Corona in Bayern: Aktuelle Infektionszahlen, Söder gegen Lockerung der Maskenpflicht

München - Der Katastrophenfall wurde aufgehoben, es kehrt mehr Entspannung in den Freistaat zurück. Die bayerische Staatsregierung will nun Wege aus der Krise finden und die Einschränkungen nach und nach aufheben. Aktuelle Zahlen, Entwicklungen und Ausblicke in der Corona-Krise findet Ihr hier im TAG24-Live-Ticker zusammengefasst.

Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, desinfiziert sich zu Beginn einer Kabinettssitzung in der Bayerischen Staatskanzlei die Hände.
Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, desinfiziert sich zu Beginn einer Kabinettssitzung in der Bayerischen Staatskanzlei die Hände.  © Peter Kneffel/dpa
Bayernweit wurden mittlerweile 48.769* Menschen positiv auf das Coronavirus getestet (Stand: 6. Juli, 9 Uhr). Davon gelten inzwischen 45.360 als genesen. 2597 Menschen sind am Virus gestorben.

In München wurden vier neue Fälle gemeldet (Stand 5. Juni, 23.59 Uhr).

Die Gesamtzahl der positiven Tests in der bayerischen Landeshauptstadt steigt somit auf 6880 *. Darin enthalten sind 6270  Personen, die bereits genesen sind sowie 220 Todesfälle.

Das Wichtigste im Überblick:

  • Alle Infos zu den Lockerungen ab dem 22. Juni findet Ihr >>> hier.
  • Alle Infos zu den Lockerungen ab dem 15. Juni findet Ihr >>> hier.
  • Alles zur Regelung in Restaurants und Biergärten findet Ihr >>>hier
  • Alle Infos zur Maskenpflicht findet Ihr >>> hier.

Die deutschlandweiten Entwicklungen gibt es im +++ Coronavirus-Liveticker +++

*Die einzelnen Tageswerte unterliegen Schwankungen, da sie davon abhängig sind, wann die Labore die positiven Testergebnisse an das Gesundheitsamt übermitteln.

Update 6. Juli, 20.30 Uhr: Drei Corona-Fälle in Allgäuer Ferienanlage

In einer Allgäuer Ferienanlage ist bei drei Menschen das Coronavirus nachgewiesen worden. 

Etwa 120 Kontaktpersonen seien bislang getestet worden, teilte das Landratsamt Ravensburg am Montagabend mit. Die bisher ausgewerteten Ergebnisse seien negativ ausgefallen. Daher sei nicht mit einem weiteren Corona-Ausbruch zu rechnen. Ob es sich bei den Betroffenen um Gäste oder Mitarbeiter der Anlage mit Ferienwohnungen in Leutkirch handelt, war zunächst nicht bekannt. Da werde nicht unterschieden, sagte eine Sprecherin. Die drei Personen seien Ende vergangener Woche positiv getestet worden.

Der Ferienpark Allgäu selbst war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. Weitere Details zu den Infektionsfällen nannte das Landratsamt zunächst nicht.

Update 6. Juli, 15.30 Uhr: Langzeitstudie zu Corona-Ansteckungsgefahr bei Kindern startet

Eine flächendeckende Langzeitstudie in Bayern soll die Corona-Ansteckungsgefahr bei Kindern klären helfen. 

"Bei der Bewältigung der Corona-Pandemie setzen wir auf die Strategie der Umsicht und Vorsicht. Die Infektiosität von Kindern ist dabei eine der Schlüsselfragen", sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Montag bei der Vorstellung des Forschungsprojekts "COVID Kids Bavaria" in München. 

Sechs Universitätskinderkliniken begleiten bis voraussichtlich Januar 2021 die Öffnung von Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen im Freistaat wissenschaftlich.

Für den Betrieb von Krippen, Schulen und Kitas sei die Klärung der Frage, ob in diesen Einrichtungen die Gefahr einer unkontrollierten Ausbreitung des Coronavirus bestehe, von großer Bedeutung, hieß es. Außerdem soll die Studie Aufschluss über die Auswirkungen der Pandemie auf die allgemeine Kindergesundheit geben. «Ich erhoffe mir von dieser Studie ein weiteres, großes Puzzlestück im Covid-19-Bild», sagte Bayerns Wissenschaftsminister Bernd Sibler (CSU).

Über die Corona-Ansteckungsgefahr bei Kindern und ihren Einfluss auf die Ausbreitung des Virus ist noch recht wenig bekannt. Einige Analysen weisen darauf hin, dass sie das Virus seltener an andere Menschen weitergeben als Erwachsene und nicht zu den Hauptträgern der Ausbreitungswelle gehören. 

Es gibt aber auch Analysen, die in eine gegenteilige Richtung weisen.

Update 6. Juli, 15.02 Uhr: Infektionszahlen für München

Update 6. Juli, 10.25 Uhr: Verleihung der "Bairischen Sprachwurzel" in Regensburg

Die "Bairische Sprachwurzel" wird in diesem Jahr im Museum der Bayerischen Geschichte in Regensburg vergeben. 

Das sagte am Montag Veranstalter Sepp Obermeier vom Bund Bairische Sprache. Üblicherweise findet die Verleihung während des Gäubodenvolksfestes in Straubing statt, das jedoch aufgrund der Corona-Situation abgesagt worden ist. 

Die Verleihung ist für den 21. August vorgesehen und geht traditionell an eine bekannte Persönlichkeit, die öffentlich an ihrem Dialekt festhält.

Der Direktor des Museums der Bayerischen Geschichte, Richard Loibl, erhielt die Auszeichnung im vergangenen Jahr. Die "Bairische Sprachwurzel" wird seit 2005 vergeben. 

Zu den früheren Preisträgern zählt Papst Benedikt XVI., der sie 2006 im Vatikan überreicht bekam. Ansonsten fand die Feier immer in Straubing statt.

Update 6. Juli, 10.10 Uhr: Markus Söder strikt gegen Abschaffung oder Lockerung der Maskenpflicht

Der bayerische Ministerpräsident und CSU-Vorsitzende Markus Söder lehnt ein Ende der Maskenpflicht strikt ab. 

Man werde die Maskenpflicht auf keinen Fall lockern oder abschaffen, sagte Söder am Montag vor einer Videokonferenz des CSU-Vorstands in München. Dies sei eines der ganz wenigen Instrumente, wenn es um den Schutz vor dem Coronavirus gehe. 

In dem Punkt sei man sich auch mit der CDU einig, darüber habe man sich am Morgen noch einmal abgestimmt. Die Maskenpflicht habe sich im Alltag auch bewährt, betonte Söder, die Abschaffung wäre ein Fehler.

Markus Söder ist strikt gegen Abschaffung oder Lockerung der Maskenpflicht.
Markus Söder ist strikt gegen Abschaffung oder Lockerung der Maskenpflicht.  © Sven Hoppe/dpa

Update 6. Juli, 6.40 Uhr: Passauer Uni-Präsident hofft auf Präsenz-Wintersemester

Der neue Passauer Universitätspräsident Ulrich Bartosch hofft auf halbwegs normale Zustände im kommenden Wintersemester. 

"Ich wünsche mir ein Präsenzsemester, darauf bereiten wir uns vor", sagte er im Interview der "Passauer Neuen Presse". Aber: "Da gibt es noch ein großes Fragezeichen." Er kündigte an, dass im Fall der Fälle selbstverständlich Hygieneregeln eingehalten würden und Masken "eine Rolle spielen". 

Gerade für neue Studenten sei es wichtig, die Uni auch mal real von innen zu sehen und nicht nur per Videoschalte mit dem Dozenten, sagte Bartosch der Zeitung. "Wir haben auch den starken Wunsch, unseren Erstsemestern ein Studienerlebnis zu ermöglichen, sie nicht ausschließlich alleine vor dem Bildschirm sitzen zu lassen." 

Bartosch ist seit dem 1. April im Amt und kennt die Hochschule als Präsident bislang nur im Ausnahmezustand.

Update 5. Juli, 14.12 Uhr: Studie untersucht Ansteckungsgefahr durch Coronaviren bei Kindern

Die Langzeitstudie in Bayern "COVID Kids Bavaria" soll die Ansteckungsgefahr bei Kindern durch Coronaviren klären. Sechs Kinderkliniken von Universitäten würden die Öffnung von Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen wissenschaftlich begleiten, teilte das Wissenschaftsministerium in München mit.

Antworten erhoffen sich die Forscher unter anderem auf die Frage, ob Einrichtungen wie Krippen, Kindergärten und Grundschulen zu einer unkontrollierten COVID-19-Ausbreitung führen könnten. Daneben werde die flächendeckende Studie auch allgemeine Fragen der Kindergesundheit in den Blick nehmen.

Details sollen am Montag in München vorgestellt werden. Neben den Studienleitern Christoph Klein und Johannes Hübner vom Haunerschen Kinderspital am LMU Klinikum München werden auch Ministerpräsident Markus Söder und Wissenschaftsminister Bernd Sibler (beide CSU) erwartet.

Update 5. Juli, 11.39 Uhr: Landesamt: 48.633 Coronavirus-Fälle in Bayern

In Bayern sind inzwischen 48.633 Menschen positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden. 

Gestorben sind bisher 2597 Menschen, die sich mit dem Erreger infiziert hatten. Das teilte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Erlangen am Wochenende (Stand Samstag 9 Uhr) auf seiner Website mit. 

Die geschätzte Zahl der Genesenen lag bei 45.290 Menschen.

Update 5. Juli, 07.31 Uhr: "Wird sind Kirche": Corona darf Reformen nicht stoppen

Reformprozesse innerhalb der katholischen Kirchen sollen durch Corona nicht gebremst werden. (Symbolbild)
Reformprozesse innerhalb der katholischen Kirchen sollen durch Corona nicht gebremst werden. (Symbolbild)  © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Die Reformbewegung "Wir sind Kirche" warnt davor, dass der Reformprozess innerhalb der katholischen Kirchen wegen der Corona-Pandemie ins Stocken geraten könnte. 

"Dieser Reformprozess darf auf keinen Fall zum Stillstand kommen, auch wenn er wegen der Corona-Krise zeitlich gestreckt werden wird", sagte der Sprecher der Bewegung, Christian Weisner, der Deutschen Presse-Agentur in München. "Der erneute Versuch der konservativen Minderheit, dem ganzen Reformprozess zu schaden und ihn auszubremsen, ist ein durchschaubares Manöver."

Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer hatte dem Präsidium des Synodalen Weges ausgerechnet zu Pfingsten «autoritäre Alleingänge» vorgeworfen und darum einen Protestbrief geschrieben. Er kritisierte damit die Entscheidung, den Reformprozess wegen der Coronakrise in kleineren Regionalkonferenzen fortzusetzen und nicht mit einer Vollversammlung. Der Reformprozess wird von der katholischen Kirche Synodaler Weg genannt.

Trotz der Bremsungen durch konservative Bischöfe sehe er «den Reformprozess durch Corona nicht als Ganzes gefährdet», betonte Weisner. "Aber die Beratungen werden aufgrund der Hygienebestimmungen schwieriger." Die Erfurter Theologin Julia Knop erkennt in der Corona-Krise ein Phänomen, das sie "Retrokatholizismus" nennt. 

"In der katholischen Kirche sind während des Lockdown Verhaltensweisen und Phänomene aufgetreten, die ich noch nichtmal mehr aus meiner Kindheit kenne", sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. "Da kamen auch eine Sprache und Mentalität zurück, die ich eigentlich für überwunden hielt."

Update 5. Juli, 07.07 Uhr: Seehofer fordert kostenfreie Corona-Tests für alle

Innenminister Horst Seehofer (CSU) stellt sich hinter den CSU-Chef Markus Söder. (Archiv)
Innenminister Horst Seehofer (CSU) stellt sich hinter den CSU-Chef Markus Söder. (Archiv)  © Seehofer - Hannibal Hanschke/Reuters Pool/dpa

Anders als der Gesundheitsminister des Bundes, Jens Spahn (CDU), befürwortet Innenminister Horst Seehofer bundesweit kostenfreie Corona-Tests für alle, wie sie in Bayern bereits geplant sind. 

"Markus Söder hat recht", sagte der CSU-Politiker der "Welt am Sonntag" mit Blick auf den bayerischen Ministerpräsidenten und CSU-Vorsitzenden. "Wir müssen bei der Bekämpfung einer potenziell lebensgefährlichen Infektion konsequent vorgehen. Bislang haben wir keine Klarheit über das tatsächliche Infektionsgeschehen im Land."

Bayern hatte als erstes und bisher einziges Bundesland kostenlose Corona-Tests für die gesamte Bevölkerung angekündigt. Es will in den Fällen zahlen, in denen die Kosten nicht von den Krankenkassen getragen werden, etwa weil es keinen begründeten Infektionsverdacht gibt und jemand auch nicht zu gefährdeten Gruppen wie Klinik- oder Schulpersonal gehört. Spahn ist gegen breit gestreute Massentests und favorisiert gezielte Tests. Er warnt vor falscher Sicherheit, weil Testergebnisse immer nur etwas über den Zeitpunkt des Abstrichs aussagen.

Seehofer sagte, bundesweit könne die Kosten solcher Teste "nur der Bund primär übernehmen". Er erklärte: "Die Krankenversicherungsbeiträge sollen ja nicht steigen, das haben wir im Konjunkturpaket beschlossen."

Titelfoto: Sven Hoppe/dpa

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