Demo gegen sexualisierte Gewalt: Collien Fernandes sagt wegen Morddrohungen ab!

Hamburg - Unter dem Motto "Es reicht! Die Scham muss die Seite wechseln" findet am Donnerstag eine Demonstration auf dem Rathausmarkt statt. Es werden Tausende Teilnehmende erwartet. Jetzt steht fest: Collien Fernandes (44), die vor einer Woche mit schweren Vorwürfen gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen (50) eine erneute Debatte über sexualisierte (digitale) Gewalt und eine bundesweite Solidaritätswelle ausgelöst hat, wird nicht dabei sein. Der Grund: Morddrohungen.

Collien Fernandes (44) hat ihren Ex-Mann Christian Ulmen (50) inzwischen auf Mallorca angezeigt. Dort lebte das Paar zuletzt zusammen mit der gemeinsamen Tochter.  © Daniel Bockwoldt/dpa

Ob die 44-Jährige zur Veranstaltung kommt, war bis vor kurzem noch offen.

Jetzt teilte die Moderatorin auf Instagram schockierende Zeilen dazu mit: "Eigentlich plante ich dort hinzugehen, dort zu sprechen. Mittlerweile gibt es aber ernsthafte Sicherheitsbedenken, aufgrund von Morddrohungen gegen mich", so Fernandes.

"Ist das Eure Art, liebe Frauenhasser, damit umzugehen? Wie sollen denn Frauen künftig den Mut haben, aufzubegehren, wenn das Eure Antwort ist - man so mundtot gemacht wird?", so die Schauspielerin fassungslos. "Seid bitte LAUT für mich mit! MORGEN bei der Demo!", appelliert sie trotz der Umstände.

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Am Dienstag hatte die 44-Jährige noch auf ihrem Instagram-Account geschrieben: "Auf dem Weg zurück zu Euch nach Deutschland". Eigentlich ist die Schauspielerin gerade für "Traumschiff"-Dreharbeiten des ZDF in Südostasien unterwegs, die sie nun für kurzfristige Gespräche mit Politikerinnen in Berlin unterbreche und eigentlich auch für die Demo in Hamburg, zu der sie ebenfalls aufgerufen hatte.

"Denn jetzt MUSS sich etwas ändern! Jetzt MÜSSEN bessere Gesetze her! […] Deutschland darf kein TÄTERPARADIES mehr bleiben", betonte sie noch gestern in ihrer Story.

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Collien Fernandes bezieht auf Instagram Stellung

7500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer angemeldet

In Berlin hatten am Sonntag bereits Zehntausende gegen sexualisierte digitale Gewalt demonstriert.  © Carsten Koall/dpa

Sicher als Rednerinnen am Donnerstag dabei sind Klimaaktivistin Luisa Neubauer (29), "Goalgirls*"-Gründerin Kaddie Rothe und die Kolumnistin Alexandra Zykunov (41).

Neubauer hatte bereits in bei der Großdemo in Berlin am Sonntag die rund 10.000 Menschen mit ihrer Rede bewegt. In Hamburg wird die Veranstaltung unter anderem von der SPD-Politikerin Annika Urbanski (31) organisiert.

Der Slogan "Die Scham muss die Seite wechseln" geht auf Gisèle Pelicot (73) zurück, die selbst über Jahre Opfer sexualisierter Gewalt war.

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Der Satz steht symbolisch für einen Perspektivwechsel: Die Verantwortung und Scham sollen nicht länger bei den Betroffenen liegen, sondern bei den Tätern. Er gilt inzwischen als zentrales Leitmotiv im gesellschaftlichen Kampf gegen sexualisierte Gewalt.

Nach Angaben der Polizei wurden in Hamburg rund 7500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer angemeldet. Die Demonstration auf dem Rathausmarkt soll bis 19 Uhr andauern.

Erstmeldung um 11.06 Uhr, aktualisiert um 18.28 Uhr.

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