressiveren Mutation des Coronavirus wird in Bayern wie im übrigen Bundesgebiet der Lockdown bis mindestens Mitte Februar verlängert. Das Kabinett will am Mittwoch (11 Uhr) in einer Videokonferenz den Beschluss der Ministerpräsidentenkonferenz umsetzen - obwohl sich die Infektionszahlen im Freistaat aktuell wieder nach unten bewegen. Bislang war der Lockdown bundesweit bis Ende Januar befristet.

Das bedeutet in der Praxis nicht nur, dass weite Teile des Handels, der Hotellerie und der Gastronomie weiter geschlossen bleiben, auch die Schulen im Freistaat werden vorerst weiter keinen normalen Präsenzunterricht und die Kitas weiter nur Notbetreuung anbieten. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) erklärte die Beschlüsse insbesondere mit der großen Befürchtung, dass sich die Corona-Mutation auch hierzulande durchsetzen könnte.

Er betonte, die Politik sei sich darüber im Klaren, dass die aktuelle Regelung viel von Schülern und Eltern abverlange. Abgesehen von der zeitlichen Verlängerung des Lockdowns sind für Bayern zunächst aber wohl keine weiteren Verschärfungen in Sicht.

Update 19. Januar, 17.01 Uhr: Aktuelle Zahlen für Bayern und München

In Bayern sind mittlerweile 378.135 Menschen positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden.

Dies teilte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Erlangen auf seiner Homepage mit (Stand: 8 Uhr). Gestorben sind bislang im Freistaat 8.978 Menschen, die sich mit dem Erreger infiziert hatten.

Als genesen gelten 319.890 Personen.

Update 19. Januar, 7.51 Uhr: 15 Landkreise und Städte über Inzidenzwert von 200

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen ist in Bayern binnen eines Tages um 2781 gestiegen.

15 Landkreise und kreisfreie Städte lagen nach den beim Robert Koch-Institut (RKI) gemeldeten Zahlen am Dienstag über dem Inzidenzwert von 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen. 232 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden wurden gemeldet. Die aktuellen Zahlen enthalten Nachmeldungen, da Daten aus Bayern am Montag unvollständig beim RKI eingegangen sind.

Den höchsten Inzidenzwert verzeichnet derzeit die Stadt Bayreuth mit 292,8, gefolgt von der Stadt Ansbach und dem Kreis Regen. Am Montag hatten 13 Landkreise und Städte über dem Inzidenzwert von 200 gelegen.

Für Kommunen mit diesem Inzidenzwert gilt die 15-Kilometer-Regel. Danach dürfen deren Bewohner Ausflüge nur noch in einem Umkreis von höchstens 15 Kilometern unternehmen. Die Regel tritt automatisch erstmals in Kraft, sobald das RKI in kreisfreien Städten oder Landkreisen mehr als 200 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche meldet.

Die Sieben-Tage-Inzidenz für ganz Bayern lag laut RKI bei 136,1. Bundesweit meldete die Behörde einen Wert von 131,5. Die höchsten Werte unter den Bundesländern verzeichnen Thüringen mit 256,3 und Sachsen mit 225,7. Den niedrigsten Wert hat Bremen mit 83,2 (Stand: 19.1., 0 Uhr).

Update 19. Januar, 6.12 Uhr: Oppositionsparteien: Ja zu längerem Lockdown, Nein zu Verschärfung

Vor den neuen Bund-Länder-Beratungen zur Corona-Krise haben Oppositionsparteien in Bayern ihre grundsätzliche Unterstützung für eine Verlängerung des Lockdowns signalisiert. Einer Verschärfung der Kontaktbeschränklungen erteilten mehrere Fraktionsvorsitzende eine Absage - sie forderten dagegen deutlich mehr Homeoffice als bisher. Einzig die AfD will das Ende aller Lockdown-Verordnungen.

"Die Lage ist weiterhin sehr ernst, die Mutationen des Virus machen mir große Sorgen", sagte Grünen-Fraktionschefin Katharina Schulze der Deutschen Presse-Agentur und zog folgenden Vergleich: "Wir sind in einer Situation wie bei einem ganz langsam ablaufenden Hochwasser. Da baut man auch nicht die Spundwände ab und holt die Sandsäcke schonmal rein, sondern erst, wenn die Pegel wieder nahe an normal sind.» Im Privaten habe man allerdings «schon fast das Maximum, was die Menschen leisten können". Schulze forderte aber einen Rechtsanspruch auf Homeoffice und eine spezielle Corona-Arbeitsschutzverordnung.

SPD-Fraktionschef Horst Arnold sagte: "Aus meiner Sicht müssen die Kontaktbeschränkungen verlängert werden. Für eine Vertiefung, vor allem im privaten Bereich, sehe ich jedoch keinen Spielraum - beim Homeoffice hingegen schon." Weniger Kontakte am Arbeitsplatz und auf dem Weg zur Arbeit bedeuteten auch weniger Infektionen. Arnold betonte zudem, alle Maßnahmen müssten auf ihre Wirksamkeit hin überprüft und wissenschaftlich begründet werden. Kritisch sieht die SPD die 15-Kilometer-Regel für Tagesausflüge in Hotspots, die sie auch gerichtlich überprüfen lässt, und die nächtliche Ausgangssperre.

FDP-Fraktionschef Martin Hagen sagte: "Wir haben die Schraube mit den aktuellen Kontaktbeschränkungen schon ziemlich weit gedreht. Zusätzliche Verschärfungen kosten nur noch Akzeptanz und schaden damit mehr als sie nutzen." Der Staat sei jetzt in der Pflicht, er müsse seine Hausaufgaben erledigen, etwa beim Schutz von Alten- und Pflegeheimen, bei der Gewährleistung eines Corona-sicheren Schulunterrichts oder beim Homeoffice im Öffentlichen Dienst. Und weil die größte Gefahr aktuell von Mutationen ausgehe, müssten die Kapazitäten der Genomsequenzierung ausgebaut und genutzt werden.

Die AfD-Fraktionsvorsitzenden Katrin Ebner-Steiner kritisierte, die bisherigen Maßnahmen hätten keine signifikante Wirkung gezeigt. Das verdeutliche die Anordnung der Staatsregierung, dass die sogenannten Alltagsmasken nun durch FFP2-Masken ersetzt werden müssten. "Zudem liegt keine wissenschaftliche Evaluation der bisherigen Maßnahmen vor, und zahlreiche namhafte Wissenschaftler halten den Lockdown nicht für zielführend."

Angesichts dieser "Planlosigkeit" fordere sie "die komplette Rücknahme aller Lockdown-Verordnungen" und stattdessen die Intensivierung der Schutzmaßnahmen für Risikogruppen.

Update 18. Januar, 20.55 Uhr: Bis Mitte Februar 13 Prozent weniger Biontech-Impfstoff in Bayern

Der Impfstoff-Hersteller Biontech wird bei den vier bis zum 15. Februar anstehenden Lieferungen nach Bayern insgesamt 13 Prozent weniger Impfstoff liefern als geplant.

Das teilte Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) am Montag in München mit. Bei den Erstimpfungen komme es deshalb zu Verzögerungen und Verschiebungen. Zweitimpfungen hätten Vorrang und seien sichergestellt.

Die Minderlieferungen würden nach Angaben des Unternehmens ab dem 22. Februar wieder ausgeglichen werden.

Update 18. Januar, 18.11 Uhr: Friseur-Innung: Lockdown führt zu Schwarzarbeit

Der Lockdown führt nach Ansicht des bayerischen Friseurhandwerks zu einem Anstieg der Schwarzarbeit.

"Aktuell beobachten wir mit großer Sorge einen massiven Anstieg 'unmoralischer' Angebote von Verbrauchern, die bei Friseuren wegen privater Termine für Haarschnitte nachfragen", heißt es in einem Schreiben des Landesinnungsverbands an die Staatsregierung vom Montag. Das sei eine fatale Entwicklung angesichts der Corona-Pandemie, denn Hygienekonzepte spielten in der Schwarzarbeit keine Rolle und Infektionsketten seien nicht nachvollziehbar.

Seit Mitte Dezember sind die Friseursalons geschlossen. Auch Hausbesuche sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums nicht erlaubt. Nach dem bayerischen Infektionsschutzgesetz sind alle Dienstleitungen untersagt, bei denen körperliche Nähe zum Kunden unabdingbar ist.

Der Landesinnungsverband appelliert nun an die Staatsregierung, dass die Friseursalons zum 1. Februar wieder öffnen dürfen. Die 14.000 selbstständigen Friseure im Freistaat hätten bereits bewiesen, dass dank guter Hygienekonzepte ein Friseurbesuch in der Pandemie sicher sei, hieß es.

Laut der Berufsgenossenschaft habe es im vergangenen Jahr in den 80.000 Betrieben in Deutschland nur sechs gemeldete Covid-19-Fälle gegeben.

Titelfoto: Hannibal Hanschke/REUTERS/Pool/dpa

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