Coronavirus im Norden: Hamburg gibt Regularien für Weihnachten und Silvester bekannt

Hamburg/Kiel/Schwerin/Hannover – Das Coronavirus hat das Land fest im Griff: Im Norden steigen die Infektionszahlen täglich weiter an, die Gesundheitsämter melden neue Rekordwerte. Deutschland befindet sich nun mitten in der von den Experten angekündigten zweiten Welle.

Menschen warten am Eingang des Corona-Testzentrums am Hamburger Hauptbahnhof.
Menschen warten am Eingang des Corona-Testzentrums am Hamburger Hauptbahnhof.  © Markus Scholz/dpa

In Hamburg sind mittlerweile 24.306 Menschen an dem Covid-19-Virus erkrankt, in Schleswig-Holstein sind 13.785 Fälle bekannt, in Bremen 7848, in Mecklenburg-Vorpommern 5247 und in Niedersachsen 58.083 Covid-19-Fälle. (Stand 27. November, 13.35 Uhr)

Am 23. März wurde erstmals ein erweitertes Kontaktverbot in Deutschland angeordnet, die Menschen mussten mit massiven Einschränkungen ihres Lebens umgehen.

Anschließend einigten sich Bund und Länder auf schrittweise Lockerungen der Schutzmaßnahmen. Am Montag, 2. November, traten neue Beschränkungen in Kraft.

Bis Ende des Monats sollen alle Restaurants und Kneipen geschlossen bleiben, auch Kosmetikstudios, Massagepraxen, Tattoo-, Fitnessstudios und Kinos sind betroffen. Offen sind dagegen noch Schulen, Kindergärten, der Groß- und Einzelhandel und Friseurläden.

Weiterhin gilt eine bundesweite Maskenpflicht in Geschäften und im öffentlichen Nahverkehr. Verstöße gegen das Tragen der Mund-Nasen-Bedeckung werden mit einem Bußgeld geahndet.

Alle weiteren Informationen dazu findet Ihr in unserem +++ Coronavirus-Liveticker +++.

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 im Norden gibt es hier:

Update, 27. November, 17.42 Uhr: Hamburg gibt Regularien für Weihnachten und Silvester bekannt

Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD).
Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD).  © Kay Nietfeld/dpa

Hamburg - Hamburg beschränkt die erlaubten Kontakte in der Weihnachts- und Silvesterzeit auf zehn Personen aus maximal vier Haushalten.

In der Zeit davor werde die Zahl der maximal zulässigen Personen von derzeit zehn auf fünf aus zwei Haushalten reduziert, sagte Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) am Freitag.

Während der Weihnachts- und Silvesterzeit vom 23. Dezember bis zum 1. Januar seien Hotelübernachtungen für Familienbesuche zulässig.

Tschentscher appellierte, an Silvester auf Feuerwerk zu verzichten. An stark frequentierten Orten wie an den Landungsbrücken, am Jungfernstieg oder auf der Reeperbahn werde das Abfeuern von Raketen und das Böllern verboten.

Darüber hinaus können die Hamburger Weihnachtsmärkte in diesem Jahr nicht stattfinden.

Update, 27. November, 16.31 Uhr: Zahl Corona-infizierter Schüler um 42 gestiegen

Hamburg - Die Zahl der mit Corona infizierten Schülerinnen und Schüler in Hamburg ist innerhalb eines Tages um 42 gestiegen. Zudem hätten sich am Donnerstag sechs Beschäftigte infiziert, teilte die Schulbehörde am Freitag mit.

Betroffen seien insgesamt 37 Schulen, für drei Klassen seien Quarantänemaßnahmen veranlasst worden. Insgesamt seien damit derzeit 403 von rund 256.000 Schülerinnen und Schüler infiziert. Das entspreche einer Quote von 0,16 Prozent.

Bei den Schulbeschäftigten sind es den Angaben zufolge 81 von etwa 34.400, was einem Anteil von 0,24 Prozent entspreche. Seit Schuljahresbeginn sind damit insgesamt 2678 Corona-Infektionen von den Schulen gemeldet worden, davon 2188 Schülerinnen und Schüler und 490 Schulbeschäftigte.

Update, 27. November, 15.50 Uhr: Mitgliederzahl in Hamburger Sportvereinen schrumpft

Hamburg - Im Corona-Jahr 2020 hat der Hamburger Sportbund einen Rückgang bei der Zahl der Mitglieder in den Sportvereinen der Hansestadt feststellen müssen. Laut einer Mitteilung vom Freitag gibt es aktuell 521.118 Mitgliedschaften in 823 Vereinen. Im Vorjahr seien es noch rund 21.000 Mitgliedschaften mehr gewesen. Die Zahl der Jugendlichen unter 18 Jahren sank von 139.055 auf 133.581.

Angesichts der Folgen der Corona-Pandemie bezeichnete der HSB-Vorstandsvorsitzende Ralph Lehnert die Rückgänge als "moderat". "Vor allem die fehlenden Eintritte bei normaler Fluktuation haben bei vielen Vereinen über den Sommer zu den Mitgliederverlusten geführt", wurde er in der Mitteilung zitiert. Die Bestandserhebung war bis zum 18. November 2020 gemacht worden. Sie berücksichtigt daher den Lockdown des Vereinssports in diesem Monat noch nicht.

"Die derzeitige Situation ist für Vereine und Verbände sehr schwierig, da sich derzeit keine Lockerungen für den Sport abzeichnen", sagte Lehnert. Der Lockdown komme zu einem ungünstigen Zeitpunkt, da viele Vereine Kündigungsfristen bis zum Jahresende haben. "Eine größere Austrittswelle ist nun leider zu befürchten".

Update, 27. November, 15.48 Uhr: Bislang mehr als 1000 Freiwillige für Dienst in Corona-Impfzentren

Bad Segeberg - Für den freiwilligen Dienst in den geplanten Corona-Impfzentren des Landes haben sich bereits mehr als 1000 Ärzte und über 600 medizinische Fachangestellte gemeldet.

Das zeige die große Bereitschaft der Ärzte und der Fachangestellten, zur Bekämpfung der Pandemie beizutragen, sagte die Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH), Monika Schliffke, am Freitag.

Neben KVSH-Mitgliedern seien auch pensionierte Ärzte, Ärzte in Elternzeit oder Mediziner aus Reha-Einrichtungen aufgerufen, sich zu melden, sagte sie.

Für den Dienst in den 28 Impfzentren sowie weiteren mobilen Einheiten in Schleswig-Holstein werden nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung pro Tag etwa 80 Ärzte benötigt.

Sie sollen in Schichten von jeweils vier bis fünf Stunden an allen Tagen der Woche Impfwillige aufklären und behandeln. Die Zentren sollen ab Mitte Dezember einsatzbereit sein.

Update, 27. November, 14.50 Uhr: Aktion "Leere Stühle" der Gastronomiebranche

Nach einem Autocorso durch die Stadt haben sich die Teilnehmer der Aktion "Leere Stühle" auf dem Neuen Markt eingefunden, wo leere Stühle stehen.
Nach einem Autocorso durch die Stadt haben sich die Teilnehmer der Aktion "Leere Stühle" auf dem Neuen Markt eingefunden, wo leere Stühle stehen.  © dpa/dpa-Zentralbild/Bernd Wüstneck

Rostock - Mit der Aktion "Leere Stühle" hat die Gastronomiebranche Mecklenburg-Vorpommerns am Freitag in Rostock auf ihre prekäre Situation aufmerksam gemacht.

Nach einem lautstarken Autokorso durch die Innenstadt stellten die Teilnehmer auf dem Neuen Markt der Hansestadt mehr als 40 Stühle auf. Es gehe nicht nur um die Gastronomie selbst, sagte die Sprecherin der Initiative, Stephanie Maass. Auch andere Branchen wie etwa der Lebensmittelhandel, Reinigungsbetriebe oder Veranstalter mit Tausenden Beschäftigten seien betroffen.

Für die Gastronomen bestehe das ganze bisherige Jahr 2020 aus Hoffen und Bangen. "Wir sind hier, um einen Fahrplan zu erhalten", sagte Maass. Das permanente Hickhack um Krankheitshäufigkeiten mit Schließungen, Vertröstungen auf neue Termine müsse aufhören.

Auch nach dem Treffen von Bund und Ländern am vergangenen Mittwoch gebe es keine Möglichkeit zur Planung, um beispielsweise für das Jahresende und darüber hinaus Vorbereitungen zu treffen. Die Branche schaue nun auf das Treffen der Landesregierung mit den Spitzenvertretern verschiedener Verbände am Samstag.

Dabei müsse es klar sein, dass eine Öffnung nur über die Feiertage keinen wirtschaftlichen Sinn ergebe. Für Maass gehe es auch um Tausende Mitarbeiter, die ebenfalls kaum eine Perspektive haben. Die Branche fordere bei einer anhaltendenden Schließung eine finanzielle Entschädigung.

Update, 27. November, 14.30 Uhr: Prien: Öffnungen in der Kultur wegen Corona noch nicht möglich

Kiel - Schleswig-Holsteins Kulturministerin Karin Prien (55) hat dem unter der Corona-Pandemie leidenden Kulturbereich vorsichtig Lockerungsmöglichkeiten im nächsten Jahr in Aussicht gestellt. Noch allerdings seien die Infektionszahlen auch im Norden zu hoch, um Lockerungen zuzulassen, sagte die CDU-Politikerin am Freitag im Landtag. Aber Schleswig-Holstein stehe im Vergleich zu anderen Bundesländern relativ gut da.

"Wenn wir es durch die weiteren Anstrengungen in den nächsten Wochen schaffen, die Zahl der Neuinfektionen konstant unter 50 zu halten, können wir die Kultur in unserem Land schrittweise wieder öffnen", sagte Prien. Gemeint ist die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen.

Das Land lasse die Kultur in dieser schwierigen Situation nicht im Stich. Es habe bislang 25 Millionen Euro Überbrückungsmittel zur Verfügung gestellt.

"Wir erfahren gerade miteinander, um wie viel ärmer unsere Gesellschaft schlagartig wird, wenn Theater, Kinos, Konzertbühnen und Museen ihre Pforten geschlossen halten müssen, wenn Künstlerinnen und Künstler nicht auftreten dürfen", sagte Prien.

Update, 27. November, 13.33 Uhr: Corona-Infektionslage stabilisiert sich auf hohem Niveau

Hannover - Die Corona-Infektionslage in Niedersachsen stabilisiert sich auf hohem Niveau, wobei weitere 28 Todesfälle binnen 24 Stunden registriert wurden. Wie das Sozialministerium am Freitag mitteilte, gab es 1438 nachgewiesene Neuinfektionen nach 1633 neuen Fällen am Freitag vor einer Woche. "Die Stabilisierung verstetigt sich", sagte ein Sprecher.

In den Kliniken befanden sich am Freitag 938 Corona-Patienten; 198 lagen auf der Intensivstation und 120 davon mussten künstlich beatmet werden. Am Freitag vor einer Woche betrug die Zahl der Klinikpatienten noch 982. Landesweit sank die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen binnen einer Woche von 101,5 auf 94,9.

Von den 45 Landkreisen und großen Städten in Niedersachsen unterschreiten inzwischen sechs die Sieben-Tages-Inzidenz von 50 und sind somit keine Hotspots mehr. 21 haben eine Inzidenz von weniger als 10

Update, 27. November, 13.10 Uhr: Durchhalte-Appell von Schwesig in Corona-Krise: "Wir verlangen viel"

Manuela Schwesig (46, SPD), Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, spricht im Landtag.
Manuela Schwesig (46, SPD), Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, spricht im Landtag.  © dpa/dpa-Zentralbild/Jens Büttner

Schwerin - Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (46, SPD) hat an die Menschen im Land appelliert, sich an die verschärften Kontaktbeschränkungen im Dezember zu halten. "Ich weiß, dass die Maßnahmen den Menschen viel abverlangen", sagte sie am Freitag in einer Regierungserklärung im Landtag.

Nach den Bund-Länder-Beschlüssen vom Mittwoch werden die erlaubten privaten Kontakte noch einmal von zehn auf fünf Personen verringert. Dies sei nötig, sagte Schwesig. Die Zahl der Neuinfektionen stagniere zwar, sei aber noch nicht deutlich zurückgegangen.

"Wir brauchen mehr Zeit" Sie erinnerte an die schweren Folgen einer Infektion für einen Teil der Patienten. Derzeit müssten in Mecklenburg-Vorpommern 14 Corona-Patienten beatmet werden. Hoffnung für 2021 gebe die Entwicklung von Impfstoffen.

Das Land, die Kommunen und die Gesundheitsexperten arbeiteten auf Hochtouren an einem Impfkonzept für Mecklenburg-Vorpommern, sagte Schwesig. Gesundheitsminister Harry Glawe (66, CDU) werde es am Dienstag im Kabinett vorstellen.

Update, 27. November, 12.20 Uhr: Millionenbetrug mit Corona-Hilfen - Zahl der Verfahren nimmt zu

Hannover - Der Betrug mit zu Unrecht angeforderten Corona-Hilfszahlungen beschäftigt weiter die Ermittler. Bis Anfang November stieg die Zahl der Verfahren wegen dieses Verdachts in Niedersachsen auf fast 1200. Das waren knapp 150 mehr als einen Monat zuvor, wie das Justizministerium in Hannover am Freitag mitteilte.

Insgesamt gehe es um rund 9,3 Millionen Euro (Vormonat: 8,2 Mio. Euro), die bereits als Fördermittel ausgezahlt wurden. Vorläufig sichergestellt wurden demnach bisher erst rund 880.000 Euro.

"Den Steuerzahlern, aber auch den ehrlichen Antragstellern schulden wir, dass wir die schwarzen Schafe erwischen", machte Justizministerin Barbara Havliza (CDU) klar. Bisher haben die Staatsanwaltschaften in 110 Fällen eine Anklage erhoben oder einen Strafbefehl beantragt. 25 Verfahren wurden bereits rechtskräftig abgeschlossen, weitere 134 wurden eingestellt, weil die Ermittler eine Straftat nicht nachweisen konnten.

Ausgangspunkt der Verfahren sind häufig Verdachtsmeldungen der Förderbank des Landes, der NBank, die die Corona-Hilfen auszahlt.

Update, 27. November, 12.15 Uhr: 252 Corona-Neuinfektionen in Hamburg - Sieben-Tage-Wert sinkt

Hamburg - Die Zahl der in Hamburg bestätigten Corona-Neuinfektionen ist am Freitag um 252 gestiegen. Der wichtige Warnwert - die Zahl der Ansteckungen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen - sank von 122,1 auf 116,3, wie die Gesundheitsbehörde mitteilte. Am Donnerstag war die Zahl der registrierten Corona-Neuinfektionen um 360 gestiegen. Vor einer Woche gab es am Freitag 362 neue Fälle.

Seit Ausbruch der Pandemie haben sich in Hamburg damit nun 24.306 Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Rund 15.600 von ihnen gelten nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) inzwischen als genesen.

In Hamburger Krankenhäusern und Kliniken wurden mit Stand vom Donnerstag 309 Covid-19-Patienten behandelt, fünf weniger als am Mittwoch. Auf Intensivstationen lagen weiterhin 79 Patienten.

Die Zahl der seit Beginn der Pandemie in Hamburg an Covid-19 gestorbenen Menschen wurde von der Stadt unverändert mit 281 angegeben. Das RKI meldete mit Stand Freitag für die Hansestadt 358 Tote - elf mehr als am Tag zuvor.

Titelfoto: Kay Nietfeld/dpa

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