Coronavirus in Berlin: Inzidenz in der Hauptstadt leicht gesunken

Berlin/Potsdam - Das Coronavirus hat Deutschland wieder fest im Griff: Auch und besonders vor der Hauptstadt macht die Pandemie nicht halt.

Seit dem 15. November dürfen Restaurants ausschließlich von Geimpften und Genesenen besucht werden.
Seit dem 15. November dürfen Restaurants ausschließlich von Geimpften und Genesenen besucht werden.  © Fabian Sommer/dpa

Seit Pandemiebeginn sind in Berlin 284.301 Corona-Infektionen nachgewiesen worden. Innerhalb von 24 Stunden kamen 2244 neue Fälle hinzu. Bislang sind 3853 Menschen im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gestorben. (Stand 4. Dezember)

Aufgrund der neuerlichen Rekord-Zahlen und sich abzeichnenden Engpässen auf den Intensivstationen zieht Berlin die Corona-Zügel wieder an. Das trifft vor allem die Ungeimpften.

Von Montag (15. November) an gilt in der Hauptstadt die 2G-Regel. Geimpfte und Genesene (2G) sollen dann beispielsweise Zutritt zu Restaurants, Kinos, Theatern, Museen oder Galerien haben. Nur Getestete aber nicht mehr.

Corona in Baden-Württemberg: Regierung prüft weitere Ausnahmen von der Testpflicht
Coronavirus Corona in Baden-Württemberg: Regierung prüft weitere Ausnahmen von der Testpflicht

Das betrifft auch Freizeiteinrichtungen wie Saunen und Thermen sowie Vergnügungsstätten wie Spielhallen, sowie geschlossene Räume in Freizeitparks oder im Berliner Zoo genau wie im Tierpark.

Ausgenommen von der neuen Regelung sind Personen, die das 18. Lebensjahr noch nicht erreicht haben. Für sie reicht weiterhin ein nachgewiesener negativer Corona-Test.

Treffen, an denen nicht geimpfte und nicht genesene Personen teilnehmen, sind in Berlin künftig auf den eigenen Haushalt sowie höchstens zwei Personen eines weiteren Haushalts beschränkt. Stärker beschränkt wird auch die Teilnehmerzahl bei Veranstaltungen. So gilt für draußen künftig eine Obergrenze von 5000 Teilnehmern, in geschlossenen Räumen von 2500 Teilnehmern.

Ältere Informationen zur Corona-Situation in Berlin und Brandenburg findet Ihr >>> hier.

Alle Informationen rund um die aktuellen Entwicklungen in Berlin und Brandenburg findet Ihr im Liveticker:

Update, 4. Dezember, 11.51 Uhr: Sieben-Tage-Inzidenz in Brandenburg leicht gesunken

In Brandenburg ist die Sieben-Tage-Inzidenz neuer Ansteckungen mit dem Coronavirus wieder leicht gesunken. Am Samstag meldete das Gesundheitsministerium 662,6 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner innerhalb einer Woche.

2899 Ansteckungen innerhalb von 24 Stunden meldeten die Gesundheitsämter im Land. Die Zahl der aktuell Infizierten und Erkrankten wird auf 47.400 geschätzt. Bei der Altersgruppe liegen die 10- bis 14-Jährigen bei der Sieben-Tage-Inzidenz vorn - danach kommen die 5- bis 9-Jährigen.

703 Menschen mit einer Covid-19-Erkrankung werden derzeit in Brandenburgs Krankenhäusern behandelt, davon 163 auf der Intensivstation. 134 davon müssen beatmet werden.

Update, 4. Dezember, 11.46 Uhr: "Impfen wirkt": Müller richtet Corona-Appell an "jede und jeden einzelnen" Berliner

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (56, SPD) hat die Menschen in der Hauptstadt aufgerufen, wegen der hohen Corona-Zahlen Kontakte zu reduzieren, sich an die Regeln zu halten und sich impfen zu lassen.

"Wir brauchen Sie, jede und jeden einzelnen, um die Pandemie endlich zu stoppen", schreibt Müller in einem am Samstag im Internet veröffentlichten Bürgerbrief.

"Ich weiß: Sie haben unsere Mahnungen und Warnungen schon oft gehört, haben mitgemacht und sich eingeschränkt", so der Politiker an die Adresse der Berlinerinnen und Berliner.

Mehr Informationen zu Müllers Aussagen gibt es in dem Artikel "'Impfen wirkt': Müller richtet Corona-Appell an 'jede und jeden einzelnen' Berliner".

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (56, SPD) hat sich mit einem Bürgerbrief an alle Berlinerinnen und Berliner gewandt.
Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (56, SPD) hat sich mit einem Bürgerbrief an alle Berlinerinnen und Berliner gewandt.  © John Macdougall/AFP-Pool/dpa

Update, 4. Dezember, 9.58 Uhr: Corona-Inzidenz in Berlin leicht gesunken

Die Infektionszahlen mit dem Coronavirus sind in Berlin weiter hoch - bei leicht rückläufiger Tendenz. In den vergangenen sieben Tagen infizierten sich in der Hauptstadt nachweislich 351,4 von 100.000 Menschen mit dem Coronavirus, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Samstagmorgen mitteilte.

Die Sieben-Tage-Inzidenz lag damit leicht unter den Werten vom Freitag (360,7) sowie vom Samstag vergangener Woche (369,6). Nach wie vor liegt Berlin unter dem bundesweiten Durchschnitt von rund 442.

Die Berliner Gesundheitsämter meldeten 2244 Neuinfektionen an einem Tag. Die Gesamtzahl erhöhte sich damit auf 284.312 Infektionen seit Beginn der Pandemie. Vier weitere Menschen starben im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Die Zahl der Todesfälle stieg damit auf 3853.

Update, 3. Dezember, 16.11 Uhr: Viel Interesse an neuer Impfstelle im Osten Berlins

Bei der Eröffnung der neuen Corona-Impfstelle an der Trabrennbahn in Berlin-Karlshorst ist es zunächst zu Verzögerungen gekommen.

Es seien nicht alle Ärzte rechtzeitig vor Ort gewesen, teilte das Deutsche Rote Kreuz (DRK) am Freitag auf Anfrage mit. Als Grund nannte ein DRK-Sprecher einen Fehler bei dem beteiligten Ärzte-Vermittlungsportal. Menschen mit Termin seien jedoch schnell ohne längere Wartezeit an die Reihe gekommen.

Impfwillige, die spontan vorbeikamen, mussten sich in längere Schlangen einreihen. "Die neue Impfstelle wird sehr gut angenommen", so der Sprecher.

Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (54, SPD) besuchte zur Eröffnung die neue Impfstelle in Karlshorst.
Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (54, SPD) besuchte zur Eröffnung die neue Impfstelle in Karlshorst.  © Annette Riedl/dpa

Update, 3. Dezember, 14.59 Uhr: Tausende müssen in die Röhre gucken: Union und Hertha vor weniger Fans

Berlin begrenzt im Kampf gegen die vierte Welle der Corona-Pandemie die Zuschauerzahlen unter anderem für die Heimspiele der beiden Bundesliga-Klubs 1. FC Union Berlin und Hertha BSC auf 5000.

Ab wann die Änderung in Kraft tritt und viele weitere Informationen stehen im Artikel "Tausende müssen in die Röhre gucken: Union und Hertha vor weniger Fans" bereit.

Der 1. FC Union Berlin darf am 14. Spieltag der Bundesliga gegen RB Leipzig noch vor 13.506 Zuschauern spielen. Bei darauf folgenden Heimspielen in Berlin sind wegen des Coronavirus maximal 5000 Fans zugelassen.
Der 1. FC Union Berlin darf am 14. Spieltag der Bundesliga gegen RB Leipzig noch vor 13.506 Zuschauern spielen. Bei darauf folgenden Heimspielen in Berlin sind wegen des Coronavirus maximal 5000 Fans zugelassen.  © Andreas Gora/dpa

Update, 3. Dezember, 13.03 Uhr: Corona-Zügel angezogen: Berlin beschließt Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte

Im Kampf gegen die vierte Welle kommt auf die Menschen in Berlin erneut eine Verschärfung der Corona-Maßnahmen zu. Dazu zählen strengere Obergrenzen bei Veranstaltungen, Kontaktbeschränkungen bei privaten Treffen und strengere Regeln für Clubs und Diskotheken.

Das hat der Senat bei einer Sondersitzung am Freitag beschlossen, nachdem sich Bund und Länder bei einer Ministerpräsidentenkonferenz am Donnerstag auf strengere Corona-Regeln verständigt hatten.

Mehr Informationen gibt es in dem Artikel "Corona-Zügel angezogen: Berlin beschließt Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte".

Das Land Berlin hat am Freitag weitere Kontaktbeschränkungen für Nicht-Geimpfte und Nicht-Genesene beschlossen. (Symbolfoto)
Das Land Berlin hat am Freitag weitere Kontaktbeschränkungen für Nicht-Geimpfte und Nicht-Genesene beschlossen. (Symbolfoto)  © Paul Zinken/dpa

Update, 3. Dezember, 11.48 Uhr: Sieben-Tage-Inzidenz steigt in Brandenburg wieder leicht

Die Sieben-Tage-Inzidenz neuer Corona-Infektionen ist in Brandenburg nach zwei Tagen wieder leicht gestiegen. Der Wert neuer Ansteckungen je 100.000 Einwohner in einer Woche lag am Freitag nach Angaben des Gesundheitsministeriums bei 670,9.

Er war zwei Tage hintereinander auf 655 am Donnerstag gesunken. Die Inzidenz in Brandenburg ist derzeit die vierthöchste im Ländervergleich nach Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt. Innerhalb Brandenburgs ist der Wert im Kreis Elbe-Elster mit 1569 weiter am höchsten.

Auch der Anteil der belegten Intensivbetten mit Covid-19-Patienten in den Brandenburger Krankenhäusern steigt weiter. Mit Stand vom Donnerstag waren 23,8 Prozent belegt nach 23,1 Prozent am Vortag. Der Warnwert der Warnampel von 20 Prozent ist hierbei seit Dienstag überschritten. Die Zahl neuer Covid-19-Patienten in Krankenhäusern je 100.000 Einwohner innerhalb von einer Woche liegt mit 4,78 noch bei Gelb.

Die Zahl neuer bestätigter Corona-Infektionen innerhalb eines Tages erreichte in Brandenburg mit 4241 zwar einen Höchstwert, allerdings hatten die stark betroffenen Kreise Elbe-Elster und Oberspreewald-Lausitz zuvor für einen Tag keine neuen Daten gemeldet. Deshalb war die Zahl neuer Fälle dort am Freitag überdurchschnittlich hoch.

Update, 3. Dezember, 10.50 Uhr: "Unspaltbar - Nein zum Impfzwang": Impfgegner-Demo verboten, weitere Aufrufe im Internet

Hauptstadt erteilt Impfgegnern und Corona-Skeptikern Verbot: Die für Samstag in Berlin geplante Demonstration ist von der Polizei untersagt worden.

Im Internet werde aber weiterhin mobilisiert, sagte ein Sprecher am Freitagmorgen. Die Polizei werde im Laufe des Freitags noch mal deutlich auf das Verbot hinweisen und weitere Informationen dazu veröffentlichen.

Nach den Erfahrungen des Jahres ist aber trotzdem nicht ausgeschlossen, dass Initiatoren und Teilnehmer versuchen, auf der Straße zu protestieren.

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In Berlin ist es in diesem Jahr, wie hier im August, bei verbotenen Demonstrationen immer wieder zu Zusammenstößen und Festnahmen mit und von Corona-Skeptikern gekommen.
In Berlin ist es in diesem Jahr, wie hier im August, bei verbotenen Demonstrationen immer wieder zu Zusammenstößen und Festnahmen mit und von Corona-Skeptikern gekommen.  © Christophe Gateau/dpa

Update, 3. Dezember, 10.26 Uhr: Blasig: Landkreise wegen fehlenden Impfstoffs frustriert

Der mangelnde Impfstoff in Brandenburg sorgt für Unmut in den Landkreisen. "Eine Impfstelle ohne Impfstoff ist natürlich etwas, was nur Frust erzeugt (...)", sagte der Vorsitzende des Landkreistages, Wolfgang Blasig (67, SPD), am Freitagmorgen im rbb-Inforadio.

Er sei ratlos, wie es so weit kommen konnte. Die Verteilung laufe über Großlager, die seien so gut wie leer. Das liege wahrscheinlich auch an falscher Logistik, kritisierte er in Richtung Bund. Impfmöglichkeiten würden immer weiter ausgebaut in der Fläche, es laufe aber zu langsam an, weil nicht genügend Impfstoff da sei.

Seinen Angaben zufolge solle in der nächsten Woche eine Reserve von 160.000 Impfdosen angelegt sein, die bei Bedarf auf die jeweiligen Impfstellen verteilt werden kann. Ziel sei bis zum Jahresende noch 600 000 Impfungen durchzuführen, so Blasig.

Mit Blick auf die angespannte Situation in den Krankenhäusern wegen der Zunahme an Covid-Patienten sagte Blasig, der auch Landrat von Potsdam-Mittelmark ist, es gebe nicht zu wenig Intensivbetten sondern es fehle an Personal. Viele Mitarbeitende hätten sich in der Corona-Pandemie aus Überlastung zurückgezogen. "Die direkten Hilfen für das Gesundheitswesen in dem letzten Jahr waren bis auf viele Worte doch relativ dürftig und jetzt fahren wir die Ernte ein", kritisierte er. Blasig hofft, dass Patienten nicht in andere Bundesländer verlegt werden müssen und die Kapazitäten im Land ausreichen.

Update, 3. Dezember, 9.43 Uhr: Woidke: Dramatik der Corona-Lage noch nicht von allen verstanden

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (60, SPD) hat beklagt, dass Teile der Bevölkerung die Gefahr der gegenwärtigen Corona-Lage noch nicht verstanden hätten.

Es gebe nach wie vor das Problem, "dass die Dramatik der Situation sich immer noch nicht ausreichend in der öffentlichen Meinung, auch in der Meinung der Bevölkerung, abbildet", sagte Woidke am Freitag im Sender Deutschlandfunk. Er erhalte immer noch viele entsprechende Briefe und Mitteilungen von Menschen.

Woidke sagte weiter, eine Debatte über eine Impfpflicht sei derzeit nicht angebracht. Es gehe jetzt darum, mit der großen Nachfrage nach Impfungen umzugehen "und diese Impfungen möglich zu machen". Impfstoff müsse "sofort und sehr schnell" beschafft werden, das sei aktuell das größte Problem. Nur so könnten Enttäuschungen bei den Menschen vermieden werden. Erst nach den kommenden Wochen und Monaten könne man über eine Impfpflicht diskutieren.

Gegen bewusste Regelverstöße von Impfgegnern bei Veranstaltungen oder Demonstrationen in Form von Spaziergängen müsse man rigoros vorgehen, sagte Woidke. Es werde immer wieder versucht von bestimmten Gruppen, "Regeln zu unterlaufen und Regeln zu brechen", das dürfe der Staat nicht tolerieren. Zudem müsse er die Maßnahmen noch besser erklären.

Titelfoto: Carsten Koall/dpa

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