Coronavirus in NRW: Landes-Inzidenz liegt nun unter Bundesschnitt

Köln – Nach monatelangem Corona-Lockdown gibt es Pläne zur weiteren Pandemie-Bekämpfung. Wir geben einen Überblick auf die aktuelle Corona-Entwicklung in NRW.

Das Robert Koch-Institut (RKI) meldete am Freitag für NRW einen Wert von 61,2 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen. (Symbolbild)
Das Robert Koch-Institut (RKI) meldete am Freitag für NRW einen Wert von 61,2 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen. (Symbolbild)  © Oliver Berg/dpa

Die Corona-Inzidenz in Nordrhein-Westfalen sinkt weiter. In dem Bundesland gab es binnen sieben Tagen 61,2 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner, wie aus Zahlen des Robert Koch-Instituts vom Freitagmorgen hervorging.

Am Vortag hatte die Inzidenz noch 64,0 betragen und eine Woche zuvor 81,8. Das Infektionslevel lag in NRW lange Zeit deutlich über dem Bundesschnitt, das hat sich geändert: Die auf ganz Deutschland bezogene Inzidenz ist mit inzwischen 62,5 sogar etwas höher als der NRW-Wert.

Im bevölkerungsreichsten Bundesland verzeichnete das RKI binnen eines Tages zuletzt 22 neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Es wurden 1749 Neuinfektionen registriert. Die höchsten Inzidenzwerte verzeichneten die Kreise Lippe (151,6) und Minden-Lübbecke (128). Am positiven Ende der Statistik lag Kleve mit einer Inzidenz von 19,8.

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Bei der Bekämpfung der Pandemie gelten neben der Inzidenz weitere Faktoren als zentral: So berücksichtigt die aktuelle Corona-Schutzverordnung für NRW auch die Zahl der Corona-Patienten im Krankenhaus und die Auslastung der Intensivbetten.

Nach Angaben des Landeszentrums für Gesundheit lagen in NRW mit Stand vom 23. September 1121 Covid-19-Patienten im Krankenhaus und damit 30 weniger als einen Tag zuvor. Von den Krankenhauspatienten wurden 395 auf der Intensivstation behandelt, darunter war bei 252 Patienten eine Beatmung erforderlich.

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Alle Ticker-Meldungen bis zum 20. August 2021 findest Du hier.

Update, 24. September, 12.31 Uhr: Weniger Schüler in NRW in Quarantäne, Infektionszahl geht zurück

Die Zahl der Schülerinnen und Schüler in Corona-Quarantäne ist seit Einführung neuer Regeln in Nordrhein-Westfalen deutlich gesunken.

Am Stichtag 22. September befanden sich nach Auskunft der Schulen landesweit rund 7580 Kinder und Jugendliche in häuslicher Isolation, zwei Wochen zuvor (Stichtag: 8. September) waren es noch mehr als 31.400. Das teilte das Schulministerium am Freitag mit. Seit Mitte September gelten in NRW Quarantäne-Erleichterungen. So müssen grundsätzlich nur noch nachweislich infizierte Schüler in Isolation.

Auch die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen in der Schülerschaft geht laut Ministerium zurück. Meldeten die Schulen zum Stichtag 8. September noch insgesamt 8437 bestätigte Corona-Fälle, so seien es in dieser Woche noch 4780 gewesen. Das entspreche einem Anteil von etwa 0,25 Prozent der Schüler.

Allerdings liegt der Inzidenzwert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in sieben Tagen bei Kindern und Jugendlichen im Schulalter immer noch weit höher als in anderen Altersgruppen. So lag die Inzidenz in der Altersgruppe der 10- bis 14-Jährigen laut Zahlen des Landeszentrums Gesundheit vom Donnerstag bei 182,7 und bei den 5- bis 9-Jährigen bei 134,9.

Mit den neuen Test- und Quarantäneregeln werde ein stabiler Präsenzunterricht für Kinder und Jugendliche gesichert, erklärte Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP).

Durch inzwischen drei wöchentliche Schnelltests an den weiterführenden Schulen behalte das Ministerium die Entwicklung des Infektionsgeschehens "sehr genau im Blick". An Grund- und Förderschulen werde weiter auf die PCR-Lolli-Tests gesetzt.

Update, 23. September, 10.16 Uhr: Ende der Quarantäne-Entschädigung sorgt für Kritik von Verdi und Streeck

Virologe Hendrik Streeck (43) bemängelte die geplante Neuregelung.
Virologe Hendrik Streeck (43) bemängelte die geplante Neuregelung.  © Federico Gambarini/dpa

Die Gewerkschaft Verdi hat kritisiert, dass ungeimpfte Arbeitnehmer in Corona-Quarantäne künftig keine Entschädigung mehr für Verdienstausfälle bekommen sollen.

Es sei "ziemlich herb", dass damit "enormer Druck" auf die Beschäftigten ausgeübt werden solle, sagte NRW-Landesbezirksleiterin Gabriele Schmidt am Donnerstag im Morgenecho auf WDR 5. Es handele sich um eine "Existenzfrage". Zu befürchten sei Unruhe in den Betrieben und eine weitere Spaltung.

Auch der Virologe Hendrik Streeck bemängelte die geplante Neuregelung.

Update, 22. September, 21.31 Uhr: Wuppertal plant "2G" für große Veranstaltungen in städtischen Räumen

In Wuppertal soll für den Zugang zu großen Freizeitveranstaltungen in städtischen Räumen künftig die 2G-Regel gelten. Das habe der Hauptausschuss mit großer Mehrheit beschlossen, teilte die Stadt am Mittwochabend mit.

Die Regelung, wonach nur gegen Covid-19 Geimpfte und davon Genesene Zugang zu diesen Veranstaltungen haben, trete voraussichtlich am Freitag, 24. September, in Kraft. Sie solle auch für das Stadion am Zoo gelten.

Von der 2G-Regel ausgenommen seien Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren und Bürger, die sich aus gesundheitlichen Gründen nicht impfen lassen könnten. An die örtlichen Gastronomen und Veranstalter werde appelliert, sich einer 2G-Option freiwillig anzuschließen, teilte die Stadt mit.

Update, 20. September, 8.55 Uhr: NRW-Gastgewerbe erholt sich etwas vom Corona-Schock

Nach den heftigen Einbußen in der Corona-Krise kommt Nordrhein-Westfalens Gastgewerbe allmählich wieder auf die Beine, der Weg zurück zum Vorkrisenniveau ist aber noch weit. Im Juli stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahresmonat um 6,3 Prozent, wie das Landesstatistikamt am Montag mitteilte. Im Vergleich zum Juli 2019 war es aber noch ein dickes Minus von 26,8 Prozent.

Die Beschäftigtenzahl im Gastgewerbe lag im Juli 2021 um 3,0 Prozent unter dem Niveau von Juli 2020. Die Hotelbranche ist besonders betroffen von den Corona-Folgen. Hier war der Umsatz im Juli den Angaben zufolge um 16,2 Prozent höher als vor einem Jahr. Im Vergleich zu Juli 2019 dagegen sanken die Umsätze um 41,4 Prozent. Die Gastronomieunternehmen verbuchten im Juli um 4,4 Prozent höhere Umsätze als ein Jahr zuvor. Gegenüber Juli 2019 verringerte sich der Umsatz um 22,2 Prozent.

Update, 17. September, 14.48 Uhr: NRW erlässt Übergangsregelung zur "3G-Pflicht" in Ratssitzungen

Räte, die nicht geimpft, getestet oder genesen ("3G-Regel") sind, können an Ratssitzungen nordrhein-westfälischer Kommunen vorerst zwar weiter teilnehmen, müssen jedoch abgesondert sitzen. Das verfügt ein aktualisierter Erlass des Düsseldorfer Kommunalministeriums, der am Freitag im Landtag vorgestellt worden ist. Damit wolle die Landesregierung Rechtssicherheit schaffen bis ein Urteil des Oberverwaltungsgerichts (OVG) NRW in dieser Streitfrage vorliege, heißt es in dem Erlass. "Personen, die ihr individuelles Schutzinteresse höher als das der Allgemeinheit bewerten", seien daher so zu platzieren, "dass von ihnen keine gesundheitliche Gefahr für die Allgemeinheit" ausgehe.

Auslöser der Übergangsregelung: In erster Instanz hatte das Verwaltungsgericht Minden am 8. September einem AfD-Ratsvertreter aus Salzkotten recht gegeben, dass er nicht aus der Ratssitzung in Hamm ausgeschlossen werden dürfe, nur weil er keinen sogenannten 3G-Nachweis habe. Ein Ausschluss laut Coronaverordnung greife in das freie Mandat eines Ratsmitglieds ein, so das Gericht. Dafür seien hohe Anforderungen zu erfüllen. Eine Verordnung reiche als Grundlage nicht aus. Nötig sei ein Gesetz. Die Stadt Salzkotten hatte daraufhin angekündigt, beim OVG Beschwerde gegen den Beschluss einzulegen.

Die FDP lobte die im Kommunalausschuss vorgestellte Regelung. Die 3G-Regel für kommunale Gremien sei «verhältnismäßig und mit Blick auf die Vorbildfunktion der Räte und Kreistage auch vernünftig», betonte der kommunalpolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Henning Höne, in einer Mitteilung. Gleichzeitig bleibe die FDP dabei, eine Impfpflicht abzulehnen.

Update, 14. September, 19.59 Uhr: NRW-Erlass fordert Impfangebote für Schwangere und Stillende

Nach der Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) für Schwangere und Stillende hat das NRW-Gesundheitsministerium die Impfzentren im Bundesland aufgefordert, entsprechende Angebote zu machen. "Vor diesem Hintergrund können ab sofort in den Impfzentren sowie im Rahmen mobiler Impfangebote Impfungen von Schwangeren ab dem 2. Schwangerschaftsdrittel sowie von Stillenden erfolgen", heißt es in einem am Dienstagabend veröffentlichten Erlass. Der Erlass ist bindend.

Die Stiko hatte sich für Impfungen für die beiden Gruppen von Frauen mit zwei Dosen eines mRNA-Impfstoffs ausgesprochen, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am vergangenen Freitag mitgeteilt hatte. Zuvor galt eine Impfempfehlung nur für Schwangere mit Vorerkrankungen oder einem erhöhten Ansteckungsrisiko aufgrund ihrer Lebensumstände.

Update, 14. September, 7.47: Spahn ruft eindringlich zu Corona-Impfung auf

Eine Frau lässt sich bei einer Impfaktion gegen das Coronavirus impfen.
Eine Frau lässt sich bei einer Impfaktion gegen das Coronavirus impfen.  © Daniel Reinhardt/dpa

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die Bürgerinnen und Bürger noch einmal eindringlich dazu aufgerufen, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen.

Es werde auf jeden Fall bis zum Frühjahr eine "Grundimmunität" der Bevölkerung erreicht werden - und zwar "durch Infektionen oder durch Impfung", sagte Spahn am Montagabend beim "Ständehaustreff" der Rheinischen Post.

Er empfehle den Weg der Impfungen, denn das erspare Pflegekräften viel Arbeit und viele Tote.

Update, 13. September, 15.55: Familienminister begründet gelockerte Quarantäneregeln mit Kindeswohl

In einem Brief an Eltern und Kita-Beschäftigte hat Nordrhein-Westfalens Familienminister Joachim Stamp (51, FDP) die gelockerten Quarantäneregeln mit dem Kindeswohl begründet. Die Neufassung der Corona-Betreuungsverordnung sieht vor, dass in der Regel nur noch für das infizierte Kind oder die infizierte Betreuungsperson selbst eine 14-tägige Quarantäne vorgesehen ist.

Kinder- und Jugendärzte hätten klar festgestellt, dass die Kleinen "mehr durch die Corona-Maßnahmen als durch die Infektion selbst gefährdet sind", zitierte Stamp in seinem am Montag veröffentlichten Schreiben aus einer Mitteilung der Berufsverbände. In den Arztpraxen sind demnach während der Pandemie viele körperliche, geistige und seelische Entwicklungsstörungen aufgefallen - vom Übergewicht über Sprachdefizite bis zu Depressionen - aber praktisch keine schweren Corona-Verläufe bei Kindern.

Entscheidend für die körperliche und seelische Gesundheit der Kinder sei also möglichst viel Stabilität, betonte der Familienminister. Deswegen müssten die Quarantäne-Maßnahmen für Kontaktpersonen Infizierter "künftig mit Augenmaß umgesetzt werden". Diese müssen in der Regel nicht mehr in Quarantäne, sondern bloß in den zwei Wochen nach dem Infektionsfall dreimal wöchentlich getestet werden. Über Ausnahmen - etwa wenn mehrere Infektionen auftreten - entscheidet das Gesundheitsamt.

Update, 13. September, 15.08 Uhr: Hochschulrektoren: 3G-Regel an NRW-Unis kaum umsetzbar

Vor dem Start des Wintersemesters in NRW haben die Hochschulrektoren im Land die 3G-Regel an Unis kritisiert. "Die Pflicht ist personell und logistisch nicht für alle Veranstaltungsgrößen zu realisieren", sagte Lambert T. Koch, Vorsitzender der Landesrektorenkonferenz der Universitäten in NRW, der Rheinischen Post am Montag.

Studierende wechselten anders als in der Schule mehrmals am Tag die Lerngruppen, weshalb auch öfter überprüft werden müsste, ob sie getestet, geimpft oder genesen sind.

"Schon Hochschulen mit zum Beispiel 30.000 Studierenden müssen bis zu 100.000 3G-Kontrollen pro Tag vornehmen, wenn die Studierenden zwei bis drei Veranstaltungen, die Bibliothek, die Mensa und den Hochschulsport besuchen"^, sagte Koch der Zeitung. In den Gängen vor den großen Hörsälen würden sich dadurch lange Schlangen bilden.

Stattdessen sprach er sich bei größeren Veranstaltungen für stichprobenartige Kontrollen aus. Laut einer Sprecherin des NRW-Wissenschaftsministeriums sollten die 3Gs derzeit die Grundlage dafür bleiben, dass Vorlesungen und Seminare ab dem 11. Oktober wieder in Präsenz stattfinden können, hieß es. Die derzeit geltende Corona-Schutzverordnung im Land lasse weitgehend Präsenzlehre zu.

Update, 12. September, 13.41 Uhr: NRW setzt Helferprogramm für Offenen Ganztag fort

Nordrhein-Westfalen setzt das in der Corona-Krise gestartete Helferprogramm für den Offenen Ganztag (OGS) an Grund- und Förderschulen fort. In diesem Schuljahr würden dafür rund 60 Millionen Euro bereitgestellt, teilte Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) am Sonntag mit.

Mit dem OGS-Helferprogramm können die Schulen zusätzliches Personal wie etwa Übungsleiter und pädagogische Fachkräfte einstellen oder bestehende Verträge aufstocken. Unterstützung können sich die Schulen auch für den Mehraufwand bei Corona-Hygienekonzepten holen sowie für Küchen- und Reinigungsdienste, die Begleitung bei Ausflügen und
die Vorbereitung von Veranstaltungen.

In NRW sind mehr als 330.000 Schülerinnen und Schüler in offenen Ganztagsschulen und mehr als 40.000 in gebundenen Ganztagsförderschulen.

Titelfoto: Matthias Balk/dpa

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