Studieren im Schatten des Virus: Uni Hohenheim stellt Regeln auf

Deutschland Die Lage rund um das neuartige Coronavirus in Deutschland hat sich in den zurückliegenden Wochen weiter entspant. Grund zur Entwarnung gibt es laut Bundesregierung und RKI jedoch nicht.

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Update, 9. Juli, 11.10 Uhr: Studieren im Schatten des Virus - Uni Hohenheim stellt Regeln auf

Mehr Zeit für Vorlesungen, Vorfahrt für Studienanfänger, flexible Online-Angebote und strenge Hygieneregeln: Die Stuttgarter Universität Hohenheim hat als nach eigenen Angaben erste baden-württembergische Hochschule detaillierte Vorgaben für das Wintersemester formuliert. Ziel sei es zum einen, trotz der Corona-Beschränkungen ein Studium sowohl auf dem Campus als auch per Mausklick über das Internet zu ermöglichen. Außerdem müsse die Universität stets in der Lage sein, flexibel auf neue Infektionslagen zu reagieren, sagte Hohenheims Rektor Stephan Dabbert am Donnerstag.

Vom 2. November an sollen unter anderem die Vorlesungszeiten auf 7 bis 21 Uhr und auf sechs Tage in der Woche ausgeweitet werden, damit möglichst viele kleinere Gruppen auf dem Campus arbeiten könnten, teilte die Universität mit. Studienanfänger erhielten Priorität, ebenso wie Seminare, Praktika, Laborarbeit und andere praktische Veranstaltungen. 

Für Risikogruppen und Studenten im Ausland, die wegen des Coronavirus nicht einreisen dürften, werde es flexible Online-Angebote sowohl in deutscher als auch in englischer Sprache geben. Als Alternative zu schriftlichen Prüfungen im Seminarraum testet die Uni, wie sich diese auch online ablegen lassen.

"Wenn alle Maßnahmen greifen, können wir erreichen, dass Studierende bis zu 25 Prozent der sonst üblichen Zeit im persönlichen Austausch vor Ort verbringen", schätzte Rektor Dabbert.

Allerdings sei das Corona-Risiko an Universitäten ungleich größer und die Vorbeugung komplexer als an anderen Bildungseinrichtungen. "Im Normalbetrieb haben wir 12.000 Menschen auf dem Campus. In einer Vorlesung können sich mehrere Hundert Personen aus verschiedenen Semestern und Studiengängen mischen." 

Wenig später könnte jeder von ihnen mit ganz anderen Kommilitonen zusammentreffen. "Und weil viele aus der ganzen Republik stammen, reist eine beträchtliche Zahl am Wochenende durch das halbe Bundesgebiet", sagte Dabbert.

Die Stuttgarter Universität Hohenheim hat als nach eigenen Angaben erste baden-württembergische Hochschule detaillierte Vorgaben für das Wintersemester formuliert. (Archivbild)
Die Stuttgarter Universität Hohenheim hat als nach eigenen Angaben erste baden-württembergische Hochschule detaillierte Vorgaben für das Wintersemester formuliert. (Archivbild)  © dpa/Sina Schuldt

Update, 9. Juli, 11.05 Uhr: Arbeitgeberverbände sehen durch Corona-Krise 60.000 Jobs in Gefahr

Der konjunkturelle Einbruch durch die Corona-Pandemie gefährdet nach Einschätzung der Arbeitgeber rund 60.000 Jobs in Niedersachsen. "Wir erwarten, dass dieses Jahr etwa 30.000 Stellen verloren gehen, zu einem größeren Teil als Folge der Nicht-Wiederbesetzung von freiwerdenden Stellen, aber auch als unmittelbare Folge von Entlassungen", sagte Volker Schmidt, Hauptgeschäftsführer der Arbeitgeberverbände, am Donnerstag in Hannover. Für 2021 werde nach derzeitigem Stand dann noch einmal ein Stellenverlust in ähnlicher Größenordnung befürchtet.

Grundlage für die Prognose ist eine Umfrage, an der sich mehr als 800 Unternehmen - schwerpunktmäßig aus der Industrie, aber auch aus Handel und Dienstleistungen - beteiligt haben. In der Metall- und Elektroindustrie liegen die Umsätze demnach im Schnitt rund 40 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Viele Firmen verzeichneten weniger als 50 Prozent Auslastung. Für das zweite Halbjahr rechneten sogar 75 Prozent der Betriebe damit, dass sich die Auftragslage noch einmal verschlechtern wird, wie Niedersachsenmetall mitteilte.

Ab dem Herbst droht Schmidt zufolge eine Insolvenzwelle, die auf den Arbeitsmarkt durchschlagen wird. Er befürchte, dass Strukturanpassungen zu einer Verlagerung von Jobs ins südosteuropäische Ausland führen. "Diese Arbeitsplätze sind unwiederbringlich weg", sagte Schmidt.

Die niedersächsische Landesregierung will die Krise mit Milliardenhilfen bewältigen. Nachdem bereits Ende März ein erster Nachtragshaushalt über 4,4 Milliarden Euro einstimmig beschlossen wurde, soll der Landtag Mitte Juli über eine weitere Etataufstockung mit 8,4 Milliarden Euro entscheiden.

Die Beschäftigten der niedersächsischen Metall- und Elektroindustrie müssen derzeit coronabedingt auf reguläre Lohnsteigerungen verzichten. Bei ihrer "Not-Tarifrunde" im März vereinbarten Arbeitgeber und IG Metall aber auch eine besondere Unterstützung bei Kurzarbeit und Kinderbetreuung. Wegen der starken Belastung vieler Betriebe war es zu einem vorzeitigen Tarifabschluss gekommen.

Volker Schmidt, Arbeitgeberverband Niedersachsenmetall, befürchtet viele Stellenstreichungen.
Volker Schmidt, Arbeitgeberverband Niedersachsenmetall, befürchtet viele Stellenstreichungen.  © dpa/Julian Stratenschulte

Update, 9. Juli, 11 Uhr: Rund fünf Millionen Euro Schaden durch falsche Soforthilfe-Anträge

Durch falsche Anträge auf Corona-Soforthilfe sind laut NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) bislang rund fünf Millionen Euro Schaden entstanden. Dies müsse man aber in Relation zur Gesamtauszahlung von 4,5 Milliarden Euro sehen, sagte Reul am Donnerstag in Düsseldorf. 

Bei den falschen Anträgen geht es um Personen, die unberechtigte Hilfen beantragt oder mehrere Anträge gestellt haben.

Bei den sogenannten Fake-Webseiten für Soforthilfe seien bislang sieben Internetadressen "sicher ermittelt" und beschlagnahmt oder geblockt worden, erklärte Reul. Insgesamt seien bislang rund 1300 Anzeigen zu Fake-Websites eingegangen - bei einem Schaden von 281.000 Euro.

Zudem hat die Polizei in Nordrhein-Westfalen zwischen Ende März und Ende Juni 50.587 Menschen gezählt, die gegen die Corona-Schutzmaßnahmen verstoßen haben. Diese Zahl nannte Innenminister Herbert Reul ebenso am Donnerstag in Düsseldorf. 

Er betonte, dass dies nur die Fälle seien, bei denen die Polizei involviert war. Grundsätzlich liegt die Zuständigkeit bei den örtlichen Behörden mit ihren Ordnungsämtern. Bei den Fällen seien 36.837 Erwachsene, 11.404 Jugendliche und 2346 Kinder gezählt worden. 

"Die meisten Menschen verhalten sich vorbildlich und diszipliniert. Trotz des Verbots gibt es aber einige, die sich nicht an die Regeln halten. Der Drang nach frischer Luft ist nachvollziehbar, aber Corona ist noch nicht vorbei", erklärte Reul.

Herbert Reul (CDU), Innenminister von Nordrhein-Westfalen.
Herbert Reul (CDU), Innenminister von Nordrhein-Westfalen.  © dpa/Martin Schutt/dpa-Zentralbild

Update, 9. Juli, 10.55 Uhr: Polizei-Einsatz am Haus von Clemens Tönnies

Ein Fernsehteam hat für einen Polizeieinsatz am Privathaus von Unternehmer Clemens Tönnies in Rheda-Wiedenbrück gesorgt. Wie eine Sprecherin der Kreispolizei Gütersloh am Donnerstag erklärte, wird nach dem Vorfall am Dienstagnachmittag wegen Hausfriedensbruchs ermittelt. 

Ein Tönnies-Sprecher sagte dem "Westfalen-Blatt", dass drei Personen in einem Auto Tönnies abgepasst und ihn bis zu seinem Wohnhaus verfolgt hätten. Was noch geschah, lest Ihr >>> hier.

Wegen eines TV-Teams musste die Polizei zu dem Haus von Clemens Tönnies ausrücken.
Wegen eines TV-Teams musste die Polizei zu dem Haus von Clemens Tönnies ausrücken.  © dpa/Hauke-Christian Dittrich, dpa/Rolf Vennenbernd

Update, 9. Juli, 10.45 Uhr: Schottland-Reisende müssen nicht mehr in Quarantäne

Wer von Deutschland nach Schottland reist, muss dort nicht mehr in eine zweiwöchige Quarantäne. Die Maßnahme werde an diesem Freitag (10. Juli) für internationale Passagiere aus 57 Staaten aufgehoben. Darüber informiert Visit Scotland unter Verweis auf eine Entscheidung der schottischen Regierung.

Zu den 57 Ländern ohne Quarantänepflicht zählen vorerst 26 europäische, darunter Deutschland, Österreich und die Schweiz. Passagiere aus diesen Staaten müssen jedoch weiterhin ein Online-Formular ausfüllen sowie Kontaktdaten, Reisedaten und Adressen ihres endgültigen Aufenthaltsorts angeben, wie Visit Scotland erläutert.

Zuvor hatte bereits England entschieden, die verpflichtende Quarantäne von 14 Tagen für Einreisende aus 59 Ländern zum 10. Juli aufzuheben. Schottland gehört wie England zu Großbritannien. 

Fußgänger tragen beim Einkaufen auf der Princes Street in Edinburgh Schutzmasken.
Fußgänger tragen beim Einkaufen auf der Princes Street in Edinburgh Schutzmasken.  © dpa/Jane Barlow/PA Wire

Update, 9. Juli, 10.35 Uhr: Asylbewohnerunterkünfte und Jobcenter unter Quarantäne - 70 Tests

Wegen einer Corona-Infektion sind in Dahn im Kreis Südwestpfalz die Bewohner von drei Asylunterkünften unter Quarantäne gestellt worden. Die rund 70 Menschen sollten am Donnerstag auf Covid 19 getestet werden. 

Dafür werde eine mobile Testgruppe in die Einrichtungen fahren. Mit den Ergebnissen sei voraussichtlich in zwei Tagen zu rechnen, sagte ein Sprecher des Kreises in Pirmasens. Ein Jobcenter, das sich im selben Gebäude wie eine der Unterkünfte befindet, wurde vorübergehend geschlossen. Die Mitarbeiter seien im Homeoffice oder arbeiteten an anderen Standorten.

Ein 31 Jahre alter Mann aus der Asylunterkunft in dem Gebäudekomplex war am Dienstag positiv getestet worden. Enge Kontaktpersonen des Mannes seien unter Quarantäne gesetzt worden, die Nachverfolgung der Kontakte dauere aber noch an.

Eine medizinische Mitarbeiterin in Schutzkleidung zeigt einem Autofahrer in einer provisorischen Teststation einen Daumen nach oben.
Eine medizinische Mitarbeiterin in Schutzkleidung zeigt einem Autofahrer in einer provisorischen Teststation einen Daumen nach oben.  © dpa/AP/Wilfredo Lee

Update, 9. Juli, 10.25 Uhr: Gericht schmettert Corona-Klage von Gastwirt ab

Das Landgericht Hannover hat die Klage eines Gastwirts auf Entschädigung wegen der coronabedingten Schließung seines Restaurants abgewiesen. Für die Klage gegen das Land Niedersachsen und einen Entschädigungsanspruch gebe es keine Rechtsgrundlage im Bundesinfektionsschutzgesetz, sagte ein Gerichtssprecher am Donnerstag zu dem Zivilverfahren (Az.: 8 O 2/20).

Nach Ansicht des Richters habe der Gesetzgeber keine Entschädigung für Gastronomen in dem Gesetz vorgesehen. Hätte der Bundestag dies gewollt, dann hätte er es Ende März noch tun können, als Verdienstausfallregelungen für Eltern beschlossen wurden, die wegen der Schul- und Kitaschließungen ihre Kinder zu Hause betreuen mussten.

Kläger Gerrit Schweer betreibt ein Lokal im Ausflugsort Steinhude am Steinhuder Meer in der Region Hannover. Sein von einem Steuerberater attestierter Schaden beläuft sich auf rund 52.000 Euro. Der Gastronom verlangte 10.000 Euro Entschädigung vom Land.

Auch aus dem Landespolizeigesetz mit seinen Entschädigungsregelungen ergeben sich keine Ansprüche, wie der Sprecher erklärte. Bundesrecht gehe vor Landesrecht, ein Rückgriff auf ein Landesgesetz sei daher nicht möglich. Auch aus dem allgemeinen Staatshaftungsrecht ergeben sich demnach keine Ansprüche. 

Der Richter argumentierte zudem, er würde Richterrecht schaffen und einen Entschädigungsanspruch konstruieren, wenn er der Klage stattgeben würde - und der Gesetzgeber müsste zahlen. Das wiederum hätte drastische Folgen für die öffentlichen Haushalte.

Der Gastronom hatte keine Chance vor Gericht. (Symbolbild)
Der Gastronom hatte keine Chance vor Gericht. (Symbolbild)  © dpa/Uwe Anspach

Update, 9. Juli, 10.20 Uhr: Studie: Viele Unternehmen planen nach Corona mit mehr Homeoffice

Das Homeoffice dürfte einer Studie zufolge auch über das Ende der Corona-Zeit hinaus an Bedeutung gewinnen und in vielen Unternehmen neue Normalität werden. Forscher des Stuttgarter Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) und der Deutschen Gesellschaft für Personalführung haben für ein Lagebild die Stimmung in rund 500 Unternehmen abgefragt. Ergebnis: Fast die Hälfte (42 Prozent) hat schon beschlossen, die Möglichkeiten, von zu Hause aus zu arbeiten, nach der Corona-Krise noch auszuweiten. 

Ein ebenso großer Anteil ist zwar noch unentschlossen, zurück zu weniger Homeoffice will aber kaum ein Unternehmen, heißt es in der am Donnerstag veröffentlichten Studie.

Die übergroße Mehrheit der Unternehmen habe gute Erfahrungen gemacht. So seien fast 90 Prozent mehr oder minder eindeutig zu der Erkenntnis gelangt, dass bei ihnen mehr Homeoffice möglich sei, ohne dass dadurch irgendwelche Nachteile entstünden. 

Fast ebenso viele sind zudem der Ansicht, dass sie den Wunsch der Mitarbeiter, von zu Hause aus zu arbeiten, künftig nicht mehr so einfach ablehnen können.

Bedarf an Nachbesserungen gebe es allerdings auch, schreibt das Forscherteam um Studienleiterin Josephine Hofmann. 

Das am häufigsten genannte Defizit sei eine fehlende Strategie gegen sogenannte Entgrenzungserscheinungen. Sprich: bei vielen verschwimmt im Homeoffice die Grenze zwischen Arbeit und Freizeit, ohne dass die Unternehmen und die verantwortlichen Führungskräfte ein Rezept dagegen hätten. 

Zudem fehle es bei der "Führung auf Distanz" an Routine. Auch technische Mängel machten die Unternehmen aus. Vor allem wurden Schwierigkeiten beklagt, Dokumente elektronisch signieren zu können.

Eine Frau arbeitet mit Hörschutz im Homeoffice.
Eine Frau arbeitet mit Hörschutz im Homeoffice.  © dpa/Sebastian Gollnow

Update, 9. Juli, 10.05 Uhr: Baden-Württemberg gibt Atemschutzmasken an Kliniken und Altenheime ab

Die baden-württembergische Landesregierung hat im Zuge der Corona-Pandemie einen Vorrat von Atemschutzmasken für mindestens zwei Monate angelegt, um drohenden Engpässen vorzubeugen. Nun will das Land Masken im Wert von zehn Millionen Euro an Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und Rettungsdienste kostenlos abgeben, wie das Staatsministerium am heutigen Donnerstag in Stuttgart mitteilte. 

Der Mund-Nasen-Schutz war in der ersten Phase der Pandemie nicht immer ausreichend vorhanden - daraufhin hatte sich auch das Land in die Beschaffung eingeschaltet. 

Nach einem weiteren Beschluss der Corona-Lenkungsgruppe kann Besuchern die Übernachtung im Südwesten verboten werden, wenn sie aus einem Gebiet in Deutschland mit erhöhtem Infektionsrisiko kommen. 

Eine Ausnahme von diesem Beherbergungsverbot sei möglich, wenn der Gast nachweisen oder glaubhaft machen könne, dass er sich in den sieben Tage vor der Anreise nicht in einem solchen Gebiet aufgehalten habe oder nachweislich keine Anzeichen einer Corona-Infektion aufweise.

Eine Mitarbeiterin näht Bänder an Schutzmasken. (Symbolbild)
Eine Mitarbeiterin näht Bänder an Schutzmasken. (Symbolbild)  © dpa/Wolfgang Kumm

Update, 9. Juli, 10 Uhr: Intendant Hinkel befürchtet Qualitätseinbußen für Theater-Macher

Der Theater-Macher und Intendant der Bad Hersfelder Festspiele, Joern Hinkel, befürchtet wegen der Corona-Krise weniger Qualität auf der Bühne. "Da wird man das ein oder andere reduzieren müssen. Das wird wohl zu Einbußen führen", sagte der 49-Jährige der Deutschen Presse-Agentur mit Blick auf veränderte Arbeitsbedingungen. 

Wegen der Abstands- und Hygieneregeln können Theater und Festivals derzeit im Zuschauerraum nicht komplett ausgelastet werden. Das führt zu geringeren Einnahme-Erwartungen und weniger Mitteln für Produktionen.

Hinkel sagte: "Wir müssen uns sicher über Qualität und Quantität Gedanken machen. Man wird nicht immer aus dem Vollen schöpfen können - was die Anzahl der Schauspieler und die Ausstattung auf der Bühne betrifft. Aber das eigentlich Wichtige sind ja Inhalte und Geschichten."

Hinkel muss sich nach der coronabedingten Absage der Festspiele bereits jetzt Gedanken über die nächste Saison machen. "Wir kalkulieren mit verschiedenen Szenarien, weil wir nicht wissen, wie sich die Finanzlage und die Situation mit dem Virus entwickelt." Er sei aber sicher, dass zwei für diese Saison geplante Uraufführungen im Sommer 2021 gezeigt werden: das Musical "Goethe" und "Der Club der toten Dichter". 

Das Schauspiel will Hinkel selbst inszenieren. Was sonst noch auf dem Programm stehen werde, sei noch ungewiss: "Das müssen wir uns überlegen. Theater muss als eine der aktuellsten Kunstformen auf die Geschehnisse der Gegenwart reagieren können."

Die Bad Hersfelder Festspiele gehören zu den Höhepunkten im Kulturkalender Hessens. Im vergangenen Jahr strömten knapp 100.000 Zuschauer zu den Vorführungen. 

Intendant Joern Hinkel gestikuliert auf einer Pressenkonferenz der Bad Hersfelder Festspiele.
Intendant Joern Hinkel gestikuliert auf einer Pressenkonferenz der Bad Hersfelder Festspiele.  © dpa/Uwe Zucchi

Update, 9. Juli, 9.50 Uhr: Neustart der Darts-Tour: Primus van Gerwen wieder siegreich

Darts-Primus Michael van Gerwen hat gleich zum Neustart der Tour den nächsten Turniersieg geholt. Der 31 Jahre alte Niederländer siegte am späten Mittwochabend zum Auftakt der sogenannten Summer Series, mit welcher der Weltverband PDC nach rund vier Monaten Corona-Pause wieder den Spielbetrieb aufnimmt. 

Das Endspiel in Milton Keynes entschied van Gerwen mit 8:7 gegen Weltmeister Peter Wright aus Schottland für sich. Ein Achtungserfolg gelang dem Deutschen Gabriel Clemens, der sich mit Siegen über Steve Beaton und Mensur Suljovic bis ins Halbfinale kämpfte. Dort unterlag der Saarländer mit 3:7 dem späteren Turniersieger van Gerwen.

Michael van Gerwen, niederländischer Dart-Spieler, jubelt auf der Bühne (Archivbild).
Michael van Gerwen, niederländischer Dart-Spieler, jubelt auf der Bühne (Archivbild).  © dpa/Gregor Fischer

Update, 9. Juli, 9.45 Uhr: Südafrikanische Provinz plant Zehntausende Gräber

Angesichts der rasant steigenden Zahl an Corona-Infektionen bereitet Südafrikas Wirtschaftszentrum um Johannesburg Zehntausende Gräber vor. Die Gauteng-Provinz - zu der neben Johannesburg auch noch die Hauptstadt Pretoria gehört - wolle auf plötzlichen Bedarf reagieren können, sagte der regionale Gesundheitsminister Bandile Masuku. 

Am Vortag hatte er einen neuen Friedhof besucht und vor laufender Kamera auf die Frage nach der Zahl der künftigen Grabstätten dort erklärt: "Die Zahl liegt bei rund 24.000, mit einer möglichen Aufstockung auf 36.000." Es sei eine unangenehme Aufgabe. Auch in anderen Kommunen würden Plätze gesucht und Land angekauft.

Das Wirtschaftszentrum rund um Johannesburg hat nun offiziell die Westkap-Provinz um Kapstadt als Schwerpunktregion mit den meisten Fällen abgelöst. Die Provinz Gauteng stellt nach den letzten verfügbaren Zahlen mit 75.015 Fällen ein Drittel aller landesweiten Fälle, die Westkap-Provinz folgt mit 73.292 Fällen. Insgesamt hat Südafrika demnach 224.665 Corona-Fälle gemeldet.

Das Coronavirus hatte sich im Vergleich zu anderen Weltregionen in Afrika bisher relativ langsam verbreitet, und die meisten Regierungen haben rasch strenge Maßnahmen verhängt. Südafrika gilt laut einer Übersicht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf dem Kontinent als am stärksten betroffen bei der Zahl der Fälle. 

Auf einem Friedhof sammeln und stapeln Arbeiter die Särge von Menschen, die kürzlich eingeäschert wurden.
Auf einem Friedhof sammeln und stapeln Arbeiter die Särge von Menschen, die kürzlich eingeäschert wurden.  © dpa/AP/Esteban Felix

Update, 9. Juli, 9.30 Uhr: Studentenwohnheime unter Quarantäne - erste Ergebnisse erwartet

Bei den unter Corona-Quarantäne stehenden Studentenwohnheimen in Koblenz erwarten die Behörden am heutigen Donnerstag die ersten Ergebnisse eines groß angelegten Tests von Bewohnern. Damit sei im Laufe des Vormittags zu rechnen, sagte eine Sprecherin der Kreisverwaltung Mayen-Koblenz. 

Die drei Wohnheime im Stadtteil Karthause waren am Mittwoch nach Corona-Fällen unter Quarantäne gestellt worden. Zuvor hatten drei Bewohner Symptome gespürt und waren ins Krankenhaus gegangen. Ein Schnelltest am Dienstagabend war positiv. Daraufhin wurden auch Kontaktpersonen getestet, die ebenfalls Symptome gezeigt hatten.

Polizisten hatten am Mittwochnachmittag alle Ausgänge der Studentenwohnheime kontrolliert. Zwei Betroffene leben den Angaben zufolge in einem Wohnheim, der dritte in einem weiteren. Das dritte Gebäude sei wegen Kontakten von Bewohnern zu den anderen beiden Wohnheimen ebenfalls unter Quarantäne gestellt worden.

Nach Angaben der Stadt waren am Mittwoch 188 Bewohner getestet worden. Dazu waren 95 Mitarbeiter von Gesundheitsamt, Ordnungsamt, Katastrophenschutz, Polizei und Feuerwehr im Einsatz. Die Wohnheime bieten insgesamt Platz für rund 350 Bewohner. Laut Kreisverwaltung befinden sich derzeit aber nicht alle Bewohner in Koblenz.

Polizeibeamte stehen vor einem Studentenwohnheim. In drei Studentenwohnheimen sind Bewohner an Covid-19 erkrankt, andere zeigen Symptome.
Polizeibeamte stehen vor einem Studentenwohnheim. In drei Studentenwohnheimen sind Bewohner an Covid-19 erkrankt, andere zeigen Symptome.  © dpa/Thomas Frey

Update, 9. Juli, 9 Uhr: Weniger Firmenpleiten im April - Corona-Pause wirksam

Trotz fortschreitender Corona-Krise sind im April weniger Firmen in die Pleite gerutscht als ein Jahr zuvor. 1465 Fälle meldeten die deutschen Amtsgerichte nach Angaben des Statistischen Bundesamtes vom Donnerstag. Das waren 13,3 Prozent weniger als im gleichen Vorjahresmonat.

Ein wichtiger Grund für den Rückgang ist aber, dass die Insolvenzantragspflicht für Unternehmen seit dem 1. März 2020 ausgesetzt ist. Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten durch die Corona-Pandemie spiegeln sich somit bislang nicht wider, folgern die Statistiker. Zudem kann die Bearbeitung von Anträgen bei den Gerichten derzeit länger dauern, weil auch dort der Betrieb nur eingeschränkt läuft. Etliche Ökonomen rechnen für das Gesamtjahr mit einem spürbaren Anstieg der Firmenpleiten.

Im April gab es die meisten Firmenpleiten im Baugewerbe mit 249 Fällen. Handelsunternehmen einschließlich Kfz-Werkstätten stellten 231 Insolvenzanträge, im Gastgewerbe waren es 159 Fälle. Im Schnitt waren die Betriebe größer als vor einem Jahr, denn die Forderungen der Gläubiger lagen mit knapp 3,2 Milliarden Euro deutlich über der Summe des Vorjahresmonats (1,7 Mrd Euro).

Die Zahl der eröffneten Regelinsolvenzverfahren in Deutschland nahm im Juni wie auch schon im Mai weiter ab. Auf der Grundlage vorläufiger Angaben sank sie im Juni um 8,6 Prozent in der Jahresfrist.

Eine Papiertasche mit der Aufschrift "Wir schließen unser Geschäft" hängt an einem Einzelhandelsgeschäft in der Stuttgarter Innenstadt.
Eine Papiertasche mit der Aufschrift "Wir schließen unser Geschäft" hängt an einem Einzelhandelsgeschäft in der Stuttgarter Innenstadt.  © dpa/Marijan Murat

Update, 9. Juli, 8.55 Uhr: Südzucker-Geschäft mit Tiefkühlpizzen legt dank Corona kräftig zu

Der Nahrungsmittel- und Zuckerproduzent Südzucker hat im ersten Quartal seines laufenden Geschäftsjahres 2020/21 von einer coronabedingt hohen Nachfrage nach Tiefkühlpizzen und Fertiggerichten profitiert. In den drei Monaten bis Ende Mai zogen in der Spezialitäten-Sparte, in der unter anderem die Produktion von Tiefkühlpizzen erfasst wird, Umsatz und operatives Ergebnis deutlich an. 

Dies geht aus dem am Donnerstag in Mannheim veröffentlichten Quartalsbericht hervor. So konnten die Schwächen der anderen Bereiche ausgeglichen werden.

Wie bereits seit Mitte Juni bekannt, ging der Erlös im ersten Quartal des Geschäftsjahres trotz der Probleme, die der Konzern durch die Corona-Krise hat, insgesamt nur leicht auf 1,67 Milliarden Euro zurück. Das Betriebsergebnis zog um gut 31 Prozent auf 61 Millionen Euro an. 

Südzucker bestätigte zudem erneut die Prognose für das laufende Geschäftsjahr. Demnach soll der Umsatz 2020/21 auf 6,9 bis 7,2 (Vorjahr: 6,7) Milliarden Euro steigen. Das operative Konzernergebnis werde bei 300 bis 400 Millionen Euro nach 116 Millionen im Vorjahr gesehen.

Das früher im MDax notierte und Anfang 2018 nach langer Talfahrt des Aktienkurses in den SDax abgestiegene Südzucker-Papier konnte sich zuletzt wieder deutlich von dem Pandemie-Tief von knapp unter 10 Euro lösen. Mit zuletzt 14,63 Euro liegt der Kurs aber immer noch rund elf Prozent unter dem Niveau, das er vor dem Corona-Crash der Aktienmärkte erreicht hatte. Damit verlor die Südzucker-Aktie seit Mitte Februar etwas mehr als der SDax.

Mitarbeiterinnen kontrollieren in einem Pizzawerk die gleichmässige Verteilung des Belags auf Pizzen.
Mitarbeiterinnen kontrollieren in einem Pizzawerk die gleichmässige Verteilung des Belags auf Pizzen.  © dpa/Jens Büttner/dpa-Zentralbild

Update, 9. Juli, 8.50 Uhr: Inlandstourismus bricht in Krise den dritten Monat in Folge ein

Die Corona-Krise hat auch im Mai die Geschäfte der Hoteliers in Deutschland gelähmt. Die Zahl der Übernachtungen von Gästen aus dem In- und Ausland brach im Vergleich zum Vorjahresmonat um 74,8 Prozent ein, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte. Demnach gab es nur noch 11,2 Millionen Übernachtungen in Hotels, Pensionen und anderen Beherbergungsbetrieben.

Besonders deutlich war der Einbruch bei Reisenden aus dem Ausland (minus 90,9 Prozent). Die Zahl der Übernachtungen von Gästen aus dem Inland stürzte um 71,5 Prozent auf 10,5 Millionen ab. Seit Mitte März galt in Deutschland wegen der Pandemie ein Übernachtungsverbot für privatreisende Gäste. Das Verbot wurde je nach Bundesland ab Mitte bis Ende Mai aufgehoben.

Die Branche, die im vergangenen Jahr den zehnten Übernachtungsrekord in Folge verzeichnet hatte, war mit einem kräftigen Plus im Januar und Februar ins Jahr 2020 gestartet. Ab März folgte der Absturz. In den ersten fünf Monaten sank die Zahl der Gästeübernachtungen um 48,7 Prozent auf 88,1 Millionen.

Der Tourismus zählt zu den am stärksten von den Beschränkungen infolge der Corona-Pandemie betroffenen Branchen.

Das Wort "Hotel" in großen Leuchtbuchstaben auf dem Dach eines Hotels.
Das Wort "Hotel" in großen Leuchtbuchstaben auf dem Dach eines Hotels.  © dpa/Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild

Update, 9. Juli, 8.40 Uhr: Innenstädte wegen Corona in Not - Oberbürgermeister schlagen Alarm

Viele Einzelhändler in niedersächsischen Innenstädten sind wegen der Corona-Krise in Not - 16 Oberbürgermeister haben deshalb Alarm geschlagen. Wie die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" (HAZ, Donnerstag-Ausgabe) berichtet, haben sie sich in einem offenen Brief an Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) gewandt. 

Darin fordern die Verwaltungschefs das Land auf, zügig vier Sonntagsöffnungen bis zum Jahresende zu ermöglichen. Das Infektionsrisiko sowie die damit verbundenen infektionsschützenden Maßnahmen wie die Pflicht zur Mund-Nasen-Bedeckung treffen den innerstädtischen Einzelhandel massiv, heißt es laut "HAZ" in dem Schreiben. 

Zu den Unterzeichnern zählen unter anderem die Oberbürgermeister von Hannover, Oldenburg, Osnabrück, Lüneburg, Braunschweig, Wolfsburg, Celle und Hameln.

Nur vereinzelt spazieren Passanten durch die Innenstadt von Hannover.
Nur vereinzelt spazieren Passanten durch die Innenstadt von Hannover.  © dpa/Julian Stratenschulte

Update, 9. Juli, 8.30 Uhr: Kleiner Hoffnungsschimmer für deutschen Export in Corona-Krise

Der dramatische Einbruch der deutschen Exporte in der Corona-Krise hat sich im Mai fortgesetzt, dennoch gibt es einen ersten Hoffnungsschimmer. Der Wert der Warenausfuhren sank im Mai gegenüber dem Vorjahresmonat massiv um 29,7 Prozent auf 80,3 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte. Gegenüber dem Vormonat, der bislang den Tiefpunkt markiert hatte, stiegen die Exporte aber um 9,0 Prozent.

Im April hatte es innerhalb eines Jahres früheren Angaben zufolge einen Rückgang von 31,1 Prozent gegeben. Es war der heftigste Einbruch im Vergleich zum Vorjahresmonat seit Beginn der Außenhandelsstatistik im Jahr 1950. Reisebeschränkungen, Störungen in der Logistik und Unterbrechungen der Lieferketten in der Corona-Krise hinterließen tiefe Spuren.

Die Importe verringerten sich im Mai gegenüber dem Vorjahresmonat um 21,7 Prozent auf 73,2 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Vormonat stiegen sie um 3,5 Prozent.

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) und der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) rechnen mit einem Rückgang der Ausfuhren im Gesamtjahr um 15 Prozent. Die Prognose sei noch zuversichtlich, sagte DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier jüngst. Der Rückgang werde im kommenden Jahr noch nicht wieder wettgemacht. Neben dem Privatkonsum zählt der Export zu den Stützen der deutschen Konjunktur.

"Herkunft: Deutschland" steht auf einer Verpackung. Die Corona-Krise macht Deutschlands Exportunternehmen zu schaffen.
"Herkunft: Deutschland" steht auf einer Verpackung. Die Corona-Krise macht Deutschlands Exportunternehmen zu schaffen.  © dpa/Jens Kalaene/dpa-Zentralbild

Update, 9. Juli, 7.55 Uhr: Tokio verzeichnet höchste Tageszahl an Coronafällen seit Ausbruch

Japans Hauptstadt Tokio hat den höchsten Wert an Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden seit Ausbruch der Pandemie gemeldet. Die Stadtregierung bestätigte am Donnerstag 224 neue Infektionsfälle, wie der Fernsehsender NHK berichtete. 

Die Zahl der Infizierten war seit der Aufhebung des landesweiten Corona-Notstandes am 25. Mai wieder gestiegen. Japan hatte den Notstand aufgehoben, da die Krise so gut wie unter Kontrolle gebracht worden sei, hieß es damals. Die wieder steigende Zahl der Neuinfektionen schürt die Sorge vor einer zweiten Infektionswelle. 

Seit Ausbruch der Corona-Pandemie gab es in Japan bisher mehr als 21.100 bestätigte Infektionsfälle, 995 Menschen starben, wie der staatliche Sender NHK weiter berichtete.

Passanten mit Schutzmasken und Regenschirmen gehen in Tokio über eine Straße.
Passanten mit Schutzmasken und Regenschirmen gehen in Tokio über eine Straße.  © dpa/Du Xiaoyi/XinHua

Update, 9. Juli, 7.35 Uhr: Nach Trump-Kritik: CDC will neue Leitlinien für Schulen herausgeben

Nach scharfer Kritik von Präsident Donald Trump will die US-Gesundheitsbehörde CDC ihren Leitfaden für die Wiedereröffnung von Schulen in der Corona-Krise überarbeiten. "Der Präsident hat heute gesagt, dass wir einfach nicht wollen, dass die Leitlinien zu streng sind. Deshalb wird CDC nächste Woche einen neuen Satz an Maßnahmen herausgeben", sagte Vizepräsident Mike Pence bei einer Pressekonferenz der Coronavirus-Arbeitsgruppe des Weißen Hauses am Mittwoch (Ortszeit).

Entscheidungen sollten weiterhin von Bundesstaaten und Gemeinden getroffen werden. CDC-Direktor Robert Redfield betonte, es handele sich um einen Leitfaden und nicht um verbindliche Bestimmungen.

Trotz rapide steigender Fallzahlen dringt Trump, der sich im November um eine Wiederwahl bewirbt, auf eine Öffnung der Schulen im Land nach den Sommerferien. 

"In Deutschland, Dänemark, Norwegen, Schweden und vielen anderen Ländern haben die Schulen ohne Probleme geöffnet", twitterte Trump am Mittwoch. 

Er stimme mit den "sehr strengen und teuren Richtlinien" der Gesundheitsbehörde CDC nicht überein. Diese enthalten unter anderem Hinweise zur Reinigung von Räumlichkeiten und zur Wahrung von physischer Distanz.

Für den Fall, dass die Schulen weiterhin geschlossen bleiben, drohte Trump Bundesstaaten mit einem Entzug von Bundesmitteln. Einzelheiten nannte er nicht. 

Pence sagte, das Weiße Haus wolle in Verhandlungen zu neuen Corona-Hilfen für die Bundesstaaten, die hauptsächlich für die Finanzierung der öffentlichen Schulen zuständig sind, "einen starken Anreiz" für deren Wiedereröffnung geben. 

Tracy Harris reinigt in einem Klassenzimmer der Brubaker Grundschule Stühle. Nach scharfer Kritik von US-Präsident Trump will die Gesundheitsbehörde ihren Leitfaden für die Wiedereröffnung von Schulen überarbeiten. Trotz rapide steigender Fallzahlen dringt Trump auf eine Öffnung der Schulen im Land nach den Sommerferien.
Tracy Harris reinigt in einem Klassenzimmer der Brubaker Grundschule Stühle. Nach scharfer Kritik von US-Präsident Trump will die Gesundheitsbehörde ihren Leitfaden für die Wiedereröffnung von Schulen überarbeiten. Trotz rapide steigender Fallzahlen dringt Trump auf eine Öffnung der Schulen im Land nach den Sommerferien.  © dpa/AP/Charlie Neibergall

Update, 9. Juli, 7 Uhr: SAP legt unerwartet starkes zweites Quartal hin

Europas größter Softwarehersteller SAP hat in der Coronavirus-Krise ein unerwartet starkes zweites Quartal hingelegt. Nachdem das Unternehmen die Pandemie im ersten Quartal vor allem in Asien so stark zu spüren bekommen hatte, dass Vorstandschef Christian Klein und Finanzchef Luka Mucic die Prognosen hatten stutzen müssen, fuhr SAP nun überraschend viel Umsatz und Gewinn ein, wie aus der überraschenden Mitteilung des Dax-Schwergewichts vom späten Mittwochabend hervorgeht.

Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern kletterte gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 8 Prozent auf 1,96 Milliarden Euro. Das war deutlich mehr, als Analysten im Schnitt zuvor mit rund 1,8 Milliarden Euro erwartet hatten. "Unsere schnelle Reaktion auf die Krise auf der Kostenseite förderte einen starken Anstieg des Betriebsergebnisses und der Marge", sagte Finanzchef Mucic.

Auch der Umsatz zog mit plus 2 Prozent auf 6,74 Milliarden Euro überraschend an, Experten hatten mehrheitlich mit einem Rückgang gerechnet. "Ich bin sehr stolz darauf, dass unsere Teams das sehr schwierige Umfeld erfolgreich gemeistert und ein besseres Quartalsergebnis erreicht haben als erwartet", sagte Vorstandschef Klein. Die breite Angebotspalette des Konzerns spiele eine entscheidende Rolle für die Digitalisierung bei den Kunden. "Dadurch können unsere Kunden gestärkt aus der Krise hervorgehen", sagte Klein.

Treiber war bei den Erlösen erneut das Geschäft mit Cloudsoftware, das um rund ein Fünftel auf 2,04 Milliarden Euro zulegte. Normalerweise verzeichnet SAP hier noch höhere Wachstumswerte. Doch das Geschäft wurde im zweiten Quartal aufgrund der Corona-Krise durch geringere volumenabhängige Transaktionsumsätze beeinflusst - etwa bei der Beschaffungsplattform Ariba verdient SAP am abgewickelten Handelsvolumen, das in der wirtschaftlichen Flaute gelitten haben dürfte.

Der Auftragsbestand der bereits geschlossenen Cloudverträge dürfte allerdings voraussichtlich um ein Fünftel gewachsen sein, hieß es. Die Nachfrage nach digitalen Logistikketten, E-Commerce, der Cloudplattform und nach Lösungen der Marktforschungstochter Qualtrics sei weiterhin hoch.

Ein Schild mit der Aufschrift "SAP" steht in Walldorf vor Bürogebäuden des Softwarekonzerns SAP.
Ein Schild mit der Aufschrift "SAP" steht in Walldorf vor Bürogebäuden des Softwarekonzerns SAP.  © dpa/Uwe Anspach

Update, 9. Juli, 6.40 Uhr: ZDF-Fernsehrat: TV-Programm darf durch Corona nicht schlechter werden

Der ZDF-Fernsehrat dringt darauf, die Qualität des TV-Programms trotz der Ausfälle und der Verschiebungen durch die Corona-Krise aufrechtzuerhalten. "Das sehen wir als Fernsehrat auch mit einem großen Interesse, dass das Programm nicht schlechter, sondern möglicherweise sogar besser wird", sagte die Vorsitzende Marlehn Thieme der Deutschen Presse-Agentur.

Der Fernsehrat ist ein Gremium, das sich für die Interessen der Allgemeinheit mit Blick auf die Programmarbeit des ZDF einsetzt. Der Rat setzt sich aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen - darunter Sport, Kirche, Politik, Kultur, Soziales - zusammen und ist nicht an Weisungen gebunden.

Thieme betonte, jetzt gelte es, dass trotz Produktionsunterbrechungen und höherer Kosten in der Produktion wie Hygienemaßnahmen "auch gutes und fast mehr Programm passieren muss". Viele Großereignisse im Sport fallen aus, wie etwa die Fußball-Europameisterschaft, die im Programmplan vorgesehen waren. "Dafür muss man mit Kreativität auch anregendes Programm finden", warb Thieme.

Wegen der Corona-Krise waren Fernsehsender mit Drehstopps oder –verschiebungen konfrontiert. Langsam laufen Dreharbeiten wieder an. Es gibt Vorsichtsregeln an den Sets. Auch die ausfallenden Sportevents müssen TV-Sender kompensieren. Die ARD etwa rechnet sogar dadurch mit Mehrkosten.

Marlehn Thieme, Vorsitzende des ZDF-Fernsehrates.
Marlehn Thieme, Vorsitzende des ZDF-Fernsehrates.  © dpa/Daniel Bockwoldt

Update, 9. Juli, 6.30 Uhr: Umfrage: Verbraucher rechnen mit anhaltenden Corona-Einschränkungen

Die Mehrheit der Deutschen (51 Prozent) rechnet damit, dass die coronabedingten Einschränkungen noch mindestens sechs Monate den eigenen Alltag prägen werden. Jeder vierte befürchtet sogar, dass das Leben auch in mehr als einem Jahr noch nicht wieder "normal" verlaufen wird. 

Das geht aus einer repräsentativen Umfrage des Marktforschungsunternehmens McKinsey hervor, für die mehr als 1000 Verbraucherinnen und Verbraucher befragt wurden. Rund 47 Prozent der Befragten erwarten dagegen innerhalb der nächsten sechs Monate eine Rückkehr zur Normalität.

Zurzeit sind die Verbraucher in Deutschland der Umfrage zufolge von Normalität allerdings noch ein gutes Stück entfernt. Mehr als die Hälfte der Befragten erwartet in den nächsten Monaten finanzielle Einbußen durch die Corona-Krise. Und viele sind mit ihren Aktivitäten angesichts der Pandemie noch vorsichtig. 

So wollen in den nächsten zwei Wochen nur 20 Prozent der Befragten ein Fitnessstudio besuchen und nur 7 Prozent mit dem Flugzeug reisen. Rund 58 Prozent der Befragten wollen überfüllte öffentliche Plätze meiden. Statt große Events bevorzugen die Bundesbürger derzeit eher Treffen im kleinen Kreis. Immerhin fast zwei Drittel der Befragten wollen sich in den nächsten Wochen wieder mit Familie und Freunden treffen. Und rund 42 Prozent wollen ein Restaurant oder eine Bar besuchen. Zum Vergleich: Europaweit planen das nur 38 Prozent.

Gut ein Drittel der Verbraucher in Deutschland plante der Befragung zufolge in den folgenden zwei Wochen auch wieder den öffentlichen Nahverkehr zu nutzen. Europaweit wollte das laut McKinsey nur jeder vierte Verbraucher tun. 

Seit dem 2. Juni 2020 dürfen die Fitnessstudios in Berlin wieder öffnen.
Seit dem 2. Juni 2020 dürfen die Fitnessstudios in Berlin wieder öffnen.  © dpa/Jens Kalaene/dpa-Zentralbild

Update, 9. Juli, 6.20 Uhr: Corona-Tests in freikirchlicher Gemeinde gehen weiter

In Euskirchen wird am Donnerstag der Corona-Massentest einer freikirchlichen Gemeinde fortgesetzt, der am Vortag begonnen hatte. Die Kreisverwaltung rechnet für Freitag mit ersten Ergebnissen. 

Nachdem bei 13 Mitgliedern einer Familie der Mennoniten-Gemeinde das Coronavirus nachgewiesen wurde, hatte die Kreisverwaltung die ganze Gemeinde unter Quarantäne gestellt und Tests für die insgesamt rund 1000 Erwachsenen und Kinder angeordnet. Mit organisatorischer Unterstützung der Gemeinde waren die Tests nach Angaben der Kreisverwaltung am Vortag sehr zügig gelaufen.

Das Virus könnte sich in der Schule der Gemeinde oder bei einem Gottesdienst verbreitet haben. Entgegen der Coronaschutz-Regeln gibt es davon nach Behördenangaben keine Teilnehmerliste. Bei knapp 100 positiven Test-Ergebnissen könnte auf die Region das gleiche zukommen wie zuletzt auf die Kreise Warendorf und Gütersloh: Erneute Einschränkungen des öffentlichen Lebens.

Das Bethaus der Mennoniten-Gemeinde. Nach der Corona-Infektion von 13 Mitgliedern einer Familie in Euskirchen hat das Kreis-Gesundheitsamt Quarantäne für Hunderte Mitglieder der freikirchlichen Gemeinde angeordnet.
Das Bethaus der Mennoniten-Gemeinde. Nach der Corona-Infektion von 13 Mitgliedern einer Familie in Euskirchen hat das Kreis-Gesundheitsamt Quarantäne für Hunderte Mitglieder der freikirchlichen Gemeinde angeordnet.  © dpa/Marius Becker

Update, 9. Juli, 6.15 Uhr: Menschenansammlungen: SPD-Fraktionschef in NRW will technische Lösung

Um Menschenansammlungen während der Corona-Pandemie besser kontrollieren zu können, schlägt der Vorsitzende der SPD-Fraktion in Nordrhein-Westfalen eine technische Lösung vor. 

"Wenn belebte Kaufhäuser die Personenanzahl anonymisiert erfassen können, so muss dies technisch auch für belebte Plätze und Orte möglich sein", sagte Thomas Kutschaty der "Rheinischen Post" (Donnerstag-Ausgabe). Man dürfe große Ansammlungen gar nicht erst entstehen lassen. 

In den vergangenen Wochen hatte die Polizei wegen zu geringen Mindestabstands mehrere Menschenansammlungen in Düsseldorf und Köln aufgelöst. Auch in anderen Städten kam es zu solchen Vorfällen.

Thomas Kutschaty, Fraktionsvorsitzender der SPD.
Thomas Kutschaty, Fraktionsvorsitzender der SPD.  © dpa/Rolf Vennenbernd

Update, 9. Juli, 6.05 Uhr: Gestiegene Nachfrage nach E-Scootern seit den Corona-Lockerungen

Die Nachfrage nach E-Scootern in Rheinland-Pfalz ist laut den Verleihfirmen nach dem Lockdown aufgrund der Corona-Pandemie gestiegen. "Seit der Wiederaufnahme des Betriebes verzeichnen wir ein kontinuierliches Wachstum - bei den Nutzerzahlen wie auch bei der Anzahl der Fahrten", teilte Alexander Graf von Pfeil, General Manager bei Lime Deutschland, mit. Zudem sei die durchschnittliche Fahrtdauer gestiegen. "Unsere Auswertungen zeigen, dass die Fahrten mit den Lime-Scootern im Schnitt 25 Prozent länger sind als im Vergleichszeitraum vor der Pandemie."

Seit dem Start im September 2019 bis Ende Juni 2020 seien die Menschen in Mainz insgesamt rund 121.800 Kilometer mit E-Scootern von Lime gefahren, teilte das Unternehmen mit. Die genaue Anzahl an E-Scootern in Rheinland-Pfalz wollte das Unternehmen aus Wettbewerbsgründen nicht nennen. Der Anbieter Tier hat laut eigenen Angaben rund 500 E-Scooter im Mainzer Stadtgebiet verteilt, die Firma Wind rund 200.

Auch das Berliner Unternehmen Tier sieht eine Veränderung im Mobilitätsverhalten der Menschen. "Wir rechnen fest damit, dass solange die Einhaltung von Abstandsempfehlungen die neue Normalität ist, Menschen wohl zunächst Mobilitätsoptionen bevorzugen werden, die ihnen individuelle Fortbewegung ermöglichen", teilte Sprecher David Krebs mit. Während des Lockdowns habe das Unternehmen zunächst allgemein einen Umsatzeinbruch und eine geringere Nutzung des Services erlebt. Seit den ersten Lockerungen erlebe man aber einen Aufwärtstrend.

Der Anbieter Lime hatte seine E-Scooter zu Beginn der Corona-Pandemie von den Straßen genommen und erst später den Betrieb wieder aufgenommen. Tier hingegen hatte den Betrieb unter Hygienemaßnahmen fortgesetzt. Der Anbieter Wind war erst im Mai in Mainz gestartet, bestätigte den Trend aber. "Wir sehen marktübergreifend eine insgesamt höhere Nachfrage für unsere E-Scooter - das gilt auch für Mainz", teilte Sprecher Felix Eggert mit. "Die Scooter bieten eine Ergänzung zum öffentlichen Nahverkehr und ermöglichen Social Distancing.

Eine junge Frau fährt mit einem E-Scooter des Anbieters Tier Mobility.
Eine junge Frau fährt mit einem E-Scooter des Anbieters Tier Mobility.  © dpa/Hauke-Christian Dittrich

Update, 9. Juli, 6 Uhr: Erneut Demonstrationen und Unruhen in Serbien

Ungeachtet des Rückziehers von Präsident Aleksandar Vucic sind in der serbischen Hauptstadt Belgrad und anderen Städten des Balkanlandes am Mittwochabend erneut Tausende Menschen gegen die Corona-Schutzmaßnahmen auf die Straßen gegangen. Die Polizei setzte Medienberichten zufolge erneut Tränengas und Knüppel gegen die Demonstranten ein. Auch berittene Polizei kam zum Einsatz. Die Demonstranten warfen Steine und Feuerwerkskörper auf die Polizisten.

In Belgrad riegelten starke Polizeieinheiten das Zentrum am Abend ab. Gegen Mitternacht flauten die Proteste ab, die Menschenmassen lösten sich nach Medienberichten allmählich auf. Nach ersten Medienberichten wurden mindestens zehn Polizisten verletzt. Das serbische Fernsehen berichtete, dass Kamerateams bei den Protesten in Novi Sad und Nis von Demonstranten angegriffen worden seien.

Die schon seit einigen Tagen dauernden Proteste richten sich gegen geplante drastische Maßnahmen zur Eindämmung der erneut aufgeflammten Corona-Pandemie in Serbien. Präsident Vucic hatte zwar die für das Wochenende geplante Ausgangssperre zurückgenommen, dafür aber andere Maßnahmen des Krisenstabs der Regierung für Donnerstag angekündigt.

In der Zeit des Corona-Ausnahmezustands von Mitte März bis Anfang Mai hatte die Regierung die Ausbreitung der Pandemie mit umfassenden Ausgangssperren bekämpft. Die Infektionszahlen gingen deutlich zurück. Doch seit gut zwei Wochen stecken sich wieder um die 300 Menschen pro Tag nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 an. Besonders die Hauptstadt Belgrad ist betroffen. 

Demonstranten stoßen bei Protesten mit Polizisten zusammen.
Demonstranten stoßen bei Protesten mit Polizisten zusammen.  © DPA/AP/Darko Vojinovic

Update, 9. Juli, 5.55 Uhr: Gastwirt will Entschädigung wegen Corona-Verlusten - Urteil erwartet

Die Klage eines Gastwirtes gegen das Land Niedersachsen auf Entschädigung wegen der coronabedingten Schließung seines Restaurants wird vermutlich abgeschmettert. Am heutigen Donnerstag will das Landgericht Hannover seine Entscheidung in dem Zivilverfahren verkünden. (Az.: 8 O 2/20)

Kläger Gerrit Schweer betreibt ein Lokal im Ausflugsort Steinhude am Steinhuder Meer in der Region Hannover. Sein von einem Steuerberater attestierter Schaden beläuft sich auf rund 52.000 Euro. Der Gastronom verlangt 10.000 Euro Entschädigung vom Land.

In der mündlichen Verhandlung hatte der Vorsitzende Richter Ende Juni aber bereits durchblicken lassen, dass der Gesetzgeber keine Entschädigung für Gastronomen im Infektionsschutzgesetz vorgesehen habe. Wenn der Bundestag dies gewollt hätte, hätte er dies einführen können.

Hochgeklappte Tische stehen in der Fußgängerzone vor einer Gastwirtschaft.
Hochgeklappte Tische stehen in der Fußgängerzone vor einer Gastwirtschaft.  © dpa/Uwe Anspach

Update, 9. Juli, 5.50 Uhr: Rücklagen von Behinderten-Werkstätten durch Krise aufgebraucht

Mit zurückgelegtem Geld haben Werkstätten für behinderte Menschen in Hessen die Folgen der Corona-Pandemie für ihre Beschäftigten aufgefangen. Nun sei die sogenannte Schwankungsrücklage vieler Einrichtungen aufgebraucht, sagte Jörg Heyer von der Landesarbeitsgemeinschaft der Werkstätten für behinderte Menschen: "Jetzt hoffen alle, dass sich die wirtschaftliche Situation so entspannt, dass sie ohne Kürzungen weiterzahlen können."

Anfang der Woche hat Hessen das wegen der Pandemie erlassene Betretungsverbot aufgehoben. Damit dürfen wieder alle Menschen mit Behinderung in Werkstätten arbeiten, sofern sie nicht erkrankt oder Risikopatienten sind. Laut der Landesarbeitsgemeinschaft arbeiten im Land 19.800 Menschen in den Werkstätten, die von 65 Trägerorganisationen betrieben werden.

Wegen der Pandemie waren auch viele Behinderten-Werkstätten geschlossen worden. Ausnahmen seien einige systemrelevante Einrichtungen gewesen, die beispielsweise mit Großküchen andere Einrichtungen versorgten oder für die medizinische Industrie arbeiteten, erklärte Heyer. Nach mehreren Lockerungen der Hygieneregeln seien nun alle Werkstätten wieder offen.

Die Geschäfte liefen unterschiedlich gut an: "Es gibt Werkstätten, die regionalbedingt stark mit der Autoindustrie arbeiten, für die ist es schwieriger", sagte Heyer. Andere seien weniger vom Konjunktureinbruch betroffen.

Ein Mann arbeitet in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung.
Ein Mann arbeitet in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung.  © dpa/Sebastian Gollnow

Update, 9. Juli, 5.45 Uhr: Anstieg von Corona-Fällen in Tulsa nach Trump-Kundgebung

Die Gesundheitsbehörden in Tulsa im US-Bundesstaat Oklahoma führen den Anstieg der Coronavirus-Infektionen im Bezirk auch auf einen Wahlkampfauftritt von US-Präsident Donald Trump zurück. Der Auftritt sowie andere Veranstaltungen hätten "mehr als wahrscheinlich" zu der Zunahme beigetragen, sagte Behördenchef Bruce Dart am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Tulsa. 

Als Dart auf die Trump-Kundgebung angesprochen wurde, sagte er: "In den vergangenen Tagen hatten wir fast 500 Fälle und wir wissen, dass wir mehrere große Veranstaltungen vor etwas mehr als zwei Wochen hatten." Er denke, man könne da einen Zusammenhang herstellen.

Trumps Kundgebung am 20. Juni war die erste seit Beginn der anhaltenden Pandemie und wurde von Protesten gegen Rassismus und Polizeigewalt begleitet. Der Präsident war dafür kritisiert worden, Tausende Menschen in einer Halle zu versammeln, in der das Tragen von Masken nicht verpflichtend waren. 

Auch Trump trägt in der Öffentlichkeit keine Maske. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Kayleigh McEnany, begründete das am Mittwoch erneut damit, dass der Präsident regelmäßig auf das Coronavirus getestet werde.

An diesem Samstag will Trump auf dem Flughafen von Portsmouth im nordöstlichen Bundesstaat New Hampshire vor Tausenden Anhängern sprechen - diesmal im Freien. Alle Gäste müssen bei der Anmeldung zustimmen, dass sie "freiwillig alle Risiken" übernehmen, die aus einer Corona-Infektion resultieren könnten, wie seine Kampagne erklärte. Trumps Wahlkampflager haftet dafür nicht. Teilnehmer würden aber "stark ermuntert", bereitgestellte Masken zu tragen, hieß es. 

Donald Trump, Präsident der USA, kommt während einer Wahlkampfveranstaltung in Tulsa auf die Bühne.
Donald Trump, Präsident der USA, kommt während einer Wahlkampfveranstaltung in Tulsa auf die Bühne.  © dpa/AP/Evan Vucci

Update, 8. Juli, 21.45 Uhr: Söder will erlaubte Besucherzahlen für Kunst und Kultur verdoppeln

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (53) will in der kommenden Woche die in der Corona-Krise zulässigen Besucherzahlen für Kunst- und Kulturveranstaltungen verdoppeln. "Wir werden nächste Woche vorschlagen, das für die Kultur nochmals zu verdoppeln, auf 200 innen und 400 außen; allerdings mit Vorgaben, weil wir das anders nicht machen können", sagte der CSU-Chef am Mittwochabend bei einem Auftritt im BR-Fernsehen.

Erst in dieser Woche hatte das Kabinett die Begrenzungen für Besucherzahlen in dem Bereich auf 100 in Innenräumen und 200 in Außenbereichen erhöht. Die Entscheidung muss das bayerische Kabinett treffen, dessen nächste Sitzung findet am Dienstag auf der Insel Herrenchiemsee statt. Zu der Sitzung wird auch Kanzlerin Angela Merkel (65, CDU) erwartet.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (53).
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (53).  © dpa/dpa Pool/Sven Hoppe

Update, 8. Juli, 21.15 Uhr: Spahn: Maskenpflicht "lieber drei Wochen zu spät" aufheben

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (40) hat erneut vor zu frühen Lockerungen beim Tragen von Alltagsmasken in der Corona-Krise gewarnt. Um das Risiko zu reduzieren, gebe es in bestimmten Situationen eine Maskenpflicht, sagte der CDU-Politiker am Mittwochabend in Berlin bei einer Online-Diskussion. 

Dafür gelte aus seiner Sicht: "Lieber drei Wochen zu spät aufgehoben als drei Wochen zu früh." Masken zu tragen sei nicht immer angenehm, es sei aber im Vergleich zu anderen Beschränkungen ein "relatives mildes Mittel". Wichtig sei dies vor allem, wenn Abstände nicht einzuhalten seien wie etwa im öffentlichen Nahverkehr oder beim Einkaufen.

Spahn rief mit Blick auf Herbst und Winter allgemein dazu auf, sich gegen Grippe impfen zu lassen - dies soll auch einem Zusammentreffen mit einem möglichen Wiederanstieg von Corona-Infektionen vorbeugen. In Praxen werde es dann erneut darauf ankommen, Patienten mit Erkältungssymptomen vom regulären Betrieb trennen zu können, erklärte Spahn. 

Bei der Versorgung mit Schutzmasken sei er optimistisch, dass es in den nächsten Monaten nicht erneut zu Engpässen kommen werde. Spahn wies erneut Spekulationen über eine mögliche Corona-Impfpflicht zurück, falls demnächst ein Impfstoff vorhanden sein sollte.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (40).
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (40).  © dpa/Bernd von Jutrczenka

Update, 8. Juli, 21 Uhr: Weiter Bestellflaute bei Airbus

Airbus hat im Juni angesichts der Corona-Krise wie schon im Mai keine neuen Flugzeug-Bestellungen eingesammelt. Seit dem Jahreswechsel summierten sich die Netto-Bestellungen auf 298 Verkehrsflugzeuge, teilte der europäische Luftfahrt- und Rüstungskonzern am Mittwochabend in Toulouse mit. 

Das Unternehmen lieferte im Juni 36 Flugzeuge aus. Seit dem Jahreswechsel kommt Airbus damit auf 196 Flugzeug-Auslieferungen.

Titelfoto: dpa/Sina Schuldt

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