Bauern-Protest in Brandenburg: Mehrere Autobahn-Zufahrten dicht
Von Monika Wendel und Mia Bucher
Potsdam - Autofahrer müssen auf mehreren Autobahnen in Brandenburg wegen geplanter Bauernproteste seit dem Morgen mit Verkehrsbehinderungen rechnen.
Landwirte haben mit ihren Traktoren mehrere Autobahn-Auffahrten blockiert. Sie demonstrieren gegen das geplante Mercosur-Handelsabkommen der EU mit südamerikanischen Staaten.
Betroffen sind unter anderem mehrere Auffahrten der A10 nordwestlich von Berlin und der A24 im Nordwesten Brandenburgs. Bei Kremmen standen am Morgen etwa drei, vier Traktoren. Stau gab es dort zunächst keinen, der Protest verlief ruhig.
Bei Herzsprung waren es auf der Auffahrt in Richtung Berlin nach Angaben eines Teilnehmers sechs Traktoren und auf der A19 bei Wittstock fünf, ebenfalls auf der Auffahrt in Richtung Berlin. Los ging es gegen 7 Uhr. Auch in Mecklenburg-Vorpommern wurden Bauernproteste angekündigt.
Nach Angaben der Polizei gab es in Brandenburg teilweise Proteste an Auffahrten, die nicht angemeldet wurden. Die Polizei habe die Versammlungen aufgelöst.
Brandenburger Bauern protestieren gegen Mercosur-Handelsabkommen
Auch der Sprecher des Bauernbunds Brandenburg, Reinhard Jung, sagte, dass sich mehrere Menschen ohne vorherige Absprache der Aktion angeschlossen hätten.
Die Polizei ist nach Angaben der Pressestelle mit 300 Polizistinnen und Polizisten zur Verkehrssicherung im Einsatz. Es würden weniger Menschen an den Versammlungen teilnehmen, als zuvor bei der Behörde angemeldet, sagte ein Sprecher.
Die Proteste gehen vom Bauernbund Brandenburg aus. Der weit größere Landesbauernverband lehnt die Blockadeaktionen an Autobahnen als Form des Protests ab. Die Landwirte stellen sich gegen das Mercosur-Handelsabkommen, weil sie unverhältnismäßige Konkurrenz durch günstige Importe aus Südamerika fürchten.
2024 hatte es bereits eine Welle von Bauern-Protesten mit Blockaden an Autobahn-Auffahrten gegeben. Damals demonstrierten Landwirte gegen eine Abschaffung von Steuerentlastungen beim Agrardiesel.
Titelfoto: Soeren Stache/dpa

