Coronavirus im Norden: Hamburg überschreitet kritischen Wert

Hamburg/Kiel/Schwerin/Hannover – Das Coronavirus hat das Land weiter fest im Griff - im Norden steigen die Infektionszahlen täglich weiter an. Experten warnen vor einer zweiten Welle.

Menschen warten am Eingang des Corona-Testzentrums am Hamburger Hauptbahnhof.
Menschen warten am Eingang des Corona-Testzentrums am Hamburger Hauptbahnhof.  © Markus Scholz/dpa

In Hamburg sind mittlerweile 10.001 Menschen an dem neuartigen Covid-19-Virus erkrankt, in Schleswig-Holstein sind 5714 Fälle bekannt, in Bremen 3375, in Mecklenburg-Vorpommern 1712 und in Niedersachsen 24.899. (Stand 19. Oktober, 12.18 Uhr) 

Am 23. März wurde zunächst ein erweitertes Kontaktverbot in Deutschland angeordnet, die Menschen mussten mit massiven Einschränkungen ihres Lebens umgehen.  

Inzwischen einigten sich Bund und Länder auf schrittweise Lockerungen der Schutzmaßnahmen. 

Es gilt jedoch weiterhin eine bundesweite Maskenpflicht in Geschäften und im öffentlichen Nahverkehr. Verstöße gegen das Tragen der Mund-Nasen-Bedeckung werden mit einem Bußgeld geahndet.

Alle weiteren Informationen dazu findet Ihr in unserem  +++ Coronavirus-Liveticker +++.

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 im Norden gibt es hier:

Update, 19. Oktober, 14.48 Uhr: Auch letzte Corona-Tests nach Sylter Party negativ

Westerland – Nach einer Party auf Sylt mit mindestens einem infizierten Gast sind auch die letzten vier ausstehenden Corona-Tests von Teilnehmern negativ ausgefallen. 

Dies teilte am Montag der Kreis Nordfriesland mit. Demnach gab es nur bei einem von 108 Tests ein positives Ergebnis. 

Der Infizierte hatte Behördenangaben zufolge in der Nacht zum 4. Oktober ein Bistro in Westerland besucht, bevor erste Symptome auftraten und er getestet wurde.

Update, 19. Oktober, 14.04 Uhr: Corona-Ausbruch in Hamburger Pflegeheim: Mindestens 27 Infektionen

Hamburg - In einem Pflegeheim in Hamburg-Harburg haben sich mindestens 27 Bewohner mit dem Coronavirus infiziert. 

Möglicherweise seien auch Mitarbeiter betroffen, sagte am Montag ein Sprecher der Gesundheitsbehörde. In einer anderen Pflegeeinrichtung in Hamburg-Nord gebe es weiterhin 23 Fälle, in einem Heim in Wandsbek 31. Acht weitere Ansteckungen wurden aus fünf Hamburger Heimen gemeldet, wie der Sprecher weiter sagte.

Die 27 Harburger Fälle seien in den 93 Neuinfektionen enthalten, die am Montag für ganz Hamburg berichtet wurden. Der Sieben-Tage-Wert für die Hansestadt stieg damit über den Warnwert von 50. Das heißt, dass sich statistisch in den vergangenen sieben Tagen 50,6 Menschen je 100.000 Einwohner infiziert haben. 

Bund und Länder hatten am 15. Oktober beschlossen, dass schärfere Regeln in den Regionen greifen müssen, wo dieser Wert über 50 liegt.

Update, 19. Oktober, 12.18 Uhr: 93 Neuinfektion - Hamburg überschreitet kritischen Corona-Wert

Für Berufsschüler und die Schüler an den Oberstufen der Allgemeinbildenden Schulen gelten in Hamburg verschärfte Corona-Bedingungen. Sie müssen nun im Unterricht Masken tragen.
Für Berufsschüler und die Schüler an den Oberstufen der Allgemeinbildenden Schulen gelten in Hamburg verschärfte Corona-Bedingungen. Sie müssen nun im Unterricht Masken tragen.  © Daniel Bockwoldt/dpa

Hamburg - Bei Tests auf das Coronavirus sind in Hamburg 93 Fälle bestätigt worden. Damit stieg der kritische Sieben-Tage-Wert über von 49,8 auf 50,6 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner, wie die Gesundheitsbehörde am Montag im Internet mitteilte. 

Bund und Länder hatten am 15. Oktober beschlossen, dass schärfere Regeln in den Regionen greifen müssen, wo dieser Wert über 50 liegt.

Der am Montag gemeldete Anstieg ist der geringste der vergangenen sieben Tage. Am Sonntag waren 162 Neuinfektionen gemeldet worden. Seit Beginn der Pandemie infizierten sich in Hamburg 10.001 Menschen mit dem Virus Sars-CoV-2. Rund 7700 gelten nach Schätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) als genesen.

Bislang starben nach Angaben des Instituts für Rechtsmedizin am Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) 241 Menschen an Covid-19. Diese Zahl ist seit dem 2. Oktober unverändert. Das RKI zählte für Hamburg insgesamt 280 Tote, so viele wie am Vortag.

In Hamburger Kliniken wurden Stand Freitag 59 Covid-19-Patienten behandelt. Auf Intensivstationen lagen unverändert 17 Menschen. Diese Zahl wurde noch nicht von der Behörde aktualisiert.

Update, 19. Oktober, 11.04 Uhr: Delmenhorst erlässt Sperrstunde und sagt Veranstaltungen ab

Delmenhorst - Die Stadt Delmenhorst verschärft angesichts eines großflächigen Corona-Ausbruchs die Schutzmaßnahmen. So werde eine Sperrstunde für die Gastronomie von 23 bis 6 Uhr erlassen, sagte Oberbürgermeister Axel Jahnz (SPD) am Montag. 

Alle öffentlichen Veranstaltungen und Gottesdienste werden demnach bis auf Weiteres abgesagt. Private Treffen werden auf zehn Personen begrenzt. Außerdem wird die Maskenpflicht in der Stadt ausgeweitet. Schulen und Kitas sollen allerdings nach den Herbstferien wieder öffnen, solange die Hygienekonzepte es zulassen.

Nach Angaben des Landesgesundheitsamts lag der Sieben-Tage-Wert der Stadt am Montag bei 223,1 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. 

Der Leiter des Gesundheitsamts der Stadt sagte, die Zahl der nachgewiesenen Fälle habe sich binnen zehn Tagen mehr als verdoppelt.

Update, 19. Oktober, 10.52 Uhr: Corona-Ausbruch in Delmenhorst ohne klaren Schwerpunkt

Da ist der Mund-Nase-Schutz meist falsch: Ein Mann trägt ihn in Delmenhorst in der Hand durch die Fußgängerzone.
Da ist der Mund-Nase-Schutz meist falsch: Ein Mann trägt ihn in Delmenhorst in der Hand durch die Fußgängerzone.  © Mohssen Assanimoghaddam/dpa

Delmenhorst - Der Corona-Ausbruch im niedersächsischen Delmenhorst hat nach Einschätzung der Behörden keinen eindeutigen Ursprung. 

Es gebe "keinen sogenannten Schwerpunkt", sagte Oberbürgermeister Axel Jahnz (SPD) am Montag. 

"Wir bewegen uns in kleineren Zellen." Die Nachverfolgung der Kontakte sei daher sehr aufwendig und benötige viel Zeit. 

Nach Angaben des Landesgesundheitsamts lag der Sieben-Tage-Wert der Stadt am Montag bei 223,1 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. "

"Ich weiß, dass wir damit Spitzenreiter in der Bundesrepublik sind. Das ist traurig, furchtbar, aber wir werden uns dieser Aufgabe stellen", sagte Jahnz.

Update, 19. Oktober, 10.37 Uhr: Sprunghafter Anstieg der Corona-Infektionen in Delmenhorst

Delmenhorst - Die Zahl der Corona-Infektionen im niedersächsischen Delmenhorst ist wieder deutlich angestiegen. Das Landesgesundheitsamt gab den Sieben-Tage-Wert der Stadt am Montagmorgen mit 223,1 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner an (Vortag: 138,0). 

Demnach gab es 76 neue nachgewiesene Ansteckungen im Vergleich zum Sonntag. Die Stadtverwaltung will am Montagvormittag über die Entwicklung informieren. Bereits vor einer Woche hatte die Stadt angekündigt, weitere Maßnahmen zur Viruseindämmung zu prüfen. 

"Dabei wird darauf geachtet, dass punktgenau Maßnahmen ergriffen werden und weniger Rundumschläge verteilt werden", hatte der Corona-Krisenstabsleiter der Stadt, Rudolf Mattern, damals gesagt.

Update, 19. Oktober, 7.32 Uhr: 88 neue Corona-Fälle in Schleswig-Holstein registriert

Kiel - In Schleswig-Holstein hat sich die Zahl der gemeldeten Corona-Infizierten um weitere 88 Fälle erhöht. 

Seit Beginn der Pandemie im Norden haben sich damit bislang 5714 Menschen nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 angesteckt, wie die Landesregierung mit Stand Sonntagabend mitteilte. Nach Schätzung des Robert Koch-Instituts gelten rund 4900 von ihnen als genesen, 100 mehr als am Vortag. Am Samstag waren 26 Neuinfektionen gezählt worden.

Die Zahl der Menschen, die im Zusammenhang mit dem Virus Sars-CoV-2 in Schleswig-Holstein gestorben sind, blieb weiter bei 163. In Krankenhäusern werden den Angaben zufolge unverändert 24 Covid-19-Patienten behandelt.

Update, 19. Oktober, 6.16 Uhr: Für Hamburgs Schüler beginnt wieder der Unterricht

Manche Schüler müssen nun Maske im Unterricht tragen.
Manche Schüler müssen nun Maske im Unterricht tragen.  © Gregor Fischer/dpa

Hamburg - Nach zwei Wochen Herbstferien beginnt an Hamburgs Schulen am Montag wieder der Unterricht. Für Berufsschüler und die Schüler an den Oberstufen der allgemeinbildenden Schulen gelten verschärfte Corona-Bedingungen. 

Anders als ihre Mitschüler müssen sie und ihre Lehrer nun auch im Unterricht einen Mund-Nase-Schutz tragen. In allen Klassenräumen soll nun zudem alle 20 Minuten für mindestens fünf Minuten gelüftet werden - auch bei niedrigen Temperaturen.

Die Zahl der Corona-Fälle an den Schulen ist bislang gering. Zwei Tage vor Ferienbeginn vor zwei Wochen seien 180 Menschen in Quarantäne gewesen, davon 160 Schülerinnen und Schüler sowie 20 Lehrkräfte und andere Beschäftigte an Schulen - bei insgesamt rund 255.000 Schülerinnen und Schülern sowie gut 25.000 Schulmitarbeitern.

Sollten die Corona-Zahlen insgesamt dramatisch steigen, schließt Schulsenator Ties Rabe (SPD) weitere Verschärfungen der Corona-Regeln nicht aus. "Sollte sich das Infektionsgeschehen dramatisch verschlimmern, werden wir die Maskenpflicht an Schulen Schritt für Schritt und behutsam ausweiten", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. 

Voraussetzung sei jedoch, dass die Infektionszahlen massiv über 50 Fälle pro 100.000 Einwohner und Woche steigen.

Update, 19. Oktober, 6.06 Uhr: Schulbeginn nach den Herbstferien mit schärferen Corona-Auflagen

Kiel - Nach den Herbstferien beginnt am Montag in Schleswig-Holstein wieder die Schule. Wegen der gestiegenen Infektionszahlen sind die Corona-Schutzmaßnahmen verschärft worden. 

In den ersten 14 Tagen nach den Ferien müssen die Schüler ab der 5. Klasse auch während des Unterrichts Masken tragen. Zudem hat das Bildungsministerium in Kiel angeordnet, dass während des Unterrichts alle 20 Minuten drei bis fünf Minuten bei weit geöffneten Fenstern gelüftet werden muss. Zudem muss durchgängig in allen Pausen gelüftet werden. 

Damit sollen die Aerosole in der Luft und damit das Ansteckungsrisiko mit dem Coronavirus verringert werden. Lehrer-, Eltern- und Schülervertreter unterstützen die Maßnahmen.

Update, 18. Oktober, 17.16 Uhr: 26 neue Corona-Fälle - 7-Tage-Wert im Nordosten nun bei 21

Rostock - Die Zahl der registrierten Corona-Infektionen in Mecklenburg-Vorpommern ist innerhalb eines Tages um 26 auf 1712 gestiegen. 

Damit setzte sich der seit Donnerstag anhaltende Trend rückläufiger Neuinfektionen fort, wie aus dem am Sonntag veröffentlichten Lagebericht des Landesamtes für Gesundheit und Soziales in Rostock hervorgeht. Am Mittwoch war mit 60 Fällen die bislang höchste Zahl innerhalb eines Tages für den Nordosten registriert worden.

Die Sieben-Tage-Inzidenz, die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen, erhöhte sich nach Angaben des Landesamts auf 21,0. Der Nordosten liegt mit diesem Wert nach wie vor deutlich unter der als kritisch geltenden 50er-Marke. 

Bei Überschreiten werden betroffene Regionen als Risikogebiete eingestuft und müssen die Schutzmaßnahmen deutlich verschärfen. Erste Zusatzbeschränkungen werden bereits bei einem Wert von 35 wirksam, wie etwa auch im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte, der mit 11 Neuinfektionen erneut den höchsten Zuwachs verzeichnete.

In Mecklenburg-Vorpommern wurden seit Beginn der Corona-Pandemie 180 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern behandelt, 4 mehr als am Samstag. Knapp 1300 aller im Nordosten Infizierten gelten inzwischen als genesen, 22 mehr als am Vortag. 

Die Zahl der Menschen, die im Zusammenhang mit dem Virus Sars-CoV-2 starben, stieg am Wochenende um 1 auf 21.

Titelfoto: Daniel Bockwoldt/dpa

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