Islands Regierung muss fast vollzählig zum Corona-Test

Deutschland/Welt - Nachdem die Infektionszahlen in Zusammenhang mit einer Erkrankung am neuartigen Coronavirus lange Zeit rückläufig waren, steigen sie nun wieder nahezu auf Rekordniveau an.

Kinder mit Schutzmasken.
Kinder mit Schutzmasken.  © dpa/colprensa/Sergio Acero

Zumindest Abstand halten und Maske tragen wird wohl deshalb noch für einige Zeit auf der Tagesordnung stehen.

Alles über den aktuellen Stand und den weiteren Entwicklungen  zum Coronavirus Sars-CoV-2 gibt es >>> hier im Ticker.


Update, 21. August, 16.40 Uhr: Islands Regierung muss fast vollzählig zum Corona-Test

Beinahe die gesamte isländische Regierung muss sich auf das Coronavirus testen lassen. Der Grund: Neun der elf Mitglieder des Kabinetts um Ministerpräsidentin Katrín Jakobsdóttir hatten sich am Dienstag in einem Hotel zum Abendessen getroffen, in dem mittlerweile mehrere Corona-Fälle aufgetaucht sind. Das teilte die isländische Regierung am Freitag mit. Das Risiko einer Ansteckung der Ministerinnen und Minister sei aber sehr gering.

Jakobsdóttir und ihre Minister sollten nun jeweils zweimal auf Corona getestet werden, erstmals am Freitag und dann noch einmal am Montag. Dazwischen sollen sie Kontakte vermeiden und zu Hause bleiben. Nur Gesundheitsministerin Svandís Svavarsdóttir und Sozialminister Ásmundur Einar Dadason, die beide bei dem Abendessen nicht dabei gewesen waren, sind davon ausgenommen.

Auf Island war das Corona-Geschehen in diesem Sommer fast gänzlich zum Erliegen gekommen, seit einigen Wochen steigen die Infektionszahlen aber wieder. Jeder Reisende muss sich mittlerweile bei der Ankunft auf der Nordatlantik-Insel auf Corona testen lassen, ein zweiter Test steht dann fünf bis sechs Tage später an. In der Zwischenzeit muss man sich in Quarantäne begeben. Wer dieses Prozedere nicht mitmachen will, der muss für 14 Tage in Quarantäne.

Die isländische Ministerpräsidentin Katrin Jakobsdottir nimmt an einer Pressekonferenz teil.
Die isländische Ministerpräsidentin Katrin Jakobsdottir nimmt an einer Pressekonferenz teil.  © Ole Berg-Rusten/NTB Scanpix/dpa

Update, 21. August, 16.33 Uhr: Bei zwei positiven Corona-Tests erfolgt der Tour-de-France-Ausschluss

Zwei positive Corona-Fälle bei einem Rennstall innerhalb von sieben Tagen führen bei der Tour de France automatisch zum Ausschluss einer Mannschaft. Das berichten die Sporttageszeitung "L'Equipe" und die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf offizielle Quellen am Freitag. Zu einem Team zählen dabei nicht nur die acht Fahrer, sondern auch Team-Offizielle oder Betreuer. Diese Gruppe von 25 bis 30 Personen soll sich während der am 29. August beginnenden Frankreich-Rundfahrt im Hotel, im Bus sowie im Start- und Zielbereich in einer sogenannten eigenen Blase aufhalten.

Die Teams werden zweimal vor der Tour sowie jeweils an den beiden Ruhetagen auf das Coronavirus getestet. So könnte es gerade an den Ruhetagen zu unliebsamen Überraschungen kommen.

Bei der Rundfahrt werden Zuschauer zugelassen, wenngleich es Einschränkungen gibt. Der Tour-Veranstalter wirbt dabei für das generelle Tragen von Masken sowie einen Abstand von zwei Metern zu den Fahrern. Auf Autogramme oder Selfies soll verzichtet werden.

Update, 21. August, 16.22 Uhr: Corona-Infektion in Profi-Mannschaft von AS Monaco bestätigt

Der Fußball-Club AS Monaco hat eine Infektion mit dem Coronavirus bestätigt. Der Fall sei in der Profimannschaft aufgetreten, teilte der Club um Trainer Niko Kovac am Freitag mit ohne nähere Angaben zu machen. Dem betroffenen Spieler gehe es gut, er werde isoliert. Der Verein aus dem Fürstentum tritt am Sonntag (13.00 Uhr) in seiner ersten Partie der neuen Saison der französischen Ligue 1 gegen Stade Reims an.

Der Auftakt der neuen Spielzeit in Frankreich wurde noch vor Beginn durcheinandergewirbelt. Wegen mehrerer bestätigter Infektionen mit dem Coronavirus musste das ursprünglich für Freitag geplante Spiel zwischen Olympique Marseille und AS Saint-Etienne verschoben werden. Marseille hatte am Dienstag drei weitere Corona-Fälle bestätigt. Damit war die Zahl der Fälle bei den Südfranzosen auf vier gestiegen. Die Saison wird deshalb mit dem Spiel zwischen Girondins Bordeaux und dem FC Nantes (19.00 Uhr) eröffnet.

Monacos Trainer Niko Kovac steht am Spielfeldrand.
Monacos Trainer Niko Kovac steht am Spielfeldrand.  © Uwe Anspach/dpa

Update, 21. August, 15.35 Uhr: Bundesbildungsministerin sieht keine Alternative zur Maske

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek hat eine positive Zwischenbilanz nach dem Start des neuen Schuljahrs in mehreren Bundesländern gezogen. Die Länder hätten sich "sehr, sehr stark darauf vorbereitet", dass der Regelbetrieb wieder gut starte. 

"Und ich würde sagen, der Regelbetrieb ist gut gestartet", sagte die CDU-Politikerin am Freitag im Interview bei RTL/ntv. Zur Frage, ob sie Masken in der Schule sinnvoll finde, sagte Karliczek, diese trügen dazu bei, dass überhaupt Regelbetrieb gewährleistet werden könne. "Ich weiß, dass das anstrengend ist. Wir empfinden es alle als anstrengend in dieser Zeit. Aber ich glaube, zur Maske gibt es im Moment keine Alternative."

Update, 21. August, 15.12 Uhr: Staatshilfe für Lufthansa-Tochter Brussels Airlines genehmigt

Belgien darf der in der Corona-Krise in Schieflage geratenen Lufthansa-Tochter Brussels Airlines nach einer Entscheidung der EU-Kommission mit 290 Millionen Euro unter die Arme greifen. Eine entsprechende Staatsbeihilfe genehmigten die EU-Wettbewerbshüter am Freitag in Brüssel. Die Hilfe besteht zum allergrößten Teil aus einem zinsvergünstigten Darlehen.

"Brussels Airlines spielt als Arbeitgeber und Garant für die Anbindung des Landes eine wichtige Rolle in Belgien", sagte EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager. Die belgische Unterstützung sei an die nötigen Auflagen gebunden, um Wettbewerbsverzerrungen zu begrenzen.

Nach Angaben von Brussels Airlines besteht das Hilfspaket zusätzlich aus 170 Millionen Euro der Lufthansa. Bereits zu Wochenbeginn sei das Paket vom deutschen Rettungsschirm für Unternehmen - dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) - genehmigt worden, nun sei die EU-Kommission gefolgt.

Die Bundesregierung hatte den mit Hunderten Milliarden Euro ausgestatteten WSF in der Corona-Krise auf den Weg gebracht, um Unternehmen mit Kapital zu versorgen, die unverschuldet in Schwierigkeiten geraten sind. Die Luftfahrtbranche ist von den Auswirkungen der Pandemie besonders hart getroffen.

Brüssel: Ein Flugzeug der Luftlinie Brussels Airlines steht auf dem Flughafen.
Brüssel: Ein Flugzeug der Luftlinie Brussels Airlines steht auf dem Flughafen.  © Stephanie Lecocq/EPA/dpa

Update, 21. August, 14.55 Uhr: Gerichtsbeschluss: Angeklagter muss Maske im Gerichtssaal abnehmen

Angeklagte müssen unter Umständen im Gerichtssaal ihre Mund-Nasen-Masken abnehmen. Das hat das Landgericht Frankfurt am Freitag im Prozess um den Eifersuchtsmord auf einem Reiterhof in Hofheim im Main-Taunus-Kreis entschieden. Es gehe dabei um die Bewertung des Verhaltens des Angeklagten, beispielsweise während einer Zeugenvernehmung, sagte der Vorsitzende Richter (AZ 3590 Js 236977/19).

Der 56 Jahre alte Angeklagte, der seit mehreren Wochen vor der Schwurgerichtskammer wegen Mordes an seiner früheren Lebensgefährtin (22) steht, hatte bislang durchgehend eine Gesichtsmaske getragen. Auf die Aufforderung des Vorsitzenden Richters weigerte er sich zunächst, den Mund-Nase-Schutz abzunehmen. Erst nach Verkündung des Gerichtsbeschlusses nahm er die Maske ab.

Auch nach Ansicht des Staatsanwaltes müsse ein Gericht zumindest einmal die Gelegenheit haben, einem Angeklagten in das Gesicht blicken zu können. Die Verteidigung kündigte indes einen Befangenheitsantrag gegen den Vorsitzenden Richter an.

Update, 21. August, 14.52 Uhr: 1,4 Millionen Kunden warten auf Ticketerstattungen der Lufthansa

Rund 1,4 Millionen Kunden des Lufthansa-Konzerns warten immer noch auf Ticketerstattungen für Flüge, die in der Corona-Krise storniert worden sind. Das teilverstaatlichte Unternehmen ist nach eigenen Angaben vom Freitag aber bei der Abwicklung in den vergangenen Wochen vorangekommen und hat im laufenden Jahr 2,3 Milliarden Euro an 5,4 Millionen Kunden ausgezahlt.

Aus der ersten Jahreshälfte seien noch rund 8 Prozent der Fälle nicht erledigt, teilte das Unternehmen in Frankfurt mit. Sie sollen bis Ende August abgearbeitet sein. Die Masse der offenen Verfahren bezieht sich damit auf jüngere Stornierungen.

Nach EU-Recht sind Fluggesellschaften bei von ihnen veranlassten Stornierungen zur Rückzahlung des Ticketpreises innerhalb von sieben Tagen verpflichtet. Nach dem Zusammenbruch des Luftverkehrs im März hatte Lufthansa automatische Erstattungsprozesse abgestellt und auf Einzelfallprüfungen bestanden. Wie andere Gesellschaften auch versuchte sie zudem, die Kunden mit Gutscheinen zu befriedigen. Das Vorgehen löste scharfe Kritik von Verbraucherschützern und Anzeigen bei den Luftaufsichtsbehörden aus.

Ein Flugkapitän der Lufthansa nimmt an einer Demonstration vor der Lufthansa-Zentrale am Frankfurter Flughafen teil. Die Lufthansa und ihre Piloten von der Vereinigung Cockpit haben sich auf eine kurzfristige Lösung zur Kostensenkung geeinigt.
Ein Flugkapitän der Lufthansa nimmt an einer Demonstration vor der Lufthansa-Zentrale am Frankfurter Flughafen teil. Die Lufthansa und ihre Piloten von der Vereinigung Cockpit haben sich auf eine kurzfristige Lösung zur Kostensenkung geeinigt.  © Arne Dedert/dpa

Update, 21. August, 14.51 Uhr: Stamp: Sämtliche Karnevalsumzüge wegen Corona absagen

Der nordrhein-westfälische FDP-Chef und stellvertretende Ministerpräsident Joachim Stamp hat sich dafür ausgesprochen, alle Karnevalsumzüge in der kommenden Session abzusagen. Ausgelassenes Feiern sei angesichts der derzeitigen Corona-Lage nicht möglich, sagte Stamp am Freitag der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf.

Köln: Jecken feiern auf dem Heumarkt den Auftakt der Karnevalssession.
Köln: Jecken feiern auf dem Heumarkt den Auftakt der Karnevalssession.  © Rolf Vennenbernd/dpa

Update, 21. August, 14.45 Uhr: FDP will mit Azubi-Pakt Ausbildung in Corona-Zeiten stärken

Die FDP will mit einem "Azubi-Pakt 2030" die berufliche Ausbildung in Corona-Zeiten stärken. Sie forderte am Freitag zudem eine durchgreifende Reform der Unternehmensbesteuerung, eine Erhöhung der Investitionsquote des Bundes sowie den Abbau von Bürokratie, um gravierende Schäden für die deutsche Wirtschaft durch die Pandemie zu verhindern. "Nach der Infektionswelle droht im Herbst eine Insolvenzwelle", warnte der stellvertretende Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion, Michael Theurer in Berlin.

"Es besteht tatsächlich die Gefahr, dass die Massenarbeitslosigkeit nach Deutschland zurückkehrt", sagte der FDP-Politiker. Es müsse einen Dreiklang aus "entlasten, investieren und entfesseln" geben.

Mit der derzeitigen Zahl von Ausbildungsverträgen könne man sich nicht zufrieden geben, betonte der rheinland-pfälzische Wirtschaftsminister Volker Wissing. "Wir brauchen einen richtigen Schub in diesem Bereich." Konkret schlägt die FDP vor, die Berufsausbildung bis Ende 2021 vollständig steuer- und abgabenfrei zu machen. Die Ausbildungsbetriebe könnten einen Teil der dadurch bedingten Ersparnisse an die Auszubildenden als zusätzliche Entlohnung weitergeben.

Dies mache eine Ausbildung für junge Leute attraktiver, sagte der designierte FDP-Generalsekretär Wissing. Er schlug außerdem vor, junge Leute schon in der Schule gezielter mit Berufen in Kontakt zu bringen, beispielsweise durch Sommerferiencamps. Außerdem seien in den Betrieben Coaches nötig, um zu verhindern, dass Azubis bei Anfangsschwierigkeiten ihre Ausbildung abbrechen.

Vietnamesische Pflegekräfte in der Ausbildung, werden bei ihrer Arbeit in der Onkologie von der leitenden Gesundheits- und Krankenpflegerin begleitet.
Vietnamesische Pflegekräfte in der Ausbildung, werden bei ihrer Arbeit in der Onkologie von der leitenden Gesundheits- und Krankenpflegerin begleitet.  © Bernd Wüstneck/dpa

Update, 21. August, 14.41 Uhr: Zahl der Morde in Brasilien steigt während Corona stark an

Während der Corona-Krise hat die Gewalt in Brasilien im ersten Halbjahr 2020 wieder zugenommen. Die Zahl der Tötungsdelikte stieg in den ersten sechs Monaten um sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 22.680, wie das Nachrichtenportal G1 am Freitag berichtete. Für den so genannten Gewaltmonitor wertet das Medienunternehmen Globo gemeinsam mit der Universität von São Paulo und dem Brasilianischen Forum für öffentliche Sicherheit regelmäßig die staatlichen Kriminalitätsstatistiken aus.

Damit wurde der positive Trend gestoppt. In den vergangenen Jahren waren die Tötungsdelikte in Brasilien deutlich zurückgegangen. 2019 fiel die Zahl der Morde um 19 Prozent auf 41.635 - das war der niedrigste Stand seit Beginn der systematischen Erhebung im Jahr 2007. Dennoch ist Brasilien weiterhin eines der gewalttätigsten Länder der Welt.

Der erneute Anstieg fällt nun ausgerechnet mit der Corona-Krise zusammen, in der das öffentliche Leben zumindest teilweise eingeschränkt war. Zwar stemmte sich die Bundesregierung von Präsident Jair Bolsonaro gegen weitreichende Ausgangssperren und Produktionsstopps, allerdings erließen mehrere Bundesstaaten wie Rio de Janeiro und São Paulo ab Mitte März durchaus Restriktionen zur Eindämmung der Pandemie.

Die Zunahme der Gewalt dürfte nach Einschätzung von Experten vor allem mit Konflikten in der Unterwelt zu tun haben. Auf Phasen der Waffenruhe zwischen kriminellen Organisationen folgen immer wieder Machtkämpfe um Einflussgebiete, während derer die Zahl der Tötungsdelikte wieder steigt.

Rio de Janeiro: Soldaten desinfizieren das Gelände des Christus der Erlöser, das derzeit geschlossen ist. Während der Corona-Pandemie sind die meisten Touristenattraktion geschlossen worden.
Rio de Janeiro: Soldaten desinfizieren das Gelände des Christus der Erlöser, das derzeit geschlossen ist. Während der Corona-Pandemie sind die meisten Touristenattraktion geschlossen worden.  © Ellan Lustosa/ZUMA Wire/dpa

Update, 21. August, 14.15 Uhr: Grüne fordern wegen Corona zusätzliche Schulbusse auf Staatskosten

Zum besseren Schutz vor Corona-Infektionen fordern die Grünen im bayerischen Landtag nach dem Ende der Sommerferien den Einsatz von mehr Schulbussen. "Die meisten Kinder und Jugendlichen fahren mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln zur Schule. Und in Zeiten von Corona sind überfüllte Schulbusse unzumutbar", sagte der Abgeordnete Martin Stümpfig am Freitag in München.

Aus diesem Grund seien zusätzliche Busse für den Schulbetrieb, zur Entzerrung und auch zur Unterstützung der flexiblen Unterrichtsmodelle nötig.

Die Staatsregierung müsse daher ihren Anteil an den Beförderungskosten von bisher 60 Prozent erhöhen, sagte Stümpfig. Die Kosten für zusätzliche Busse blieben sonst alleine an der jeweiligen Kommune hängen. "Somit hängt die Gesundheit der Schulkinder von der Finanzkraft der Kommunen ab. Hier braucht es ein deutliches finanzielles Engagement - und zwar ab jetzt, damit es ab 8. September nicht zu einem Schulwegfiasko kommt", betonte Stümpfig.

Eine Schulbushaltestelle, aufgenommen in der Ortschaft Stralsund im Landkreis Vorpommern-Rügen nahe einer Schule.
Eine Schulbushaltestelle, aufgenommen in der Ortschaft Stralsund im Landkreis Vorpommern-Rügen nahe einer Schule.  © dpa/Stefan Sauer

Update, 21. August, 13.50 Uhr: Regelstudienzeit soll um ein Semester verlängert werden

Die Regelstudienzeit soll in Mecklenburg-Vorpommern wegen der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie an den Hochschulen und Universitäten um ein Semester verlängert werden. Ein entsprechender Entwurf befände sich in der Ressortabstimmung, sagte Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) am Freitag. Dies solle Studenten etwa helfen, damit sie ein Semester länger Bafög erhalten können.

"Wenn Studierende aufgrund der Einschränkungen im Sommersemester 2020 ihr Studium um ein Semester verlängern müssen, sollen sie finanziell keine Nachteile erleiden", erläuterte Martin. Für viele lasse sich eine Verlängerung der Studienzeit nicht vermeiden.

Bislang bekämen Studenten nur weiterhin Bafäog, wenn festgestellt werden konnte, dass sie ihr Studium nicht planmäßig beenden konnte. Diese Einzelfallprüfung soll den Angaben zufolge durch die geplante Neuregelung entfallen. 

Studenten sitzen am Campus Koblenz der Universität Koblenz-Landau im großen Hörsaal.
Studenten sitzen am Campus Koblenz der Universität Koblenz-Landau im großen Hörsaal.  © dpa/Thomas Frey

Update, 21. August, 13.27 Uhr: Rund 270 Hinweise auf Missbrauch bei Kurzarbeitergeld im Südwesten

Die Behörden im Südwesten gehen zurzeit rund 270 Hinweisen auf mögliche Missbrauchsfälle im Zusammenhang mit der Zahlung von Kurzarbeitergeld nach. Das sagte eine Sprecherin der baden-württembergischen Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Freitag in Stuttgart auf Anfrage. 

Inzwischen sei man auf einzelne "sehr konkrete" mutmaßliche Betrugsfälle gestoßen, zu denen man aber aus ermittlungstechnischen Gründen keine weiteren Angaben machen könne. Die Sprecherin betonte, bei den bisher bekannten möglichen Missbrauchsfällen sei kein Schwerpunkt auf bestimmte Branchen erkennbar. Die Hinweise seien meist anonym abgegeben worden.

Angesichts der wirtschaftlichen Turbulenzen nach Ausbruch der Corona-Pandemie hatten viele Betriebe Kurzarbeit eingeführt. Nach aktuellen Zahlen der Arbeitsagentur haben seit März rund 125.000 Unternehmen im Südwesten zumindest zeitweise Kurzarbeit für insgesamt mehr als zwei Millionen Beschäftigte angemeldet.

Ein roter Stift liegt auf einem einem Antrag für Kurzarbeitergeld (Kug) der Bundeagentur für Arbeit.
Ein roter Stift liegt auf einem einem Antrag für Kurzarbeitergeld (Kug) der Bundeagentur für Arbeit.  © dpa/Robert Michael/dpa-Zentralbild

Update, 21. August, 13.25 Uhr: Polen verzeichnet Höchstwert bei nachgewiesenen Corona-Neuinfektionen

Polen hat so viele neue Corona-Fälle registriert wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Am Freitag verzeichneten die Behörden 903 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden, wie das Gesundheitsministerium in Warschau mitteilte. Der Schwerpunkt der nachgewiesenen Neuinfektionen lag mit 168 erneut in Schlesien. Der bisherige Rekordwert wurde am 8. August erfasst, er betrug 843 Neuinfektionen.

Ein Sprecher des Ministeriums sagte, es gebe keine großen Epidemieherde, die ihren Einfluss auf die Werte hätten. Vielmehr gebe es eine Häufung von Fällen in zwei Pflegeheimen in Schlesien, in mehreren kleineren Betrieben in Südpolen sowie in der Region um Poznan (Posen) nach Hochzeitsfeiern. Er appellierte an die Bürger, sich auch bei Feiern an die Schutzmaßnahmen zu halten.

In Polen haben sich nach offiziellen Angaben bislang 60.281 Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert. 1938 Menschen starben demnach in Zusammenhang mit dem Virus. Polen hat rund 38 Millionen Einwohner. 

Lukasz Szumowski, Gesundheitsminister von Polen, trat in dieser Woche von einem Amt zurück.
Lukasz Szumowski, Gesundheitsminister von Polen, trat in dieser Woche von einem Amt zurück.  © dpa/PAP/Wojciech Olkusnik

Update, 21. August, 13.20 Uhr: Wegen Corona: Frankfurter Landgericht sucht nach Ausweichquartieren

Das Landgericht Frankfurt ist wegen der coronabedingten Abstands- und Hygieneregeln auf der Suche nach auswärtigen Verhandlungssälen. Spätestens, wenn im kommenden Jahr ein großes Steuerstrafverfahren gegen etliche Angeklagte mit entsprechend großem öffentlichen Interesse beginnen werde, könne nicht mehr in den angestammten Justizgebäuden im Frankfurter Gerichtsviertel verhandelt werden, sagte Gerichtspräsident Wilhelm Wolf am Freitag. 

Darüber hinaus kämen Zivilprozesse mit mehr als 40 Beteiligten auf die Justiz zu, bei denen in den derzeitigen Sälen die Abstände ebenfalls nicht einzuhalten seien.

Neben diversen Bürgerhäusern komme als Ausweichort auch die Haftanstalt in Frankfurt-Preungesheim in Betracht. In der damals eigens umgebauten Kantine war bereits vor mehr als 30 Jahren das Hochsicherheitsverfahren gegen einen Flugzeugentführer geführt worden.

Die Außenfassade des Land- und Amtsgerichtes.
Die Außenfassade des Land- und Amtsgerichtes.  © dpa/Fredrik von Erichsen

Update, 21. August, 13.15 Uhr: Corona-Pandemie breitet sich aus - höchster Wert in Germersheim

Die dritte Woche in Folge ist das Ausmaß von Corona-Infektionen in Rheinland-Pfalz gestiegen. Die Zahl der bestätigten Fälle nahm bis Freitag im Vergleich zum Vortag um 66 auf 8541 zu, wie das Gesundheitsministerium in Mainz mitteilte (Stand 10.10 Uhr). In der zurückliegenden Woche kletterte die Zahl um 5,8 Prozent. Ende Juni und Anfang Juli waren es noch 0,9 Prozent.

Aktuell sind 940 Menschen im Bundesland infiziert. Die Zahl der Todesfälle blieb seit gut einer Woche unverändert bei 242.

Die meisten Infektionen in den vergangenen sieben Tagen wurden am Freitag mit 30 Fällen auf 100.000 Einwohner im Kreis Germersheim gezählt. Hauptgrund seien Ansteckungen von Reiserückkehrern, sagte eine Sprecherin der Kreisverwaltung. Danach folgen der Landkreis Alzey-Worms mit 22 und die Stadt Worms mit 20 Fällen. Im Kreis Bad Kreuznach registrierte das Gesundheitsamt 18 Fälle auf 100.000 Einwohner, in der Stadt Trier 17.

Knapp neun von zehn Menschen, bei denen eine Infektion mit dem Virus bestätigt wurde, sind bisher nach Angaben des Gesundheitsministeriums wieder genesen - das sind 7359 oder 86,2 Prozent der bestätigten Infizierten. Dieser Anteil ist in den vergangenen Tagen stetig zurückgegangen.

Titelfoto: Ole Berg-Rusten/NTB Scanpix/dpa

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