Coronavirus im Norden: Tschentscher äußert sich zu erneutem Lockdown!

Hamburg/Kiel/Schwerin/Hannover – Das Coronavirus hat das Land weiter fest im Griff - im Norden steigen die Infektionszahlen täglich weiter an. Experten warnen vor einer zweiten Welle.

Menschen warten am Eingang des Corona-Testzentrums am Hamburger Hauptbahnhof.
Menschen warten am Eingang des Corona-Testzentrums am Hamburger Hauptbahnhof.  © Markus Scholz/dpa

In Hamburg sind mittlerweile 11.852 Menschen an dem neuartigen Covid-19-Virus erkrankt, in Schleswig-Holstein sind 6777 Fälle bekannt, in Bremen 4342, in Mecklenburg-Vorpommern 2215 und in Niedersachsen Covid-19-Fälle 29.640. (Stand 26. Oktober, 18 Uhr) 

Am 23. März wurde zunächst ein erweitertes Kontaktverbot in Deutschland angeordnet, die Menschen mussten mit massiven Einschränkungen ihres Lebens umgehen.  

Inzwischen einigten sich Bund und Länder auf schrittweise Lockerungen der Schutzmaßnahmen. 

Es gilt jedoch weiterhin eine bundesweite Maskenpflicht in Geschäften und im öffentlichen Nahverkehr. Verstöße gegen das Tragen der Mund-Nasen-Bedeckung werden mit einem Bußgeld geahndet.

Alle weiteren Informationen dazu findet Ihr in unserem  +++ Coronavirus-Liveticker +++.

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 im Norden gibt es hier:

Update, 26. Oktober, 20.14 Uhr: Lübecker Weihnachtsmarkt abgesagt

Lübeck - Wegen steigender Coronazahlen hat die Hansestadt Lübeck den kompletten Weihnachtsmarkt abgesagt. Zudem finden die Nordischen Filmtage in diesem Jahr nur digital statt, wie die Stadt am Montag mitteilte. 

Von Dienstag an gelte zudem in der gesamten Lübecker Altstadt eine Maskenpflicht. Dadurch solle versucht werden, den sprunghaften Anstieg der Infektionen in der Stadt einzudämmen, sagte Bürgermeister Jan Lindenau (SPD).

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus war über des Wochenende nach Angaben der Stadt um 32 auf 102 aktiv Erkrankte gestiegen. 

Update, 26. Oktober, 18.07 Uhr: Kreißsaal in Emden geschlossen

Emden - Weil sich eine Assistenzärztin mit dem neuartigen Coronavirus infiziert hat, ist der Kreißsaal im Krankenhaus Emden in Ostfriesland geschlossen worden. 

19 Mitarbeiter wurden daraufhin bis zum Vorliegen ihrer Testergebnisse unter Quarantäne gestellt, wie das Klinikum Emden am Montag mitteilte. Die Ärztin habe sich im privaten Umfeld angesteckt. Zudem seien zwei weitere ärztliche Mitarbeiter positiv, jedoch alle Patienten, die Kontakt zur infizierten Ärztin hatten, negativ getestet worden.

Für Schwangere stehe der Kreißsaal in der Ubbo-Emmius-Klinik in Aurich zur Verfügung. "Es ist nicht die ganze Frauenklinik geschlossen", sagte die Pressesprecherin des Klinikums Emden, Andrea Janssen. Schwangere Patientinnen könnten vor der Geburt von Emden nach Aurich verlegt werden.

Der positive Test war am Samstag bekanntgeworden - noch am selben Abend wurde der Kreißsaal dichtgemacht. 

Update, 26. Oktober, 18.02 Uhr: 39 weitere Corona-Neuinfektionen in MV

Rostock - Die Zahl der registrierten Corona-Neuinfektionen in Mecklenburg-Vorpommern ist am Montag um mindestens 39 gestiegen. 

Damit wuchs die Zahl der seit März registrierten Ansteckungen auf mindestens 2211, wie das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) mitteilte.

Die wichtige Sieben-Tage-Inzidenz, die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche, liegt den Angaben zufolge nun bei 29,5. 

Landesweit ist diese Zahl mit 43,1 am höchsten im Landkreis Vorpommern-Greifswald, gefolgt vom Landkreis Rostock mit 40,9. Am niedrigsten ist der Wert demnach in der Landeshauptstadt Schwerin mit 14,6.

Update, 26. Oktober, 16.20 Uhr: Kreis Stormarn mit Corona-Inzidenzwert 53,6

Bad Oldesloe - Der Kreis Stormarn hat den Grenzwert für das Ergreifen härterer Corona-Maßnahmen als bisher überschritten. 

Der sogenannte Sieben-Tage-Inzidenzwert sei auf 53,6 gestiegen und liege damit über der entscheidenden Schwelle von 50, teilte ein Kreissprecher am Montag in Bad Oldesloe mit. Der Wert gibt die Zahl der Corona-Neuinfektionen berechnet auf 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen an.

Bei einem Inzidenzwert von 35 werden strengere Corona-Auflagen eingeführt und bei einem Wert von 50 noch einmal verschärfte Maßnahmen ergriffen. 

Update, 26. Oktober, 13.11 Uhr: Dänemark bleibt vorerst für Schleswig-Holsteiner offen

Kopenhagen/Kiel – Schleswig-Holsteiner dürfen vorerst weiterhin nach Dänemark einreisen, obwohl die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen in dem Bundesland seit dem Wochenende über 30 liegt. 

Für Montag - Stand Mitternacht - weist das Robert Koch-Institut zwar einen Inzidenzwert von 36,33 aus. Dänemark zählt allerdings etwas anders, um ein Land als sogenanntes Quarantäneland mit entsprechenden Einreisebeschränkungen einzustufen. Ein Quarantäneland wird ein Land, wenn dort 14 Tage lang im Schnitt die Zahl der Fälle bei mehr als 30 pro 100.000 Einwohner pro Woche liegt.

Vergangenen Donnerstag hatten die Dänen Deutschland als ein solches Quarantäneland eingestuft - mit der Ausnahme Schleswig-Holsteins. Auf der Webseite des dänischen Gesundheitsinstituts SSI hieß es am Montag, die wöchentliche Zahl der Corona-Neuinfektionen liege für das Land Schleswig-Holstein bei 16,2 pro 100.000 Einwohner.

Falls die Zahl der Neuinfektionen in Schleswig-Holstein aber nicht drastisch sinken sollte, dürfte die Grenzen demnächst auch für Schleswig-Holsteiner geschlossen werden. Sie bräuchten dann ebenfalls einen triftigen Grund für die Einreise oder müssten einen negativen, maximal 72 Stunden alten Corona-Test vorlegen, um ins Land zu dürfen. Das geht aus den Angaben hervor. 

Dänemark entscheidet immer am Donnerstagnachmittag über Änderungen bei den Regelungen zur Einreise. Diese werden dann am jeweils nächsten Samstag ab 0.01 Uhr gültig.

Update, 26. Oktober, 12.10 Uhr: 339 neue Corona-Fälle in Hamburg - Sieben-Tage-Wert nahe 100

Hamburg - Die Zahl der in Hamburg bestätigten Corona-Infektionen hat sich am Montag um 339 Fälle erhöht. Damit kletterte der Sieben-Tage-Wert auf 97,5 Infektionen je 100.000 Einwohner, wie die Gesundheitsbehörde mitteilte. 

Am Sonntag waren 168 Fälle hinzugekommen, der Sieben-Tage-Wert hatte bei 84,5 gelegen. Der Anstieg vom Montag ist der zweithöchste in Hamburg seit Beginn der Corona-Pandemie.

Seit Ausbruch der Pandemie haben sich in Hamburg rund 11.852 Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Rund 8400 von ihnen gelten nach Schätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) als genesen, 100 mehr als am Sonntag.

In Hamburger Kliniken wurden am Freitag 105 an Covid-19 erkrankte Patienten behandelt, 13 mehr als am Donnerstag. Auf Intensivstationen lagen 30 Menschen. Von diesen kommen 21 aus Hamburg. 

Seit Beginn der Pandemie starben nach Angaben der Gesundheitsbehörde von Sonntag 241 Menschen in Hamburg an einer Covid-19-Erkrankung. Diese Zahl ist seit 2. Oktober unverändert. Das RKI zählt für Hamburg seit vergangenem Donnerstag 283 Tote.

Update, 26. Oktober, 9 Uhr: Lockdown hängt von Corona-Zahlen der nächsten Wochen ab

Peter Tschentscher (SPD) trägt im Rathaus während einer Pressekonferenz seine Mund-Nasen-Bedeckung.
Peter Tschentscher (SPD) trägt im Rathaus während einer Pressekonferenz seine Mund-Nasen-Bedeckung.  © Daniel Bockwoldt/dpa

Hamburg – Für Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) ist ein erneuter Lockdown zur Eindämmung der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus abhängig von der Entwicklung der Fallzahlen. 

"Das hängt jetzt ab von den Zahlen in den nächsten Wochen", sagte Tschentscher am Montag im ARD-"Morgenmagzin". Es habe leider in den vergangenen Wochen eine "sehr starke Dynamik" gegeben "und das muss schon zum Stillstand kommen".

Die nun ergriffenen Maßnahmen wie die Sperrstunde in der Gastronomie seien gut. Nun müssten sich im öffentlichen und privaten Raum alle an die beschlossenen Corona-Regeln halten. "Denn dann kommen wir durch. Wir müssen in eine stabile, in eine Plateauphase kommen mit der Infektion."

Allerdings gebe es leider ein paar Menschen, die noch nicht verstanden hätten, dass es wirklich auf das Verhalten aller ankomme, sagte Tschentscher zudem im "Bild"-Polit-Talk "Die richtigen Fragen". "Bestimmte Menschen - das sind ja eigentlich gar nicht so viele - denen ist es egal, woher die Regeln kommen. Sie lehnen sie ab."

Es müsse sich nun mit Kontrollen und - wenn nötig auch mit Bußgeldern - verstärkt um die Zielgruppe gekümmert werden, die die derzeitige Corona-Situation auf die leichte Schulter nimmt, sagte Tschentscher der "Welt". 

Sollte die Verbreitung des Virus nicht eingedämmt werden können, stünde für alle viel auf dem Spiel: "Der Verlust vieler Arbeitsplätze und ein Einbruch der Wirtschaft, der noch weiter über das hinausgeht, was wir schon jetzt haben. Auf dem Spiel steht auch, den normalen Schulunterricht, den Sport und die Kultur nicht mehr aufrechterhalten zu können."

Hamburg hat mit Wochenbeginn an die Schutzmaßnahmen wieder verschärft. Nun dürfen sich im privaten Bereich und in der Gastronomie nur noch maximal zehn Menschen aus zwei Haushalten treffen. Ausnahmen gibt es nur für Patchworkfamilien und für Kinder unter zwölf Jahren. Der Sieben-Tage-Wert war am Sonntag auf 84,5 Infektionen je 100.000 Einwohner geklettert.

Update, 26. Oktober, 6.27 Uhr: 115 neue Corona-Fälle in Schleswig-Holstein gemeldet

Kiel – In Schleswig-Holstein sind am Sonntag 115 neue Corona-Fälle gemeldet worden. Seit Beginn der Pandemie haben sich somit 6777 Menschen nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie die Landesregierung am Abend im Internet veröffentlichte. Am Vortag waren 142 Neuinfektionen gemeldet worden, am Freitag 236.

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg um drei auf 167. Im Krankenhaus werden derzeit 51 Covid-19-Patienten behandelt. Diese Zahl blieb im Vergleich zum Vortag unverändert. 

Rund 5200 Menschen in Schleswig-Holstein gelten nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) als genesen. Die Zahl der Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen liegt nach Angaben des RKI (Stand Sonntag 0 Uhr) bei 33,5.

Update, 26. Oktober, 6.25 Uhr: Schule in Niedersachsen startet wieder ohne generelle Maskenpflicht

Hannover – In Niedersachsen und Bremen beginnt am Montag für mehr als eine Million Schüler wieder der Unterricht. 

Anders als im Nachbarland Nordrhein-Westfalen gibt es aber bisher keine Verpflichtung, dass Schüler jetzt auch im Unterricht zwingend eine Maske tragen müssen. Das Kultusministerium empfiehlt allerdings Mädchen und Jungen ab der fünften Klasse, das zu tun, wenn ihre Schule in einem Corona-Hotspot liegt.

Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) schrieb in einem Brief an die Schüler, der am Wochenende verteilt wurde, er habe die Lehrer gebeten, derzeit nicht zuviel Druck zu machen. "Ich habe von einigen von euch gehört, dass momentan besonders viele Klassenarbeiten und Tests in den Schulen geschrieben werden. Das sollte nicht so sein", schrieb der Minister. 

Auch wenn einzelne Klassen, Jahrgänge oder auch ganze Schulen wieder für eine bestimmte Zeit nicht mehr in der Schule seien, könnten Leistungen bewertet werden, betonte Tonne.

Update, 26. Oktober, 6.15 Uhr: Treffen in Hamburg werden eingeschränkt

Polizisten kontrollieren die Einheilung der Corona-Maßnahmen auf der Reeperbahn.
Polizisten kontrollieren die Einheilung der Corona-Maßnahmen auf der Reeperbahn.  © Axel Heimken/dpa

Hamburg – Angesichts steigender Zahlen bei den Corona-Neuinfektionen in Hamburg verschärft der rot-grüne Senat von Montag an die Schutzmaßnahmen wieder. 

Nun dürfen sich laut Beschluss vom Freitag im privaten Bereich und in der Gastronomie nur noch maximal zehn Menschen aus zwei Haushalten treffen.

In der ersten Phase der Pandemie habe sich eine solche Einschränkung bereits zur Unterbrechung von Infektionsketten bewährt, hatte Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) bei der Vorstellung der Maßnahmen erklärt. Ausnahmen gebe es nur für Patchworkfamilien und für Kinder unter zwölf Jahren. Der Sieben-Tage-Wert war am Sonntag auf 84,5 Infektionen je 100.000 Einwohner geklettert.

Die Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank (Grüne) sagte: "Wir müssen die Kurve abflachen." Das sei erneut ein tiefer Eingriff in die Freiheit. "Wir tun das schweren Herzens mit dem Wissen um die Konsequenzen für viele, die das sehr hart trifft. Aber wir können und wollen die Dinge nicht einfach laufen lassen."

Innensenator Andy Grote (SPD) hatte am Freitag Kontrollen und auch Bußgelder im Falle von Verstößen angekündigt, sagte aber nichts zu deren Höhe. Zudem wird das Alkoholausschankverbot für den frühen Morgen ausgeweitet. Nach der bis 5 Uhr gehenden Sperrstunde darf bis 10 Uhr kein Alkohol verkauft werden.

Am Montag vergangener Woche hatte die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz erstmals seit dem 9. April die kritische Marke von 50 knapp überschritten, ab der ein Gebiet als Corona-Risikogebiet gilt. Der Winterdom wurde abgesagt. Eine Entscheidung zu den Weihnachtsmärkten gibt es noch nicht.

Titelfoto: Daniel Bockwoldt/dpa

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