Coronavirus in Bayern: Skepsis über Auslaufen der "epidemischen Lage"

München - Das Coronavirus bestimmt weiterhin das Leben in Deutschland und der ganzen Welt. Hier im TAG24-Liveticker für Bayern erfahrt Ihr alle aktuellen Entwicklungen speziell für den Freistaat.

Markus Söder (54, CSU), Ministerpräsident von Bayern.
Markus Söder (54, CSU), Ministerpräsident von Bayern.  © Sven Hoppe/dpa Pool/dpa
In Bayern wurden 763.554* Menschen positiv auf das Coronavirus getestet. 15.865 Menschen sind an oder mit dem Virus gestorben, 717.930 gelten hingegen als genesen. (Stand: 18. Oktober 2021)

Die Impfquote in Bayern liegt derzeit bei 63,5 Prozent. In den letzten sieben Tagen gab es im Freistaat insgesamt 262 hospitalisierte Fälle, die Belegung der Intensiv-Versorgungskapazitäten durch bestätigte Covid-19-Patienten liegt aktuell entsprechend bei 263. (Stand: 18. Oktober)

In München wurden 159 neue Fälle gemeldet (einschließlich 152 Nachmeldungen). Die Gesamtzahl der bestätigten Fälle steigt somit auf nunmehr 90.284* an. Enthalten in dieser Zahl sind 85.810 Personen, die inzwischen als genesen gelten sowie 1349 Todesfälle. (Stand: 18. Oktober)

Die 7-Tage-Inzidenz** der Landeshauptstadt beträgt derzeit 94,9 (RKI, Stand: 18. Oktober).

Coronavirus in Hamburg: Schulbeginn mit Präsenz-, Masken- und Testpflicht
Coronavirus Coronavirus in Hamburg: Schulbeginn mit Präsenz-, Masken- und Testpflicht

Die deutschlandweiten Entwicklungen findet Ihr im +++ Coronavirus-Liveticker +++

*Die einzelnen Tageswerte unterliegen entsprechenden Schwankungen, da sie davon abhängig sind, wann die jeweiligen Labore die positiven Testergebnisse an das Gesundheitsamt im Freistaat Bayern übermitteln.

** Die 7-Tage-Inzidenz entspricht der Anzahl der für die letzten sieben Tage neu gemeldeten Fälle pro 100.000 Einwohner und wird täglich vom RKI sowie werktäglich vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) ermittelt.

Update 19. Oktober, 13.20 Uhr: Staatsregierung: Corona-Zahlen steigen - Krankenhaus-Ampel auf Grün

In Bayern werden weiter steigende Corona-Zahlen registriert - die sogenannte Krankenhaus-Ampel steht aber weiterhin klar auf Grün.

Es sei nach wie vor eine Dynamik erkennbar, mit einem regionalen Schwerpunkt im südostbayerischen Raum, sagte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in München. Dies sei aber bisher nicht alarmierend.

Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg nach Worten Herrmanns zuletzt von 112,9 auf jetzt 116,1. 262 (Vorwoche: 259) Menschen mussten binnen sieben Tagen wegen einer Corona-Infektion neu in Klinken aufgenommen werden - beim Wert 1200 würde die Krankenhaus-Ampel auf Gelb springen.

263 Corona-Patienten werden auf einer Intensivstation behandelt - beim Wert 600 würde die Ampel auf Rot springen. Man sei von den Grenzwerten also noch relativ weit weg, sagte Herrmann.

Eine Abschaffung der regelmäßigen Tests an Schulen lehnte er klar ab - diese hätten sich bewährt, um den Präsenzunterricht zu sichern.

Update 19. Oktober, 12.30 Uhr: Bayern sieht Auslaufen der "epidemischen Lage" aktuell skeptisch

Die bayerische Staatsregierung sieht den Plan von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CSU) für ein Auslaufen der sogenannten "epidemischen Lage nationaler Tragweite" aktuell sehr skeptisch.

"Wir sind, was dieses Apodiktische von Herrn Spahn betrifft, zurückhaltend, weil wir nach wie vor den Kurs der Vorsicht und Umsicht verfolgen", sagte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in München. Die Frage stelle sich aber auch erst Ende November - bis dahin müsse man die Corona-Lage sehr genau beobachten. Bayern sei deshalb aktuell auch noch nicht festgelegt - "aber wir sind da insgesamt sehr vorsichtig".

Die Entscheidung über ein Ende der "epidemischen Lage nationaler Tragweite" liegt beim Bundestag. Das Parlament hatte sie erstmals im März 2020 zu Beginn der Corona-Pandemie festgestellt und danach immer wieder verlängert, zuletzt Ende August für drei Monate. Sie läuft aus, wenn sie vom Parlament nicht verlängert wird. Die "epidemische Lage" gibt Bundes- und Landesregierungen Befugnisse, um Verordnungen zu Corona-Maßnahmen oder zur Impfstoffbeschaffung zu erlassen.

Das Virus richte sich nicht nach Beschlüssen von Parlamenten, sagte Herrmann und mahnte: "Man muss bedenken, dass von diesem Beschluss auf der Bundesebene sehr viel rechtliche Folgen abhängen."

Insbesondere, ob man wie bisher auf der Basis der Corona-Verordnungen Regelungen zum Schutz der Bevölkerung treffen könne. Das betreffe dann nicht nur die 2G- oder 3G-Regeln, sondern auch Dinge wie die Maskenpflicht im Nahverkehr oder die Testpflicht an Schulen.

"Das muss man sich halt vor Augen halten, ob man diese Konsequenz will", sagte Herrmann, vor allem wenn man den Anstieg der Sieben-Tage-Inzidenzen bei Jüngeren sehe. Die Frage sei deshalb, ob man sich dem Ganzen nicht differenzierter nähern müsse.

Update 17. Oktober, 9.32 Uhr: Corona-Zahlen werden laut Virologe steigen

Der in diesem Herbst bislang allenfalls milde Anstieg der Corona-Infektionen wird sich in den nächsten Monaten voraussichtlich erheblich beschleunigen.

Das prognostiziert Oliver Keppler, Leiter der Virologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Das von manchen Fachleuten befürchtete Zusammentreffen einer vierten Corona-Welle mit einer gleichzeitigen großen Grippewelle hält Keppler aber für unwahrscheinlich.

Den vollständigen Beitrag findest du >>> hier.

Update 15. Oktober, 18.44 Uhr: Aktuelle Zahlen für München

Update 15. Oktober, 10.30 Uhr: Inzidenz in Bayern erstmals seit Mai wieder über 100

Erstmals seit Mai liegt die Corona-Inzidenz in Bayern wieder über 100. Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldete am Freitagmorgen einen Wert von 100,2 für den Freistaat.

Zuletzt hatte Bayern am 13. Mai über 100 gelegen. Bundesweit weist der Freistaat damit die laut RKI zweithöchste Inzidenz hinter Thüringen auf.

Parallel hat - ebenfalls erstmals seit Mai - ein bayerischer Landkreis die Inzidenzschwelle von 300 überschritten: Für Berchtesgadener Land meldete das RKI einen Wert von 312,2 Infektionen pro Woche und 100.000 Menschen. Das ist auch bundesweit der höchste Wert.

Derzeit sind neun der zehn deutschlandweit höchsten Inzidenzen in Bayern zu finden. Auf den Plätzen zwei bis vier liegen der Landkreis Traunstein mit 259,2, der Stadtkreis Rosenheim mit 235,9 und der Landkreis Straubing-Bogen mit 226,1. Die niedrigsten Inzidenzen in Bayern gibt es derzeit in den Landkreisen Tirschenreuth mit 15,3, Hof mit 36,0 und Fürstenfeldbruck mit 38,4.

Mittlerweile ist für die Einleitung von Corona-Schutzmaßnahmen allerdings die Inzidenz nicht mehr der wichtigste Wert. Dies ist vielmehr die Krankenhaus-Ampel, die laut Gesundheitsministerium in München im Freistaat weiterhin auf Grün steht. Bei der Ampel wird ausgewertet, wie viele Covid-19-Patienten in die Krankenhäuser kommen oder sogar auf die Intensivstationen müssen.

Die Inzidenzzahlen beruhen auf der Meldung des RKI vom Freitagmorgen, sie können sich nachträglich noch ändern.

Update 14. Oktober, 15.21 Uhr: München eröffnet Impfstation auf Oktoberfest-Gelände

Nadelstich statt Wiesn-Gaudi: Auf dem Areal der Theresienwiese, wo normalerweise das Oktoberfest stattfindet, eröffnet die Stadt München eine neue Station für Corona-Schutzimpfungen.

"Wenn sich alle impfen lassen, können wir hoffentlich kommendes Jahr wieder ein Oktoberfest feiern", meinte Münchens Gesundheitsreferentin Beatrix Zurek am Donnerstag.

Auch wenn dieses Jahr erneut auf das Oktoberfest verzichtet werden müsse, so könne doch die Theresienwiese für einen sehr wichtigen Zweck genutzt werden. Bis zu 500 Impfungen am Tag können demnach an der neuen Impfstation durchgeführt werden.

Sie soll am 18. Oktober an der Wiesn-Wache eröffnet werden.

Update 13. Oktober, 22.07 Uhr: Corona-Infizierter feiert in Diskothek in Landkreis Bayreuth

In einer Diskothek im Landkreis Bayreuth hat am vergangenen Wochenende ein Gast gefeiert, bei dem inzwischen eine Corona-Infektion nachgewiesen geworden ist.

Wie das Landratsamt am Mittwoch mitteilte, sei der Mann bei seinem Aufenthalt in der Diskothek als "infektiös einzustufen" gewesen. Deshalb bitte man alle Gäste, die in der Nacht von Samstag auf Sonntag ebenfalls den Club besucht haben, auf Symptome zu achten und sich selbst zu testen.

Außerdem empfehle das Gesundheitsamt, die Kontakte bis in die nächste Woche hinein zu reduzieren.

Update 13. Oktober, 15.15 Uhr: Lehrerverband: Viele Quarantänefälle im neuen Schuljahr

Zu Beginn des neuen Schuljahres in Bayern hat es nach Angaben des Bayerischen Philologenverbands (bpv) in zahlreichen Klassen Corona-Quarantänefälle gegeben.

Wie der Verband am Mittwoch berichtete, ergab dies eine Befragung von rund 1700 Lehrkräften an Gymnasien und Beruflichen Oberschulen. Knapp zwei Drittel der befragten bpv-Mitglieder aus ganz Bayern hätten angegeben, dass in ihren Klassen bereits Quarantänefälle unter den Schülerinnen und Schülern auftraten.

Dies sei eine enorme Belastung für den Schulbetrieb, der ab diesem Schuljahr wieder auf Präsenzunterricht ausgerichtet sei. «Das Infektionsgeschehen muss genau beobachtet und notfalls gehandelt werden, damit es nicht zu einer schleichenden Ausbreitung des Virus in den Klassen kommt», sagte der bpv-Vorsitzende Michael Schwägerl.

Er warb auch für gegenseitige Rücksichtnahme. "Bei leichten Erkältungssymptomen, die einen Schulbesuch noch erlauben, macht es in den nächsten Monaten Sinn, freiwillig eine Maske zu tragen", sagte Schwägerl.

Update 12. Oktober, 15.45 Uhr: Oberbayerische Landkreise haben besonders hohe Inzidenzzahlen

Bei der Sieben-Tages-Inzidenz erreichen mehrere Landkreise aus dem südlichen Oberbayern bundesweite Spitzenwerte.

Der Kreis Berchtesgadener Land hatte am Dienstag mit einer Corona-Inzidenz von rund 262 den höchsten Wert in ganz Deutschland. Es habe seit Montag 19 weitere bestätigte Covid-19-Fälle im Landkreis gegeben, berichtete das Landratsamt in Bad Reichenhall.

Laut Robert Koch-Institut folgte dann mit einer Inzidenz von 255 zwar die norddeutsche Stadt Bremerhaven, danach landeten mit dem Kreis Traunstein (238) sowie Stadt und Landkreis Rosenheim (223 und 208) weitere oberbayerische Kommunen auf den Plätzen drei bis fünf. Auch dahinter wiesen eine Reihe von bayerischen Landkreisen wie Miesbach (179), Cham (168), Freyung-Grafenau (166) oder Weißenburg-Gunzenhausen (164) noch eine weit überdurchschnittliche Zahl an neuen Infektionen auf. Im bundesweiten Durchschnitt lag die Inzidenz bei 65,8.

Mittlerweile ist für die Einleitung von Corona-Schutzmaßnahmen allerdings die Inzidenz nicht mehr der wichtigste Wert. Dies ist die Krankenhaus-Ampel, die laut Gesundheitsministerium in München im Freistaat weiterhin auf Grün steht. Bei der Ampel wird ausgewertet, wie viele Covid-19-Patienten in die Krankenhäuser kommen oder sogar auf die Intensivstationen müssen.

Update 12. Oktober, 14.07 Uhr: Aiwanger: Weihnachtsmärkte weitgehend ohne Corona-Beschränkungen

Die Weihnachtsmärkte in Bayerns Städten sollen nach Darstellung von Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) weitgehend ohne Corona-Beschränkung stattfinden können.

"Wir wollen weder die Weihnachtsmärkte umzäunt haben, noch wollen wir dort die 3G-Regel haben", sagte Aiwanger am Dienstag nach einer Sitzung des Kabinetts. Erst wenn Veranstaltungen im Innenraum stattfänden, müssten die Gastronomie-Regeln angewandt werden. Am Nachmittag sollte ein runder Tisch zum Thema Weihnachtsmärkte stattfinden.

Er hoffe, dass die Corona-Zahlen bis zur Vorweihnachtszeit beherrschbar blieben, sagte Aiwanger.

Titelfoto: Fabian Strauch/dpa

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