Coronavirus im Norden: Helgoland erschwert Einreise für Touristen

Hamburg/Kiel/Schwerin/Hannover – Das Coronavirus hat das Land weiter fest im Griff - im Norden steigen die Infektionszahlen täglich weiter an. Experten warnen vor einer zweiten Welle.

Menschen warten am Eingang des Corona-Testzentrums am Hamburger Hauptbahnhof.
Menschen warten am Eingang des Corona-Testzentrums am Hamburger Hauptbahnhof.  © Markus Scholz/dpa

In Hamburg sind mittlerweile 11.513 Menschen an dem neuartigen Covid-19-Virus erkrankt, in Schleswig-Holstein sind 6662 Fälle bekannt, in Bremen 4342, in Mecklenburg-Vorpommern 2176 und in Niedersachsen Covid-19-Fälle 29.640. (Stand 25. Oktober, 17.15 Uhr) 

Am 23. März wurde zunächst ein erweitertes Kontaktverbot in Deutschland angeordnet, die Menschen mussten mit massiven Einschränkungen ihres Lebens umgehen.  

Inzwischen einigten sich Bund und Länder auf schrittweise Lockerungen der Schutzmaßnahmen. 

Es gilt jedoch weiterhin eine bundesweite Maskenpflicht in Geschäften und im öffentlichen Nahverkehr. Verstöße gegen das Tragen der Mund-Nasen-Bedeckung werden mit einem Bußgeld geahndet.

Alle weiteren Informationen dazu findet Ihr in unserem  +++ Coronavirus-Liveticker +++.

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 im Norden gibt es hier:

Update, 25. Oktober, 17.15 Uhr: 33 Corona-Neuinfektionen in Mecklenburg-Vorpommern

Rostock/Schwerin - In Mecklenburg-Vorpommern ist die Zahl der nachgewiesenen Corona-Neuinfektionen am Sonntag um 33 gestiegen. Am Samstag hatte sie um 78 zugenommen. Der Sieben-Tag-Wert je 100.000 Einwohner liegt nun bei 28,1, wie das Landesamt für Gesundheit und Soziales in Rostock mitteilte.

Den stärksten Zuwachs an Neuinfektionen gab es demnach am Sonntag im Landkreis Vorpommern-Greifswald mit 9, gefolgt vom Landkreis Rostock mit 8 neuen nachgewiesenen Fällen und der Stadt Rostock mit 7.

Den Spitzenwert bei der Sieben-Tage-Inzidenz weist innerhalb des Landes der Landkreis Rostock mit 40 auf. Auch der Landkreis Vorpommern-Greifswald hat mit 37,6 den Warnwert von 35 überschritten.

Seit Beginn der Pandemie haben sich in Mecklenburg-Vorpommern laut Lagus nachweislich 2176 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. 21 Menschen sind bislang daran gestorben. 218 mussten oder müssen im Krankenhaus behandelt werden. 

Am Wochenende wurden sechs Corona-Patienten in Kliniken eingeliefert. Genesen sind nach Schätzungen der Behörden 1463 Menschen.

Update, 25. Oktober, 16.54 Uhr: Strengere Regeln für Einreise von Touristen nach Helgoland

Die High-Speed Fähre "Halunder Jet" fährt von den Hamburger Landungsbrücken nach Helgoland.
Die High-Speed Fähre "Halunder Jet" fährt von den Hamburger Landungsbrücken nach Helgoland.  © Christian Charisius/dpa

Helgoland/Pinneberg - In der Corona-Krise wird die Einreise für Touristen nach Helgoland erschwert. Ab Montag dürfen nur noch Urlauber kommen, die einen negativen Corona-Test besitzen, der bei Betreten des Schiffes nicht älter als 48 Stunden ist, teilte der Kreis Pinneberg in Schleswig-Holstein, zu dem die Insel gehört, am Sonntag mit. 

Besucher aus ausländischen Risikogebieten müssten sich zudem sofort für fünf Tage in Quarantäne begeben und dann noch einmal einen Test machen. Ausgenommen vom Betretungsverbot seien Menschen, die aus beruflichen Gründen oder zu Familienbesuchen einreisen oder über einen Wohnsitz auf Helgoland verfügen.

Die Saison sei im Prinzip beendet, sagte Helgolands Bürgermeister Jörg Singer. Ab Montagmorgen werde nur noch die "MS Helgoland" von Cuxhaven (Niedersachsen) aus zu der Hochseeinsel fahren.

Anlass für die neue Allgemeinverfügung sei, dass am Freitag Schleswig-Holsteins Oberverwaltungsgericht das sogenannte Beherbergungsverbot von Touristen aus inländischen Corona-Hotspots gekippt habe, sagte eine Sprecherin des Kreises. Man gehe über die bisherige Regelung hinaus, um Helgoland mit seiner besonderen Lage besser schützen zu können.

Das OVG hatte am Freitag mitgeteilt, dass das Beherbergungsverbot bis zu einer Entscheidung in der Hauptsache außer Vollzug gesetzt ist. Das Gericht in Schleswig gab damit Eilanträgen von zwei Hotelbetreibern aus Rostock statt, die auch mehrere Häuser in Schleswig-Holstein führen.

Nach der bisherigen Beherbergungsregel der Landesregierung in Kiel durften Touristen aus Gebieten mit hohen Corona-Zahlen in Deutschland - ab 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen - nur dann im Norden in Hotels oder Ferienwohnungen übernachten, wenn sie einen höchstens 48 Stunden alten negativen Test vorlegen.

Update, 25. Oktober, 16.46 Uhr: Fünf Intensivstation-Mitarbeiter positiv auf Coronavirus getestet

Cloppenburg - Fünf Mitarbeiter einer Intensivstation eines Krankenhauses in Cloppenburg sind positiv auf das Coronavirus getestet worden. Wie sich die Mitarbeiter des St. Josefs-Hospitals ansteckten, war unklar, wie der Landkreis Cloppenburg am Sonntag mitteilte.

Die Mitarbeiter waren in einem nicht für Covid-19-Patienten bestimmten Bereich eingesetzt. Sie waren wegen auftretender Symptome einem Test unterzogen worden. Die Patienten auf der Intensivstation waren nach den positiven Testergebnissen der Mitarbeiter ebenfalls abgestrichen worden. 

Ein Patient dieses Bereichs wurde ebenfalls positiv getestet und wurde verlegt. Alle Mitarbeiter der Intensivstation sollen nun auf das Coronavirus getestet werden. Eine erhöhte Infektionsgefahr für die Patienten wird von der Klinik derzeit ausgeschlossen.

Der Landkreis Oldenburg zählte am Sonntag (Stand 13.30 Uhr) insgesamt 1673 Infektionen mit dem Coronavirus seit Beginn der Pandemie, 102 mehr als am Vortag. Der Landkreis verzeichnet demnach nun 788 aktuelle Coronafälle. Das Niedersächsische Landesgesundheitsamt hat am Sonntag (9 Uhr) eine sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner von 205,6 für den Landkreis Cloppenburg errechnet. 

Update, 25. Oktober, 14.11 Uhr: Niedersachsen überschreitet Corona-Grenzwert

Hannover – In Niedersachsen ist der kritische Wert von 50 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche auch auf Landesebene überschritten worden. 

Das Landesgesundheitsamt meldete am Sonntagvormittag einen Wert von 54,6. Nach Angaben einer Sprecherin der Landesregierung hat das Überschreiten der 50er-Marke in Niedersachsen allerdings keine weiteren Konsequenzen. 

Entscheidend für eine Verschärfung der Corona-Regeln sei nicht der Landeswert, sondern die Werte in den 45 Kreisen und kreisfreien Städten, erläuterte die Sprecherin. Die Corona-Verordnung des Landes sei erst kürzlich verschärft worden und mache den Kommunen Vorgaben dazu, was bei Überschreiten der Grenzwerte zu tun sei.

Am Sonntag überschritten 14 Kreise und kreisfreie Städte in Niedersachsen die 50er-Marke: In der Stadt Delmenhorst lag der Wert nach Angaben des Landesgesundheitsamtes bei 314,6, es folgten die Kreise Cloppenburg, Vechta, Grafschaft Bentheim, Verden, Oldenburg, Diepholz, Emsland, Hildesheim, Osterholz, Schaumburg, Stadt und Kreis Osnabrück sowie Region Hannover.

Update, 25. Oktober, 13.28 Uhr: 168 neue Corona-Fälle in Hamburg gemeldet

Der Fischmarkt ist am Sonntagmorgen menschenleer.
Der Fischmarkt ist am Sonntagmorgen menschenleer.  © Daniel Bockwoldt/dpa

Hamburg – Die Zahl der registrierten Corona-Neuinfektionen in Hamburg ist am Sonntag um 168 gestiegen. Damit haben sich in der Hansestadt seit Ausbruch der Pandemie bereits 11.513 Menschen nachweislich infiziert, wie die Gesundheitsbehörde im Internet mitteilte. Am Vortag waren es 303 Fälle, am Freitag 360 - was der höchste Wert an einem Tag seit Beginn der Corona-Pandemie in dem Stadtstaat war.

Der Sieben-Tage-Wert kletterte auf 84,5 Infektionen je 100.000 Einwohner. Am Samstag hatte er noch bei 84,2 gelegen. Am Montag hatte die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz erstmals seit dem 9. April die kritische Marke von 50 knapp überschritten, ab der ein Gebiet als Corona-Risikogebiet gilt.

In Hamburger Kliniken wurden am Freitag 105 an Covid-19 erkrankte Patienten behandelt, 13 mehr als am Vortag. Auf Intensivstationen lagen 30 Menschen. Von diesen kommen 21 aus Hamburg. An Wochenenden werden diese Zahlen nicht aktualisiert. Rund 8300 Hamburger gelten nach Schätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) als genesen. 

Seit Beginn der Pandemie starben den Angaben zufolge in Hamburg 241 Menschen an einer Covid-19-Erkrankung. Diese Zahl ist seit 2. Oktober unverändert.

Update, 25. Oktober, 7.18 Uhr: Verstöße gegen Corona-Regeln in Delmenhorst und Oldenburg geahndet

Delmenhorst –  Bei Kontrollen in Delmenhorst und im Landkreis Oldenburg haben das Ordnungsamt und die Polizei mehrere Verstöße gegen die Corona-Regeln festgestellt. 

Alleine in 31 Fällen wurde in der Innenstadt, dem Bahnhofsbereich und auf Parkplätzen von Supermärkten in Delmenhorst die Maskenpflicht nicht eingehalten, teilte die Polizei am Sonntag mit. 

Ein Friseurgeschäft sei am Samstag geschlossen worden, weil die Angestellten ebenfalls keine Masken getragen hätten und dort keine Kontaktlisten geführt wurden. Außerdem wurden zwei Gastronomien geschlossen, weil sich dort nach der Sperrstunde noch Gäste aufhielten.

Im Landkreis Oldenburg wurden demnach zwei private Feiern aufgelöst, weil sich dort zu viele Personen aus unterschiedlichen Haushalten aufhielten. Polizei und Ordnungsdienst hatten aufgrund der steigenden Infektionsraten verstärkte Kontrollen angekündigt.

Update, 24. Oktober, 17.40 Uhr: Erster Kreis in Schleswig-Holstein erreicht Infektionswert von 50

Kiel - Der Kreis Pinneberg hat als erster in Schleswig-Holstein die Marke von 50 Corona-Infektionen je 100.000 Einwohner in sieben Tagen erreicht. Für den Kreis wurden am Samstag 73 Neuinfektionen gemeldet. 

In den letzten sieben Tagen waren es 50 je 100.000 Einwohner, wie aus Informationen des Robert Koch-Instituts in Berlin hervorgeht. Landesweit liegt dieser Wert demnach bei 30,37. 

Im Kreis Pinneberg gelten seit Samstag schärfere Corona-Maßnahmen.

Update, 24. Oktober, 12.32 Uhr: 303 neue Corona-Fälle in Hamburg

Hamburg - Die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen in Hamburg ist weiter gestiegen. Die Gesundheitsbehörde meldete am Samstag 303 neue Fälle nach 360 am Freitag, was der höchste Wert an einem Tag seit Beginn der Corona-Pandemie in der Hansestadt war.

Der Sieben-Tage-Wert kletterte auf 84,2 Infektionen je 100.000 Einwohner. Am Freitag hatte er noch bei 75,1 gelegen.

In Hamburger Kliniken wurden am Freitag 105 an Covid-19 erkrankte Patienten behandelt, 13 mehr als am Vortag. Auf Intensivstationen lagen 30 Menschen. 

Von diesen kommen 21 aus Hamburg. Seit Beginn der Pandemie starben den Angaben zufolge in Hamburg 241 Menschen an einer Covid-19-Erkrankung. Diese Zahl ist seit dem 2. Oktober unverändert.

Seit Beginn der Pandemie infizierten sich in Hamburg 11.345 Menschen mit dem Erreger Sars-CoV-2. Rund 8200 gelten nach Schätzung des RKI als genesen, 100 mehr als am Vortag.

Update, 24. Oktober, 7.38 Uhr: Zahl der Verwaltungsgerichtsverfahren zu Corona-Maßnahmen steigt

Die Zahl der Verfahren zu Corona-Schutzmaßnahmen steigt im Vergleich zum Spätsommer wieder.
Die Zahl der Verfahren zu Corona-Schutzmaßnahmen steigt im Vergleich zum Spätsommer wieder.  © picture alliance / dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Hamburg – Ob Maskenpflicht oder Quarantäne-Anordnung: Die Zahl der Verfahren vor dem Hamburger Verwaltungsgericht hat im Vergleich zum Spätsommer wieder deutlich zugenommen. 

Das sagte Gerichtssprecher Max Plog der Deutschen Presse-Agentur. Die kurzfristige Befassung mit den vielfältigen und komplexen Fragestellungen sei sehr arbeitsintensiv und wirke sich auf die Erledigung anderer Aufgaben aus.

"Zu beobachten ist, dass seit Beginn des Monats Oktober die Frequenz der Neueingänge auf Corona-Maßnahmen bezogener Anträge und damit der Anzahl an Gerichtsverfahren, insbesondere Eilverfahren, deutlich schneller steigt als in den Sommermonaten", sagte Plog. 

In diesem Monat mit Stand 23. Oktober seien bereits zwölf Eilanträge beim Verwaltungsgericht eingegangen. Im gesamten Monat Juli seien dagegen drei auf Corona-Maßnahmen bezogene Eilanträge eingegangen, im Monat August lediglich fünf.

Der rot-grüne Senat hatte angesichts steigender Corona-Zahlen die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus noch einmal verschärft. Die Stadt Hamburg gilt seit Freitag offiziell als Corona-Risikogebiet.

Beim Verwaltungsgericht Hamburg sind den Angaben zufolge in der Corona-Krise bisher 120 Eilverfahren und 33 Hauptsacheverfahren zu Maßnahmen oder Verboten eingegangen. Diese seien ganz überwiegend auch bereits erledigt, sagte der Gerichtssprecher. 

In 20 Fällen sei ein Beschwerdeverfahren vor dem Oberverwaltungsgericht durchgeführt worden. "Erstinstanzlich sind vor dem Oberverwaltungsgericht zudem acht Eilverfahren und vier Hauptsacheverfahren anhängig gemacht worden", sagte Plog.

Update, 24. Oktober, 7.35 Uhr: In Schleswig-Holstein tritt verschärfte Maskenpflicht in Kraft

Kiel – Wegen der schnell steigenden Corona-Zahlen gilt in Schleswig-Holstein seit Samstag eine ausgeweitete Maskenpflicht. Es gibt schärfere Regeln in Restaurants, im Handel und auf Märkten. 

In Neumünster wurde der verkaufsoffene Sonntag abgesagt. Nach dem Corona-Ausbruch in einem Hotel in Timmendorfer Strand mit 37 coronainfizierten Mitarbeitern erließ der Kreis Ostholstein am Freitag eine Maskenpflicht und andere Beschränkungen für das Ostseebad. Auf besonders frequentierten Straßen und Plätzen muss ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden.

Die vier Kreise Ostholstein, Dithmarschen, Stormarn und Pinneberg sowie die Stadt Neumünster haben schärfere Corona-Maßnahmen ergreifen müssen, weil der entscheidende Wert von 35 Infektionen berechnet auf 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen überschritten wurde. In Pinneberg tritt die neue Allgemeinverordnung am Samstag in Kraft. In den drei anderen Kreisen und in Neumünster gelten bereits die verschärften Maßnahmen.

Dänemark hat deutschen Urlaubern weitgehend die Einreise untersagt. Diese Regelung tritt in der Nacht zum Samstag um Mitternacht in Kraft. Schleswig-Holstein ist allerdings ausgenommen solange im nördlichsten Bundesland der Inzidenzwert der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in den letzten 7 Tagen unter 30 liegt. 

Stand Freitag 8.10 Uhr betrug nach Angaben des Robert Koch-Instituts der Inzidenzwert in Schleswig-Holstein 25,6 und in ganz Deutschland im Durchschnitt 60,3. Innerhalb eines Monats hat sich der Inzidenzwert in Schleswig-Holstein fast vervierfacht.

Titelfoto: Christian Charisius/dpa

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