20-Meter-Rotorblatt rollt durch Berlin: Das steckt dahinter

Von Anja Sokolow, Martina Herzog und Andreas Hoenig

Berlin - Mit dem Rotorblatt einer Windkraftanlage und Schrott aus ausrangierten Solarpanels haben Nichtregierungsorganisationen in Berlin gegen die Energiepolitik von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (52, CDU) demonstriert.

Das Rotorblatt wurde vor dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie abgeladen.
Das Rotorblatt wurde vor dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie abgeladen.  © Manuel Genolet/dpa

Die von Campact initiierte Aktion "Schrottplatz der Energiewende" richtet sich gegen ein geplantes "Netzpaket" der CDU-Politikerin.

Reiche will den Ausbau von Wind- und Solaranlagen besser mit dem hinterherhinkenden Netzausbau synchronisieren und Kosten senken. Die Pläne haben wegen verschiedener geplanter Maßnahmen breite Kritik ausgelöst.

"Die Energiewende gehört nicht auf den Schrottplatz", kritisierte Campact-Vorstand Christoph Bautz (54). "Doch mit dem Netzpaket von Katherina Reiche würde der Ausbau der erneuerbaren Energien jäh ausgebremst."

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Das Rotorblatt fuhr als Sondertransport durch Berlin und wurde wie die Solarpanels vor dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie abgeladen. Auf dem Rotorblatt prangte die Forderung: "Reiche: Energiewende nicht verschrotten!" Mehrere Dutzend Menschen nahmen an der Aktion teil.

Rund 20 Meter ist das ausrangierte Rotorblatt lang.
Rund 20 Meter ist das ausrangierte Rotorblatt lang.  © Manuel Genolet/dpa

In dem Gesetzentwurf von Reiche heißt es, der Netzausbau könne nicht mit dem Bau von Anlagen Schritt halten. Deshalb soll in besonders belasteten Gebieten im Falle, dass Wind- und Solaranlagen gedrosselt oder abgeschaltet werden, keine Entschädigung mehr für neue Anschlüsse gezahlt werden.

Titelfoto: Manuel Genolet/dpa

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