Demo gegen sexualisierte Gewalt in Hamburg: Kommt Collien Fernandes?
Hamburg - Unter dem Motto "Es reicht! Die Scham muss die Seite wechseln" findet am Donnerstag eine Demonstration auf dem Rathausmarkt statt. Es werden Tausende Teilnehmende erwartet - möglicherweise auch Moderatorin und Schauspielerin Collien Fernandes (44) selbst, die vor einer Woche mit schweren Vorwürfen gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen (50) eine erneute Debatte über sexualisierte (digitale) Gewalt und eine bundesweite Solidaritätswelle ausgelöst hat. Sie erklärte, über einen Zeitraum von mehr als zehn Jahren "virtuell vergewaltigt" worden zu sein.
Am Dienstag schrieb die 44-Jährige auf ihrem Instagram-Account: "Auf dem Weg zurück zu Euch nach Deutschland". Eigentlich ist die Schauspielerin gerade für "Traumschiff"-Dreharbeiten des ZDF in Südostasien unterwegs, die sie nun für kurzfristige Gespräche mit Politikerinnen in Berlin unterbreche.
In ihrer Story teilte sie zudem den Aufruf zur Hamburger Demonstration und betonte: "Denn jetzt MUSS sich etwas ändern! Jetzt MÜSSEN bessere Gesetze her! […] Deutschland darf kein TÄTERPARADIES mehr bleiben!"
Teilnehmende der Demonstration hoffen jetzt auf einen spontanen Besuch der gebürtigen Hamburgerin auf dem Rathausmarkt.
Laut Informationen des "Hamburger Abendblatts" steht ein solcher tatsächlich im Raum, ist bislang jedoch noch nicht bestätigt.
Sicher als Rednerinnen dabei sind Klimaaktivistin Luisa Neubauer (29) und die Kolumnistin Alexandra Zykunov (41). Neubauer hatte bereits in bei der Großdemo in Berlin am Sonntag die rund 10.000 Menschen mit ihrer Rede bewegt. In Hamburg wird die Veranstaltung unter anderem von der SPD-Politikerin Annika Urbanski (31) organisiert.
7500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer angemeldet
Der Slogan "Die Scham muss die Seite wechseln" geht auf Gisèle Pelicot (73) zurück, die selbst über Jahre Opfer sexualisierter Gewalt war. Der Satz steht symbolisch für einen Perspektivwechsel: Die Verantwortung und Scham sollen nicht länger bei den Betroffenen liegen, sondern bei den Tätern. Er gilt inzwischen als zentrales Leitmotiv im gesellschaftlichen Kampf gegen sexualisierte Gewalt.
Nach Angaben der Polizei wurden in Hamburg rund 7500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer angemeldet. Die Demonstration auf dem Rathausmarkt soll bis 19 Uhr andauern.
Titelfoto: Montage: Daniel Bockwoldt/dpa, Carsten Koall/dpa
