Offiziell verboten! Dieser Politiker will "Coronavirus" nicht mehr hören

Turkmenistan - Der turkmenische Machthaber Gurbanguly Berdymukhammedov (62) will das Wort "Coronavirus" nicht mehr hören und greift deshalb nun hart durch.

Turkmenistans Präsident Gurbanguly Berdymukhamedov (62) bei seiner Vereidigung im Jahr 2007.
Turkmenistans Präsident Gurbanguly Berdymukhamedov (62) bei seiner Vereidigung im Jahr 2007.  © dpa/EPA/MYKOLA LAZARENKO

Es klingt fast schon lustig, wenn man hört, dass ein Politiker das "Coronavirus" verbietet. Doch es hat ernste Folgen, wenn man sich nicht daran hält. 

Die Maßnahme von Präsident Gurbanguly Berdymukhamedov unterdrückt laut der Organisation Reporter ohne Grenzen (ROG) alle Informationen über die Pandemie.

So dürfen beispielsweise die staatlich kontrollierten Medien das Wort nicht mehr benutzen. 

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Auch Informationsbroschüren über die Krankheit, die an Schulen, Krankenhäuser und an Arbeitsplätzen verteilt wurden, wurden kurzerhand vernichtet.

Reporter ohne Grenzen berichtete weiter, dass Menschen, die in der Öffentlichkeit über die neuartige Lungenkrankheit sprechen, verhaftet werden. Gleiches droht, wenn Gesichtsmasken getragen werden.

"Die turkmenischen Behörden haben ihrem Ruf mit dieser extremen Methode zur Ausrottung aller Informationen über das Coronavirus alle Ehre gemacht", resümiert ROG-Büroleiterin Jeanne Cavelier mit Blick auf die Platzierung Turkmenistans in der Rangliste der Pressefreiheit.

Denn das Land unter der Führung Berdymukhamedovs erreichte lediglich den 180. Platz - von 180! Welche Informationen an die Öffentlichkeit gelangen, kontrollieren Behörden dort penibel.

Zweifelhafte Maßnahmen in Turkmenistan

"Die Vorenthaltung von Informationen gefährdet die turkmenischen Bürger. Wir fordern die internationale Gemeinschaft auf, zu reagieren und ihn wegen seiner systematischen Menschenrechtsverletzungen zur Verantwortung zu ziehen", fuhr Cavelier fort.

Turkmenische Bürger haben ebenso nur Zugang zu sehr einseitigen Informationen über die Coronavirus-Epidemie. Nämlich nur zu solchen, die die Regierung zulässt. So berichtete beispielsweise der "Chronicle of Turkmenistan" ausführlich über die neue Krankheit, doch deren Website ist im Land nicht aufrufbar. 

Ins Internet kommt man in dem Land aber ohnehin oftmals nur in speziellen Internet-Cafés. Zum Betreten dieser muss man seinen Ausweis vorzeigen. Das Angebot im Netz ist dann stark eingeschränkt.

Einige Turkmenen, die in Russland gestrandet sind, bevor eine Ein- und Ausreisesperre beschlossen wurde, kommen nun auch nicht mehr in ihre Heimat zurück. Die turkmenische Botschaft in Moskau ist vorübergehend geschlossen, die Telefonleitung gekappt. Rettungsflüge wurden nicht organisiert.

Laut Regierung gibt es derzeit keine Corona-Infizierten in Turkmenistan. Lokale Medien berichten von "mehreren Fällen".

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Titelfoto: dpa/EPA/MYKOLA LAZARENKO

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