Coronavirus im Norden: Mehr als 5.700 Infizierte in Niedersachsen, 17 weitere Tote

Hamburg/Kiel/Schwerin – Das Coronavirus hat das Land weiter fest im Griff - auch im Norden steigen die Infektionen nach wie vor an.

Jogger laufen an der Außenalster an einem Hinweisschild des Bezirksamtes Eimsbüttel vorbei.
Jogger laufen an der Außenalster an einem Hinweisschild des Bezirksamtes Eimsbüttel vorbei.  © Georg Wendt/dpa

In Hamburg sind mittlerweile 2882 Menschen an dem neuartigen Covid-19-Virus erkrankt, in Schleswig-Holstein sind 1568 Fälle bekannt, in Bremen 388, in Mecklenburg-Vorpommern 523 und in Niedersachsen 5764. (Stand 4. April, 19 Uhr)

Seit Wochen müssen die Menschen bereits mit massiven Einschränkungen ihres Lebens umgehen.

Vielerorts wurden öffentliche und nicht öffentliche Veranstaltungen und Versammlungen untersagt. Der Schulunterricht in allen Bundesländern setzt vorübergehend aus. 

Die Bundesregierung beschloss außerdem die Schließung der Grenzen zu mehreren Nachbarländern. Auch innerhalb des Landes gibt es Beschränkungen. Touristen dürfen nicht mehr nach Schleswig-Holstein reisen, auch Reisende in Mecklenburg-Vorpommern und auf den ostfriesischen Inseln mussten bereits den Rückweg antreten. 

Zunächste teilte Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) mit, dass alle Restaurants in der Hansestadt geschlossen und Ansammlungen von mehr als sechs Personen untersagt werden müssten. 

Seit einer Woche gilt nun ein erweitertes Kontaktverbot für alle Länder. Alle weiteren Informationen dazu findet Ihr in unserem  +++ Coronavirus-Liveticker +++.

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 im Norden gibt es hier:

Update, 4. April, 20.30 Uhr: 388 Infektionen in Bremen

Bremen – Im Land Bremen gab es am Samstag (14 Uhr) 388 bestätigte Infektionen. Es blieb den Angaben der Gesundheitsbehörde zufolge weiter bei sechs Toten. 

136 Menschen, die an dem Virus infiziert waren, sind inzwischen genesen.

Update, 4. April, 19 Uhr: Corona-Zahlen in MV steigen weiter

Rostock – In Mecklenburg-Vorpommern ist die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Menschen weiter gestiegen. 

Das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) in Rostock gab am frühen Samstagabend (18.15 Uhr) deren Zahl mit 523 an, das waren 22 mehr als am Freitag. 72 von ihnen mussten oder müssen noch in einer Klinik behandelt werden. 

Insgesamt fünf Menschen starben in Mecklenburg-Vorpommern daran. Sie hatten den Angaben zufolge bereits schwere Vorerkrankungen gehabt. 

Inzwischen sind landesweit auch fünf Wohnanlagen für alte Menschen vom Coronavirus betroffen.

Update, 4. April, 19 Uhr: Kein Baumarkt-Tourismus in Nachbarländer

Schwerin – Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) hat die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern aufgefordert, nicht in die geöffneten Bau- und Gartenmärkte in Brandenburg, Schleswig-Holstein oder Niedersachsen zu fahren. 

Die Bürger sollten an ihre Gesundheit und an die Wirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern denken, sagte Glawe am Samstag dem Sender NDR 1 Radio MV. Die Menschen sollten eher die heimische Wirtschaft stärken. 

Die Baumärkte im Nordosten seien nicht geschlossen, betonte der Minister. Die Waren könnten bestellt und abgeholt

Update, 4. April, 17.27 Uhr: 309 neue Corona-Infektionen in Niedersachsen, 17 weitere Tote

Hannover – In Niedersachsen ist die Zahl der bestätigten Coronavirus-Infektionen innerhalb eines Tages um 309 Fälle auf 5764 gestiegen. 

Zudem sind 17 weitere Menschen an einer solchen Infektion gestorben, wie das Gesundheitsministerium am Samstag (Stand 13 Uhr) mitteilte. Die Zahl der Corona-Toten im Land stieg damit auf 89.

Am Freitag waren in Niedersachsen noch 396 neue Infektionen gezählt worden. 1443 Corona-Patienten sind unterdessen genesen, also ein Viertel der bisher bestätigten Fälle.

Im Land Bremen gab es am Freitag (14 Uhr) 354 bestätigte Infektionen. Es blieb den Angaben der Gesundheitsbehörde zufolge bis Freitag bei sechs Toten. Am Samstag wurden noch keine neuen Zahlen mitgeteilt.

Update, 4. April, 16.22 Uhr: Gesundheitsministerium nimmt Besuchsverbot zurück

Hannover – Eine gerade erst erlassene Einschränkung privater Besuche in Niedersachsen hat das Gesundheitsministerium wieder zurückgenommen. 

Eine am Freitag veröffentlichte Corona-Verordnung schieße in diesem Punkt über das Ziel hinaus und müsse korrigiert werden, teilte ein Ministeriumssprecher am Samstag mit. "Aus dem Verordnungstext kann man herauslesen, dass in Niedersachsen fortan auch Besuche zwischen engsten Familienangehörigen (Eltern und Kindern) nur in sehr wenigen Konstellation erlaubt seien. 

Das gelte, so der Verordnungstext, ebenso für das gegenseitige Besuchen engster Freunde", hieß es in der Mitteilung. Zuvor hatte die "Neue Osnabrücker Zeitung" berichtet.

Die Regelung werde zeitnah so geändert, dass Besuche im engsten Familienkreis und unter Lebenspartnerinnen und Lebenspartnern sowie mit wenigen engen Freunden oder sehr guten Bekannten zulässig seien, hieß es vom Ministerium. 

Verstöße gegen die zu ändernde Regelung würden bis dahin nicht geahndet. Verboten blieben Feierlichkeiten in der eigenen Wohnung.

Update, 4. April, 15.01 Uhr: Corona-Einreisekontrolle in Nordfriesland

St. Peter-Ording - Zur Überwachung der von Land und Kreis angeordneten Corona-Schutzmaßnahmen sind am Sonnabend in Nordfriesland die Zufahrtsstraßen nach St. Peter-Ording kontrolliert worden. 

Dabei ging es um das Einreiseverbot für Touristen, wie das Amt Eiderstedt mitteilte. Die gezielten Kontrollen an der Bundesstraße 202 und der Landesstraße 33 richteten sich insbesondere gegen Fahrzeuge mit Autokennzeichen von außerhalb Nordfrieslands. 

"Unsere eigenen Feststellungen und die Meldungen aus der Bevölkerung zeigen, dass trotz der momentan geltenden Beschränkungen St. Peter-Ording nach wie vor ein beliebtes Reiseziel für Gäste und Zweitwohnungsbesitzer darstellt", sagte Amtssprecher Sven Jacobsen.

Die Beschränkungen gelten zum Schutz gegen Ansteckung und verbieten Reisen aus touristischem Zweck ebenso wie die Anreise zur Nutzung einer Zweitwohnung ohne Vorliegen eines Ausnahmetatbestandes.

Update, 4. April, 14.13 Uhr: 143 neue Fälle in Hamburg

Hamburg - In Hamburg wurden seit gestern 143 weitere Fälle von Erkrankungen mit Covid-19 bestätigt. Damit ist die Zahl der in Hamburg gemeldeten Fälle auf nunmehr insgesamt 2.882 angestiegen, hieß es in einer Mitteilung des Gesundheitsamts. 

Nach aktuellem Stand befinden sich derzeit 152 Personen mit Wohnort Hamburg in stationärer Behandlung, davon werden 52 Personen intensivmedizinisch betreut. Bislang seien 16 Personen mit an dem Coronavirus gestorben. 

Laut Angaben des Instituts für Rechtsmedizin konnte bei 14 dieser Personen die COVID-19 Infektion als todesursächlich festgestellt werden. 

Update, 4. April, 13.54 Uhr: Behelfskrankenhaus auf Messegelände Hannover

Soldaten bringen Krankenhausbetten in die Behelfsklinik auf dem Messegelände, die am selben Tag von Ministerpräsident Weil besucht wurde.
Soldaten bringen Krankenhausbetten in die Behelfsklinik auf dem Messegelände, die am selben Tag von Ministerpräsident Weil besucht wurde.  © Peter Steffen/dpa

Hannover - Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hat in Hannover das Behelfskrankenhaus für die Corona-Krise auf dem Messegelände besucht. 

Seit einer Woche wird es in Halle 19 und 20 eingerichtet, um dort notfalls Covid-19-Patienten behandeln zu können. 

Das Behelfskrankenhaus ist für Menschen gedacht, die nicht mehr zu Hause betreut werden können, aber auch keine Behandlung auf der Intensivstation benötigen. 

Es solle nur zum Einsatz kommen, wenn alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft sind.

Update, 4. April, 12.45 Uhr: Nur wenige Verstöße gegen Auflagen in Hamburg

Hamburg - Nach der Einführung von Bußgeldkatalogen hat die Polizei in Hamburg bisher nur wenige Verstöße gegen die Corona-Auflagen festgestellt. 

"Noch ist es sehr ruhig", sagte ein Polizeisprecher am Samstag. Auch am Freitagabend habe es nur vereinzelte Verstöße gegeben, weil sich Menschen in kleinen Grüppchen in Grünanlagen aufhielten oder Kinder trotz Verbots auf Spielplätzen spielten. 

"Zum Glück waren das nur einige wenige Vorfälle", sagte der Sprecher. Ob auch Bußgelder verhängt wurden, wollte die Polizei am Samstag noch nicht mitteilen.

Der neue Bußgeldkatalog sieht bei Verstößen Strafen von 150 bis zu 5000 Euro vor. Wiederholungsfälle können sogar mit bis zu 25.000 Euro geahndet werden. 

Update, 4. April, 11.37 Uhr: Abhol-Rutsche für Ramen-Restaurant

Florian Ridder, Inhaber des Ramen-Restaurants, demonstriert die neue "Ramen-Rutsche".
Florian Ridder, Inhaber des Ramen-Restaurants, demonstriert die neue "Ramen-Rutsche".  © Daniel Reinhardt/dpa

Hamburg - In der Corona-Krise müssen gerade Gastronomiebetriebe kreativ werden, um unter Einhaltung der Abstandsregeln zumindest Abhol- und Lieferdienste anbieten zu können. 

Unerwartete Hilfe aus der Nachbarschaft hat dabei ein Ramen-Restaurant, also eines in dem es um japanische Nudeln geht, im Hamburger Karolinenviertel erhalten. Eine Nachbarin hat für das Lokal eine Rutsche gebaut.

"Wir haben nach Beginn der Maßnahmen direkt auf Abhol- und Liefergeschäft umgestellt", sagt Inhaber Florian Ridder. "Doch besonders im Eingangsbereich war es für wartende und neue Kunden schwer, genügend Abstand zu halten." 

Eine befreundete Nachbarin sei dann auf die Idee gekommen eine Ramen-Rutsche zu bauen, die man an der Treppe zur kleinen Terrasse vor dem Restaurant anbringen kann.

"Seit Donnerstag können die Kunden dank der Rutsche nun vor dem Laden auf dem Gehweg warten und bei der Übergabe der fertigen Gerichte fällt direkter Kontakt nun ganz weg", sagt Florian Ridder. 

Für ihn ist die Rutsche vor allem ein Zeichen dafür, dass es mit etwas Kreativität und Einfallsreichtum auch in der aktuellen Situation weitergehen kann. 

Titelfoto: Peter Steffen/dpa

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