Coronavirus in Bayern: 3304 Infizierte allein in München

München - Das Coronavirus Sars-CoV-2, das die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann, schränkt das Leben drastisch ein. Aktuelle Zahlen, Entwicklungen und Ausblicke in der Corona-Krise findet Ihr hier im TAG24-Live-Ticker für Bayern.

Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, spricht bei einer Pressekonferenz in der bayerischen Staatskanzlei.
Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, spricht bei einer Pressekonferenz in der bayerischen Staatskanzlei.  © Peter Kneffel/dpa /dpa

Mittlerweile gibt es in Bayern 20.962* positiv auf das Coronavirus getestete Menschen sowie 327 Todesopfer (Stand: 3. April, 9 Uhr). Am Vortag waren es noch 19.153 Infizierte und 277 Verstorbene.

In München wurden indes 205 neue Fälle bestätigt (Stand: 3. April, 13.30 Uhr). Folglich sind in der bayerischen Landeshauptstadt insgesamt 3304* Infektionen gemeldet. Zwölf Menschen haben den Kampf um ihr Leben verloren.

Das Wichtigste im Überblick:

  • Details zu den bis nach Ostern geltenden Ausgangsbeschränkungen findet Ihr >>> hier.
  • Was  Verstöße dagegen kosten findet Ihr >>> hier.
  • Welche Einrichtungen derzeit geschlossen sind, erfahrt Ihr >>> hier.
  • Alles zum 60-Milliarden-Euro-Schutzschirm findet Ihr >>>hier

Die deutschlandweiten Entwicklungen gibt es zusätzlich im +++ Coronavirus-Liveticker +++

*) mit eingerechnet sind die ersten Infizierten, die allesamt als auskuriert gelten und wieder aus den Krankenhäusern entlassen wurden. Mit eingerechnet sind außerdem jene Bayern, die außerhalb des Freistaats positiv getestet wurden.

Update 3. April, 22.09 Uhr: Klinikum in Dachau nimmt nur noch Covid-19-Patienten auf

Wegen einer Häufung von Covid-19-Erkrankungen nimmt ein Klinikum in Dachau nur noch positiv auf das Coronavirus getestete Patienten auf. Alle anderen werden abgewiesen, wie die Sprecherin des Helios Amper-Klinikums Dachau am Freitagabend mitteilte. 

Die Zahl der infizierten Menschen steige im Landkreis Dachau - und auch in der Klinik. Wie viele Covid-19-Patienten aktuell dort behandelt werden, teilte die Sprecherin nicht mit. Man versorge derzeit Covid-19-Patienten "aller Schweregrade".

Die Sicherheitsvorkehrungen würden verstärkt. Mitarbeiter der Klinik seien angehalten, im öffentlichen Raum einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen und sich außerhalb ihrer Arbeit in häusliche Quarantäne zu begeben. Zudem würden alle Patienten und alle Mitarbeiter auf das Coronavirus getestet. Ergebnisse lagen noch nicht vor.

Am Mittwoch hatte bereits eine Münchner Klinik mitgeteilt, den normalen Krankenhausbetrieb vorübergehend aufzugeben. Dort sollten gar keine neuen Patienten mehr aufgenommen sowie keine entlassen werden.

Update 3. April, 19.32 Uhr: Sommersemester an Hochschulen startet pünktlich und wird verlängert

Das Sommersemester an den bayerischen Hochschulen beginnt trotz der Corona-Krise wie geplant am 20. April. 

Das Vorlesungsende hingegen wird auf den 7. August verschoben, wie die Bayerische Universitätenkonferenz am Freitag in München mitteilte. Der Vorlesungszeitraum werde an den Universitäten und Hochschulen abhängig vom Lernfortschritt flexibel geregelt.

Bereits jetzt würden alle Anstrengungen unternommen, um zusätzlich digitale Lehrangebote zu entwickeln und für die bayernweit fast 400.000 Studierenden verfügbar zu machen, hieß es. 

"Die Hochschulen sind handlungsfähig und werden die ihnen übertragene Autonomie verantwortungsvoll nutzen."

Update 3. April, 18.08 Uhr: Hotels und Gaststätten sollen Geld aus Versicherungen bekommen

Eine Mitarbeiterin des Gesundheitsamtes hält in einem Corona Testzentrum ein Abstrichtupfer-Set in den Händen. Das Set besteht aus einem beflockten Tupfer und einem Röhrchen.
Eine Mitarbeiterin des Gesundheitsamtes hält in einem Corona Testzentrum ein Abstrichtupfer-Set in den Händen. Das Set besteht aus einem beflockten Tupfer und einem Röhrchen.  ©  Daniel Karmann/dpa

Viele bayerische Hotels und Gaststätten sollen in der Corona-Krise Geld aus ihren Betriebsschließungsversicherungen bekommen. 

Ob diese in der aktuellen Pandemie gelten ist zwar eigentlich strittig, doch die Branchenverbände, das bayerische Wirtschaftsministerium und Versicherungen haben sich auf einen Kompromiss geeinigt, wie das Ministerium am Freitag mitteilte. Demnach sollen 10 bis 15 Prozent der vereinbarten Tagessätze ausbezahlt werden.

"Das heutige Ergebnis ist aus Sicht aller Beteiligten eine tragfähige und vernünftige Lösung für beide Branchen", sagte Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler). Auch die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft sprach von einer "ausgewogenen Lösung".

"Eine Ausnahmesituation in Form einer Pandemie wird von vielen Betriebsschließungsversicherungen nicht abgedeckt", erklärte ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums, warum nur ein kleiner Teil der Summen ausgezahlt werden soll. "Solche Versicherungen greifen normalerweise, wenn der einzelne Betrieb von einer Schließungsanordnung betroffen ist." 

Jetzt seien aber alle Betriebe betroffen. Zudem dürften Beherbergungsbetriebe noch Geschäftsreisende unterbringen.

"Angesichts der angespannten betriebswirtschaftlichen Lage vieler Betriebe wäre es äußerst wünschenswert, wenn sich nun weitere Versicherungsunternehmen dieser Empfehlung anschließen würden", sagte Aiwanger. 

Bislang haben dem Ministerium zufolge Allianz, Versicherungskammer Bayern und die Haftpflichtkasse VVaG zugestimmt.

Update 3. April, 17.26 Uhr: Nach fünf Corona-Partys - 34-Jähriger in Haft

Nach wiederholten Corona-Partys ist ein Mann in Oberfranken für zwei Wochen in Gewahrsam genommen worden. 

Bis zum derzeitigen Ende der Ausgangsbeschränkungen am 19. April müsse der 34-Jährige in einer Justizvollzugsanstalt bleiben, teilte die Polizei am Freitag mit. Dort solle er über sein Verhalten nachdenken. 

Die Polizei war in der vergangenen Woche viermal zur Wohnung des Mannes in Bamberg gerufen worden, weil er Bekannte zum Alkoholtrinken eingeladen hatte. Beim fünften Mal am Donnerstagabend nahmen die Beamten den Mann mit. 

Im Rahmen der Ausgangsbeschränkungen sind private Treffen derzeit verboten, um die Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus zu minimieren.

Update 3. April, 16.37 Uhr: Trotz Osterferien wenig Verkehr in Bayern

Nur vier Inlandsflüge sind im fast menschenleeren Terminal vom Flughafen München zum Check-In gelistet.
Nur vier Inlandsflüge sind im fast menschenleeren Terminal vom Flughafen München zum Check-In gelistet.  © Matthias Balk/dpa

Trotz der Osterferien wird es in Bayern nach einer Prognose des ADAC nur wenig Verkehr geben. 

"Aufgrund der aktuellen Ausgangsbeschränkungen erwarten wir erheblich weniger Reiseverkehr rund um die Osterfeiertage und kaum Staus", teilte der Verein am Freitag mit. Wegen der Corona-Krise sind auch über Ostern keine Besuche bei Freunden oder Verwandten erlaubt.

Normalerweise sei Gründonnerstag der staureichste Tag im ganzen Jahr, hieß es weiter. An dem Tag kommen Reise- und Berufsverkehr zusammen. Heuer müssten Auto- und Lastwagenfahrer in Bayern nur an den Grenzen wegen verschärfter Kontrollen mit Wartezeiten rechnen.

Auch an den bayerischen Flughäfen wird an Ostern wegen der Corona-Krise deutlich weniger los sein. Am Freitag vor den Ferien verzeichnete der Flughafen München 2019 nach eigenen Angaben 1200 Starts und Landungen - dieses Jahr nur 51. In beiden Ferienwochen des vergangenen Jahres seien 18.000 Flüge mit mehr als zwei Millionen Passagieren angemeldet gewesen.

Der Flughafen Nürnberg rechnete 2019 mit mehr als 175.000 Reisenden in den Osterferien. Dieses Jahr gebe es wegen der vielen Einreiseverbote keine Flüge für Privatpersonen, sagte ein Sprecher. Der Flughafen sei aber für Rückhol-, Rettungs- oder Frachtflüge einsatzbereit. «Das ist unser Beitrag im Kampf gegen das Coronavirus.»

"Wir haben in den kommenden zwei Wochen keinen planmäßigen Flugverkehr", teilte auch eine Sprecherin des Flughafens in Memmingen mit. Die Osterferien dauern in Bayern vom 4. bis 19. April.

Update 3. April, 16.11 Uhr: Ministerium bewirbt Plattformen für regionale Produkte und Angebote

Bayern will Konsumenten in der Corona-Krise gezielt auf regionale Angebote im Internet leiten, um heimische Betriebe in dieser Ausnahmesituation zu unterstützen. Dazu bewirbt das Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten einige Online-Plattformen, über die Direktvermarkter oder Produzenten mit Lieferservice gefunden werden können, wie es hieß.

Dazu gehören die Plattformen lokalhelden.bayern, wo das Ministerium Gastronomen mit Lieferservice auflistet sowie regionales-bayern.de mit einer Liste etwa von Wochenmärkten in Bayern. 

Darüber hinaus gibt es Gärtnereien (gaertner-in-bayern.de) und Baumschulen (baumschulen-in-bayern.de) mit Lieferservice sowie Online-Angebote, die Landwirte und Erntehelfen zusammenbringen sollen (daslandhilft.de, saisonarbeit-in-deutschland.de).

Update 3. April, 16.03 Uhr: Verleihungsgala des Bayerischen Fernsehpreises abgesagt

Wegen der Corona-Krise wird es in diesem Jahr keine Verleihungsgala des Bayerischen Fernsehpreises geben. 

Das Coronavirus verändere alles und so seien größere Veranstaltung aktuell weder plan- noch durchführbar, teilte das bayerische Digitalministerium am Freitag mit. "Wir müssen alles dafür tun, dass wir die Verbreitung von Corona verlangsamen, wenn nicht sogar stoppen. Daher kann der Festakt nicht wie geplant im Mai stattfinden", erklärte Digitalministerin Judith Gerlach (CSU). Die Jury werde ihre Arbeit aber fortsetzen.

Der Bayerische Fernsehpreis soll nach Angaben des Ministeriums allen Preisträgern im Rahmen einer Preisübergabe verliehen werden, sobald es die Umstände zulassen. Ein Termin dafür steht noch nicht fest.

Update 3. April, 15.42 Uhr: Bayern verschiebt Mediziner-Examen auf 2021

Wegen der Corona-Infektionen wird das Zweite Staatsexamen für Medizinstudierende auf 2021 verschoben. 

"Bayern setzt damit eine Verordnung des Bundesgesundheitsministeriums um. Klar ist: Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht. Aber es gibt wichtige Gründe für die Verschiebung - vor allem mit Blick auf das Infektionsrisiko", sagte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) am Freitag in München. 

Auch ohne das Zweite Staatsexamen könnten sich die Medizinstudenten sofort in der Gesundheitsversorgung einbringen und gleichzeitig ihr Studium fortsetzen.

"Es ist mir bewusst, dass wir den Studentinnen und Studenten damit viel abverlangen. Sie haben sich monatelang auf die Prüfungen vorbereitet und stehen in den Startlöchern", betonte Huml. Sie hoffe aber auf das Verständnis von allen Beteiligten.

"Mit dieser Regelung können wir die Prüflinge und aufsichtführenden Personen in der aktuellen Situation schützen und sorgen gleichzeitig dafür, dass die Ausbildung unseres Nachwuchses nicht von Covid-19 gebremst wird."

Update 3. April, 15.36 Uhr: Schutzmasken-Produktion in Niederbayern: Zertifizierung im Eiltempo

Normalerweise dauern Zertifizierungsprozesse elend lange - die im Auftrag der Staatsregierung gefertigten Mund-Nasen-Masken der Firma Zettel wurden in nur zehn Tagen zertifiziert. 

"Wir haben unter Hochdruck daran gearbeitet, dass die Masken als besonders hochwertige Masken zugelassen werden", erklärte Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) am Freitag.

Demnach verbessern die Masken den Schutz gegen eine Infektion mit dem Corona SARS-CoV-2-Virus. Die Masken seien auch vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte als OP-Maske zugelassen worden, teilte das Ministerium mit. Die Zertifizierung in Richtung FFP2-Standard laufe weiter.

Grundsätzlich unterscheidet etwa das Bundesinstitut zwischen selbst hergestellten Masken, medizinischem Mund-Nasen-Schutz und sogenannten filtrierenden Halbmasken (FFP2 und FFP3). Nur die FFP2- und FFP3-Masken dienen auch dem Eigenschutz, die anderen vorrangig zum Schutz der anderen vor möglicherweise infektiösen Tröpfchen des Mundschutz-Trägers.

Zettl ist eine von etlichen Firmen im Freistaat, die vorübergehend Schutzmasken herstellen oder herstellen wollen. Dazu gehören beispielsweise der Hemdenhersteller Eterna aus Passau sowie das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen.

Update 3. April, 15.26 Uhr: Innenminister Joachim Herrmann mit Appell

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann hat vor dem Beginn der Osterferien eindringlich an die Bevölkerung appelliert, die Ausgangsbeschränkungen im Kampf gegen das Coronavirus einzuhalten. 

Warum ein Ausflug laut Herrmann keinen Sinn ergibt, erfahrt Ihr >>> hier.

Joachim Herrmann (CSU), Innenminister von Bayern, hat sich die Menschen in Bayern appelliert.
Joachim Herrmann (CSU), Innenminister von Bayern, hat sich die Menschen in Bayern appelliert.  © Peter Kneffel/dpa

Update 3. April, 15.23 Uhr: Kurve in Bayern flacht leicht ab!

Rund zwei Wochen nach dem Start der strengen Ausgangsbeschränkungen in Bayern zeigt sich eine Verlangsamung der Corona-Neuinfektionen. Diese seien auf 9,4 Prozent gesunken, sagte Markus Söder (CSU) am Freitag in München.

Alle Informationen zur Veränderung der Kurve gibt es >>> hier.

Titelfoto: Daniel Karmann/dpa

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