Aktivisten legen Dresdner Berufsverkehr lahm: Deshalb startete Blockade dieses Mal früher als sonst
Dresden - Der gewohnte Tag, doch zur ungewohnten Zeit: Am Donnerstag trafen sich 15 Aktivisten von "Extinction Rebellion", um am Bahnhof Dresden-Neustadt zu blockieren. Doch statt wie üblich um 8.15 Uhr begann die Aktion diesmal schon eine halbe Stunde vorher. Nicht ohne Grund.
Der Ort war bewusst gewählt: "Wir wünschen uns eine Stärkung des öffentlichen Personennahverkehrs", sagt Versammlungsleiter Christian Bläul (45). "Aus unserer Sicht ist genug Geld da, aber es kommt nicht auf der Schiene an."
Zudem stehe man am Bahnhof direkt an einer Messstation für Feinstaub, die das Problem mit Autoverkehr registriere.
Doch warum diesmal eine halbe Stunde eher? "Das ging wegen der Arbeit nicht anders", sagt Bläul zu TAG24. "Ich arbeite schon seit 2024 in der Solar- und Windenergie-Branche."
2023 hatte der Klima-Aktivist Schlagzeilen gemacht, weil er seinen Job geschmissen hatte, um sich Vollzeit der "Letzten Generation" widmen zu können.
Die Blockade-Aktion im Video
Radfahrer brüllt: "Willst du die Leute bekehren?"
So betraten die 15 Aktivisten bereits 7.47 Uhr die Antonstraße, Richtung Hansastraße. Als Versammlung angezeigt, durften sie jeden Arm der Kreuzung jeweils sieben Minuten lang blockieren. Dabei achteten sie darauf, sowohl den Rad- als auch den Gleisbereich freizuhalten.
Die Autofahrer haben sich offenbar an die Aktionen gewohnt: Einer stieg aus, lief zur Blockade und erkundigte sich, wie lange die dort stehen bleiben würde, spazierte dann wieder zu seinem Auto.
7.45 Uhr wechselte die Blockade auf die Hainstraße, 8.03 Uhr auf die Antonstraße, Richtung Schlesischer Platz. Kurze Staus waren die Folge, Hupkonzerte gab es diesmal an keiner der Blockaden.
Nur an der letzten Blockade 8.12 Uhr schrie ein Radler eine Aktivistin an, die Flugblätter an die Autofahrer verteilte: "Willst du die Leute bekehren?", so der Passant. "Wir sind hier nicht in der Kirche!" Pünktlich 8.19 Uhr waren dann alle Straßen wieder frei. Die Polizei sicherte das Geschehen ab, hatte aber keinen Grund einzugreifen.
Titelfoto: Ove Landgraf

