Corona in Bayern: Hälfte der Corona-Toten aus Altenheimen, Aufnahmestopp im Klinikum Bayreuth

München - Das Coronavirus hat Deutschland und die Welt weiterhin fest im Griff. Im TAG24-Liveticker erhaltet Ihr alle aktuellen Informationen rund um die Lage im Freistaat Bayern.

Markus Söder (53, CSU), Ministerpräsident von Bayern.
Markus Söder (53, CSU), Ministerpräsident von Bayern.  © Sven Hoppe/dpa Pool/dpa
Im Freistaat wurden mittlerweile 391.947* Menschen positiv auf das Coronavirus getestet (Stand: 26. Januar, 0 Uhr). Davon gelten 340.580 als genesen, 9842 Menschen sind bereits gestorben.

In München wurden 11 neue Fälle gemeldet (Stand: 26. Januar, 0 Uhr). Die Gesamtzahl der positiven Tests steigt auf 50.838* an. Enthalten in dieser Zahl sind 47.187 Personen, die inzwischen als wieder genesen gelten, sowie 787 Todesfälle.

Die 7-Tage-Inzidenz** für die Landeshauptstadt beträgt derzeit 73,9 (RKI, Stand: 26. Januar).

Wer sich impfen lassen möchte, kann sich >>> hier beim Bayerischen Impfzentrum registrieren. Infos zur entsprechenden Reihenfolge bei den Coronavirus-Impfungen findet Ihr >>> hier.

Die deutschlandweiten Entwicklungen findet Ihr im +++ Coronavirus-Liveticker +++

* Die einzelnen Tageswerte unterliegen entsprechenden Schwankungen, da sie davon abhängig sind, wann die jeweiligen Labore die positiven Testergebnisse an das Gesundheitsamt im Freistaat Bayern übermitteln.

** Die 7-Tage-Inzidenz entspricht der Anzahl der für die letzten sieben Tage neu gemeldeten Fälle pro 100.000 Einwohner und wird täglich vom RKI sowie werktäglich vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) ermittelt.

Update 26. Januar, 16.22 Uhr: Aktuelle Zahlen für die Stadt München

Update 26. Januar, 16.19 Uhr: Regierung prüft Konsequenzen nach Urteil gegen 15-Kilometer-Regel

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek will nun die nächsten Schritte prüfen. (Archiv)
Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek will nun die nächsten Schritte prüfen. (Archiv)  © Peter Kneffel/dpa

Nach dem Urteil des Bayerischen Verwaltungsgerichtshof gegen die 15-Kilometer-Regel für Bewohner von Corona-Hotspots prüft die Staatsregierung die weiteren Konsequenzen.

Er habe die Entscheidung mit Bedauern zur Kenntnis genommen, nun würde der weitere Handlungsbedarf geprüft, sagte Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) der Deutschen Presse-Agentur. Wie diese konkret aussehen könnten, ließ er aber zunächst offen.

Zugleich hob Holetschek hervor, dass das Gericht den Eilantrag gegen die FFP-2-Maskenpflicht abgelehnt "und diese für voraussichtlich rechtmäßig erklärt hat". Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hatte am Dienstag die 15-Kilometer-Regel vorläufig außer Vollzug gesetzt.

Die Richter gaben einem Eilantrag aus Passau statt. Kommunen mit besonders hohen Infektionszahlen dürfen aber weiterhin eine Einreisesperre für touristische Tagesausflüge anordnen.

Den vollständigen Bericht zu der gekippten 15-Kilometer-Regel findest du >>> hier.

Update 26. Januar, 14.24 Uhr: Ministerium: Rund Hälfte der Corona-Toten aus Altenheimen

48,7 Prozent der Corona-Toten lebten in einem Alten- oder Pflegeheim. (Symbolbild)
48,7 Prozent der Corona-Toten lebten in einem Alten- oder Pflegeheim. (Symbolbild)  © Christoph Schmidt/dpa

Rund die Hälfte aller Menschen, die in Bayern mit oder an einer Corona-Infektion gestorben sind, lebten nach Angaben des Gesundheitsministeriums in einem Alten- oder Pflegeheim.

Rund 48,7 Prozent der Covid-19-Toten stammten aus stationären Pflegeeinrichtungen, sagte ein Ministeriumssprecher am Dienstag in München. Das entspreche mit Stand 12. Januar 3933 Toten. Die Zahlen stammten von den Bezirksregierungen und seien "nicht zwingend" vollständig, so der Sprecher. Zuerst hatte die "Süddeutsche Zeitung" darüber berichtet.

Corona-Ausbrüche in Altenheimen sind besonders schlimm, weil die meisten Menschen dort Vorerkrankungen haben und sich das Virus zudem schnell verbreiten kann. Kritiker werfen der Staatsregierung vor, zu wenig für den Schutz der Alten getan zu haben.

Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) bezeichnete die Situation in den Alten- und Pflegeheimen unlängst als "Kernfrage". Dort seien die größten und schwersten Ausbruchsgeschehen verzeichnet worden.

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sagte am Dienstag, bayernweit seien inzwischen 86 Prozent der Alten- und Pflegeheime in der Erstimpfung durch.

Update 26. Januar, 14.19 Uhr: Aufnahmestopp im Klinikum Bayreuth wegen Verdacht auf Corona-Mutation

Wegen des Verdachts des Ausbruchs der Corona-Mutation B.1.1.7 hat das Klinikum Bayreuth seine Häuser geschlossen. (Symbolbild)
Wegen des Verdachts des Ausbruchs der Corona-Mutation B.1.1.7 hat das Klinikum Bayreuth seine Häuser geschlossen. (Symbolbild)  © Felix Kästle/dpa

Wegen des Verdachts des Ausbruchs einer hochansteckenden Corona-Mutation hat das Klinikum Bayreuth seine Häuser vorerst geschlossen.

Patienten werden nur noch in absoluten Notfällen aufgenommen, wie das Klinikum am Dienstag mitteilte. Alle geplanten Eingriffe sollen abgesagt und Patienten erst nach zwei negativen Testergebnissen entlassen werden. "Aktuell ist die Lage in dem Bayreuther Großkrankenhaus angespannt, aber unter Kontrolle", betonte das Klinikum.

Die Mutation B.1.1.7 aus England wurde in Bayreuth erstmals bei einer Person nachgewiesen, die von einer Reise zurückgekehrt war. Das Klinikum ließ nach eigenen Angaben daraufhin 30 Proben untersuchen - in elf Fällen besteht nun tatsächlich der Verdacht einer Mutation, bei zwei Proben ist es noch fraglich. Mit dem abschließenden Ergebnis rechnet das Klinikum aber erst in knapp zwei Wochen.

Momentan seien 99 der mehr als 3300 Mitarbeitenden des Klinikums positiv auf Corona getestet. Eine Reihentestung am Wochenende von über 2800 Angestellten habe 18 Fälle ergeben. "Sie alle sind in Quarantäne und nicht im Dienst", hieß es weiter. Aber auch alle anderen Mitarbeitenden des Klinikum dürfen nur noch ohne öffentliche Verkehrsmittel zur Arbeit kommen und befinden sich ansonsten in Quarantäne.

Das Virus sei im Klinikum auf mehreren Stationen ausgebrochen. Nach und nach sollen alle Patienten auf das Coronavirus getestet werden. Stand Dienstag wurden laut Klinikum 80 Covid-19-Patienten behandelt, davon elf intensiv.

Die Mutation B.1.1.7 sei im Krankheitsverlauf nicht gefährlicher, wohl aber deutlich ansteckender, teilte das Klinikum mit. Je nach Studie soll die Ansteckungsgefahr um 50 bis 70 Prozent höher liegen.

Update 26. Januar, 14.16 Uhr: Schleppender Impfverlauf laut Söder nicht akzeptabel für Deutschland

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat den schleppenden Verlauf der Corona-Impfungen in Deutschland erneut massiv kritisiert.

"Es führt zu Verdruss, wenn in anderen Ländern der Welt die Enkel geimpft werden, wenn bei uns aber die Großeltern auf die Impfung warten", sagte der CSU-Chef am Dienstag nach einer Sitzung des Kabinetts in München. Er appellierte an Bund und EU, zu klären, dass die Impfstofflieferungen besser werde. Ziel müsse es sein, nicht hilflos, sondern engagiert zu wirken.

"Aber die Wahrheit ist auch, das Impfen entwickelt sich zunehmend zu einem echten Problem, weil der Impfstoff einfach fehlt", betonte Söder. Es entstehe große Verärgerung und es sei auch ein psychologisches Problem, wenn der Impfstoff nicht in ausreichendem Maße vorhanden sei.

Letztlich entscheide die Impfung nicht nur über Leben, sondern auch über die Rückkehr zur Normalität, zu Freiheit und sei auch wichtig für die wirtschaftliche Entwicklung. Für ein Land wie Deutschland könne nicht akzeptiert werden, dass die Impfungen so langsam verliefen.

Bayernweit seien inzwischen 86 Prozent der Alten- und Pflegeheime in der Erstimpfung durch, sagte Söder. Auch bei den über 80-Jährigen habe die Impfung begonnen. «Es wird versucht alles zu tun, was geht», sagte Söder. In Bayern habe es bisher noch keinen Impfstopp gegeben.

"Wir verspielen Vertrauen", sagte Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU). Bayern sei hier aber abhängig von den Lieferungen.

Update 26. Januar, 13.50 Uhr: Söder: Es ist jetzt nicht die Zeit für Lockerungen

Markus Söder (53, CSU), Ministerpräsident von Bayern, sitzt vor Beginn einer Kabinettssitzung im Videoraum in der Staatskanzlei. Die Sitzung zur weiteren Entwicklung der Corona-Lage in Bayern fand als Videokonferenz statt.
Markus Söder (53, CSU), Ministerpräsident von Bayern, sitzt vor Beginn einer Kabinettssitzung im Videoraum in der Staatskanzlei. Die Sitzung zur weiteren Entwicklung der Corona-Lage in Bayern fand als Videokonferenz statt.  © Sven Hoppe/dpa-pool/dpa

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat vor dem Hintergrund sinkender Corona-Zahlen vor überstürzten Lockdown-Lockerungen gewarnt.

Die Tendenz bei den Zahlen sei positiv, sagte Söder am Dienstag nach einer Videoschalte des Kabinetts in München.

Unter Verweis auf das mutierte Virus warnte Söder aber, "toxisch" wäre eine Verbreitung der Mutation parallel zu einer überstürzten Lockerung. "Wir dürfen jetzt nicht nachlassen, es ist noch nicht vorbei", betonte Söder. "Es ist nicht die Zeit für Lockerungen."

"Wir sind auf einem guten Weg", sagte Söder. Die Zahlen gingen Stück für Stück zurück. Zuletzt habe es 801 Neuinfektionen binnen 24 Stunden in Bayern gegeben - auf dem bisherigen Höhepunkt waren es demnach mehr als 6500 Fälle gewesen.

Die Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen binnen einer Woche je 100.000 Einwohner, liege bei 104. Inzwischen lägen nur noch 5 Kreise und kreisfreie Städte über dem kritischen Wert von 200, auf dem Höhepunkt seien es 51 gewesen. Die Strategie sei also komplett richtig, die Maßnahmen wirkten, sagte Söder. Man befinde sich mitten in einer sehr erfolgreichen Therapie.

Söder mahnte aber, es gebe keinen Anlass zur Entwarnung. "Wir sind noch viel zu weit von den 50 entfernt." Dieser Inzidenzwert gilt deutschlandweit als Zielmarke. Söder warnte deshalb vor einer Debatte über vorschnelle Lockerungen. Es gelte der Rat, "das Wasser zu halten, anstatt den Mund wässrig zu machen". Jeder wolle Öffnungen, jeder wolle Erleichterungen, jeder wolle gerne Normalität - aber an erster Stelle stehe eben die Verantwortung, mahnte Söder.

Niemand wolle einen "Jo-Jo-Effekt", sagte Söder. "Was macht es für einen Sinn, ein Geschäft für drei Wochen zu öffnen, wenn man es dann wieder schleißen muss?" Ein schnelles Hin und Her hätte auch fatale Folgen für die Akzeptanz der Bevölkerung, warnte der Regierungschef.

Update 26. Januar, 13.40 Uhr: Eltern bekommen Gebühren für Kita und Mittagsbetreuung erstattet

Eltern, die ihre Kinder derzeit gar nicht oder nur selten in die Notbetreuung in den Kitas oder in die Mittagsbetreuung geben, sollen finanziell entlastet werden.

Die Elternbeiträge werden analog zu den Regelungen im Frühjahrs-Lockdown übernommen, beschloss das Kabinett am Dienstag in München - und zwar für Januar und Februar.

Neu hinzugekommen ist eine "Bagatellklausel": Die Beiträge werden auch dann erstattet, wenn das Kind maximal fünf Tage im Monat in der Notbetreuung war.

"Wir hoffen damit zu erreichen, dass wirklich nur die Tage in Anspruch genommen werden, die auch wirklich benötigt werden", erläuterte Familienministerin Carolina Trautner (CSU). Mit der vorausschauenden Übernahme der Kosten für Februar sollten die Eltern Planungssicherheit erhalten.

Die Pauschalbeträge, die den Trägern erstattet werden, werden wie in den Monaten April bis Juni an durchschnittlichen Beitragshöhen bemessen. Für Krippen sind dies 300 Euro, für den Kindergarten 50 Euro, für einen Hortplatz 100 Euro, in der Kindertagespflege 200 Euro, in der Mittagsbetreuung bis etwa 14 Uhr 68 Euro und in der Mittagsbetreuung bis 16 Uhr 110 Euro.

Die Kosten übernehmen zu 30 Prozent die Kommunen und zu 70 Prozent der Freistaat.

Update 26. Januar, 12.20 Uhr: Wegen Corona: Erstmals seit 2003 weniger Erwerbstätige

Die Corona-Pandemie hat den Aufwärtstrend am bayerischen Arbeitsmarkt nach fast zwei Jahrzehnten gestoppt. Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Erwerbstätigen im Freistaat erstmals seit 2003 zurückgegangen, wie das Statistische Landesamt am Dienstag mitteilte.

Demnach gingen Ende 2020 7,65 Millionen Menschen in Bayern einer Arbeit nach, 78 800 weniger als ein Jahr zuvor. Weiter aufwärts ging es nur im Baugewerbe, das einen Zuwachs der Beschäftigten von 1,0 Prozent meldete.

Unter dem Begriff "erwerbstätig" fassen die Statistischen Ämter reguläre Arbeitnehmer, Selbstständige sowie Minijobber und andere geringfügig Beschäftigte zusammen. Im Langzeitvergleich hat auch die Corona-Krise nichts daran geändert, dass es heute sehr viel mehr Arbeitsplätze in Bayern gibt als in der Vergangenheit.

2003 hatte das Statistische Landesamt 6,4 Millionen Erwerbstätige gezählt, 2010 knapp 6,8 Millionen.

Update 26. Januar, 7.30 Uhr: Fünf Landkreise in Bayern über Inzidenzwert von 200

Die bayerischen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 760 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet.

Außerdem gab es 102 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden, wie das RKI am Dienstagmorgen bekanntgab. Fünf Landkreise im Freistaat lagen über dem Inzidenzwert von 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche.

Bayerischer Spitzenreiter war der Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge mit einer Inzidenz von 294,5, gefolgt von den Landkreisen Tischenreuth und Passau. Am Montag hatten sieben Landkreise und Städte die 200er-Marke überschritten. In Bayern sind seit Beginn der Pandemie 391.863 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 und 9773 Corona-Tote gemeldet worden.

Für Kommunen mit einem Inzidenzwert über 200 gilt die 15-Kilometer-Regel. Danach dürfen deren Bewohner Ausflüge nur noch in einem Umkreis von höchstens 15 Kilometern unternehmen. Sie tritt automatisch erstmals in Kraft, sobald das RKI in kreisfreien Städten oder Landkreisen mehr als 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche meldet.

Die Sieben-Tage-Inzidenz für ganz Bayern lag laut RKI bei 104, eine Woche zuvor lag sie noch bei 136,1. Bundesweit registrierte die Behörde eine Inzidenz von 107,6 (Stand: 26.1., 00.00 Uhr).

Update 26. Januar, 7 Uhr: Kabinett berät mit Experten über Corona-Mutation

Das bayerische Kabinett berät am Dienstag (10 Uhr) wie jede Woche über die Corona-Krise - wie üblich per Video.

Diesmal sollen auch mehrere Experten zugeschaltet werden, darunter der Münchner Infektiologe Clemens Wendtner. Im Zentrum steht derzeit unter anderem die Sorge vor einer Ausbreitung der britischen Mutation des Coronavirus, die inzwischen als deutlich ansteckender gilt.

Über die Ergebnisse der Beratungen wollen Ministerpräsident Markus Söder, Gesundheitsminister Klaus Holetschek und Sozialministerin Carolina Trautner (alle CSU) informieren.

Möglicherweise könnte dabei auch die Erstattung von Kita-Gebühren thematisiert werden, wenn Eltern ihre Kinder wegen des Corona-Lockdowns nicht betreuen lassen.

Titelfoto: Sven Hoppe/dpa-pool/dpa

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