Coronavirus in Hessen: 10.163 Infektionen, Kurzarbeit sehr ungleich verteilt

Frankfurt am Main - Die Corona-Krise hat das Land Hessen und die Mainmetropole Frankfurt weiter fest im Griff – TAG24 berichtet in einem Liveticker über die Coronavirus-Epidemie und deren Folgen in dem Bundesland.

In Hessen gibt es bereits mehr als 10.100 bestätigte Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus (Symbolbild).
In Hessen gibt es bereits mehr als 10.100 bestätigte Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus (Symbolbild).  © Antonio Calanni/AP/dpa

Bis Freitag (0 Uhr) wurden nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 10.163 Infektionen mit dem Virus in Hessen bestätigt. Damit erhöhte sich die Zahl der Infizierten im Vergleich zum Vortag um 34.

Die Zahl der Todesfälle, die in dem Bundesland auf den Erreger Sars-CoV-2 zurückgeführt werden, liegt weiterhin bei 482. Seit gestern ist kein weiterer Todesfall hinzu gekommen.

Ferner sind laut Robert Koch-Institut bisher rund 9100 Covid-19-Patienten in Hessen nach einer Erkrankung durch den Virus wieder genesen.

Die Landesregierung in Hessen versorgt die Bevölkerung über eine kostenlose Service-Telefon-Hotline mit Informationen: 0800/5554666 (täglich von 8 bis 20 Uhr).

Das öffentliche Leben in Städten wie Frankfurt, Darmstadt, Gießen oder Kassel wurde infolge der Corona-Krise zunächst stark eingeschränkt. Ab Mitte April wurde diese Corona-Einschränkungen in mehreren Schritten gelockert.

Zuletzt weiteten die Kitas in Hessen die Betreuung von Kindern in der Corona-Krise wieder aus. Die Kommunen und das Land hatten sich auf einen "eingeschränkten Regelbetrieb" verständigt, der am 2. Juni begann. Die genaue Ausgestaltung ist größtenteils den Trägern vor Ort überlassen, also den Kommunen, Kirchen und freien Einrichtungen.

Weiterhin gilt eine Maskenpflicht: Beim Einkaufen sowie beim Fahren mit dem Öffentlichen Personennahverkehr müssen die Bürger Mund und Nase bedecken. Die Masken können auch aus Stoff und selber genäht sein.

TAG24 wird weiter über die aktuellen Entwicklungen rund um die Coronavirus-Epidemie in Frankfurt und ganz Hessen berichten.

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Update, 5. Juni, 14.20 Uhr: Dürfen Bordelle in Hessen schon bald wieder öffnen?

Die Öffnung von Bordellen in der Corona-Krise wird in der kommenden Woche Hessens oberstes Verwaltungsgericht beschäftigen.

Der 8. Senat wolle mindestens ein einstweiliges Rechtsschutzverfahren eines Bordell-Betreibers entscheiden, der sich gegen die Schließung wende, sagte ein Sprecher des Verwaltungsgerichtshofs in Kassel am Freitag. Dort sind mehrere solcher Eilanträge anhängig.

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Dürfen die Bordelle in Hessen schon bald wieder öffnen (Symbolbild)?
Dürfen die Bordelle in Hessen schon bald wieder öffnen (Symbolbild)?  © dpa/Boris Roessler

Update, 5. Juni, 12.46 Uhr: Kurzarbeit in Hessen sehr ungleich verteilt

Die Regionaldirektion der Arbeitsagentur (BA) hat am Mittwoch stark steigende Arbeitslosenzahlen in Hessen gemeldet (Symbolbild).
Die Regionaldirektion der Arbeitsagentur (BA) hat am Mittwoch stark steigende Arbeitslosenzahlen in Hessen gemeldet (Symbolbild).  © Ole Spata/dpa

Angesichts der hohen Kurzarbeit in Hessen wegen der Corona-Krise weisen Forscher der Frankfurter Goethe-Universität auf große regionale Unterschiede hin.

Firmen hätten von März bis Mai für knapp ein Drittel der Beschäftigten im Land Kurzarbeit angemeldet, stellte das Institut für Wirtschaft, Arbeit und Kultur (IWAK) der Goethe-Universität fest. Während aber in Darmstadt nur für einen von fünf Beschäftigten Kurzarbeit beantragt worden sei, treffe dies im Kreis Groß-Gerau auf jeden zweiten zu. "Dies liegt daran, dass die einzelnen Wirtschaftszweige in unterschiedlichem Maße von Kurzarbeit betroffen sind", sagte Christa Larsen, Geschäftsführerin des IWAK, am Freitag.

So sei im Gastgewerbe von März bis Mai für 91 Prozent der Beschäftigten Kurzarbeit angemeldet worden und in der Logistik sowie Industrie je für rund die Hälfte. Kaum ein Thema sei Kurzarbeit in der Verwaltung sowie bei Finanz- und Versicherungsdienstleistern.

Den Höhepunkt der Anmeldungen für Kurzarbeit sehen die IWAK-Forscher im April. "Im Mai war das wirtschaftliche Geschehen offenbar wieder so weit in Gang gekommen, dass nur noch vier Prozent der Betriebe in Hessen Kurzarbeit angemeldet hatten", schreiben die Autoren. Auch sei die Rekrutierung bei den Betrieben wieder angelaufen. "Wir sehen in den Daten erste Signale, dass immer größere Teile der Wirtschaft in Hessen langsam wieder Fahrt aufnehmen", sagte Larsen.

Die Regionaldirektion der Arbeitsagentur (BA) hatte am Mittwoch stark steigende Arbeitslosenzahlen in Hessen gemeldet. Von März bis Mai wurden nach BA-Angaben zudem fast 61.000 Anzeigen für Kurzarbeit für knapp 840.000 Menschen erfasst – weit mehr als im Krisenjahr 2009 nach der Finanzkrise.

Update, 5. Juni, 8.58 Uhr: Studie zu Arbeitsausfall wegen Schul- und Kita-Schließung

Corona lässt die Arbeitszeit schrumpfen: Das geht aus einer Studie der Universitäten Frankfurt, Bonn und Mannheim hervor. "Der Wegfall der Kinderbetreuung während der Corona-Krise hat signifikante Effekte auf das Arbeitsangebot", berichtet die Goethe-Universität am Freitag.

Prof. Nicola Fuchs-Schündeln, Professorin für Makroökonomie und Entwicklung an der Goethe-Universität, Prof. Moritz Kuhn (Bonn) und Prof. Michèle Tertilt (Mannheim) haben die Folgen mangelnder Betreuungsangebote für Kinder und deren Auswirkungen auf die Arbeitszeit berufstätiger Eltern untersucht. Das Ergebnis: Der Anteil der Eltern, die von geschlossenen Schulen und Kindergärten betroffen ist, ist doppelt so hoch wie die Gesamtzahl der Arbeitslosen in Deutschland (im April 5,8 Prozent).

Selbst wenn man berücksichtige, dass ältere Geschwister oder ein nicht arbeitender Elternteil die Betreuung übernehme, seien immer noch 21 Prozent der Erwerbstätigen von geschlossenen Schulen und Kitas betroffen. Müsse ein Elternteil zu Hause bleiben, würden den Arbeitgebern rund elf Prozent der Erwerbstätigen fehlen.

Berücksichtige man reduzierte Arbeitszeiten, blieben es immer noch 8,4 Prozent. Das entspreche dem achtfachen kurzarbeiterbedingten Stundenausfall während der Finanzkrise 2009.

Update, 5. Juni, 5.55 Uhr: So viele Anträge auf Corona-Soforthilfe wurden bereits abgelehnt

Mehr als 7000 Anträge auf Corona-Soforthilfe wurden in Hessen bisher abgelehnt (Symbolbild).
Mehr als 7000 Anträge auf Corona-Soforthilfe wurden in Hessen bisher abgelehnt (Symbolbild).  © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

Über 7800 Anträge auf Gewährung von Corona-Soforthilfen für Unternehmer hat das Land Hessen bisher abgelehnt.

Häufig von Ablehnungen betroffen seien Branchen, die "naturgemäß keine laufenden betrieblichen Kosten haben", sagte ein Sprecher des zuständigen Regierungspräsidiums Kassel.

Dazu gehörten Künstler, freiberufliche Dozenten und Vertreter. Die häufigsten Gründe für Ablehnungen seien Doppelanträge gewesen, der Betrieb des Unternehmens nur als Nebenerwerb oder eine zu späte Gründung des Unternehmens. So musste für einen Anspruch auf Soforthilfe das Gewerbe schon 2019 angemeldet worden sein.

907 Millionen Euro sind laut dem Wirtschaftsministerium bisher an hessische Unternehmer ausgezahlt worden, die wegen der Corona-Pandemie in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten sind. 134.500 Anträge wurden gestellt, 117.000 sind bereits abgearbeitet.

Einige Verbände und Unternehmer weisen darauf hin, dass es viele Betriebe und Selbstständige gebe, die keine Chance auf die Soforthilfen hatten.

Update, 4. Juni, 22.30 Uhr: Lufthansa fliegt aus dem Dax

Nach dem Kursabsturz in der Corona-Krise verliert die Lufthansa ihren Platz im Deutschen Aktienindex (Dax).

Deutschlands größte Fluggesellschaft steigt zum 22. Juni in den MDax der mittelgroßen Werte ab, wie die Deutsche Börse am Donnerstagabend mitteilte. Neu im Kreis der 30 Dax-Konzerne ist der Berliner Immobilienkonzern Deutsche Wohnen.

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Nach fast genau 32 Jahren ununterbrochener Zugehörigkeit muss die Lufthansa ihren Platz im Dax räumen (Archivbild).
Nach fast genau 32 Jahren ununterbrochener Zugehörigkeit muss die Lufthansa ihren Platz im Dax räumen (Archivbild).  © dpa/Boris Roessler

Update, 4. Juni, 20.19 Uhr: Gericht lehnt Eilantrag von Videokabinen-Betreiber ab

Das Frankfurter Verwaltungsgericht hat den Eilantrag eines Ladenbesitzers aus dem Bahnhofsviertel gegen die Schließung seiner Videokabinen abgelehnt.

In dem Beschluss vom Donnerstag heißt es, bei Kontrollen sei wiederholt festgestellt worden, dass die Kabinen auch als "Ort der Prostitution" genutzt wurden. Für die Einordnung als Prostitutions-Stätte komme es nicht auf die Bezeichnung an, sondern vielmehr auf die "erkennbare Ausrichtung des Geschäftsmodells auf entgeltliche sexuelle Kontakte und das Schaffen von Gelegenheiten", entschied das Gericht.

Der Ladenbesitzer hatte seinen Eilantrag damit begründet, dass es sich bei den Videokabinen nicht um eine Prostitutions-Stätte oder eine ähnliche Einrichtung handele und alle Hygiene-Vorschriften eingehalten würden.

Das wertete das Gericht nun anders und gab der Stadt Frankfurt Recht. Diese hatte die Videokabinen Anfang Mai unter Hinweis auf die Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie versiegelt, in denen unter anderem die Schließung von Prostitutions-Stätten angeordnet wurde. Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig.

Update, 4. Juni, 18.05 Uhr: Schuh-Kette Dielmann beantragt Schutzschirm-Verfahren

Als Folge der Corona-Pandemie hat die Schuh-Handelskette Dielmann mit Sitz in Darmstadt ein Schutzschirm-Verfahren beantragt.

Das Amtsgericht Darmstadt habe dem für die Schuhhaus Dielmann GmbH & Co. KG und die Sporthaus Robert Hübner GmbH stattgegeben, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Es sei die vorläufige Eigenverwaltung über beide Gesellschaften angeordnet worden. Das Amtsgericht war zunächst nicht erreichbar.

Der Geschäftsbetrieb in den bundesweit 48 Filialen sowie des Online-Shops solle aufrecht erhalten bleiben. "Im Zuge der bundesweit für mehrere Wochen angeordneten Kontaktbeschränkungen und flächendeckenden Schließungen von Filialgeschäften, war der Umsatz von Dielmann komplett weggebrochen", erklärte das Unternehmen. In der vergangenen Woche sei zudem ein Kreditantrag für eine Überbrückungs-Finanzierung abgelehnt worden.

Das Unternehmen mit 890 Mitarbeitern solle neu aufgestellt werden, dazu werde es nun von Restrukturierungs-Experten geführt. Zu Dielmann gehören Geschäfte und Märkte in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz und Thüringen.

Update, 4. Juni, 14.48 Uhr: Zahl der Corona-Infektionen in Hessen steigt um 49

Die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem Coronavirus in Hessen ist am Donnerstag im Vergleich zum Vortag um 49 gestiegen.

Wie das Sozialministerium in Wiesbaden mitteilte, wurden inzwischen insgesamt 10.129 Fälle registriert (Stand 14 Uhr). Die Zahl der Todesfälle, die in Verbindung mit Covid-19 gebracht werden, liegt bei 482. Das sind zwei Fälle mehr als noch am Mittwoch.

Update, 4. Juni, 13.17 Uhr: Am Frankfurter Flughafen landeten seit März 3,5 Milliarden Masken

Seit März sind rund 3,5 Milliarden Schutzmasken und andere Artikel zum Schutz vor einer Corona-Infektion über den Frankfurter Flughafen nach Deutschland gelangt. Für Flughafenbetreiber Fraport bedeutete der Frachtbereich ein Lichtblick, da die Passagierzahlen dramatisch einbrachen - aber auch neue Herausforderungen. "Früher wurden pro Woche etwa 40.000 Tonnen Fracht umgeschlagen, in den vergangenen Wochen waren es etwa 35.000 Tonnen", sagte Max Philipp Conrady, Leiter der Zentrale Frachtinfrastruktur bei Fraport, am Donnerstag in Frankfurt.

Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Kartons mit Schutzmasken, die jetzt vor allem aus Asien nach Frankfurt geflogen sind, deutlich leichter sind als Zubehörteile etwa für die industrielle Produktion, die vor der Coronakrise zu den typischen Frachtgütern gehörte. Auch sonst haben die wirtschaftlichen Auswirkungen der Krise manches verändert. "Früher hatte die Exportfracht einen Anteil von 60 Prozent, der Import lag bei 40 Prozent - jetzt ist es umgekehrt", sagte Conrady.

Auch logistisch mussten sehr schnell neue Abläufe entwickelt werden, so Claus Wagner, Geschäftsführer von Frankfurt Cargo Services (FCS). Neben der Zusammensetzung der Fracht seien viele neue Akteure in der Lieferkette eine Herausforderung: "Wir haben jetzt mit Partnern zu tun, die bisher immer Schiffsfracht transportiert haben und sich mit den Abläufen am Flughafen gar nicht auskannten."

Update, 3. Juni, 10.05 Uhr: Arbeitslosigkeit steigt mit Corona-Krise sprunghaft

In der Corona-Krise ist die Zahl der Arbeitslosen in Hessen sprunghaft gestiegen. Im Mai waren 192.149 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, teilte die Regionaldirektion der Arbeitsagentur am Mittwoch in Frankfurt mit. Das waren 8,8 Prozent mehr als im April und 29 Prozent mehr als im Mai 2019. Die Arbeitslosenquote kletterte gemessen am April um 0,4 Prozentpunkte auf nun 5,6 Prozent.

Schon im April hatten die Folgen der Pandemie die Arbeitslosenzahlen in Hessen nach oben getrieben. Direktionschef Frank Martin erwartet keine schnelle Erholung: "Wir gehen davon aus, dass die Arbeitslosigkeit in den nächsten Monaten noch weiter ansteigen kann. Das Ausmaß wird in erster Linie davon abhängen, in welcher Geschwindigkeit sich die wirtschaftliche Lage wieder normalisiert."

Für den Zeitraum März bis Mai wurden bei den Agenturen für Arbeit im Land nahezu 61.000 Anzeigen für Kurzarbeit erfasst, hieß es. Betroffen seien knapp 840.000 Personen. Diese Zahl zeige das Risiko für die Folgemonate, erklärte Martin.

Titelfoto: Ole Spata/dpa

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