Von Bettina Grönewald, Alexandra Balzer
Düsseldorf - Unter dem Motto "Kein Schritt zurück! Gegen die AfD und rechte Hetze!" sind am Samstag nach übereinstimmenden Angaben von Polizei und Veranstaltern rund 20.000 Menschen durch die Düsseldorfer Innenstadt gezogen.
Die ursprünglich angemeldete Teilnehmerzahl wurde damit verdoppelt. Mehrere politische Initiativen hatten zu der Protestkundgebung aufgerufen, um ein gemeinsames Zeichen für eine offene, demokratische Gesellschaft zu setzen.
Auf den Transparenten war etwa zu lesen: "Kein Platz für Rattenfänger" oder "Jetzt können wir herausfinden, was wir anstelle unserer Großeltern getan hätten!" Ein Großplakat mit der Karikatur eines Mannes auf dem Klo forderte unverblümt: "Zicke Zacke ... Braune Kacke! Weg damit!"
Zu den Teilnehmern, die nach Polizeiangaben friedlich und ohne Gegendemonstrationen unterwegs waren, zählten auch die "Omas gegen Rechts". Auf ihrem Plakat postulierten sie mit entsprechend angehängtem Läppchen und Nadeln: "Rechts wird nur gestrickt."
Bei schönstem Wetter hatten sich auch zahlreiche Familien mit Kindern in den Protestzug eingereiht.
Auch in Köln und Essen gehen 10.000 Menschen auf die Straße
Zu dem Protest aufgerufen hatten mehrere Bündnisse, darunter "Düsseldorf stellt sich quer", der "Düsseldorfer Appell" und die Initiative "Prüf NRW", die sich für eine verfassungsrechtliche Prüfung der AfD einsetzt. "Düsseldorf stellt sich quer" befürchtet, dass eine erstarkende AfD "mehr Straßengewalt durch Neonazis und Wutbürger" mit sich bringen wird.
Nach dem Durchmarsch der AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hatten sich insgesamt bereits über 10.000 Menschen in Köln und in Essen an Kundgebungen gegen einen Rechtsruck beteiligt.
Erstmeldung: 12. September, 7.02 Uhr; zuletzt aktualisiert: 12. September, 16.20 Uhr