Coronavirus im Norden: 201 Neuinfektionen in Hamburg - Inzidenzwert steigt weiter

Hamburg/Kiel/Schwerin/Hannover – Das Coronavirus hat das Land weiter fest im Griff - im Norden steigen die Infektionszahlen täglich weiter an. Experten warnen vor einer zweiten Welle.

Menschen warten am Eingang des Corona-Testzentrums am Hamburger Hauptbahnhof.
Menschen warten am Eingang des Corona-Testzentrums am Hamburger Hauptbahnhof.  © Markus Scholz/dpa

In Hamburg sind mittlerweile 10.205 Menschen an dem neuartigen Covid-19-Virus erkrankt, in Schleswig-Holstein sind 5988 Fälle bekannt, in Bremen 3375, in Mecklenburg-Vorpommern 1726 und in Niedersachsen 26.512. (Stand 21. Oktober, 8.10 Uhr) 

Am 23. März wurde zunächst ein erweitertes Kontaktverbot in Deutschland angeordnet, die Menschen mussten mit massiven Einschränkungen ihres Lebens umgehen.  

Inzwischen einigten sich Bund und Länder auf schrittweise Lockerungen der Schutzmaßnahmen. 

Es gilt jedoch weiterhin eine bundesweite Maskenpflicht in Geschäften und im öffentlichen Nahverkehr. Verstöße gegen das Tragen der Mund-Nasen-Bedeckung werden mit einem Bußgeld geahndet.

Alle weiteren Informationen dazu findet Ihr in unserem  +++ Coronavirus-Liveticker +++.

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 im Norden gibt es hier:

Update, 21. Oktober, 16.15 Uhr: Im Kreis Dithmarschen Inzidenzwert von knapp 40

Kiel - Im Kreis Dithmarschen ist der sogenannte Corona-Inzidenzwert auf 39,79 weiter gestiegen und damit der aktuell höchste in Schleswig-Holstein. 

Es habe zehn neue nachgewiesene Infektionen gegeben, sagte eine Kreissprecherin am Mittwoch auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. 

Noch im Laufe des Tages sollte eine Allgemeinverfügung des Kreises mit verschärften Corona-Schutzmaßnahmen bekannt gegeben werden.

Update, 21. Oktober, 12.07 Uhr: 201 Neuinfektionen - Hamburgs Sieben-Tage-Wert steigt auf 58,9

Hamburg - Die Zahl der registrierten Corona-Neuinfektionen ist in Hamburg erneut stark gestiegen. Die Gesundheitsbehörde meldete am Mittwoch 201 neue Fälle. Am Dienstag waren 204 Neuinfektionen hinzugekommen. 

Der Sieben-Tage-Wert kletterte auf 58,9 Infektionen je 100.000 Einwohner. Am Dienstag hatte dieser Wert bei 55,4 gelegen. Am Montag hatte die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz erstmals seit dem 9. April die kritische Marke von 50 knapp überschritten.

Das Robert Koch-Institut (RKI) gab diesen in rechtlicher Hinsicht maßgeblichen Wert am Mittwoch für Hamburg mit 46,1 an. Laut Gesundheitsbehörde liegt die Abweichung vor allem in einer verzögerten Erfassung der Daten begründet.

Seit Beginn der Pandemie infizierten sich in Hamburg 10 406 Menschen mit Sars-CoV-2. Rund 7900 gelten nach Schätzung des RKI als genesen, 100 mehr als am Vortag. 

In Hamburger Kliniken wurden am Dienstag 72 Covid-19-Patienten behandelt, einer mehr als am Vortag. Auf Intensivstationen lagen insgesamt 25 Menschen, fünf mehr als am Montag. Von den Patienten auf Normalstationen kommen 40 aus Hamburg, von den Intensivpatienten sind es 18.

Update, 21. Oktober, 11.54 Uhr: Tourismusbranche in MV fürchtet zweiten Lockdown

Rostock - In der Tourismusbranche Mecklenburg-Vorpommerns geht die Angst vor einer weiteren Verschärfung der Corona-Pandemie um. 

In einer Umfrage des Landestourismusverbands gaben 75 Prozent von rund 450 befragten Unternehmen an, angesichts steigender Infektionszahlen einen zweiten Lockdown zu fürchten. 

"Schon jetzt sind die Umsatzrückgänge durch die Corona-Krise in diesem Jahr nicht mehr zu kompensieren", sagte Verbandsgeschäftsführer Tobias Woitendorf am Mittwoch in Rostock. Sollten die Betriebe erneut schließen müssen, entfiele laut Umfrage für jeden Fünften die Geschäftsgrundlage. "Das wäre fatal".

Auch wenn die Unternehmen im Sommer und frühen Herbst dank einer starken Nachfrage einiges der Verluste hätten ausgleichen können, schlage von April bis August ein durchschnittliches Umsatzminus von rund 25 Prozent zu Buche. 

Das Herbstferiengeschäft sei durch das Beherbergungsverbot negativ beeinflusst worden, sagte Woitendorf. "Für die kommenden Monate werden noch höhere Einbußen erwartet". Die Unternehmen gingen für November von einem Minus von 33 Prozent und für Dezember ein Minus von 40 Prozent aus.

Update, 21. Oktober, 9.51 Uhr: Eltern fordern Umdenken in Corona-Schulpolitik

Hannover - Regelmäßiges Lüften in den Klassenräumen und warme Kleidung für die Schüler - das allein kann nicht die Antwort auf den neuen Anstieg der Corona-Zahlen sein, fordert der Landeselternrat Niedersachsen. 

"Unsere Schulen und das gesamte Schulsystem brauchen nun endlich und umgehend angemessene Investitionen durch Bund und Länder", teilte der Verband am Dienstagabend mit. 

Nicht jede Schule sei baulich geeignet, das Lüften umzusetzen. Außerdem leide der Unterricht darunter. 

Stattdessen müsse auch digitaler Unterricht ermöglicht werden, ebenso wie die Betreuung der Schüler. Die Eltern dürften nicht wieder mit Homeschooling allein gelassen werden. 

Schüler aus Familien mit Risikopersonen sollten zudem nicht als Schulschwänzer behandelt werden.

Update, 21. Oktober, 8.10 Uhr: 111 neue Corona-Fälle in Schleswig-Holstein

Kiel - In Schleswig-Holstein hat sich die Zahl der gemeldeten Corona-Infizierten um weitere 111 Fälle erhöht. Seit Beginn der Pandemie im Norden haben sich damit bislang 5988 Menschen nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 angesteckt, wie die Landesregierung mit Stand Dienstagabend mitteilte. 

Am Vortag waren 163 Neuinfektionen gemeldet worden. Als Genesen gelten nach Schätzung des Robert Koch-Instituts rund 5000 Menschen.

Die Zahl der Menschen, die im Zusammenhang mit dem Virus Sars-CoV-2 in Schleswig-Holstein gestorben sind, blieb weiter bei 163. In Krankenhäusern werden den Angaben zufolge wie am Vortag 31 Covid-19-Patienten behandelt.

Update, 20. Oktober, 20.50 Uhr: Verschärfte Corona-Schutzvorkehrungen in MV

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommern will mit spürbaren Kontaktbeschränkungen die Ausbreitung des Coronavirus eindämmen. 

Dazu beschloss die Landesregierung am Dienstag in Schwerin unter anderem verringerte Teilnehmerzahlen bei Familienfeiern und öffentlichen Veranstaltungen, eine Sperrstunde für Gaststätten und eine erweiterte Maskenpflicht.

Die Maßnahmen sollen regional greifen, sobald in einem Landkreis oder einer der beiden kreisfreien Städte mehr als 50 Corona-Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen registriert werden.

Update, 20. Oktober, 19.38 Uhr: Dutzende Schüler nach Coronafall in Ludwigslust in Quarantäne

Testsets mit Abstrichstäbchen liegen in einem Testzentrum für Corona-Verdachtsfälle.
Testsets mit Abstrichstäbchen liegen in einem Testzentrum für Corona-Verdachtsfälle.  © Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Ludwigslust – Nach der Corona-Infektion einer Lehrerin sind 65 Schülerinnen und Schüler einer Grundschule in Ludwigslust in Quarantäne geschickt worden. 

Die Musiklehrerin habe am Montag drei Lerngruppen unterrichtet, teilte der Landkreis am Dienstag mit. Zudem seien zwei Mitarbeiter der Schule in Quarantäne. 

Das Gesundheitsamt habe Kontakt zu den Betroffenen aufgenommen. Der erste Corona-Test wurde demnach veranlasst.

Update, 20. Oktober, 19.37 Uhr: Höchstwert bei Corona-Neuinfektionen in Mecklenburg-Vorpommern

Rostock – Die Zahl der registrierten Corona-Neuinfektionen in Mecklenburg-Vorpommern ist innerhalb eines Tages so stark gestiegen wie noch nie zuvor in der Pandemie. 

Am Dienstag wurden 72 weitere Fälle bestätigt, womit die Zahl der seit März registrierten Infektionen auf 1798 anstieg, wie das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) am Dienstag in Rostock mitteilte. Dies sind noch einmal mehr als zehn Fälle mehr als der bisherige Höchstwert aus der Vorwoche.

Die Sieben-Tage-Inzidenz, die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche, liege nun insgesamt bei 19,9. Am Vortag hatte dieser wichtige Wert noch bei 18,9 gelegen. Landesweit ist diese Zahl mit 38,2 am höchsten im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte, gefolgt vom Landkreis Ludwigslust-Parchim mit 28,2. Am niedrigsten ist der Wert demnach in der Landeshauptstadt Schwerin mit 9,4.

In allen sechs Landkreisen und den beiden kreisfreien Städten wurden am Dienstag laut Lagus weitere Corona-Neuinfektionen gezählt. Am wenigsten in Schwerin (2), gefolgt von der Hansestadt Rostock und dem Landkreis Rostock (jeweils 3), Vorpommern-Rügen (8), Nordwestmecklenburg (9), Vorpommern-Greifswald (12), Ludwigslust-Parchim (15) und Mecklenburgische Seenplatte (20).

In Mecklenburg-Vorpommern wurden seit Beginn der Corona-Pandemie 182 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern behandelt, am Dienstag kamen keine weiteren hinzu. 1326 aller im Nordosten Infizierten gelten inzwischen als genesen. Die Zahl der Menschen, die im Zusammenhang mit dem Virus Sars-CoV-2 starben, liegt bei 21, dieser Wert veränderte sich im Vergleich zum Vortag ebenfalls nicht.

Update, 20. Oktober, 19 Uhr: Erneute Corona-Fälle beim HSV Hamburg

Hamburg – Handball-Zweitligist HSV Hamburg muss erneut eine coronabedingte Zwangspause einlegen. 

Wie die Hanseaten am Dienstag mitteilten, wird das für diesen Mittwoch geplante Heimspiel gegen den TSV Bayer Dormagen verlegt, weil mehrere Hamburger Spieler positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Nach Rücksprache mit dem Gesundheitsamt begibt sich das gesamte Team vorerst in Quarantäne.

"Ob und wie lange jeder einzelne Spieler in häuslicher Isolation bleiben muss und ob das auch für diejenigen gilt, die zuvor bereits infiziert waren, ist derzeit noch unklar" hieß es in der Mitteilung. Die endgültige Entscheidung über jeden Einzelfall liege beim zuständigen Gesundheitsamt. Wann das Spiel gegen Dormagen nachgeholt wird, ist noch nicht entschieden.

Der Handball Sport Verein Hamburg hatte bereits den ersten Spieltag verpasst, da für die gesamte Mannschaft schon einmal Quarantäne angeordnet worden war. Auch Spieler von mehreren Ligarivalen befinden sich derzeit wegen positiver Corona-Befunde in Quarantäne.

Update, 20. Oktober, 16.50 Uhr: Bereits mehr als 300.000 Corona-Tests in MV

Rostock – In Mecklenburg-Vorpommern sind bereits mehr als 300.000 Corona-Tests genommen worden. Das geht aus am Dienstag veröffentlichten Daten des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (Lagus) hervor. Demnach wurden bis vergangenen Sonntag landesweit

316 537 Tests genommen, wovon 1985 positiv waren. Das entspricht einer Quote von 0,63 Prozent. Die positiven Testergebnisse seien nicht mit der Zahl der infizierten Menschen gleichzusetzen, da Mehrfachtestungen möglich seien.

Bis Sonntag waren im Oktober demnach 647 oder 1,58 Prozent aller Corona-Tests positiv. Dies sei die höchste Quote seit April, als der Wert laut Lagus bei 1,91 Prozent lag. Im Mai lag diese Quote bei 0,27 Prozent, im Juni bei 0,08, im Juli bei 0,17, im August bei 0,36 und im September bei 0,38 Prozent.

Der Höchstwert der monatlichen Testungen wurde den Angaben nach im Juni mit rund 61 500 erreicht, danach folgt der September mit rund 58.000 Tests.

Titelfoto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

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