Gegen fossile Großkonzerne und Ministerin Reiche: DVB müssen Bahnen wegen "Fridays for Future"-Demo umleiten

Dresden - "Fridays for Future" zeigte am Freitag wie angekündigt in Dresden Flagge. Hunderte Klimaaktivisten demonstrierten in der Altstadt gegen den tschechischen Energiekonzern EPH (Energetický a průmyslový holding).

Der Demozug startete und endete auf dem Dresdner Schloßplatz.  © xcitepress/Tyran Sobadky

Unter dem Motto "EPH stoppen, Energiewende retten" sendeten die Demo-Teilnehmer ein Signal an Bundes- und Landespolitik. Das Ziel: über die Folgen fossiler Abhängigkeiten und die Vorteile von erneuerbaren Energien aufklären.

"In Dresden haben wir echt keinen Bock auf fossile Großkonzerne, die Unmengen an Geld damit verdienen, unsere Energiewende zu sabotieren. Genau das haben wir heute auf der Straße gezeigt", teilte Clara Lecke von Fridays for Future Dresden mit.

Lecke warf EPH in diesem Rahmen vor, alte Kohlekraftwerke aufzukaufen und Steuergelder für deren Stilllegung zu kassieren. Die Aktivisten forderten, dass fossile Giganten wie EPH politisch in die Verantwortung gezogen werden müssten.

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Die Demo führte vom Schloßplatz durch die Innenstadt und wieder zurück.

Aufgrund des Demo-Geschehens mussten die Dresdner Verkehrsbetriebe Linien umleiten. Gegen 15.30 Uhr meldeten die DVB, dass die Demo beendet sei. Fahrgäste mussten im Anschluss noch mit Einschränkungen rechnen.

Weitere besondere Vorkommnisse konnte die Polizei auf TAG24-Nachfrage nicht nennen.

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Laut "Fridays for Future" zogen am Freitag 400 Demo-Teilnehmer durch die Stadt.  © xcitepress/Tyran Sobadky

Europaweite Demos gegen Energie-Riesen EPH geplant

Die Aktivisten gingen unter anderem "für eine Lausitz mit Zukunft" auf die Straße.  © xcitepress/Tyran Sobadky

EPH hatte im Jahr 2016 die Hälfte der Anteile an der "Lausitz Energie Bergbau AG" (LEAG) gekauft und Ende 2023 wiederum an eine weitere Tochterfirma der "EP Corporate Group" veräußert.

Das Geschäftsgebaren schürt bei den Aktivisten Ängste. Sie befürchten, dass der Großkonzern sich "durch ein komplexes Geflecht aus Eigentumsstrukturen" vor der Verantwortung drücken könnte, "für die durch den Kohleabbau verursachten Schäden in der Lausitz aufzukommen".

Auch Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (52, CDU) bekam ihr Fett weg. "Reiche setzt immer weiter auf dreckiges Gas statt sauberer und bezahlbarer Energie für alle. Das macht uns Angst!", sagte "Fridays for Future"-Aktivistin Luise Hempel.

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Hempel beklagte, dass Gesetzesvorhaben der Ministerin die "hart erkämpften klimapolitischen Errungenschaften der letzten Jahre" torpedieren und die Abhängigkeit Deutschlands von fossilen Brennstoffen fördern würden. Die Aktivistin warb für einen Gasausstieg.

Auch in anderen europäischen Ländern, darunter in Tschechien, Frankreich, Großbritannien und in der Slowakei wollen verschiedene Organisationen in den kommenden Tagen gegen den Großkonzern EPH protestieren.

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