Coronavirus in Berlin: Doppelt so viele Neuinfektionen wie am Vortag, 36 Tote als Höchststand

Berlin/Potsdam - Das Coronavirus hat Deutschland wieder fest im Griff: Auch und besonders vor der Hauptstadt macht die Pandemie nicht halt.

Die Corona-Infektionszahlen in Berlin steigen weiter dramatisch an.
Die Corona-Infektionszahlen in Berlin steigen weiter dramatisch an.  © dpa/Paul Zinken

Seit Pandemiebeginn sind in Berlin nun 58.924 Corona-Infektionen nachgewiesen worden. Innerhalb von 24 Stunden kamen 1615 neue Fälle hinzu. Bislang sind 492 Menschen im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gestorben. (Stand 24. November)

Der Trend ist klar: Die Fallzahlen steigen stark an und damit auch diejenigen mit einem schweren bis tödlichen Krankheitsverlauf.

Angela Merkel und die Ministerpräsidenten haben daher ihren Maßnahmen noch einmal verschärft und Deutschland in einen Teil-Lockdown geschickt. Dieser gilt seit dem 2. November.

Wie schon im Frühjahr werden die sozialen Kontakte drastisch reduziert. So dürfen sich in der Öffentlichkeit nur noch Angehörige zweier Haushalte treffen - maximal jedoch zehn Personen.

Bars, Clubs, Restaurants, Kneipen, aber auch Freizeiteinrichtungen, wie etwa Theater, Opern, Konzerthäuser, Messen, Kinos, Freizeitparks und Spielhallen wurden wieder geschlossen. Schulen und Kindergärten bleiben ebenso offen, wie der Einzelhandel.

Alle Informationen rund um die aktuellen Entwicklungen in Berlin und Brandenburg findet Ihr im Liveticker:

Update, 24. November, 17.20 Uhr: 1615 neue Corona-Fälle in Berlin - 36 Tote als Höchststand

In Berlin haben die Gesundheitsämter am Dienstag 36 Tote mit einer Covid-19-Erkrankung gemeldet und damit so viele wie noch nie an einem Tag. Zudem registrierten sie 1615 Corona-Neuinfektionen, wie aus dem Lagebericht des Berliner Senats hervorgeht

Das waren doppelt so viele Neuinfektionen wie am Tag zuvor und 43 mehr als am Dienstag vergangener Woche. Damit haben sich seit dem Ausbruch des Virus in Berlin 58.924 Menschen infiziert. 37.097 Menschen gelten seither als wieder genesen. Die Zahl der Menschen, die bisher mit einer Corona-Infektion starben, liegt bei 492.

Die Auslastung der Intensivstationen ist innerhalb einer Woche weiter gestiegen. 24,2 Prozent der Intensivbetten in der Hauptstadt sind inzwischen mit Covid-19-Patienten belegt. Das entspricht einem Zuwachs von genau einem Prozentpunkt im Vergleich zum vergangenen Dienstag. Insgesamt wurden am Dienstag 295 Menschen auf Intensivstationen behandelt und damit genauso viele wie am Montag.

Je 100.000 Einwohner wurden in den vergangenen sieben Tagen 223,4 Infektionen gemeldet. Die Veränderung der sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz lag nun bei minus 2 Prozent und damit, wie schon am Montag, leicht sinkend. Einen negativen Wert gab davor zuletzt Mitte September. Mitte Oktober lag diese Zuwachsrate dann deutlich über 50 Prozent. Seither kehrte der Trend sich wieder um und zeigt abwärts.

Update, 24. November, 15.38 Uhr: Umfrage: Fast jeder zweite Gastro-Betrieb sieht drohende Insolvenz

Fast jeder zweite Gastrobetrieb in Berlin sieht sich einer aktuellen Umfrage zufolge von Insolvenz bedroht. Ebenso viele Betriebe haben diese Befürchtung im Bereich Verkehr und Lagerei, wie aus der Befragung der Industrie- und Handelskammer Berlin (IHK) hervorgeht, deren Ergebnisse am Dienstag veröffentlicht wurden.

Daran nahmen demnach in der vergangenen Woche mehr als 1000 Unternehmen aus sämtlichen Wirtschaftssektoren teil. "Je länger die Corona-Krise anhält, umso schwerer fällt es den Unternehmerinnen und Unternehmern, den Optimismus zu bewahren, dass sie diese Herausforderung bewältigen können", teilte IHK-Präsidentin Beatrice Kramm mit.

Besser ist die Lage unter anderem in der Bauwirtschaft und der Finanzbranche. Nur wenige befragte Unternehmen aus diesen Branchen gaben an, bislang staatliche Hilfen in Anspruch genommen zu haben. Während die Betriebe zwar auch hier eine zurückgehende Nachfrage konstatieren, laufen die Geschäfte demnach großteils ohne Unterbrechung weiter. Im Gastgewerbe, der Kreativwirtschaft aber auch in der Reiseindustrie sind sie unterdessen aufgrund des derzeitigen Teil-Lockdowns nahezu zum Erliegen gekommen.

"Der Bund muss dafür sorgen, dass die versprochenen Novemberhilfen jetzt auch schnell bei den betroffenen Unternehmen ankommen", forderte Kramm. "Sie warten seit mehr als drei Wochen darauf, überhaupt nur den Antrag stellen zu können." Die Politik müsse zudem über ein umfassendes Konjunkturprogramm nachdenken. "Wir dürfen nicht immer auf die nächsten Wochen gucken", teilte Kramm mit.

Die Stühle eines Cafés an der Spree sind an die Tische angelehnt.
Die Stühle eines Cafés an der Spree sind an die Tische angelehnt.  © Christophe Gateau/dpa

Update, 24. November, 14.58 Uhr: Linke fordert wöchentliche Corona-Schnelltests in Schulen

Die Linke-Fraktion im Landtag fordert wöchentliche Corona-Schnelltests in allen Brandenburger Schulen und Kitas. Nur so könnten auch die Symptomfreien unter den infizierten Schülern oder Lehrern erkannt und schnell Maßnahmen ergriffen werden, sagte die Fraktionsvorsitzende Kathrin Dannenberg am Dienstag.

"Fakt ist, dass Schülerinnen und Schüler ein Teil des Infektionsgeschehens sind. In allen Altersgruppen findet sich eine deutliche Zunahme der Inzidenz und besonders hoch liegt sie bei den 15- bis 19 Jährigen", sagte sie.

Dannenberg forderte von Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) die Vorlage eines Maßnahmenkatalogs für die bis Zeit bis März. Dazu gehörten auch finanzielle Hilfen für technische Belüftungssysteme in den Schulen, eine bessere Schülerbeförderung mit mehr privaten Bus-Unternehmen sowie eine gute digitale Ausrüstung der Schulen und Schüler. Ab der siebten Klasse solle von der kommenden Woche an ein Wechselmodell zwischen Präsenz- und Fernunterricht eingeführt werden.

Update, 24. November, 14.45 Uhr: Müller: Länder sehen beim Thema Schule wenig Verhandlungsspielraum

Die Bundesländer sehen bei ihren Plänen für die Corona-Maßnahmen an Schulen nach Einschätzung von Berlins Regierendem Bürgermeister Michael Müller wenig Verhandlungsspielraum. "Wenn das alles schon in Stein gemeißelt wäre, dann müssten wir ja morgen nicht ins Kanzleramt fahren oder uns dazu schalten", sagte der SPD-Politiker, zurzeit Vorsitzender der Ministerpräsidentenkonferenz, am Dienstag in Berlin zum Beschlussentwurf der Länder.

Aber: "Es gibt einen Punkt, da würde ich sagen, da ist der Verhandlungsspielraum sehr gering, und das ist beim Thema Schule." Die Länder sagten ganz klar, es könne nicht von der Bundesebene aus entschieden werden, welches Unterrichtsmodell umgesetzt werde.

Bund und Länder wollen an diesem Mittwoch über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie entscheiden. Bei den Bund-Länder-Beratungen am Montag vergangener Woche war bereits über strengere Corona-Maßnahmen an Schulen gesprochen worden. In der ursprünglichen Fassung einer Beschlussvorlage des Bundes war unter anderem von der Halbierung der Gruppengrößen an Schulen die Rede gewesen. Darüber gab es aber keine Einigung. Zu dem Thema sagte Müller am Dienstag: "Das kann kein Weg sein, der für das ganze Land pauschal verabredet wird."

Das Festhalten am Präsenzunterricht sei den Ländern wichtig, auch aus sozialen Gründen. "Wir wollen, dass die Kinder in die Schule kommen und nicht sich selbst überlassen sind zu Hause, wohl wissend, dass nicht alle Eltern so unterstützen können, wie es vielleicht sein müsste", erklärte Müller. Ein Unterrichtsmodell, bei dem mal die einen und mal die anderen Kinder im Wechsel unterrichtet werden, sieht Müller kritisch. "Und die anderen sitzen dann zu Hause. Und wir unterstellen, dass sie zu Hause schon alleine lernen werden."

Wichtig sei, ein permanentes Unterrichtsangebot zu machen, dafür gebe es viele Varianten, sagte Müller. So sieht der Beschlussentwurf der Länder unter anderem vor, dass es in "besonderen Infektionshotspots" in höheren Jahrgängen außer Abschlussklassen schulspezifisch «weitergehende Maßnahmen für die Unterrichtsgestaltung» geben soll, beispielsweise Hybridunterricht, also Unterricht, der teilweise digital stattfindet.

Update, 24. November, 14 Uhr: 14.42: Müller nennt Corona-Sonderregeln für Weihnachten sachgerecht

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (55, SPD) hält die von den Ländern geplanten Lockerungen für private Kontakte über Weihnachten und Silvester trotz Corona-Infektionsgefahr für "sachgerecht". "So viele Menschen haben so viel mitgemacht in den letzten Monaten", sagte der SPD-Politiker am Dienstag.

Da müsse man nun auch sagen: "In einer besonderen Jahreszeit, wo vielen die Begegnung einfach sehr, sehr wichtig ist, lassen wir das auch zu", sagte Müller. "Wohlwissend und auch darauf vertrauend, dass die Menschen trotzdem erkennen, wie wichtig die Eigenverantwortung ist. Und dass sie auch in der Phase, wo mehr möglich ist, vielleicht nur das Nötigste an Kontakten tatsächlich zulassen."

Die Regierungschefs der Länder hatten sich am Montag auf eine gemeinsame Linie geeinigt, mit der sie in die nächsten Beratungen zur Corona-Krise mit Kanzlerin Angela Merkel (66, CDU) am Mittwoch gehen werden. Sie wollen unter anderem private Treffen auf maximal fünf Personen aus zwei Haushalten begrenzen, wobei Kinder bis 14 Jahre ausgenommen sein sollen. Vom 23. Dezember bis 1. Januar soll eine Sonderregel greifen, die Treffen bis maximal zehn Personen ermöglicht. Kinder bis 14 Jahren dürften zusätzlich dabei sein.

Müller, der momentan Vorsitzender der Ministerpräsidentenkonferenz ist, schließt Gegenwind des Bundes für den Ländervorschlag nicht aus. "Ich vermute, auch darum wird es morgen nochmal eine Diskussion geben, um den Zeitraum", sagte er mit Blick auf die Videokonferenz mit Merkel am Mittwoch.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (55, SPD) hält die von den Ländern geplanten Lockerungen für private Kontakte über Weihnachten und Silvester trotz Corona-Infektionsgefahr für "sachgerecht".
Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (55, SPD) hält die von den Ländern geplanten Lockerungen für private Kontakte über Weihnachten und Silvester trotz Corona-Infektionsgefahr für "sachgerecht".  © Christophe Gateau/dpa

Update, 24. November, 14 Uhr: Woidke zu Corona-Maßnahmen: "Es ist eine Gratwanderung"

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hat vor den Beratungen der Länderchefs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) über die weiteren Corona-Beschränkungen von schwierigen Entscheidungen gesprochen. "Uns eint der klare Wille, die Pandemie zurückzudrängen, ohne die Menschen dabei über Gebühr zu belasten", sagte Woidke am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur nach den Gesprächen mit seinen Länderkollegen am Montagabend. "Es ist eine Gratwanderung. Aber wir werden es gemeinsam schaffen."

Woidke zeigte sich zuversichtlich, dass es bei der Konferenz am Mittwoch zu klaren Beschlüssen kommt. "Die konstruktiven Gespräche aller Ministerpräsidenten gestern Abend machen mich zuversichtlich, dass wir morgen mit der Bundesregierung zu einem guten Ergebnis kommen", sagte er. Wichtig sei es, den Menschen für die nächsten Wochen eine gewisse Planungssicherheit zu geben. "Klar ist, dass nicht die Zeit für Lockerungen ist", betonte Woidke erneut. "Entscheidend ist für uns auch, dass Kitas und Schulen offen bleiben."

Dietmar Woidke (SPD), Ministerpräsident von Brandenburg, hat während einer Pressekonferenz über die vom Kabinett zvor beschlossenen neuen Verordnungen zum Umgang mit der Corona-Pandemie die Mund-Nase-Bedeckung aufgesetzt.
Dietmar Woidke (SPD), Ministerpräsident von Brandenburg, hat während einer Pressekonferenz über die vom Kabinett zvor beschlossenen neuen Verordnungen zum Umgang mit der Corona-Pandemie die Mund-Nase-Bedeckung aufgesetzt.  © Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 24. November, 11.50 Uhr: Berlin bekommt mehrere Böllerverbotszonen - Entscheidung fällt bald

In Berlin wird es Silvester erneut mehrere Böllerverbotszonen geben. Welche und wie viele das seien, sei noch offen, teilte der Sprecher der Senatsverwaltung für Inneres, Martin Pallgen, am Dienstag auf Anfrage mit. Die Entscheidung darüber falle aber bis Ende November.

Im vergangenen Jahr habe es drei Böllerverbotszonen gegeben, unter anderem eine rund ums Brandenburger Tor. Dort wird es in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie anders als in den Vorjahren keine große Silvesterfeier unter freiem Himmel geben. Ob dort trotzdem mit einer Böllerverbotszone zu rechnen sei, stehe noch nicht fest, sagte Pallgen.

Update, 24. November, 11.45 Uhr: Wieder mehr Corona-Infizierte und mehr Tote in Brandenburg

Die Zahl der mit dem Corona-Virus angesteckten Brandenburger steigt wieder: 362 neue Fälle kamen binnen eines Tages hinzu. Von Sonntag zu Montag waren es 324 Menschen, wie das Gesundheitsministerium am Dienstag mitteilte. Die Zahl der seit März statistisch erfassten Fälle sei auf 17 325 gestiegen. Aktuell sind 5924 Menschen erkrankt (-20). Derzeit werden nach den Angaben 458 Patienten behandelt, davon 108 intensivmedizinisch und 67 beatmet. 11.078 Infizierte gelten als genesen (+371). Seit März starben 323 Menschen in Zusammenhang mit einer Corona-Infektion, 11 mehr als am Vortag gemeldet.

Bei der Zahl der neuen Ansteckungen pro 100.000 Einwohner während der vergangenen sieben Tage liegt Südbrandenburg weiter an der Spitze. Der Landkreis Oberspreewald-Lausitz meldete einen Wert von 229,5. Am Vortag waren es noch 248,7. Der Landkreis Spree-Neiße war am Montag mit einem Wert von 253,3 noch Spitzenreiter - nun meldete er einen Wert von 215,4. Im Landesdurchschnitt liegt der Wert bei 120,4.

Update, 24. November, 9.45 Uhr: Eiskunstläufer leiden unter Corona-Pause - Training ohne echtes Ziel

Deutschlands beste Eiskunstläufer Minerva Fabienne Hase und Nolan Seegert leiden unter der Corona-Krise und vermissen eine Perspektive. "Es ist schwierig, weil man eigentlich ohne Ziel trainiert", sagte Hase dem Fernsehsender rbb. "Hoffentlich haben wir Ende November einen Wettkampf in Dortmund. Das ist so der erste Lichtblick seit Monaten." Eigentlich wären die Berliner jetzt schon längst mitten in der Saison, doch durch die Pandemie sind die gewohnten Wettkämpfe vor Publikum nicht wie üblich möglich.

Derzeit trainieren die deutschen Meister Hase (21 Jahre) und Seegert (28) im Berliner Sportforum in Hohenschönhausen. "Unser großes Ziel ist Olympia 2022. Und nur weil wir momentan keine Wettkämpfe bestreiten können, heißt das ja nicht, dass wir uns nicht weiterentwickeln müssen", sagte Hase. Olympia sei für ihn "die Krönung der leistungssportlichen Karriere", ergänzte Seegert: "Das ist das Ziel, auf das ich eigentlich die letzten 20 Jahre hinarbeite."

Das Duo weiß um die große Konkurrenz bei den Winterspielen in Chinas Hauptstadt Peking. «Wir lassen uns nicht von anderen Paaren beeindrucken, sondern laufen unseren eigenen Wettkampf», sagte Seegert. Nach dem Aus von Aljona Savchenko und Bruno Massot, die 2018 in Pyeongchang sensationell den Olympiasieg holten, stehen Hase und Seegert mit Blick auf die kommenden Spiele mehr im Fokus.

Deutschlands beste Eiskunstläufer Minerva Fabienne Hase und Nolan Seegert leiden unter der Corona-Krise.
Deutschlands beste Eiskunstläufer Minerva Fabienne Hase und Nolan Seegert leiden unter der Corona-Krise.  © dpa/Karl-Josef Hildenbrand

Update, 24. November, 8.30 Uhr: Lederer: Normaler Kulturbetrieb nicht vor Frühjahr

Berlins Kultursenator Klaus Lederer (Linke) rechnet nicht mit der baldigen Rückkehr zum normalen Betrieb von Theatern, Konzerthäusern und Museen. "Es wäre schön, im Frühjahr einen Planungshorizont zu haben, der über mehrere Monate geht", sagte Lederer der "Berliner Morgenpost" (Dienstag). "Wenn da ein hoher Impfgrad erreicht ist, wäre das schon einmal ein Erfolg." Einschränkungen müssten dann nicht mehr das drastische Ausmaß haben wie im vergangenen Frühjahr oder aktuell im November.

Bei einer "relativen Normalität" könnte dann auch entschieden werden, "in zwei Monaten in ein Konzert oder in drei Monaten in ein Theater zu gehen oder auch in der kommenden Woche in eine Galerie", sagte Lederer. Er hätte sich gewünscht, dass vor dem Hintergrund der unterschiedlichen Wirkung der Maßnahmen vor allem Kinder und Jugendliche mehr an der Kultur teilhaben könnten. Das sei aber angesichts der Infektionszahlen nicht die zentrale Debatte. "Berlin ist ein Hotspot – unsere vordringliche Aufgabe ist es, Infektionszahlen zu verringern und intensiv-medizinische Kapazitäten nicht an den Rand zu bringen", sagte der Kultursenator.

Berlins Kultursenator Klaus Lederer (Linke) rechnet nicht mit der baldigen Rückkehr zum normalen Betrieb von Kultureinrichtungen.
Berlins Kultursenator Klaus Lederer (Linke) rechnet nicht mit der baldigen Rückkehr zum normalen Betrieb von Kultureinrichtungen.  © DPA/Annette Riedl

Update, 24. November, 8 Uhr: Müller: Länder geschlossen für verlängerte Corona-Regeln

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) ist zuversichtlich, dass sich die Länder mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf eine Verlängerung der Corona-Regeln einigen werden.

Die gemeinsamen Vorschläge, auf die sich die Ministerpräsidenten geeinigt hätten, seien eine gute Grundlage für die Beratungen mit der Kanzlerin. "Ich glaube auch, auf dieser Grundlage – da kann es noch zwei, drei Veränderungen geben – aber da haben wir wirklich eine sehr geschlossene Situation, die wir gemeinsam umsetzen wollen", sagte Müller am Dienstagmorgen im ZDF-"Morgenmagazin".

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Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) ist zuversichtlich, dass sich die Länder mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf eine Verlängerung der Corona-Regeln einigen werden.
Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) ist zuversichtlich, dass sich die Länder mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf eine Verlängerung der Corona-Regeln einigen werden.  © dpa/Markus Schreiber/AP POOL

Update, 23. November, 17.52 Uhr: 805 Corona-Neuinfektionen in Berlin gemeldet

Die Berliner Gesundheitsämter haben am Montag 805 neue Corona-Infektionen gemeldet. Seit Ausbruch der Seuche haben sich damit in Berlin insgesamt 57.309 Menschen infiziert. Das entspricht rund 1,5 Prozent aller Berliner. 35.963 Patienten gelten inzwischen als genesen.

Die Zahl der Menschen, die bisher mit einer Corona-Infektion starben, liegt bei 456 (+7). Auf Intensivstationen liegen 295 Covid-19-Patienten, genauso viele wie am Sonntag. Die meisten von ihnen werden beatmet. Die Auslastung der Intensivbetten liegt bei 23,8 Prozent.

Je 100.000 Einwohner wurden in den vergangenen sieben Tagen 222 Infektionen gemeldet. Die Veränderung der sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz lag nun bei -1 Prozent, das heißt, sie war ganz leicht sinkend. Einen negativen Wert gab es zuletzt Mitte September. Mitte Oktober lag diese Zuwachsrate dann deutlich über 50 Prozent. Seither kehrte der Trend sich wieder um und zeigt abwärts.

Ein Sanitäter hält vor dem Tempodrom, dem Veranstaltungsort des dreitägigen, digitalen Bundesparteitags der Grünen, einen Abstrichstab für einen Corona-Schnelltest in der Hand.
Ein Sanitäter hält vor dem Tempodrom, dem Veranstaltungsort des dreitägigen, digitalen Bundesparteitags der Grünen, einen Abstrichstab für einen Corona-Schnelltest in der Hand.  © Kay Nietfeld/dpa

Update, 23. November, 14.50 Uhr: Gastrobranche fordert weitere Hilfen - Gaststättensterben befürchtet

Für den Fall einer Verlängerung der strengen Corona-Beschränkungen fordert die Gastronomiebranche in Brandenburg weitere Hilfen über den November hinaus. Die Firmenfeiern von Mitte November bis Weihnachten seien die vier umsatzstärksten Wochen des Jahres, die nun wegfielen, sagte der Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) Brandenburg, Olaf Schöpe am Montag der Deutschen Presse-Agentur. "Für den Dezember muss es Entschädigung geben." Ein eventuelles Zeitfenster für Öffnungen an den Weihnachtsfeiertagen sieht Schöpe kritisch, da es für viele Gastwirte und Hoteliers nicht lohne, den Betrieb wieder hochzufahren.

Wie viel Schaden die Betriebe durch die Corona-Beschränkungen genommen haben, werde die Branche in den ersten drei Monaten des kommenden Jahres sehen. Er befürchtet ein Gaststättensterben, denn zahlreiche ältere Gastronomen würden bereits schließen, um nicht noch mehr in Schieflage zu geraten. "Wir müssen alles dran setzten, dass soviel wie möglich Betriebe überleben", betonte der Dehoga-Präsident.

Schöpe kritisierte in diesem Zusammenhang die Landesregierung, die seiner Ansicht nach unzureichend inhaltliche Diskussionen mit der Branche über die Folgen der Pandemie und konkrete Hilfen geführt habe. Das hätte "Feuer aus dem Kessel" nehmen können, so seine Einschätzung. Laut Verband hatte von März bis Ende November der Umsatzverlust für die Branche deutschlandweit 32 Milliarden Euro betragen. Genau Zahlen für Brandenburg hatte Schöpe zunächst nicht.

Der Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) Brandenburg, Olaf Schöpe, fordert weitere Unterstützung der Gastronomiebranche.
Der Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) Brandenburg, Olaf Schöpe, fordert weitere Unterstützung der Gastronomiebranche.  © dpa/ZB/Patrick Pleul

Update, 23. November, 14.45 Uhr: Müller: Gesundheitswesen muss in Corona-Pandemie entlastet werden

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hat die absehbare Verlängerung des Teil-Lockdowns zur Eindämmung der Corona-Pandemie mit der hohen Belastung des Gesundheitswesens in Deutschland begründet. "Es gibt Bundesländer, wo sich die Infektionszahlen nach unten entwickeln, in anderen Bundesländern, vor allen Dingen auch in den Großstädten, stagnieren die Zahlen nur", sagte der Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) am Montag in der ARD-"Tagesschau". "Und das ist etwas, was noch nicht ausreicht, um unser Gesundheitssystem zu entlasten."

Angesichts anhaltend hoher Corona-Infektionszahlen könnte der seit Anfang November geltende Teil-Lockdown um drei Wochen bis zum 20. Dezember oder sogar darüber hinaus verlängert werden. Das geht aus Papieren der unionsgeführten Länder sowie des MPK-Vorsitzlandes Berlin hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen. Am Montag wollten die Länder vor neuen Beratungen mit dem Bund am Mittwoch einen gemeinsamen Vorschlag über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie abstimmen.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hat die absehbare Verlängerung des Teil-Lockdowns mit der hohen Belastung des Gesundheitswesens in Deutschland begründet.
Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hat die absehbare Verlängerung des Teil-Lockdowns mit der hohen Belastung des Gesundheitswesens in Deutschland begründet.  © dpa/Odd Andersen/AFP/POOL

Update, 23. November, 14.08 Uhr: Woidke: Ist nicht die Zeit für Lockerungen

Aus Sicht von Brandenburgs Ministerpräsidenten Dietmar Woidke (59, SPD) ist aktuell in der Corona-Pandemie "nicht die Zeit für Lockerungen". Entscheidend sei, dass Kitas und Schulen offen blieben, sagte Woidke am Montag auf Anfrage.

Am Mittwoch beraten die Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel (66, CDU) über weitere Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie.

"Die Vorgespräche zwischen den Ländern laufen konstruktiv", sagte er. Brandenburg bleibe aber bei seiner bewährten Linie. "Im Detail kommentieren wir die MPK-(Ministerpräsidentenkonferenz)-Gespräche mit der Kanzlerin nicht durch Vorfestlegungen", sagte er. Das würde den Handlungsspielraum einengen. "Wichtig ist, dass wir zu gemeinsamen Lösungen kommen und den Menschen für die nächsten Wochen zumindest eine gewisse Planungssicherheit geben", sagte Woidke.

Aus Sicht von Brandenburgs Ministerpräsidenten Dietmar Woidke (59, SPD) ist aktuell in der Corona-Pandemie "nicht die Zeit für Lockerungen".
Aus Sicht von Brandenburgs Ministerpräsidenten Dietmar Woidke (59, SPD) ist aktuell in der Corona-Pandemie "nicht die Zeit für Lockerungen".  © Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 23. November, 13.11 Uhr: "Ausgeknockt": Natascha Ochsenknecht hat Corona!

Fernsehpromi Natascha Ochsenknecht (56) hat sich mit dem Coronavirus infiziert.

Sie sei in den vergangenen zehn Tagen "ausgeknockt" gewesen und habe flach gelegen, sagte Ochsenknecht am Montag in einem Video bei Instagram. Sie habe üblen Husten und ganz schlimme Gliederschmerzen gehabt. "Meine Lunge hat gebrannt wie Feuer."

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Natascha Ochsenknecht (56) befindet sich in Quarantäne.
Natascha Ochsenknecht (56) befindet sich in Quarantäne.  © dpa/zb/Jens Kalaene

Update, 23. November, 12.14 Uhr: 324 neue Corona-Infizierte in Brandenburg

Innerhalb eines Tages haben sich in Brandenburg nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Montag 324 Menschen mit dem Corona-Virus angesteckt. Damit sank die Zahl der neuen Infektionen im Vergleich zum Vortag leicht.

Von Samstag zu Sonntag waren 422 Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet worden. Allerdings weist das Ministerium darauf hin, dass es am Wochenende zu Verzögerungen beim Übermitteln der Fallzahlen aus den Landkreisen und kreisfreien Städten kommen kann.

Die Zahl der aktuell Erkrankten im Land stieg um 59 auf 5944. 433 Patienten liegen mit einer Covid-19-Erkrankung im Krankenhaus; davon werden 119 intensivmedizinisch betreut. 73 Menschen müssen beatmet werden. Die Zahl der Todesfälle stieg um zehn auf 312. Seit März wurden in Brandenburg 16.963 Infektionen mit dem Coronavirus gezählt. 10.707 Menschen gelten inzwischen als genesen - 225 mehr als einen Tag zuvor.

Bei der Zahl der neuen Ansteckungen pro 100.000 Einwohner während der vergangenen sieben Tage liegt Südbrandenburg weiter an der Spitze. Der Landkreis Spree-Neiße meldete einen Wert von 253,3, es folgen der Kreis Oberspreewald-Lausitz mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 248,7 und die Stadt Cottbus (234,8).

Titelfoto: Christophe Gateau/dpa

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