TV-Moderator leugnet Coronavirus: Nun ist er tot

Minas Gerais (Brasilien) - Der bekannte brasilianische Fernsehmoderator Stanley Gusman galt als vehementer Coronaleugner. Nun starb er selbst im Alter von nur 49 Jahren an den Folgen einer Infektion mit dem Virus.

Stanley Gusman (†49) wollte sich nicht an die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie halten.
Stanley Gusman (†49) wollte sich nicht an die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie halten.  © facebook.com/StanleyGusmanTV/

In Gusmans Augen war das Coronavirus nichts weiter als eine harmlose Erkältung. Das Tragen eines Mund- und Nasenschutzes hielt er ebenfalls für unnötig und präsentierte sich gerne ohne.

Kurz vor Weihnachten hatte der Moderator den Bürgermeister von Belo Horizonte scharf kritisiert, weil dieser zuvor empfohlen hatte, sich über die Feiertage nicht mit der Familie zu treffen.

"Ich stimme dem nicht zu. Ich werde meinen Vater besuchen. Ich werde meine Mutter sehen und ich werde sie damit nicht gefährden", behauptete er laut Infobae in einer seiner TV-Sendungen.

Die entsprechenden Abstandsregeln seien nur dafür da, die persönliche Freiheit des Einzelnen einzuschränken, zeigte sich der TV-Star sicher.

Auch von einer Impfung gegen Corona hielt der Brasilianer nicht viel. Lieber wolle er eine Million Mal das Malariamittel Hydroxychloroquin nehmen, bevor er sich mit dem "China-Impfstoff" impfen lassen werde.

Stanley Gusman glaubte nicht an Corona und ließ sich mit Hydroxychloroquin behandeltn

Der Moderatorwollte nicht wahrhaben, wie gefährlich das Coronavirus wirklich ist.
Der Moderatorwollte nicht wahrhaben, wie gefährlich das Coronavirus wirklich ist.  © facebook.com/StanleyGusmanTV/

Tatsächlich soll Gusman das Malariamedikament genommen haben, als er wenige Tage später schon die ersten Anzeichen einer Infektion spürte.

Dabei konnte bisher nicht wissenschaftlich bestätigt werden, dass Hydroxychloroquin überhaupt gegen das Coronavirus wirksam ist.

Er sei davon ausgegangen, schnell wieder gesund zu werden. Doch der 49-Jährige hatte seine Krankheit zu seinen Ungusten unterschätzt.

Am 4. Januar wurde er mit Atemnot auf die Intensivstation eines Krankenhauses eingeliefert, wo er am 10. Januar letztlich starb.

"Atme!", schrieb seine Schwester Gisele Ramos Gusman Franzini noch kurz vor seinem Tod auf ihrer Facebook-Seite. Doch ihr Hoffen war umsonst.

Gusman hinterlässt eine Frau, einen Sohn sowie seine Eltern und Geschwister.

Titelfoto: facebook.com/StanleyGusmanTV/

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